Plakatewald: Ist das Kunst, oder kann das weg?! (26.8.2014)

In letzter Zeit sind mir im Zuge der anstehenden Wahlen diverse Kunstwerke begegnet, die bei Sonne und Regen am Straßenrand stehen und denen mehr oder minder Aufmerksamkeit gezollt wird.

Aufgrund von Omnipräsenz in verschiedenen Städten, augenscheinlich verschiedenartiger Linienführungen und äußerst variablem Gehalt an Kreativität (von schlecht bis grottenschlecht ist alles dabei), bleibt stark zu vermuten, dass hier unabhängig voneinander agierende, künstlerisch aktive Individuen ihr Unwesen treiben.

 

 

Hier ein Auszug ihrer kreativen Ergüsse:

 

So ist der aktuelle Landesvater Sachsens als eine Art Kreuzung aus Ozzy Osbournes Sonnenbrille und dem allseits bekannten Oberlippenbärtchen eines gewissen Diktators, der leider vor geraumer Zeit sein Unwesen getrieben hatte, zu bestaunen. Klassisch in Schwarz gehalten.
Passend zur Partei gewählt, würde man sagen, wobei nicht klar ist, ob es an Ermangelung eines blauen, roten, oder grünen Stiftes gelegen, oder ob der Erschaffer dieses Werkes gezielt zu dieser Farbe gegriffen hatte.
Wenn einem schon nichts weiter einfällt…aber das obligatorische Bärtchen darf nie fehlen. LaaAAAangweilig!
Lieber Künstler, bedanke dich dafür bei Griechenland und anderen Staaten, die dieses Motiv in der Presse hinreichend ausgelatscht haben, als während (finanzieller) Krisen und diversen erteilten Machtworten das ach so pöööhse, pöööhse Deutschland mal wieder so richtig sein Fett wegkriegen sollte.
Wenn irgendwo die Kacke am Dampfen ist und die eigentlichen Schuldigen nicht am Schlafittchen gepackt werden können, dann sind es im Zweifel immer die Deutschen gewesen, die dann effektvoll mit Bart und prägnantem Seitenscheitel aus der Trickkiste sämtlicher Käseblätter hervorgekramt werden. Wir sind ja alle Nazis…LaaAAAangweilig!

 

Neulich griente mir auch ein Vampir der großen, deutschen Arbeiterpartei entgegen. Etwas unglücklich glotzte der Kandidat aus blutrotunterlaufenen Augen die Passanten an, während er sich mit seinen spitzen Zähnchen auf die Unterlippe beißen musste. Entweder glühten dabei seine Öhrchen vor Aufregung (rote Flammen schlagend), oder es hat beim Gerangel um den Biss ins Abendbrot seine Hörner ein wenig verschoben. Oder beides. Oder es war eine lange Nacht gewesen…

 

Nun wäre ich auch schon bei den Grünen. Dass sie es hin und wieder etwas freizügiger mögen, haben sie in der Vergangenheit schon gezeigt. Nun wurde aber aus der Nase eines Johannes (oder wie der Wahlmann auch immer heißt…ich habe nicht auf den Namen geachtet), sein kleiner Johannes.
Mitten im Gesicht prangte nun das primäre Geschlechtsmerkmal eines Mannes und man fragt sich unweigerlich: Darf man so etwas in der Öffentlichkeit zeigen? Ist das noch tragbar? Bevor, jetzt alle Ja! schreien, widme ich mich einem etwas friedfertiger mit derlei frühpubertären Sachen umgehenden Kunstwerk. Voll geni(t)al!

 

Denn es geht auch weniger vulgär. Das Zeichen des Friedens (neudeutsch: Peace!) ist doch mal was Tolles, nicht? Das steht so manchen ganz gut zu Gesicht, denke ich. Genauso wie smilies in allen Farben und Formen.

 

Mal sehen, was uns kurz vor Wahlschluss noch so an Sachbeschädigungen (!) präsentiert wird.

 

 

Hinter allem mag sich ein Sinn befinden, auch wenn es nur der Unsinn ist.
Es lässt einen mit weit aufgerissenen Augen staunend zurück, wie das blauäugige Baby auf dem aktuellen Werbeplakat eines bekannten Mobilfunkanbieters, während man sich fragt: Was will uns der Künstler damit sagen??
Einen Trost noch zuletzt. Spätestens nach der Wahl erübrigt sich die folgende Frage meistens ziemlich rasch:
Ist das Kunst, oder kann das weg?!

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