Schief gewickelt (10.10.2014)

 

Über diese Neuigkeit staunte ich nicht schlecht.

Geplante Änderungen der EU-Nitratrichtlinie und der Düngeverordnung ließen einen Bauern (bzw. den Bauernverband) jetzt kreative Wege des Protestes beschreiten, welcher seiner Kuh kurzerhand eine Windel umschnallte. Welch Kunstgriff der Verhüllung!

Sollten Sie auch im Besitz von Vieh sein, das Mist macht, dann würde ich empfehlen, mal schnell das Geodreieck aus der Mottenkiste oder dem Federmäppchen ihres Kindes zu kramen, es in ihren Abhang zu rammen und die Winkelung zu bestimmen.
Bei 15 Grad soll die magische Grenze liegen, die Gut von Böse trennt.
Alles darüber ist ganz große Sch**ße und gefährdet aufgrund der Neigung mit entsprechenden Auswaschungen von Nitrat unser Grundwasser im besonderen Maße.

14 Grad sind aber ok.

Neben diesem Düngeverbot für entsprechend schräg gelagerte Flächen, soll wohl auch die Verpflichtung zur Nutzung von bestimmter, kostenintensiverer Spezialtechnik für die Aufbringung des Dunges angedacht sein, die sich natürlich jeder Kleinbauer mal eben in den Schuppen zu zaubern vermag und die zudem allzeit auf jeder Art von schwergängigem Untergrund zu bestehen weiß.

 

Da steckt doch wieder irgendeine Lobby dahinter! Mega-(Vieh)Unternehmen, um Absatz kämpfende Gerätetechnikfritzen, abgehobene Theoretiker, Marionetten im politischen Zirkusbetrieb, …

 

Gesetze sind wichtig, Änderungen und Anpassungen sind es ebenfalls, aber denkt vielleicht auch einmal vorher jemand etwas intensiver darüber nach, was das für Folgen haben könnte?
Ich fürchte nicht, zumal mir aus bestimmten Kreisen zu Ohren gekommen ist, dass die, die sich an oberster Stelle um unsere Rechtslandschaft „kümmern“, oftmals keine Ahnung vom Tuten und Blasen haben, geschweige denn von dem, was sie da gerade austüfteln!
Ein kleines Beispiel gefällig?:
Die VO 854/2004/EG. Ich kenne da jemanden, der bei diesem Stichwort sofort an die Decke gehen würde. Köstliches Schauspiel, sage ich euch, und der Mann hat sogar Recht!
Da wird ein erjagtes Wildschwein gerne mal als Schlachtkörper bezeichnet…da hat anscheinend jemand den Schuss nicht gehört. Zudem wird alleweil von der Trichinen-Untersuchung geschrieben. Natürlich hat so ein Zweiflügler ebenso wenig etwas in unserem Schweinehackfleisch zu suchen, besitzt aber im Gegensatz zu den gemeinten Trichinellen weit weniger gesundheitliches Gefahrenpotential. Soweit ein kleiner Auszug.

 

Gleichwohl müssen wir auf unser wichtigstes Gut, das Trinkwasser, Acht geben.
Reglementierungen der Viehzahlen und der Düngung (Menge, Art und Zeitpunkt der Ausbringung) sind hierfür ein wichtiger Baustein. Das darf nicht kleingeredet werden! Fachgerecht ist das Zauberwort. Wenn sich alle an umweltschonende Verfahrensweisen halten würden, dann wäre man schon ein gutes Stück des Weges gegangen.
Ausreichende Kontrolle ist- lapidar gesagt- der Feenstaub, der allem noch aufgesetzt werden müsste. Leider fehlt dafür an vielen Enden das Geld, um genügend Personal hierfür abzustellen.
DAS IST GROßER MIST!

 

Es wird auch nicht so heiß gegessen, wie gekocht wurde. Am Ende gibt es immer Ausnahmen von der Regel und spezielle Sonderrechte. Wir brauchen unserem Milchbauern oder Mäster des Vertrauens höchstwahrscheinlich keine Pampers stiften.

 

Andererseits können bereits kleine Einschränkungen des Betriebs oder steigende Kosten für Klein- und Kleinstbetriebe das Ende bedeuten.
Die großen Unternehmen werden zwar auch mit schimpfen, können neuen Forderungen in der Regel aber gelassener (soweit man das im täglichen Preiskampf sagen kann) entgegenblicken….zumal sie meist sowieso auf dem flachen Lande anzutreffen sind, oder hat schon einmal jemand von den hier Anwesenden beim Wandern in den Bergen eine riesige Milchviehanlage auf dem Gipfel der Alm gesehen?

 
Im Endeffekt finde ich schade, wenn die Kleinen immer vergessen werden…
Mal sehen, in was für eine Richtung sich diese wind(el)ige Affäre noch entwickelt.

 

 

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