Monatsarchiv: Oktober 2014

Cruel like a child. (verfasst am 30.10.2014)

 

Dass Kinder grausam sein können, ist kein Geheimnis. Dass Kinder immer mehr an Hemmung verlieren, scheint eine fortschreitende Entwicklung zu sein.

 

In einer Stadt in Mitteldeutschland (prinzipiell ist die genaue Lokalisation sowieso egal…heute hier, morgen dort und übermorgen…) haben Kinder einem auf dem Spielplatz spielenden Mädchen (10 Jahre) Verletzungen im Gesicht beigefügt. Schon unter Erwachsenen lassen derlei Handgreiflichkeiten am jeweiligen Verstand zweifeln. Bei gezielter Gewalt gegen den Kopf zum Beispiel, muss man mit anhaltenden Schädigungen rechnen, selbst wenn man nur „leicht zugehauen“ hat. Da kann wirklich alles passieren.

Schuld war hier  die Andersartigkeit der Hautfarbe, weswegen es im Vorfeld zu Beschimpfungen kam, was wiederum in einer Streiterei mündete.
Hin und wieder sind beschriebene Opfer zwar auch keine Unschuldslämmer, wenn es darum geht, eine Situation durch unbedachte und sogar provozierende Worte (weiter) anzufeuern, aber gefallen lassen muss man sich schließlich auch nichts (speziell bei rassistisch motiviertem Hintergrund). In manchen Situationen ist es jedoch besser, der Klügere zu sein, den eigenen Ärger darüber zu schlucken und unauffällig seines Weges zu gehen.

Was aber daraufhin abging ist mehr als erschreckend. Offenbar rottete sich im Anschluss eine Gruppe von weiteren minderjährigen Kindern zusammen, die sich nun gemeinschaftlich um das dunkelhäutige Mädchen „kümmerten“.

An dieser Stelle sei gesagt: Das Szenario spielt sich tagtäglich ab, egal, ob hell- oder dunkelhäutig, zwischen Mitgliedern fremder Kulturen oder Anhängern der eigenen. In jedem Fall ist es unfassbar.

Wie krank ist das denn?! Mit 10 Jahren hören andere noch Benjamin Blümchen und hier bündelt sich kriminelle Energie in einer Form, die an Übergriffe in U-Bahnen (u.a.) erinnern lässt, bei denen ohne Rücksicht auf Verluste gegen Kopf und Körper getreten wird.

Feige ist das und zeugt von unsäglich großer Dummheit, die traurig stimmt. Was soll daraus bloß werden? Selbst, wenn Verletzungen nicht gravierend wären…zu was sind die Täter beim nächsten Mal in der Lage?
Man muss nicht alles und jeden mögen, aber kann man in solch einem Fall nicht einfach aneinander vorbei gehen und sich dabei höchstens seinen Teil denken?

Was geht in den Köpfen vor? Woher kommt das nur?
Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass es in den letzten Jahren zu einem deutlicheren Verfall der Sitten, des Anstandes und Respektes (man betrachte das Verhalten gegenüber Autoritätspersonen wie Lehrern oder Polizisten….wobei die auch gerne mal ihr Quäntchen für desolate Zustände beitragen…) gekommen ist. Auf allen Seiten!
Es gab schon immer Chaoten und früher wurde vielleicht auch mehr unter dem Deckmäntelchen des Schweigens gehalten, was bei der heutigen Omnipräsenz der Medien kaum noch möglich ist, und man darf natürlich auch nicht alle (Kinder und Erwachsene) über einen Kamm scheren, aber diejenigen, die derart auffällig werden, erscheinen immer brutaler und geistig teilnahmsloser bei ihren Taten.
Sie wirken abgestumpft, da berührt sie (fast) nichts mehr, da fehlt es an Gewissen und Reflexion bezüglich der Folgen des eigenen Handelns.
Ich glaube, dass sich heutzutage viele keine Gedanken darüber machen, was gegenwärtiges Tun an Auswirkungen für die Zukunft haben kann…für die anderer und für die eigene.
Konsequenzen? Was interessiert mich das Morgen?!

