Monatsarchiv: Dezember 2014

Schnatterinchen zum Abendbrot (26.12.2014)

 

Zum Fest der Feste gab es gestern Ente.
Was mich an dieser Bratenbraterei immer wieder aufs Neue erstaunt, ist die geduldig ertragene Unverhältnismäßigkeit zwischen Vor- und Nachbereitungszeit und der eigentlichen Zeit, in der man sich dem Genuss hingeben kann.

Zunächst mag Madame Schnatterinchen ausgiebigst epiliert werden, damit man später auch ja keine Feder zwischen den Zähnen hängen hat, dann fordert sie eine Massage aus gewürztem, geöltem und gekräutertem Salz ein, um sich im Anschluss auch noch mit süßsäuerlichen Äpfeln, Zwiebel und Knoblauch füttern zu lassen.

Schönheitschirurgisch durfte ich zudem auch tätig werden, um die (voreinst) watschelnde Lady von überschüssigen Hautfettlappen zu befreien.

Dann möchte sie für eine ganze Weile- gebettet auf feinstem Wurzelwerk- unter dem Solarium verschwinden, während wir uns draußen mit tropfendem Zahn die Nase plattdrücken müssen.

Braun gebrannt, als käme sie gerade eben aus ihrem Karibikurlaub zurück, lässt sie sich noch den Bauch (mit Salzwasser) bepinseln, damit sie auch ja die knackigste an diesem Abend ist.

Eingebildete Gans!

Doch was nutzt ihr diese vergänglich eitle Fassade, wenn wir uns am Ende doch der Fleischeslust hingeben und nichts mehr als ein abgenagtes Gerippe übrig bleibt, durch das ein matschig gewordener Apfel hindurchscheint und kaum den wahren Kern zu verschleiern vermag…weitgehende Inhaltsleere…

…nachdem man diesen philosophisch angehauchten 5 Minuten-Anfall überwunden hat, der wohl einem akuten Blutsturz gen Magen zu verdanken ist, kommt auch schon das große Erwachen mit Pauken und Trompeten….bzw. mit schmutzigen Töpfen und Backblechen bis zum Horizont.

 

Ab diesem Punkt fragt man sich (zu Recht): Warum das alles?

Weil der Mensch masochistisch veranlagt ist?
Nein.
Weil es doch immer wieder schön ist!

 

 

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Die vier Jahreszeiten? (21.12.2014)

 

Es heißt ja, wenn man nicht weiß, worüber man palabern soll, dann würde ein Schwenk zum Wetter eine recht passable Alternative darstellen. Zumindest um ein sich Totschweigen zu verhindern.

 

Ich möchte hier und jetzt trotz des mäßig positiven Leumundes bei verbalen Interaktionen dennoch über das Wetter schreiben.

 

Es schlägt ja aktuell buchstäblich Kapriolen. Erst wird es eisig, dann frühlingshaft warm und dann wedelt einen der hagelschwangere Sturm mit Blitz und Donner fast aus den Stiefeln. Es gilt ja fast schon zu befürchten, dass demnächst noch der Sommer vorbeigeschneit kommt! Dann hätten wir auch alle vier Jahreszeiten in einem Monat vereint gehabt. Ja, und wer jetzt über den Logikbruch (Sommer versus vorbeischneien) sinnieren möchte…bitte…aber ganz abwegig ist es wohl nicht. Neulich durfte ich im Wetterbericht vernehmen, dass wohl 13 Grad Wärme zu erwarten wären….sowie Regen….UND….Schnee….alles in einem Satz.

Jepp, ich stutzte auch ein wenig, aber dann besann ich mich der Tage davor und erkannte: Wundern tät mich nichts mehr.

Lieber Leser, dem bei diesen Nachrichten die Pizza „Vier Jahreszeiten“ vom Teller gerutscht sein könnte, keine Angst: Der Vorrat an Frühling, Sommer, Herbst und Winter ist gesichert. Es muss Dir an nichts mangeln, auch wenn Petrus gerade wie ohne Sinn und Verstand mit dem um sich wirft, was er gerade in seiner Jahreszeiten-Kiste unter die Finger bekommt. Er hat wohl absichtlich einfach seine Baldriantropfen mit Gingkoextrakt verlegt….der arme alte Mann hatte doch soeben erfahren müssen, dass es dieses Jahr nicht so viele Geschenke geben wird…allgemeine Einsparmaßnahmen…Frau Holle hat bei „Aaaaaaaahhhh!-Schrei vor Glück“ (oder war ’s nicht doch beim Erwin?!) bestellt und im Kaufrausch zwanzig Garnituren neue Bettwäsche gekauft. Und jede sieht ein bisschen anders aus!

