Was guckst du?! (verfasst am 13.8.2014)

Dann möchte ich gleich etwas zum Thema Anstarren nachschieben.

 

Man kann Löcher in die Luft starren oder Löcher in andere Menschen. Ersteres stört keinen, das Zweite kann herausfordernd wirken.

 

Je nach Rezipient kann das auch in die Hose gehen.

Wer hat nicht schon erlebt, dass man flapsig von der Seite angemacht wird, nur weil man den Blick aus Versehen eine Hundertstel Sekunde in Richtung des Ghettogöörlies gerichtet hatte. „Ey, was guckst du, Alder! Willste Stress?!“ Besser ist es, wenn man still das Feld räumt und die folgenden derben Drohungen („Ey, isch mach disch alle….“), die zum Glück (!) oft nur leere Hülsen darstellen, inklusive des infantilen Gelächters der Mitläufer reaktionslos hinter sich lässt. Das ist in der Regel die weisere und gesündere Entscheidung.

 

Aber auch bei Menschen jenseits der pubertären Erprobungsjahre kommt der starre Blick (nein, hier ist keiner gestorben) nicht sonderlich gut an.

 

Auch ich mache keinen Hehl daraus, dass ich es unanständig finde, mit den Augen dauerhaft fixiert zu werden. Vom Prinzip her ist auch das auf gewisse Art und Weise ein Eindringen in die privat errichtete Schutzzone.
Nicht, dass ich das visuelle Wahrnehmen der Umwelt verteufeln würde- das lässt sich schließlich unter normalen Umständen nicht vermeiden- aber Anstarren ist nicht fein.

 

Und so mache ich mir einen Spaß daraus, einfach zurück zu starren, bis der andere endlich seine Augen abwendet. Es kann manchmal, je nach Penetranz, recht lange dauern, bis der andere weichgekocht ist, funktioniert aber eigentlich ganz gut.
Amüsant ist es auch, wenn man danach kurze Kontrollblicke wagt und sieht, wie der Blick, der erneut auf einem zu ruhen wagte, hastig zur Seite weicht.

 

Begründet liegt das unangenehm Berührt sein sicher in der Natur der Dinge. Man stelle sich vor, man wäre eine kleine Maus, die vor der Katze hockt und von dieser zu nutritiven Zwecken näher in Augenschein genommen wird. Da kann man sich doch Schöneres vorstellen, nicht wahr?
Und auch artgleiche Tiere fixieren sich zunächst abwartend und zugleich damit weiter anstachelnd, bevor es kämpferisch zur Sache geht (es gibt auch Tiere, bei denen Blicke genügen, damit sich einer von beiden trollt).

 

Also doch demnächst lieber die Augen ein klein wenig im Zaum halten, ok?
Es sei denn man möchte ernsthaftes Interesse am angestarrten Objekt der Begierde signalisieren.

Wobei da der Adlerblick auch nicht immer gut zu Gesicht stehen dürfte…man denke da nur an die arme süße Maus!


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