Ich male gern schwarz, aber das ist definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Was gibt es aber auch für Konsequenzen?
Tagtäglich wird doch via Medien verbreitet, wie sich so mancher aus Justitias Armen zu winden vermag. Die Strafen sind lächerlich und am Ende war eh immer die Kindheit schuld.
Wo bleiben die Kontrollen? Am Steuer zu telefonieren ist verboten…wen interessieren aber die dafür vorgesehenen „Strafen“, wenn es keiner ahndet. So etwas stumpft doch ab!
Das System spekuliert auf die Eigenverantwortlichkeit eines jeden.
Was nur, wenn dieses Bewusstsein für sich und die Mitmenschen fehlt oder nur rudimentär ausgebildet ist…quasi als vorhandener, aber unnützer Wurmfortsatz betrachtet wird?
Da es sich um Minderjährige handelt, ist in diesem Fall strafrechtlich nichts zu erwarten.

Auf die Gefahr hin, dass mich nun ein paar supertolle, rosarot-sozial eingestellte und neue Erziehungslehren (Kinder dürfen alles! Keine Grenzen!) unreflektiert fressende Mitbürger an diesem Punkt womöglich steinigen wöllten:
Ich würde den Kindern eine Art Schocktherapie verordnen, in der sie auf Prügelopfer (freiwillig Aufklärungsarbeit leistend) treffen, bei denen solche sinnlosen Taten nicht spurlos vorübergangen sind. Vielleicht macht das Vis-à-vis den abstrakten Begriff „Konsequenz“ etwas greifbarer. Jeder der Täter müsste zudem einzeln auftreten, um ihnen das sichere Gefühl der Gruppendynamik zu entziehen.
Ähnlich wie beim Mobbing, schaukeln sich die Mittäter gegenseitig auf und möchten sich untereinander beweisen, um nicht selbst irgendwann auf der anderen Seite zu landen.
Je nach Ausmaß kann es sich bis zu einem regelrechten „Blutrausch“ auswachsen.
Wer kennt das nicht? Als Kind hat man doch auch herumalbern können, bis es eigentlich schon gar nicht mehr ging. Da kam immernoch etwas auf die Spitze oben drauf, obwohl das Thema eigentlich schon längst ausgereizt war. Keiner wollte nachstehen, keiner wollte der ausgelassenen Stimmung ein Ende bereiten.
Und dieses Gefühl des an sich als normal anzusehenden kindlichen Übermuts kann leider auch umschlagen und weniger erheiternde Züge annehmen.

Wer selber Gewalt erfahren hat (die „schlechte Kindheit“ ist aber kein Alibi für alles!), wer sich täglich mit Gewalt und Gedankenlosigkeiten in den Medien konfrontiert sieht, wer nie richtig gelernt hat, dass manches unwiederbringliche Folgen haben kann, wer mit sich selbst und seiner Gefühls- oder Gedankenwelt schon kaum etwas anfangen kann, der überschreitet die Schwelle des gewalttätigen Übermutes gegebenenfalls recht schnell und macht sich damit eigentlich nur seiner stummschreienden Hilflosigkeit Luft.
Oftmals sind Übergriffe nämlich lediglich Zeichen von eigener Ohnmacht gegenüber Dingen, die man gefühlt nicht beeinflussen kann, die aber unterschwellig in einem rumoren und gären. Was lange gärt, wird schließlich Wut.
Der Rest hat Langeweile, oder beides.

Im betreffenden Viertel des Vorfalls gibt es anscheinend einen hohen Ausländeranteil.
Der Anstieg der Zahlen an Fremden lässt viele zurückgezogen im Schutze ihrer Stuben grübeln. In sozialen Brennpunkten, wie man so schön sagt, ist jeder mit sich und seinem Leben beschäftigt. Da passt keine Störung im grauen Alltagstrott auf eingefahrenen Schienen, während irgendein Medium zum x-ten Male gezielt oder auch nur unfreiwillig die Ansichten der Konsumenten zu prägen versucht.

Oft mangelt es zudem an Integration der anderen Seite, weshalb sich viele vor den fremdländischen Gruppen fürchten. Vielleicht steigt außerdem in diesem Zuge noch die Kriminalitätsrate…dann ist das Misstrauen so groß, dass jeder Schritt der neuen Nachbarn überwacht und jede Geste ge- und missdeutet wird.

