Weg des geringeren Widerstandes (7.8.2014)

Als Radfahrer hat man es nicht immer leicht, wenn man sich erdreistet, auf der Straße fahren zu wollen, wobei das Wollen nicht immer gänzlich selbstbestimmt ist. Die StVO redet ja schließlich auch allgegenwertig ein Wörtchen mit.
Sollte man das einigen Verkehrsteilnehmern vielleicht noch einmal explizit sagen? Mir deucht, dass es hin und wieder Not täte.
Bei manchen hat man echt das Gefühl, dass sie entweder den Führerschein auf dem Rummel gezockt, oder damals in der Theorie geschlafen haben…wer sich jetzt wundert, ja gegenseitige Rücksichtnahme und Vermeidung von Gefährdungen anderer kamen da auch mal vor.

Wie auch immer, jedenfalls heißt es dann an manchen verzwickten Ecken: Augen zu und durch.

 

Da kann es beim Linksabbiegen schon mal passieren, dass ein Transporter noch links an einem in der von ihm mittlerweile erreichten Gegenspur (trotz durchgezogener Mittellinie!) vorbeidonnert. Angenehm, so einen lauwarmen Hauch des auf Hochtouren getretenen Motorblockes wenige Zentimeter Luftlinie entfernt am Ellbogen zu spüren.
Danke, dass ich trotz rechtzeitig angezeigtem Abbiegevorgang und zunächst noch ausreichend herrschendem Abstand zu eben jenem Transporter, der von hinten nahte, ignoriert wurde. Wobei man es eigentlich nicht ignorieren nennen kann, sonst hätte ich ihn im Nacken sitzen gehabt. Jedenfalls zog er innen in der Kurve noch fix vorbei und entschwand auf Nimmerwiedersehen.
Naja, die Fahrer stehen oft unter immensem Zeitdruck, keine Frage. Aber wegen ein paar Sekunden, die er in der Kurve durch mich eingebüßt hätte, riskiert man doch nicht so eine geisterfahrende Harakiri-Aktion, oder? Ich wette, dass er beim Abbiegen auch nicht darauf geachtet hat, ob sich da nicht noch ein querender Fußgänger gefunden hätte, dem er die Füße hätte plattieren können.

Und wenn ein solcher eiliger Transporterfahrer einen mal nicht fast tangieren sollte, dann gibt es auch noch Automobilisten, die bei einer gewagten Wendeaktion auf einer ausgedehnten, dadurch etwas schlechter einsehbaren Kreuzung (würde aus dem All wie ein Andreaskreuz aussehen) dann natürlich lieber dem herannahenden Bus ausweichen und dabei gekonnt dem Radler die Bahn schneiden. In meinem quietschgelben Trikot bin ich ja wohl wahrlich gut zu sehen…das muss also Berechnung gewesen sein, oder Blindheit vor Objekten, die durch ein Mindestgrößenraster rutschen, sprich nicht im Entferntesten in Masse und Größe mit einem Bus mithalten können.
Wenn man die Wahl hätte, ob man einen Elefanten anrempeln oder doch lieber eine Mücke mit dem Kühlergrill fangen sollte, dann fällt die Entscheidung wohl recht schnell zugunsten des zu erwartend geringeren Widerstandes. Das ist Logik, tut aber der Mücke weh.

Es ist, als würde man in Sachen formvollendete Rücksichtnahme im Straßenverkehr gegen Windmühlen anrennen. Da geht es den Menschen wie den Leuten, egal, ob sie zu Fuß, zweirädrig oder motorisiert unterwegs sind.
Ich mache ja auch selbst mal einen Fehler, aber mich persönlich plagt dann zumindest das Gewissen und ich bin bereit, dass nächste Mal noch besser auf bestimmte Situationen zu achten.
Vielleicht geht es den beiden Protagonisten meiner geschilderten Erlebnisse auch so. Wäre schön!

Ansonsten gilt:

Im Zweifel sind immer die anderen schuld! Halleluja und gute(s) (Himmel)Fahrt(skommando)!

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