Umzingelt und zugedröhnt (10.8.2014)

Habe ich mich eigentlich schon über unverschämte Raucher aufgeregt?
Ja? Dann werde ich es gleich wieder tun.

Es ist reichlich ärgerlich, wenn sich 1 Raucher an der Haltestelle direkt neben einem postiert und genüsslich sein Teerstäbchen schmaucht. Ich wollte auch schon das Feld räumen, um mich nicht unnötig aufregen zu müssen…ich will in einigen Jahren auch noch ein bisschen Rente (gibt es dann hoffentlich noch) auskosten und nicht durch nervenaufreibende, ergo lebensverkürzende Maßnahmen von extern um diese Zeit betrogen werden.
Ich überlegte also, ob ich wieder einmal kleinbeigeben sollte.
Freundlicherweise wurde mir diese Entscheidung augenblicklich deutlich leichter gemacht, als auch einen halben Meter Luftlinie entfernt zu meiner Rechten eine 2. qualmende Person Platz nahm. Haben die sich verschworen?!
Ich war also im Dunstkreis beider Schlote eingekesselt und machte, dass ich fort kam.

Ich platzierte mich schließlich einige Meter entfernt in einem weiteren Wartehäuschen dieser Doppelhaltestelle.

Und was sahen meine trüben Lichter? Richtig! Da steuerte doch tatsächlich ein weiterer Kohledampfer heran.
Nun wurde es mir zu bunt und ich fixierte die Dame, der man den jahrelangen Konsum anhand vermehrter Verbrauchsspuren im Gesicht ansehen konnte, ganz fest mit den Augen, als sie sich anschickte, immer näher zu kommen. Als sich unsere Blicke schließlich trafen, senkte ich meine Pupillen mit freundlicher Bestimmtheit gen Sargnagel in ihrer Hand und bohrte sie anschließend wieder hinter ihre Stirn.
Und, welch Wunder, sie verstand und lenkte ihre Schritte fort von mir und paffte ein paar Meter entfernt weiter. Endweder hatte die nonverbale Kommunikation tatsächlich funktioniert, oder es waren ein klein wenig Zufall und/oder Mitdenken der Frau im Spiel. Sei es, wie es sei.
Das und die Tatsache, dass ich ein wundervolles Wochenende mit meiner Schwester verbringen durfte, ließen den Sonntag vollends zufriedenstellend ausklingen.

Während dieser Raucherinvasion in meiner persönlichen Luftschutzzone (variabler Umfang anhand der Riechweite bestimmbar) brummte von nebenan ein dicker Bass durch die lauwarme Abendluft, der vermuten ließ, dass man mit diesem wummernden Rhythmus direkt vor Ort einen Herzschrittmacher umprogrammieren könnte.

Es ist auffällig, dass bei jedweder Veranstaltung mit musikalischer Untermalung mit Vorliebe eine derartige Lautstärke gewählt wird, dass auch noch das Nachbarviertel etwas davon hat.
Warum braucht man das bei Gartenspartenpartys, Schulfesten und Co? Paradoxerweise wollen sich die Anwesenden für gewöhnlich bei solchen Zusammenkünften unterhalten und trotzdem schreit der Schlagerbarde hemmungslos aus den Boxen entgegen, dass am Ort des Geschehens die Trommelfelle Beifall klatschen.
Laut. Lauter. Hääh, wie bitte?

Wie auch immer, es handelte sich hier um eine diskothekoide Freiluftveranstaltung…das kommt halblaut ja nicht so fett.
Nur gut, dass ich dort nicht wohnen muss. Ansonsten hilft wohl nur fliehen oder selber mitmachen und sich dabei gratis das Hirn freipusten lassen.

Viel Spaß beim Abzappeln. Rührt euch!

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