Von intimen Zonen… (verfasst am 13.8.2014)

Schon einmal etwas von der sogenannten intimen Zone gehört?

Bestimmt, auch wenn Sie, werter Leser, im Moment vielleicht noch an etwas anderes denken mögen. Wenn Letzteres der Fall ist, oder es Ihnen rein gar nichts sagen sollte, dann möchte ich kurz darstellen, um was es sich handelt, was ich explizit meine.

 

Ganz so eng auf das Gebiet unterhalb der Gürtellinie beschränkt, wie sich der Begriff augenscheinlich geben mag, ist dieser Bereich nämlich nicht.

Alle unter 18 Jahre dürfen jetzt aufatmen (oder enttäuscht Luft ausstoßen?) und weiterlesen.

Vielmehr meint er- auch unter dem Begriff Intimdistanz bekannt und damit womöglich unverfänglicher- die Schutzzone, mit der wir uns vor allem im öffentlichen Raum zu umgeben pflegen und die wir ungern durch nicht von uns selbst autorisierte Personen unterwandern lassen.

Für tiefergehende Informationen bitte ich den geneigten Leser, eine Suchmaschine der Wahl anzuwerfen.

In unseren gemäßigten Breitengraden spricht man von einem Radius zwischen 20 und 60 cm- je nach Geschmack, sozialer Anhänglichkeit zu Fremden und gegebenen variablen Umständen- und kann bei sozialscheuen (das ist nicht abwertend gemeint) Menschen auch gerne etwas weiter gefasst sein.
Für gewöhnlich dürfen nur ausgewählte Menschen diesen unsichtbaren Bannkreis betreten. Wenn es die Umstände erfordern- wie zum Beispiel in ÖPNVs oder auf Konzerten- kann man auch Ausnahmen gestatten, ohne sich dabei sonderlich unwohl fühlen zu müssen (es sei denn, der Nebenmann entpuppt sich nachträglich als Keimschleuder…).

 

Bleibe ich bei den ÖPNVs wie Bus und Bahn.
Es gibt Menschen, die freundlich ihr Eindringen in diese Privatsphäre fragenderweise ankündigen.

Es gibt Menschen, die nonverbal ihr Anliegen vorbringen, sodass man aus dem Augenwinkel heraus erkennen und seine Bereitwilligkeit erklären darf.

Und es gibt Menschen, die sich einfach auf den Sitz neben einen plumpsen lassen, ohne dabei Rücksicht auf Verluste zu nehmen.
Und noch schöner wird es, wenn noch andere Plätze im unmittelbaren Umfeld frei sind und aus unersichtlichen Gründen die Sitzgelegenheit direkt neben einem okkupiert werden muss.

 

Hallo? Schon mal etwas von Abstand gehört? Es ist doch reichlich unangenehm, wenn solch eine Situation eintritt, zumal es temperaturmäßig gewiss nicht nötig war, wie die Pinguine auf Kuschelkurs zu gehen. Selbst wenn die unerwünscht zu nahe kommende Person eine Intimdistanz von nicht einmal 10cm (zumeist auch noch durch dessen Ellbogen in Richtung meines Oberarms deutlich bis komplett unterschritten) haben mag, muss das nicht heißen, dass ich auch darauf erpicht bin, näheren Kontakt einzugehen.

Es gibt diverse Öffnungen im Gesicht, die nicht nur zur Zierde von Mutter Natur dort angebracht worden sind.
Neben Ohren wären das zum Einen Augen, um anderweitig freie Sitzplätze in der Nähe zu erkennen, und zum Anderen der Mund, um wenigsten vorher zu fragen, ob es denn auch einmal etwas enger zugehen darf.

 

In manchen Fällen gesellt sich wohl aber noch ein weiteres Loch hinzu: Nämlich das des Vögelchens, welches hinter der Stirn klopft…ich vermute, mein Nebensitzer besaß ein solches, habe aber nicht genauer hinsehen wollen. Das Anstarren von Fremden gehört sich ja auch nicht und kann wissenschaftlich bestätigt sogar Aggressionen heraufbeschwören.

 

Apropos Anstarren. Das ist auch ein lustiges Thema…


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