Ein paar fatalistische Gedanken: Wohin steuern wir? (26.7.2014)

…weil ich gerade so in Stimmung bin…

Dass Egoismus und fehlende Rücksichtnahme zwischen den Menschen zunimmt, ist kein Geheimnis.
Viel zu oft werden die eigenen Bedürfnisse als Grundrecht umdeklariert. Weil ich das so will, darf man sich bei Nachfrage dann erzählen lassen. Dann sollten wir demnächst das Grundgesetz umschreiben. Ein Antrags-Beispiel:
Das Recht auf freie Lautstärkenentfaltung der Musikanlage muss unbedingt mit berücksichtigt werden. Der Vermerk auf das Sittengesetz (zur Erklärung: bezüglich des Zusammenlebens gesitteter Menschen) soll im gleichen Zuge entfernt werden.
….
Prima, am besten macht dann demnächst jeder, was ihm gefällt und Mitmenschen seiner Meinung nach nicht vorenthalten werden sollte. Dann spitzen wir noch weiter unsere Ellbogen an und schalten die Ohren auf Durchzug…was interessieren schon Meinungen und Bedürfnisse anderer! Desweiteren werden auch solch explizite Vorschriften zur gegenseitigen Rücksichtnahme, wie zum Beispiel Mietverträge, nur noch zu dekorativen Zwecken verteilt und können wahlweise als Ersatz für fehlendes Toilettenpapier genutzt werden.

Leider gedeiht diese Ansichtsweise schon bei Kindern. Ich möchte nicht alle in einen Topf werfen (tatsächlich gibt es noch vernünftige und hilfsbereite…gefühlt aber leider in der Minderheit). Das liegt mir fern. Ich meine jene Halbstarken, die das Wort Respekt vielleicht buchstabieren, aber den tieferen Sinn dahinter wohl nicht ganz erfassen und/oder umsetzen können. Es gehört auch zum guten Ton, in ÖPNVs die neuste musikalische Grauentat aus Handy-Lautsprechern plärren zu lassen, sich ungeniert über Anstandsregeln hinwegzusetzen und manchmal auch noch frech zu werden. Interessanterweise steigt oftmals dieses Verhalten direkt proportional mit der Anzahl an Personen, die sich gerade als Gruppe oder, neudeutsch, Gang zusammengetrollt hat.

Schlimm finde ich, wie sich auch das zwischenmenschliche Geschäft mit dem Mobbing entwickelt hat. Auge in Auge und bestenfalls noch allein, würde es wahrscheinlich niemals so weit kommen. Da mag man sich eben, oder nicht. Aber unter anderen Mitläufern oder via Internet lässt es sich vortrefflich über einzelne herziehen. Es gab schon immer Ausgrenzungen und Kinder konnten schon immer grausam sein, doch hinter feigen Schutzmauern gelingt dies umso besser.
Dabei täuschen sie, und vor allem die Anführer, nur über ihre eigenen Schwächen hinweg. Bevor sie selber zum Opfer werden, schlagen sie sich doch lieber auf die Seite der Raubtiere oder führen diese gleich an. Tatsächlich sind sie doch nur ganz kleine Würstchen.

Rotzfrech finde ich auch, wenn man mehrmals lieb um Hilfe bittet (gefühlt schon fast in den Ar*** dieser Göre kriecht), diese Hilfe dann auch Auge in Auge zugesagt wird und, wenn man den Rücken zukehrt, ganz schnell wieder in Vergessenheit gerät. Da schwillt mir der Halsmuskel! Dann soll das Mädel doch gleich sagen, dass es keine Lust hat und sich stattdessen woanders vergnügen und nicht die ganze Anlage mit ihrem pubertären Getöne unterhalten und andere (komischerweise immer dieselben) die Drecksarbeit machen lassen. Auch wenn sie freiwillig da ist, aber so etwas gehört sich nicht. Solch unfaires Verhalten ist das Allerletzte. Derart Menschen werden auch mit zunehmendem Alter selten angenehmer. Hauptsache sie haben ihren Spaß.

Willkommen in der Spaßgesellschaft! Ich geh‘ dann mal zum Weinen auf den Dachboden.

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