Toll, nicht wahr?!

 

In dem Sinne…einen schönen restlichen 4. Advent!

 

 

 


Defäkatorische Idylle (19.12.2014)

 

Es ist Freitagmorgen, ein wohl wie seit langem grauer Tag bricht an. Ich stehe am Küchenfenster und genehmige mir eine Tasse Kaffee, während ich im Hintergrund den mittlerweile vertrauten Geräuschen (bin jetzt noch halb taub von dieser grässlichen Säge) arbeitender Handwerker lausche.

Unten auf der Straße: Zwei Frauen mit ihren drei kleinen Schoßhündchen. Tätschelnd streicht die eine ihrem pelzigen Kind über den Kopf. „Fein gemacht“, kann ich von hier oben erahnen. Im nächsten Moment bücken sich die beiden Damen und beginnen synchron, sich der offensichtlich als Meilensteine des Erfolgs (ich hoffe, dass die Hunde nicht ganz so hartleibig daherkamen) einzustufenden Endprodukten einer jeden natürlichen Verdauungsleistung anzunehmen.

Hey, das ist doch wirklich mal eine klasse Leistung! Nicht nur von den Fiffies, die schwanzwedelnd zuschauten, wie andere ihre Häufchen einsammelten (garniert mit eigenem, demonstrativ stolzem Verscharrversuch), sondern auch von den beiden Frauen. In einer Kleinstadt, wo man ständig um Tretminen herumtänzeln muss, fordert mir das Respekt ab.

Zwar sollte es selbstverständlich sein (!), aber sich gegen den Strom aus renitent die angefallenen Hinterlassenschaften liegen lassenden Hundebesitzern zu stellen, ist eine feine Sache. Sie hätten ja auch den Weg des geringsten Widerstandes (unter ästhetischen und olfaktorischen Aspekten betrachtet) gehen können.
Zwar war der Ort der Defäkation nicht ganz astrein durchdacht (direkt vor einer Bank….zum Sitzen), aber wenn es kommt, dann kommt es eben und deshalb möchte ich nicht päbstlicher als der Pabst sein.

Weiter so, meine Damen (und alle, die einen Hund ihr Eigen nennen)!

 

 


Irgendwann platzt eine Bombe (18.12.2014)

 

Renovierungspfusch ist eine Sache, sich dann aber noch mit den osteuropäisch oder russisch stämmigen Handwerkern, die fast kein Deutsch verstehen, auseinandersetzen zu dürfen, setzt dem Sahnehäubchen auf einer grottig schlechten Überraschungstorte noch die Zuckerkirsche auf.

Warum ärgere ich mich gerade so?

Weil ich hier seit Schlüsselübergabe ständig an der Nase herumgeführt werde.

Zunächst brummten bei Schlüsselübergabe noch sämtliche Renovierungsarbeiten…klasse Bedingungen für eine Wohnungsabnahme, sage ich da nur.
Also wurde erst einmal alles nur provisorisch abgenommen.

Zudem wurden, weil die Handwerker noch am Werkeln waren, die Zählerstände ein Stück weit nach oben angepasst. So weit so gut. Die Überraschung nach ein paar Tagen war, als ich dann tatsächlich meinen Einzug angedacht hatte, dass diese kalkulierten Aufschläge weit übertroffen worden sind. Tja, wenn man aber auch die Heizungen auf 5 bollern lassen muss, obwohl auch die Stufe 3 für die Raumtrocknung ausgereicht hätte. Mann!

Nach dem ersten Streich folgt bekanntlich der zweite.