Es fehlt an dieser Stelle an Kommunikation, an Aufklärung, an einer harten Hand, die auch mal durchgreift, an sinnvoller Ablenkung, am Schaffen von Anreizen, seine Gedanken sinnvoll kanalisieren zu können und sich nicht in wilden Spekulationen und Verdächtigungen zu verlieren. Man muss ja nicht zwingend mit „den Anderen“ persönlich reden. Manchmal reicht es, wenn man seine Sorgen, Ängste und Bedenken jemandem Außenstehenden (professionell; Sozialarbeiter; gemeinschaftliche Treffpunkte) mitteilen kann.
Nichts ist schlimmer, als wenn man Ohnmachtsgefühl und Kummer in sich hineinfrisst, weil man niemanden hat, bei dem man sich die Seele freireden könnte.

Jede der Parteien muss aber daran arbeiten! Wie wirkt mein Auftreten, was könnte unnötig provozierend wirken, …?
Bezüglich der Rolle eines Opfers als reines Unschuldslamm:
Gerade in Fällen mit Fremdenhass als Motiv tragen die Betroffenen auch manchmal selbst zu ihrer misslichen Lage bei. Oder indirekt ihre gleichstämmigen Mitmenschen!
Macht sich die angsteinflößende oder kriminell agierende Gruppe halbwüchsiger Ausländer Gedanken darüber, dass ihr negatives Auftreten Folgen für ein dunkelhäutiges, zehnjähriges Mädchen haben kann?!
Der Mensch glaubt gern, was er sieht und neigt zur Verallgemeinerung. Die sind doch alle so!
Und so steigern wir uns in viele Dinge hinein, bis aus der Förderschnecke unseres vorurteilslastigen Gedankenkreisels ein Ballen stinkenden Auswurfes empor quillt.
Was tun? Zerschlagen wir es doch! Gibt es keine Alternative? Weiß nicht…

 

Die Menschen brauchen eine greifbare Perspektive, ein Gefühl für sich und andere, einen Zuhörer, neue Werte, Ablenkung vom Gedankenlabyrinth, rohe Kräfte ableitende Beschäftigung und mehr Respekt vor dem Leben!

Gewalt erzeugt wieder nur Gewalt.

Es ist egal, wer sich dabei die Köpfe einschlägt!

 


Ein Licht geht auf! (31.10.2014)

 

Lasst nicht nur Kürbisse im Inneren erstrahlen, entzündet auch ein Licht in euren Köpfen!

 

Diesen Satz möchte man ausrufen, wenn man die neusten Halloween-Späße betrachtet. Da rennen als Clowns verkleidete Irre mit laufender Kettensäge oder anderem furchteinflößenden Utensil auf zumeist nicht eingeweihte Menschen auf ihrem Weg nach Hause oder anderswo hin zu und versetzen sie nachvollziehbar in Angst und Schrecken.

Ich glaube, mich würde in solch einer Situation auch das Herz überholen wollen.

Was ist eigentlich lustig daran, wenn man andere in Todesangst versetzt? Zumal es ja wirklich Verrückte gibt, die das auch tatsächlich ernsthaft durchziehen würden. Woran soll man erkennen, dass diese Aktion vor einem gerade nur zur Belustigung einer Internetgemeinschaft dient und ergo keine direkte Gefahr für Leib und Leben besteht?

Selbst wenn sie in lustigen Prinzessin-Lillifee-Kostümen und rosa Strumpfhosen erscheinen würden, kann man die Absicht dahinter nicht sicher herausfiltern. Wie gesagt: Es gibt derart mörderische Gestalten mit entsprechenden Fantasien.

Und wer hat den größten Spaß neben diesen kostümierten Freaks? Ein paar „Kinder“ hinterm PC, die sich im Schutze des Bildschirms fast in die Hose machen…vor Lachen. Ist ja voll geil, ey!

Da wünscht man sich doch eine verborgen gebliebene Gestalt, die diesem Publikum im Moment des Gaffens mal von hinten auf die Schulter tippt. Die werden Augen machen!

