Geknickt (25.9.2014)

 

Wie sagt man so schön: Manche haben echt den Bogen raus.

 

Das neue Eier-Phone hat es anscheinend auch. Klasse, was das Ding alles kann.
Es ist also tatsächlich in der Lage, seine Form zu ändern…sogar ohne, dass es der Besitzer eigentlich möchte. Das erinnert mich an eine Amöbe, die sich allein durch Formänderung ihrer Zellwand fortbewegen kann.
Der einzige Weg des Eier-Phones der 6. Generation wird es so wohl aber lediglich gen Mülleimer führen.

 

Erst einmal frage ich mich aber: Wer hat das verzapft? Bruchtests und sonstige Folterquälereien für Zweckgegenstände zählen doch eigentlich zum Standard.
Warum also hat sich kein fieser Versuchskammerkerkermeister gefunden, der sich des Gerätes angenommen, es sich in die Hosentasche gesteckt und damit hingesetzt hätte?
Dann wäre dieses Malheur vielleicht doch schon früher aufgefallen.

Egal, wir haben ja sowieso gelernt, dass die Anhänger dem angehimmelten Konzern nicht wirklich böse sein können. Zumindest nicht allzu lange…spätestens bei der nächsten Neuentwicklung wäre jeder Ärger wieder verraucht.

 

Zweitens würde mich zudem interessieren, wer sich dieses unförmige Ungetüm überhaupt in die Gesäßtasche packt und meint, darauf besonders bequem sitzen zu können? Meines Wissens kann es noch kein Sitzkissen adäquat ersetzen.

 

Oder: Wie kann man vergessen, dass solch ein anbetungswertes Juwel noch hinten drin steckt und das eigene Körpergewicht unter Umständen nicht zu tragen im Stande ist? So gehen die Leute also mit ihren heiligen Ikonen um…die einen werfen es direkt nach Erwerb zu Boden, die anderen setzen sich darauf, ….

Das zeigt doch wieder einmal, wie viele Menschen heutzutage überhaupt noch irgendetwas wertschätzen können.
Klar, manchmal ist es wirklich einfach ein dummer Unfall, aber oftmals sieht man doch auch, wie lasch viele mit Dingen umgehen, die sie bei Nachfrage eigentlich selbst als besonders beschützenswert bezeichnen. Und andere wiederum können mit Werten einfach gar nichts anfangen und kaufen eben wieder etwas neues, wenn sie das alte gerade fahrlässig zerschrammt oder zerdeppert haben. Oberflächlichkeit pur.
Wenn ich mir etwas Kostspieliges leiste, dann versuche ich es doch bestmöglichst zu schonen, damit ich noch lange etwas vom ursprünglichen Zustand habe und mir nicht schon nach ein paar Wochen Ersatz kaufen muss.

 

So ist das aber in einer Konsumgesellschaft, in der alles überall und zu weitgehend erschwinglichen Preisen zu erstehen ist. Warum sich da um eine lange Haltbarkeit und erhaltenswerte Makellosigkeit scheren?

 

Auf der anderen Seite unterstützen die Hersteller dieses Denken ihrer Kundschaft auch noch dadurch, dass sie gezielt Fehler einbauen, damit die Halbwertszeit künstlich reduziert werden kann. Bewusst wird der rasende Verfall von Gerätschaften provoziert…vielleicht geschieht das auch hin und wieder aus Versehen. Wie auch immer, der Lachende ist immer der Hersteller, wenn er sich auf die Treue seiner Gefolgschaft verlassen kann.
Manchmal ist es aber dermaßen auffällig, dass man nur lachend den Kopf schütteln kann…
…Apple hat es soeben (unfreiwillig) vorgemacht.

 

Zum Glück gibt es keine EU-Norm für den Grad der Krümmung von Handys und Smartphones!
Darauf ess‘ ich jetzt erst einmal eine Banane. Mahlzeit!

 


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