Du, das macht die Mutti jetzt aber traurig! (verfasst am 13.7.2014)

Vor kurzem drang ein kleines, für mich recht amüsantes Wortgefecht, das den Umständen geschuldet genaugenommen eher ein Monolog war, an mein Ohr. Oder sollte ich es vergebliches Flehen, leicht angenervtes Bitten oder letztes, halbherzig unter Druck setzendes Aufbäumen nennen?

Die Wahrheit errechnet sich wohl aus der Summe aller aufgeführten Umschreibungen.
Die eine Streitpartei bestand aus einem quengelnden Kleinkind, das partout nicht auf seinem Kindersitz befestigt werden wollte und dies mit weithin vernehmlichen Lautäußerungen kundtat. Auf der anderen Seite agierte eine etwas hilf- und mittlerweile ratlose Mutter, deren Blutdruck soeben die allseits bekannte Grenzmarke von 180 mmHg überschritten hatte.

Alles Reden und Tun schien aussichtslos. Der Nachwuchs wollte einfach keine Ruhe geben und sich in sein vom Vormund angedachtes Schicksal fügen.
Und schon musste es wohl in den maternalen Hirnwindungen mächtig gerattert haben. Was kann ich diesem infantilen Psychoterror nur entgegensetzen?!

Die Lösung schien so schlicht und einfach zu sein. Sie knallte ihrem Filius während des Festzurrens ganz nebenbei vor den babyblauen Latz: Wenn du nicht aufhörst, dann ist die Mutti jetzt aber traurig!

Ich wartete schon gespannt auf ein betretenes Schweigen des Zwerges. Nun gut, es hätte mich ehrlich gesagt ein klein wenig schockiert, wenn dieser kläglich hervorgebrachte, um Empathie vonseiten des jungen Erdenbürgers buhlende Wunsch tatsächlich eingetreten wäre. Dann hätte ich diesen Eintrag nämlich auch gar nicht mehr verfassen wollen.

Wie man also richtig aus dieser hier vorliegenden Wortansammlung schließen kann: Ja, es hatte nichts geholfen.

Dieses kläglich verbale Manöver in einem auf psychologischer Kriegsführung basierenden Feldzug ging ja mal gehörig durch offene Gehörgänge zum anderen Ohr wieder hinaus.
Die Kleinen gucken immer so harmlos, aber hinters Licht führen lassen sie sich nicht. Kannste glauben!

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