Sati(e)rischer Nachschlag: Halbe Vollversammlung im Märchenwald (4.9.2014)

Man stelle sich vor, es sind Wahlen in Sachsen und nur die Hälfte geht hin.

Wohin hat sich dann der zweite Teil vom statistischen Kuchenrund verkrümelt? Die machen doch wohl nicht einfach blau und spielen lustige Trinkspielchen mit den vierzehn Zwergen, oder lassen sich von Frau Holle weich flockig berieseln?!

Denn das hatten sie schon im Vorlauf zum Gang zur Wahlurne reichlich gehabt; fällt also schon mal aus der Argumentation heraus. Dazu gab es beim Urnengang sogar Bonbons!

Wer hat sich nicht auch von säuselnden Versprechungen in Wort und Bild einweben lassen, dass einem schwindelig bis schlecht geworden ist. Schließlich drehten sich doch viele Programmpunkte so mancher Partei immer um dieselbe Achse, dass man nicht mehr wusste, wer nun wirklich vor einem steht. Alles verschwamm zu einem Einheitsbrei, den Schneewittchen nun aus dem Schüsselchen des zweiten Zwerges bis zum bitteren Rest auszulöffeln hatte.

Was will man da machen? Überall ein Kreuzchen setzen? Eine Einheitspartei gründen? Ersteres: Ungültig. Letzteres: Hatten wir schon.

Außerdem kam die Mutti der Nation nach Dresden zu Besuch und gab dem schwarzen Leitwolf zu verstehen, ja nicht auf dem rechten Weg zu wandeln. In dieser Ecke lauert zwar nicht gerade das kopulationsfreudige…äh…koalitionsfreudige Rotkäppchen, dafür aber ein alternativ in Blau verhülltes Konglomerat, das Anleihen von Braun in sich trägt. Ist Blau das neue Braun? Überschneidungen im Sprücheklopfen auf Wahlplakaten hat es wohl gegeben.

Warum nur wollten so wenige ihre Stimme abgeben? Haben die vorher zu viel Meditonsin gepichelt?

Selbst zum Protestwählen einer gewissen Räuberbande- alias die Piraten– konnte sich kaum einer aufraffen. Bälleparadies war gestern! Sie wandeln jetzt unter fernen Oliven…äh…unter ferner liefen.

Dafür gibt es jetzt aber schließlich jene Alternative, die den Großen mal eben genüsslich den Stinkefinger unter die Nase reibt, als hätte sie die Wahl gewonnen. Mal sehen, wie lange sie sich halten können. Wenn sie jetzt keine Hüpfburgen auspacken, um sich zum Gespött der Märchenwelt zu machen, könnte sich das mit dem Schiffbruch wie bei ihren protestlerischen Kollegen wohl noch einige Zeit hinauszögern.

Wie Rumpelstilzchen (jetzt mit Anzug und Krawatte) um angeblich verbrannte Wichtigkeiten tanzen derweil die ewig Gestrigen. Da waren nicht irgendwelche 18 oder gar 88 politisch korrekten Schokoküsse drin, sondern die 809 fehlenden Häkchen/Kreuzchen. Sack Zement!

Zufrieden wird wohl die Tierschutzpartei sein: Die Leute haben kapiert, dass Wa(h)l(stimmen)fang doof ist, auch wenn das wiederum bedeutet, dass sie wieder nur unter Sonstige aufgelistet werden können. Das ist es wert. Die Botschaft kam an!

Weil sie anscheinend voll out ist, bleibt wohl die gelbblaue Kugel in der Versenkung und dümpelt gänzlich befreit vom landespolitischen Zirkus in den Fluten vor sich hin. Das Prinzesschen sondiert derweil sowieso lieber das große, schwarze Alphatierchen. Vielleicht guckt dann am Ende der grasgrüne Frosch auch wieder in die Röhre bzw. in die Weiten seiner Hanfplantage. Dabei hätte er so gerne nachgeschaut, wo denn ein Wolf so seine Locken hat.

 

 

 

Es steckt keine böse, schwarzmagische Hexenkunst dahinter, wenn kaum einer zur Wahl geht. Vielleicht sind die Leute bei all den einlullenden Reden und politischen „Statements“ einfach nur in einen hundertjährigen Schlaf verfallen. Wo ist diejenige/derjenige, die/der sie allesamt wieder wachküssen könnte?

 

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