Ich dachte, ich sehe trotz all des verbliebenen Baudrecks nicht richtig! Risse neben einer Zarge, als stünden wir gerade an der San-Andreas-Verwerfung. Kein Wunder: Da haben die Handwerker einen Türrahmen mit Ausmaßen einer schmalen Badzimmertür in das Wohnzimmer verpflanzt, OBWOHL die vorhandene Türöffnung für eine Normalbreite gedacht war. Ergo wurden die riesigen Hohlräume mit gaaanz viel Bauschaum ausgefüllt, der sich irgendwann gesetzt hatte und schlussendlich unter dem frischen Putz in sich zusammengefallen ist.

Außerdem fehlten in zwei Räumen noch für eine ganze Weile die Türen. Bin ich im Sack geboren? Spannend für mein Kontenancebewahrungstraining fand ich die Bemerkung, dass doch die Wohnung sowieso gleichmäßig beheizt werden sollte. Klar, aber im Flur brauche ich doch keine 21°C!! Und wozu wurden denn sonst Türen erfunden….damit man wahlweise dagegen laufen oder sich enerviert den Kopf dreimal anschlagen kann?! Im Moment würde ich Letzteres gerne machen wollen. Mir reicht es langsam.

Und wenn das Türblatt nicht gleich ganz fehlte, dann wurde das nagelneue eben verschandelt, als hätte sich beim (sowieso zu kurzen) Zusägen ein dreijähriges Kindergartenkind mit seinen ersten Auschneideversuchen probiert.

Was hieß das im Endeffekt: Alles muss raus! (Schnäppchenjäger sollten sich bei diesem Ausruf jetzt bitte nicht fälschlicherweise angesprochen fühlen…) Und wer ist der Gelackmeierte? Ich! Denn nun darf ich mir trotz langer Dienstzeiten und Wochenendarbeit auch noch Zeit für diese Ausbesserungen nehmen…inklusive erhöhtem Strom- und Wasserverbrauch und erheblicher Verschmutzung. Aber hey, ich putze doch gerne noch einmal die komplette Wohnung von oben bis unten! Habe ja sonst nichts vor…

Mit Zeitangaben hat es unser russischer Freund auch nicht. 3 Stunden, sagte ihr Chef. Ich dachte mir noch so: Nachtigall, ick hör dir trappsen.
Und ich wurde wieder einmal bestätigt. Natürlich reichte die Zeit nicht einmal ansatzweise. Ganze 2 Vormittage meiner wertvollen Freizeit gingen drauf.

Nun sitze ich in einem Drecksloch, sämtliche Räume sind verstaubt und was die Handwerker am Ende unter Reinigungsarbeiten verstehen, ist auch mehr als relativ, was bedeutet, dass ich mir diese Arbeit erneut zu Gemüte führen darf. Ich bin heilfroh, dass hier noch keine Möbel stehen…sonst wäre hier was richtig offen gewesen….und es wäre nicht Polen gewesen (Entschuldigt die Wortwahl, aber ich bin gerade richtig, richtig angesäuert!).

Wer die Gefühlsregung Hass nicht kennen sollte: Macht solch eine Aktion durch und ihr habt eine ganz gute Ahnung davon!

Der Vermieter bekommt noch eine satte Rechnung! Wehe, er lehnt einen Monat Kaltmietfreiheit ab, dann platzt hier (oder besser eigentlich bei ihm) demnächst eine Bombe!!!

 

 

Solltest Du, lieber Leser, diese Tirade konsequent bis zum Schluss ertragen haben, dann kannst du entweder aus eigener Erfahrung mitfühlen (ja, auch anderen kann es so ergehen), oder Du ergötzt Dich gerne am Leid anderer, was auch nicht schlimm wäre….alles menschlich und nachvollziehbar. Einen Rat möchte ich an alle geben: Lasst Euch so etwas nicht gefallen!

 

 

Nachtrag:

Erkenntnis des Tages:

Lobe nie den Abend vor dem Morgen….ihr wisst schon.
Vielleicht könnt ihr es euch schon denken. Jedenfalls grüßte auch am dritten Tag das Murmeltier noch frischfröhlich. Mal sehen, ob die Ausbesserungsarbeiten dann heute doch noch vollendet werden können… Ich hoffe es für alle Seiten!

 


Der Nikolaus auf dem Asphalt. (verfasst am 7.12.2014)

Bevor ich in eine Hasstirade bezüglich meines Umzuges einsteige, möchte ich doch der vorweihnachtlichen Zeit noch etwas Tribut zahlen. Folgende Begebenheit hat sich zugetragen:

 

Was tut man, wenn direkt vor einem ein kleines Kind unbeabsichtigt einen Teil des Inhalts seines Nikolausstiefels auf die Straße entleert? Folgende Antwortmöglichkeiten stehen zur Verfügung…bitte auswählen:
a) Man geht einfach vorbei.
b) Man geht hin, hebt die davon gekullerten Dinge auf und gibt sie dem Kind zurück.
c) Dito…behält aber den Süßkram für sich.
Die persönliche, empirisch erstellte Faktenlage aus diversen Multiple-Choice*-Aufgaben (keine Angst….ich bin kein Humani^^) während meiner Studienzeit würde die im Zweifel statistisch wahrscheinlichere Antwortmöglichkeit c) bevorzugen lassen….

…Nee, so fies bin ich doch nicht! Wehe dem, der daran gezweifelt hat…auch wenn es nur für den Bruchteil einer Sekunde gewesen sein mag! Hier schwingt auch kein Fünkchen Ironie mit.
Natürlich habe ich den Stiefel wieder mit den verlustig gegangenen Dingen gefüllt…ich hätte mich an des Kindes Stelle auch darüber gefreut.

 

Was ich damit sagen möchte alias die Moral der Geschicht‘:
Dies hier ist keine Selbstbeweihräucherung einer guten Tat, sondern ein bittender Aufruf, in ähnlicher Lage genauso zu handeln! Ihr könnt andere damit glücklich machen und habt zudem auch etwas davon: Nämlich ein gutes Gefühl. Prädikat: Äußerst empfehlenswert! Nicht nur zur Weihnachtszeit.

 

 

*langläufig ausgesprochen als: mulltippel scheiss


Versteckt (18.12.2014)

 

Da hat sich doch glattweg noch ein weiterer Mitleser eingeschmuggelt, den ich an dieser Stelle natürlich nicht übergehen möchte.

Herzlich willkommen, Autor, Poet und unverkennbarer Zitate-Liebhaber! Habe die Ehre. Ich werde bei Dir sicher auch einmal genauer vorbeischauen….wenn ich denn irgendwann ein bisschen mehr Zeit finde. Deine Plattform beinhaltet ja schließlich keine Fastfood-Massenauswürfe mit Ketchup und Majo to go.


Lebenszeichen (17.12.2014)

ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG ACHTUNG

 

….nicht erschrecken…ich bin’s nur mal wieder. *Gnihihi*

Kinders, ich habe endlich wieder Internet! Glücklicherweise wurden weder meine email-Postfächer gesprengt, noch ist unbemerkt die Welt untergegangen. Fein…soweit….wären da nicht andere Umstände, welche mir diese kleinen Erfolgsnachrichten ein wenig vergällen. Aber dazu später mehr. Die Arbeit ruft ja schließlich auch noch neben all den von anderen Seiten unnötig ausgehobenen Baustellen.

 

Die Zeit für eine weitere Begrüßung möchte ich mir aber nicht nehmen lassen.

Pünktlich zur glitzerbunten, zuckerüberladenen Weihnachtszeit gesellte sich doch tatsächlich noch ein Schokoriegel zu uns, um sich des hier anfallenden Lesestoffs annehmen zu können. Was die Kalorienspender heutzutage nicht alles können…aber hey, demnächst wäscht uns ja eh das Smartphone die Dreckwäsche (verbal ja schon längst). Warum sollte da latent suchtverursachendes Naschwerk nicht auch lesen können?!

Sei gegrüßt, Schokoriegel, aber wehe, mir passt demnächst der Inhalt meines Kleiderschrankes (der in seiner greifbar physischen Form eigentlich noch nicht existent ist) nicht mehr….dann….dann….ach, weiß ich auch nicht. Fühl Dich hier gut aufgehoben (für Dein existentielles Fortbestehen kann ich aber gegenüber etwaig vorbeistreunernden Naschkatzen nicht garantieren) und lass auch Du gern ein paar geistige Kalorien zurück!

 

Nun denn, ab jetzt werde ich wieder mehr Lebenszeichen in die Welt aussenden. Auf bald!