 

Und solche im aktuellen Trend befindlichen Aktionen werden arglos durchgezogen, weil wieder niemand von den Beteiligten ein Stück weiter als von 12 bis Mittag denkt. Menschen mit Herz-Kreislaufschwäche könnten schwere Schäden erleiden, Menschen könnten psychisch traumatisiert werden, auch wenn es sich am Ende als „harmlos“ aufklären sollte. Wer hält bitteschön die Hand dafür ins Feuer, dass wirklich nichts passiert?

Diese Gedankenlosigkeit vieler Leute ist erschreckend. Die Spaßgesellschaft sitzt am Steuer und nietet auf ihrer rasanten Fahrt alles um, was ihrem Vergnügen im Wege stehen könnte.Was am Straßenrand zu liegen kommt, ist in Kauf genommener Kollateralschaden.

Ich propagiere definitiv nicht den vollkommenen Verzicht auf Freude und Humor, aber doch nicht auf Kosten anderer, die sich ihre Rolle in einem solchen Spiel nicht freiwillig aussuchen dürfen. Wenn alle eingeweiht sind, dann können die sich ja gegenseitig jagen bis zum Umfallen, aber Fremde ohne ihr Wissen auf diese Art einzubeziehen, ist gestört.

Es gab ja auch schon „lustige“ Videos (habe darüber mal eine Diskussion gelesen), wo Menschen im Aufzug von vermeintlichen Geistern (Statisten im versteckten Hohlräumen, die nach einem Ausfall des Lichtes plötzlich im Aufzug standen) heimgesucht wurden. Da gerieten viele Menschen in echte Panik.

 

Hier wird mit den Urängsten des Menschen gespielt und das ist meines Erachtens mehr als verwerflich! Und die Menschen werden zukünftig immer stärker auf ihren eigenen Vorteil ausgerichtet sein, ohne mal nach links und rechts auf die Befindlichkeiten der Anderen zu blicken. Hauptsache, man selbst ist immer schön am Drücker und gerät nicht auch mal in von einem selbst unbeeinflussbare Situationen…davor hat nämlich jeder Angst!

 

 

 

 


In Teufels Küche (30.10.2014)

 

Puuh, warum ist das hier auf einmal so warm. *Pulli auszieh*

Und irgendwie riecht es hier auch reichlich angeschmurgelt. *Ist-der-Herd-aus?*

 

Was ’ne Höllenhitze hier! Da kommt mir auch gleich eine Frage in den Sinn: Gibt es in der Hölle eigentlich auch eine Frauenquote?! Tragen die Höllenhunde/-hündinnen auch ihre Emanzipierung zu Tage (wobei der Begriff Tag dort unten auch relativ ist…) und wählen sich einen weiblichen Vorstand?

Bezüglich dieser quääähääälenden Frage musste ich jedenfalls mit Mephistopheles erst umständlich einen Pakt schließen (ich wische gerade noch die damit verbundene blutige Sauerei auf), um zu Allwissen und Erkenntnis zu gelangen! Der Blödmann hätte es mir nämlich sonst nicht verraten…

Nur für euch!! Das wollte ich nur mal so erwähnt haben…

 

JA!

In den glutrot leuchtenden Tiefen herrscht neuerdings eine Frau und kocht dort ihr heißes Süppchen für die verlorenen Seelen! Genau genommen bäckt die Teufelin anscheinend lieber zuckersüße Torten, wenn sie nicht schon bereits im Vorfeld den Teig im rohen Zustand vernascht hat…im Übrigen enthält er nach meinem Wissen kein Menschenfleisch. Wie beruhigend.

Mal ehrlich, welcher Mann hätte aber auch auf Dauer (=Ewigkeit) die Heizung dort unten bis Anschlag aufgedreht und alles in feminin rotem Licht erstrahlen lassen? Eine Teufelin ist also die logische Konsequenz, dass diese historisch geprägte Männerdomäne in Frauenhand übergeht.

Herzlich willkommen….in des Teufels Küche!

