Wer ist das Volk?! (20.1.2015)

 

Die Diskussion darum, wer denn nun das Volk sei, geht mir gehörig gegen den Strich.

WIR ALLE sind das Volk. Menschen für PEGIDA, Menschen GEGEN PEGIDA. Natürlich ist der Ausspruch anmaßend, wenn man ihn vor dem sensiblen, historischen Hintergrund betrachtet. Das sehe ich auch so. Aber trotzdem kann man niemanden dafür ins Abseits stellen und skandieren: Ihr seid NICHT das Volk!

Das schlägt doch in dieselbe Kerbe und zeugt von ebenso gering ausgeprägter geistiger Fantasie.

Macht nicht ein Volk aus, dass es aus einem Potpourri verschiedener Meinungen besteht? Oder sollen wir uns der Diktatur EINER Meinung (wer auch immer diese bestimmen mag) unterwerfen? Geistige Verarmung lässt grüßen.

Ist es denn nicht so, dass auch kritische Anmerkungen (hier von Seiten der PEGIDA) auch einen guten Nährboden für fortführende Gedanken ist, um differenziertes Diskutieren anzuregen? Man muss es als Chance begreifen, aus diesem Trott der politischen und gesellschaftlichen Gleichförmigkeit zu gelangen. Auf der einen Seite sollen sich die Leute mehr engagieren und für ihre Ansichten einstehen, auf der anderen Seite wird man wie ein Aussätziger abgesondert, wenn man eine andere Meinung hat.

Dieser Kampf sollte nur nicht allein auf den Schultern einer Kulturgruppe (den Moslems) ausgefochten werden. Für politische Missverhältnisse und daraus resultierenden Frust in der Bevölkerung können sie ja wohl bedingt etwas. Die Debatte um die Islamisierung war nur der Stein des Anstoßes, der sich nun anscheinend bei vielen Teilnehmern in ganz andere Bahnen gelenkt zu haben scheint.

Auf der anderen Seite gilt: So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. Wenn ich mich nicht zu benehmen weiß, muss ich nicht zwingend auf Verständnis dafür beharren. Das gilt für PEGIDAs, NICHT-PEGIDAs, Moslems, Hindus, Juden, Christen, Atheisten, …

 

So, und was bitteschön ist an den Gegendemonstranten so viel besser?

Sie dulden keine Meinung neben der eigenen. Linksautonome rasten aus und verletzen Polizisten. Und so weiter und so fort.

Ist das wirklich besser? Ist das allein das Volk?! Ich hoffe nicht!

Wirklich gut wäre ein sachlicher Dialog aller Seiten, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Stattdessen haut der eine dem anderen auf den Deckel und schimpft, wie einfältig und dumm doch der andere sei.

Ich sage dazu: Für viele Teilnehmer aus beiden Lagern beruht das wohl auf Gegenseitigkeit. Es gibt viele Vernünftige, aber bestimmt doppelt so viele engstirnige Stierköpfe mit Scheuklappen. Überall.

 

Auch wenn das Wort in der Abendrunde am Sonntag (Günther Jauch) ein bisschen überstrapaziert worden ist: Wir müssen mehr DIFFERENZIEREN!

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern viele Graustufen dazwischen. Warum sollen wir uns auf eine Monotonie reduzieren, wenn wir der Vielfalt frönen können und damit neue (Gedanken-) Wege beschreiten können. Nichts ist unnützer als der Stillstand, gerade in Zeiten des Fortschrittes.

 

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