Rote Welle…man sieht sich immer zweimal im Leben. (22.8.2014)

Ich gebe zu, dass ich in der Überschrift ein klein wenig geflunkert habe. Es waren derer fünf Male, um genau zu sein.

Nebenbei: Als Erkenntnis des Tages nehme ich heute:
Auch wenn man erheblich langsamer ist, kann man genauso schnell ans Ziel kommen!
Man braucht nur eine rote Welle.

 

Das zuletzt genannte Phänomen kann man auch koordinierte Schaltung von Lichtsignalanlagen nennen. Allseits (zumindest auf der Freiflug-Strecke) beliebt ist die grüne Variante. Aber hin und wieder lässt einem irgendeine übergeordnete Macht dasselbe in Rot angedeihen…und das dann aber auch richtig konsequent, was man vom grünen Exemplar gefühlt- trotz Einhaltung der angegebenen Progressionsgeschwindigkeit– nicht immer behaupten kann.

 

Rot, erster Akt:
In der Innenstadt radelte ich an eine rote Ampel.
Dort schaute/hörte ich mir gemütlich an, wie ein Straßenbahnfahrer mit Dauerwarnton einen Passanten zusammenklingelte, der sich zu nah an den Gleisen befand und zunächst nicht schnallte, dass er der Empfänger dieses Getöses sein sollte.
Als die Fahrt freigegeben wurde zog ich davon…und das erste Mal an einem gemütlich vor sich hin tingelnden Mann.

Rot, zweiter Akt:
Vielleicht 100 Meter weiter schaltete erneut eine Wechselzeichenanlage auf Rot. Natürlich bremste ich.
Sonderbar erschien mir nur der Blick eines Passanten, der wohl damit gerechnet hatte, dass ich noch bei Dunkelorange/Grapefruitrot durchrasen würde.
Nee, sowas mache ich nicht.
Ich kenne die StVO.
Und außerdem kenne ich genauso gut mein Glück, dass in solch einem unaufmerksamen Augenblick mit Sicherheit irgendein Polizist vors Rad springen würde, obwohl ich mich sonst immer (hoffe ich) an die Regeln halte.
Na, na, na, was haben wir denn da? Eine rote Ampel! Das macht dann für Radfahrer 45€ und einen Punkt! Aber halt, da waren ja noch Menschen. Wegen Gefährdung dürfen es dann 100€ sein. Das Pünktchen ins Flensburg gibt es natürlich auch noch dazu, da wollen wir uns nicht lumpen lassen.
So gehört es sich ja eigentlich auch. Es ist eben nur besonders ärgerlich, wenn notorische Rotsünder, denen man so oft begegnet, immer davonkommen. Aber so ist das eben.
Dasselbe gilt für das Fahren entgegen der Fahrtrichtung. So viele radeln mir quietschfidel entgegen und machen sich so gar keine Gedanken, dass sie auf dieser Seite gar nichts zu suchen haben. Ich mache mir schon eine Birne, wenn es aus einem Seitenweg gerade einmal 10 Meter zur nächsten Ampel gehen soll, damit ich auf die andere Seite wechseln kann.
Nervig finde ich dann nur, wenn Unfälle aufgrund dieser Problematik entstehen, nur weil die Leute zu faul/zu bequem/zu dumm/ zu unwissend sind (obwohl es eigentlich hinlänglich durchgekaut sein sollte…), um auf die korrekte Seite zu wechseln.
Da hilft dann auch kein Fahrradhelm!

Jedenfalls fand sich nach einer langen Wartephase zum zweiten Mal der gemütliche Zweiradfahrer neben mir ein.
Und wieder düste ich bei Grün davon.

Rot, dritter Akt:
Weitere hundert Meter später…naja…täglich grüßt das Murmeltier. Rot.
Hier gab es keine besonderen Vorkommnisse. Erwartungsgemäß fand sich auch der Radler zum dritten Mal neben mir ein.

Rot, vierter Akt:
Soll ich jetzt noch sagen, was nach erneut 10 Dekaden der Basiseinheit im metrischen System auf mich wartete? Grün war es jedenfalls nicht.
Auch hier fand sich nach einer Weile mein ungewollt treuer Kompagnon wieder parallel zu mir ein.

Rot, fünfter Akt:
GääÄÄÄHn. Ich wiederhole mich ungern, aber: Es wurde tatsächlich wieder Rot.
Ich überlegte schon, ob ich langsam meinen Weggefährten freundlich grüßen sollte, der soeben die gemeinsame Haltelinie erreichte.
Für den nächsten Stopp hatte ich es mir jedenfalls fest vorgenommen.

Ampel, sechster Akt:
Wie es im Leben so ist, trennen sich auch die Wege. In diesem Falle vollzog eine grünleuchtende Verkehrsanlage den Part des Scharfrichters.
Es half auch nichts, vorsorglich am Bremshebel zu lauern. Es wurde nicht Rot.
Tschüss, Fremder.

 

Ab jetzt bin ich effektiv doch schneller!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: