Unlogische Logik oder logische Unlogik? (2.8.2014)

Möglicherweise bin ich ja doch zu blöd für das alltägliche Leben. Zumindest habe ich einen Moment an mir gezweifelt.

Auf der anderen Seite: Wer denkt sich so etwas aus?!

Der Reihe nach: Worum ging es?

Nichts Böses (oder in meinem Fall nichts komplex Ausgeklügeltes) ahnend, setzte ich mich am Rande der Stadt in das gläserne Wartehäuschen der örtlichen Verkehrsbetriebe. Die Strecke, die ich befahren wollte, benutzte ich zum ersten Mal und kannte mich daher nicht mit etwaigen sonderbaren Gepflogenheiten aus, die da auf mich Unwissenden lauerten. Ich wartete also etwas mehr als zehn Minuten auf meinen Bus.

Als dieser in der Ferne herannahte, stand ich, damit Mitfahrinteresse signalisierend, auf und positionierte mich am Bordsteinrand.

Doch was sahen meine trüben Augen? Im vollen Tempo düste das Objekt meiner Begierde auf dem Mittelstreifen an mir vorbei. Noch rechtzeitig schaffte ich es, dem Fahrer meinen fragenden Blick mitsamt Handzeig auf den Haltestellenbereich zu präsentieren.

Der hatte mich auch registriert und wies dann aber nur lässig auf ein 1,5 bis 2m vom Wartehäuschen entfernt stehendes WEITERES Haltestellenschild in gleicher Optik, wie das andere, das nur etwa 1m abseits des Glaskomplexes stand. Der einzige feine, aber anscheinend eminent wichtige Unterschied bestand darin, dass auf den jeweiligen Schildern andere Buslinien verzeichnet waren.

Es sei zu bemerken, dass es sich auf den ersten Blick von der optischen Erscheinung her auch nicht um eine eindeutige Doppelhaltestelle handelte und beide Linien vom selben Unternehmen betrieben werden, was in gegenteiligen Falle bestimmte weitergehende Überlegungen beim unerfahrenen Wartenden hätte hervorrufen können.

Was mich gerade daran aufregt: Ich stand weder an dem falschen, noch am richtigen Schild und bin unbewusst sogar tendenziell ein paar Schritte zum richtigen Haltestellenschild gelaufen! Von daher hätte der Fahrer (der mein Aufstehen und Interesse an seinem Fahrzeug gesehen hatte) im Zweifel doch einfach kurz heran schwenken können. Wenn ich jene Linie nicht hätte nehmen wollen, dann wäre ich doch sitzen geblieben! Ganz kurz hatte ich Mordgedanken.

Was lerne ich jetzt daraus? Die (Gedanken-)Wege der Verkehrsbetriebe sind unergründlich und demnächst werde ich mich also an das entsprechend mit der Busnummer gekennzeichnete Schild klammern, damit der Fahrer auch ja erkennen kann, dass ich es ernst mit ihm meine. Mann, Mann, Mann.

Dann entwickelt doch eine Bedienungsanleitung für Strecken-Anfänger wie mich! Touristen ohne Ortskenntnis hätten sich am Ende auch genauso verhalten (sprich Warten im Wartehäuschen) und hätten somit eine wahrlich gastfreundliche Behandlung erfahren. Da kommt Freude auf. Ganz bestimmt.

Der i-Punkt war aber noch: Eigentlich hätte ich den Weg auch von vornherein laufen (freiwillig) können, weil er doch nicht so lang war, wie ich es gedacht hätte.

Aber: Ich wäre um ein paar neue Erfahrungen, zwei graue Haare und eine um ein Jahr verkürzte Lebenszeit gebracht worden.
Auf die letzten beiden könnte ich aber eigentlich ganz gut verzichten.

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