Kiezgeflüster und die Suche nach dem verlorenen Gemächt (8.9.2014)

Vorweg: Es handelt sich hier nicht um den neuen und somit fünften Titel der Indiana Jones-Fortsetzungsreihe, auch wenn es metrisch und rhythmisch ähnlich locker dahinfließen mag. Vergleichendes zum Inhalt kann ich ebenfalls nicht beisteuern. Sorry.

Zu Endlosschleifen der Filmkunst à la „Die-unendliche-Geschichte-wie-der-Rocky-dem-Rambo-so-dermaßen-eine-transformiert-dass-dieser -meint-er-sähe-vor-sich-den-sternchenförmigen-karibischverfluchtenTerminator -auf-hoher-See-durch-den-wilden-Westen-reiten-während-fast-und-furious-am-anderen-Ende-der-Welt-einer-ganz-langsamstirbt-weil-der-pottersche-Zauberstab-in-die-verfluchte-Matrixsuppe-gefallen-ist-an-der-gerade-ein-gewisser-Spinnenmann-rührte -und-voller Shreken—feststellen-musste -dass-er-heute-eigentlich-gar-keinen-Küchendienst-hatte“ möchte ich jetzt auch gar nicht viel schreiben. Vielleicht andermal.

Wo fange ich am besten an? Sinnvoll wäre es ja, chronologisch korrekt und somit der zeitlichen Aufeinanderfolge gemäß, auch von vorne anzufangen, wie sich die Begebenheiten zugetragen hatten. Oder? Folgende Geschichten spielten sich jedenfalls bereits am Sonnabend (gesamtdeutsch: Samstag) ab.

 

Komme ich also zum selbstbezeichnenden, ersten Teil der heutigen Abhandlung…dem Kiezgeflüster.

Ja, auch Dresden hat so seine „Ghettos“ und da alle freiheitlich geprägt lebenden Menschen der Neuzeit diese verlassen dürfen (das war in der Geschichte leider auch mal anders), trifft man die Bewohner erwartungsgemäß in allen Stadtteilen an. Leider bringen sie dabei hin und wieder ihre Manieren mit, die jedem anderen aufgeräumteren Stadtbewohner wohl etwas rustikal bis sonderbar anheimeln könnten.

Auch hier möchte ich unbedingt schlichtend dazwischenschieben, dass bei weitem nicht alle in solchen als soziale Brennpunkte bezeichneten Arealen lebenden Menschen so prollich daherkommen!!! Nicht alle können sich in der heutigen Zeit aussuchen, wo es noch bezahlbare Mieten gibt… Aber es gibt eben immer wieder solche Exemplare, die gerne das fetttöpfchenförmige Klischee mit voller Breitseite bedienen und eben jenen faden Beigeschmack solcher Viertel auf Jahre hinweg prägen. Dabei gibt es dort auch schöne Ecken! Man würde sich ja schon schämen, wenn man sagen müsste, dass man dort vor Jahren auch mal gewohnt hatte (als das Image aber noch nicht so ramponiert war).

Jedenfalls handelte es sich um eine Mutter mit Kind, welches einen großen Kinderwagen zu schieben hatte.
Da die Mutter weiter vorn in die Bahn einsteigen wollte, hätte das Kind mit der unhandlichen Last also an schon anstehenden Leuten neben der hinteren Tür vorbei gemusst.

Mach hinne!“, ranzte die Mutter ihren Spross an.

Das Kind war damit sichtlich überfordert. „Hier stehen aber so viele Leute.

Na, dann fährst de den Wagen eben drum herum, Mensch. Oder du fährst den Leuten eben in die Hacken“, schnauzte es genervt zurück! „Stell dich jetze nich so an!

So, so. Nichts ahnenden Leuten sollten zur Strafe, dass sie unverfroren das Recht wahrnahmen, sich ebenfalls im öffentlichen Raum aufzuhalten, also von hinten die Fersen abgefahren werden. Ist das die feine englische Art? Lösen sich die unbewusst und sicher nicht böswillig im Wege stehenden Menschen dann überhaupt sofortig in Luft auf, oder macht es die Lage nicht eher schlimmer, wenn sich dann plötzlich so viele, vor Schmerz krümmende Fahrgäste quer über den Bahnsteig verteilten? Ich möchte das nicht im (Selbst)Versuch testen müssen…

Der Auflösung des Falles wohnte ich nicht mehr bei, weil ich schleunigst zur Anschluss-Tram laufen musste. Spitze Schreie habe ich aber nicht vernehmen können. Das macht Hoffnung.

 

Ich saß also erneut in einer Bahn und wohnte einem weiteren Schauspiel bei. Ein Pakistani (vermutlich; ist an sich auch wenig relevant) stand auf einem öffentlichen Platz und wühlte zwischen den lockeren Stoffbahnen seiner hellblauen Shalwar Kameez/Salwar Kamiz herum. Suchte er den Hausschlüssel?

Wohl eher nicht. Stattdessen fand er augenblicklich wieder, was er eben noch vermisst zu haben schien und juckte sich ausgiebig am Geläut. Völlig ungeniert und gedankenverloren. Wäre es Punkt Zwölft gewesen, hätte ich gelacht, denn dann ist in der Innenstadt immer großes Gebimmel angesagt…und so wie er sich da abgearbeitet hatte…
Naja, wenn’s Spaß macht….

 

Weitaus angenehmer ließ sich dann der Rest des Tages angehen. Ich schwelgte in kulinarischen und akustisch-optischen Welten des Mittelalters. Das Spielmannsduo Pampatut musizierte und bespaßte aufs Vortrefflichste im Anno Domini zu Dresden. Herrlich!
Und endlich darf man auch mal ungeniert die eigenen Manieren ein Stück weit zurückstellen und lediglich mit Messer, Löffel und Fingern essen. Die Gabel war dazumal ein Teufelsding und gehörte ausschließlich in einen Misthaufen gesteckt.

Wie sagte der alte Luther vor kurzem: Warum rülpset und furzet Ihr nicht? Hat es euch nicht geschmecket?! Das waren noch Zeiten!  (-:

 


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