 

 


Die drei F. (23.10.2014)

 

Da hatte die Kanzlerin die Lacher ganz auf ihrer Seite und irgendwie hat sie das sprachliche Malheur auf eine liebenswerte Art gerettet, obwohl man prinzipiell schon wissen sollte, was man zu sagen angedacht hatte. Zumal es sich um lediglich 3 plakative Worte handelte, die man sich unter Umständen schon merken könnte…vor allem als Urheber, der aus dem Publikum heraus zu Rate gezogen wurde und keinen befriedigenden Hinweis zum verschollenen Wort geben konnte. Fraglich wäre auch die Funktion des Blätterhaufens auf dem Pult. Es scheint ja offensichtlich das Wichtigste darauf zu fehlen.

 

Aber gerade bei der Wahl von gewollt in den Raum gepfefferten Schlagwörtern tritt, wie auch gerne mal beim Rezitieren von Sinnsprüchen und Zitaten, zum oftmals ausschließlichen Vergnügen der Anderen mit Vorliebe ein black-out auf.
Hauptsache man kann über den eigenen Lapsus am Ende lachen. Das lässt die Angelegenheit etwas sympathischer bei der Meute vor einem ankommen.

 

Frequenzen, Förderung und….

Ja, was und? Jeder beim Nationalen IT-Gipfel schien erwartungsvoll die Luft anzuhalten. Was mag das für ein Baby sein, von dessen schwerer Geburt sie hier Zeugen werden durften. Das muss ja was ganz großes sein!

Was mit F.

Rätselraten begann und in den Köpfen der Verantwortlichen ratterte es auf Hochtouren. Was war das noch gleich gewesen?
Verdammt!
Nein, das kann es nicht gewesen sein…fängt ja mit V an.

Herr Hötges…?! Erwartungsfroh blickte Frau Merkel in seine Richtung. Vergeblich. Hmmm, weiß er selber nicht mehr….
Das Volk tobt.

Was ganz einfaches. Hmmm. Hilflos werden die beiden Mikrofone zurechtgerückt.

Forschung? Nee!

Wie drei versammelte Fragezeichen stand die Regierungschefin am Podium und suchte händeringend nach etwas brauchbaren, das sich in die Riege der 3 Fs einfügen könnte…

 

 

FUCK!

 

 

 

 

 

P.S.:

Das böse, englische Wort hat sie natürlich nicht gesagt. Des Rätsels Lösung war so simpel wie gewöhnlich: F wie Festnetz.

Es sind doch die einfachen Dinge, an denen wir immer wieder grandios scheitern!

Hier eine kleine Reparaturanleitung aus der Ferne für Betroffenen, die gerade auf einer langen Leitung stehen:
…und dann rütteln Se ma am Anschlusskabel und dann funktioniert dit ooch wieder. Ick mache dit jetze ma vor…rütteln und denne…….

…….[Funkstille]…….

 

 


Ich kann es nicht mehr sehen! (22.10.2014)

 

Selfie hier, Selfie dort, mit und ohne Kanzlerin, sitzend vor dem Mittagessen, Selfies, die eigentlich von fremder Hand und ergo „Fremdies“ sind, mit formvollendeter Entenschnute, Selfies mit und ohne Crash.

 

Seit längerer Zeit schon hat dieser Auswuchs an Egozentrik auch die Automobilwelt durchwuchert und so sprießen bei voller Fahrt frisch und fröhlich die Selbstportraits aus den Fahrersitzen. Weil dies nicht genug der Dummheit gereicht, werden diese stummen Zeugen eines Verstoßes gegen die StVO gleich noch auf soziale Netzwerke geladen…gleichsam bei rollendem Kraftfahrzeug.
Und das mitten unter uns.

 

Wem die eigene Gesundheit und die der Umwelt weitgehend wurscht ist, wer 60 Euro zu viel und ein nach eigenem Empfinden zu mager bestücktes Konto in Flensburg sein Eigen nennen kann, nur zu. Aber ohne mich!

 

Ziemlich dünne Luft herrscht, wenn auch noch Berühmtheiten diesem Selbstdarstellungswahn erliegen, obwohl sie sich mitunter ihrer Vorbildfunktion bewusst sind, weil sie eben für viele, oft junge Anhänger als Leitbild dienen.
Klar, kann man nicht gutmenschlich schmähen, wenn sich auch ein bekanntes Sternchen mal ganz menschlich vor laufenden Kameras einen fetten, ungesunden Bürger hinter die Kiemen schiebt, aber diese bildlich festhaltend bagatellisierte Fahrlässigkeit ist doch ein ganz anderes Kaliber, das bei Nachahmung ernsthaft zu einem höchst akuten Problem führen kann.

 

Nicht umsonst besteht zum Beispiel ein Navi darauf, noch vor der Fahrt programmiert zu werden. Was soll dann also beim Knipsen und Hochladen der Fotos so viel anders, bzw. so viel weniger gefährlich sein?
Fakt ist, dass schon weniger als eine Sekunde mangelhafter Aufmerksamkeit fatale Folgen haben kann. Der berühmte Wimpernschlag.

 

Wir reden über gesunde Ernährung, schadstofffreie Gebrauchsgegenstände und Kleidung, sicheres Kinderspielzeug, CO2-Minimierung, Fairtrade, Feinstaubreduktion, korrekte Erziehung, Frieden und Nachhaltigkeit, aber über Trends dieser Art, denen vor allem junge, hippe Menschen anheimfallen, schweigen wir uns weitgehend aus.
Wir registrieren und vergessen, wenn ein Selfie mal wieder das Letzte ist, was von einem Menschen geblieben ist, nachdem er sich unfreiwillig selbst an den nächsten Baum oder gegen ein anderes Fahrzeug gesetzt hat. Womöglich wurden auch noch Unbeteiligte geschädigt…jeder ist in erster Linie für sein eigenes Glück und Wohlergehen zuständig und verantwortlich, aber das geht gar nicht!

 

Für mich ist und bleibt es eine narzisstische Gedankenlosigkeit, nein, Hirnlosigkeit sondergleichen. Das schreibe ich nicht als etwaig frustrierter weil-nicht-mit-Kamera-ausgestattetes-Handy-Besitzer, sondern weil ich es schlimm finde, dass in solch einem sensiblen Bereich wie dem Straßenverkehr, wo viel passieren kann, das eigene Ego unbedingt ins schönste Licht gerückt werden muss, obwohl man im Normalfall bei einer Autofahrt genug andere, zweckdienlichere Dinge zu erledigen hätte…die Technik störungsfrei beherrschen, Umsichtigkeit beweisen, Regeln erkennen und umsetzen, …
Multitasking ist nicht mehr! Studien haben bewiesen, dass man verschiedene Dinge nicht gleichzeitig gut machen könne. Entweder habe ich die Straße oder das Smartphone im Fokus.

 

Extra angefertigte, der Abschreckung dienende Filmchen im Werbeblock, die einen Selfie-Horrorunfall imitieren, werden zwar vom Konsumenten aufgenommen, aber wie es bei dieser-zu Neudeutsch- „content“-Flut eben so ist, beträgt die Halbwertszeit oftmals nur die Spanne eines Durchschnittskurzzeitgedächtnisses.
Im Endeffekt darf man sich bei Interviews dann auch wenig reumütige Geständnisse anhören oder durchlesen, die wenig Hoffnung auf Besserung machen. Solang demjenigen nichts ernsthaftes passiert, bleibt alles beim Alten…und wenn doch, dann kann er sich ja immernoch über Lob zum schicken Schnappschuss aus der community freuen…falls er noch in der Lage zum Freuen sein sollte…aber erfahrungsgemäß haben solche Leute mehr Glück als Verstand.
Möge das dann wenigstens die verspätete Initialzündung zum Überdenken des eigenen Handelns abliefern!

 

 


Kalter Krieg, oder Sturm im Wasserglas? (21.10.2014)

 

Kalter Krieg. Große Worte nenn‘ ich das, die man mit Bedacht wählen sollte, was aber anscheinend niemanden zu interessieren scheint. Zumal die internationale Beziehung aktuell sowieso mehr als verkrampft und von Misstrauen geprägt ist.

 

Und der neuste Stein des Anstoßes ist ein unbekanntes Schwimmobjekt…kurz USO…das vor der schwedischen Küste gesichtet und auf einem extremst aussagekräftigem Foto für die Nachwelt festgehalten worden war.

 

Ich war‘s nicht, tönt es nun von allen Seiten, fast wie, wenn ein Schwimmer verräterische gelbe Bahnen hinter sich herziehend vehement abstreitet, einen Anteil zum typischen Schwimmbadgeruch beigetragen zu haben. Zum fiesen- weil hin und wieder olfaktorisch eindrucksvoll- und sicher allseits bekannten Whirlpool-Effekt, möchte ich an dieser Stelle schweigen.
Codewort: Fremde Unterwasseraktivitäten.
Ich war’s nicht!
Niemals!

 

Ja, nun, was soll man davon halten? Ein nicht definierbares Gebilde, sonderbare Hilferufe auf Russisch, ein angeblich spionierender Tanker mit Relaisfunktion für Funksprüche unter der Flagge Liberias, schwedische Falschmeldungen, eine abgeschlossene Übungssuche nach einem fiktiv verschollenen U-Boot, niemand fehlt, alle da, und keiner will es gewesen sein?

Lieber Leser, ich hoffe, Sie verstehen an dieser Stelle meine offensichtliche Verwirrung.

 

Die Russen sind’s gewesen! Nein, die Niederländer! Du! Nein, du! Pah! Selber Pah!
Mal so unter uns: Da stinkt doch der Fisch vom Kopfe her!

 

Wo ist eigentlich an dieser Stelle der omnipräsente Amerikaner? Der wird doch wohl nicht an der Fernbedienung seines do-it-yourself gezimmerten Mini-U-Bootes spielen?!
Ja, jetzt reißen wir mal die beziehungstechnisch eh schon abgewirtschaftete, lavede Welt aus ihren Angeln und erfreuen uns an diesem Katz-und-Maus-Spielchen.

 

Ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen. Seien es das provokante, breitspurige Machtgehabe eines gewissen Herrn Putin, die Vergesslichkeit (Wo hab ich nur das U-Boot angeleint?), mangelhafte Rechenkenntnisse (10 waren weg, 9 sind zurück…alle da!) oder eben gemeine Unruhestifter im Hintergrund.
Ich bin gespannt, wie sich dieser Fall auflösen wird…vielleicht ja in etwas weißem Rauch und lauwarmer Luft.
Kobra, übernehmen Sie!

 

 

 

 

 

 

Und im Verborgenen, vor den Stockholmer Schären lacht sich gerade Nessie eins, dass es sich beinahe einnässen muss und dabei um ein Haar verräterisch gelbe Spuren hinterlassen hätte.

 

 


Baum fällt (20.10.2014)

 

Sport ist Mord! Den Ausruf kennt wohl jeder mehr oder minder ambitionierte wie freiwillige Hobbysportenthusiast in unseren Reihen.
Unter Umständen mag dies gelten, wenn armer, geplagter Bewegungslegastheniker sein schmerzvolles Ende nahen sieht und erst einmal ausgiebig seine laktatgeschwängerten, myofibrillenrissigen Glieder einer ausgiebigen Regeneration unterziehen muss.
Das Leben ist eines der härtesten!

 

Nun ist auch noch des Deutschen liebes Hobby, das Wandern, kein gefahrloses Unterfangen. Dort ein Abgrund, da ein Steinschlag und hin und wieder fallen eben Bäume…nicht zu vergessen, dass sie im Frühjahr auch noch ausschlagen und im Herbst die Pilze aus dem Boden schießen…immer schön aufpassen!

 

Es kündigte sich über unseren Köpfen durch ein einzelnes Knacken an. Knack. Ruhe. Also weiter im Konzept und Fortsetzung des Studiums der Schautafel zur Geschichte einer ehemaligen Sägemühle in der Sächsischen Schweiz.
Knack. Schon wieder!
Nach einer kurzen Weile folgte dann der archaisch anmutende Klang von splitterndem Holz und unsere Blicke schossen zum Steilhang über uns. Was tun? Wegrennen? Wohin?! Stehen bleiben und fasziniert zuschauen? Hoffentlich fliegt uns das Teil mitsamt Geröll nicht um die Ohren!
Erwartungsgemäß stand uns lediglich die letzte Option offen und so bestaunten wir den Fall des Riesen.

 

 

Es ging ja doch noch alles gut und der Action-Bedarf des Tages war gedeckt. Besser geht es nicht!