Monatsarchiv: März 2015

Schwarz. (26.3.2015)

 

Es ist erschreckend zu sehen, wie sehr wir einander ausgeliefert sind. Das tragische Flugzeugunglück ist leider wieder einmal Beweis genug.

 

Nicht nur, dass sich Menschen rund um den Erdball ohne Unterlass gegenseitig bekämpfen, nun wurden anscheinend aktive Entscheidungen eines Menschen zum Verhängnis für andere, aus welchem diese sich aus eigener Kraft nicht haben befreien können. Zu keiner Zeit.

Die Idee, sich selbst das Leben nehmen zu wollen, kann man sich rational denkend nicht wirklich erklären oder vorstellen. Das bewusste Sonderverriegeln der Cockpit-Tür zeugt von gezieltem Handeln. Es mag Gründe geben. Vielleicht aber auch nicht.  In jedem Fall lautet die Frage: Was haben Unbeteiligte in solchen absehbar fatalistisch endenden Plänen, welcher Art und Genese auch immer, zu suchen?

Manche wollen bewusst einen medienwirksamen Abgang bezwecken, manche reagieren im Affekt mit einer Kurzschlusshandlung, manche sind gesundheitlich beeinträchtigt,… Es ist jedenfalls unvorstellbar, was im Kopf eines Menschen alles vorgehen kann. Der Mensch ist schlecht, der Mensch ist gut, er blickt vorwärts und blickt zurück, gibt sich kämpferisch oder resigniert, besiegt den (inneren) Feind oder verliert die Schlacht.

Entgleist jemand aus seiner individuellen Lebensbahn, ist das schon schlimm genug. Reißt es dabei Mitmenschen ins Unglück, lässt es uns alle, die wir leben dürfen, beklommen mit dem Warum? zurück.

 

Warum?

 

 


Von Rosarot bis Dunkelbraun. (24.3.2015)

 

Zwischen Athen und Deutschland soll sich angeblich die „Tonlage gebessert“ haben.

So, so. Nun spricht man sich gegenseitig nicht mehr mit „Du Blödmann/-frau!“, sondern „Sie Blödmann/-frau!“ an. Oder in c-Dur statt a-Moll? Nix mehr mit Schäufelchen auf den Kopf von Angela oder Wolfgang? Kein trotziges „Ich bin nicht mehr dein Freund!“ an Alexis oder Yanis?

Die werden sich doch wohl nicht plötzlich lieb haben nach all den Scharmützeln um pressewirksam stinkende Stinkefinger, reparationsbedürftige Reparationszahlungen, ganz viele mahnende Zeigefinger und was man sich noch so alles auf beiden (!) Seiten hat einfallen lassen, um Zeit zu schinden…ohne mal auf den Punkt zu kommen.

Also Schwamm drüber. Am besten auch gleich noch mit über den dezenten Schuldenberg im Hintergrund putzen…jetzt, wo wir gerade dabei sind, das zerschlissene Freundschaftsbändchen notdürftig zu kitten, bevor auch noch der letzte morsche Faden reißt.

Einzig der rechtspopulistische Kammenos könnte den zwischenzeitlichen „Sonnenschein“ etwas eintrüben (Schon wieder eine SoFi?!). Er grub kürzlich den CDU-Spendenskandal aus, in welchen Herr Schäuble bis über beide Ohren involviert gewesen war. Demnächst packt er aus, dass 334 n.Chr. ein Germane einem Byzantiner in die Suppe gespuckt hat. Damit wird er die Operation „Wir haben uns wieder lieb und reden vielleicht doch mal ernsthaft über Lösungsansätze!“ noch zu Fall bringen. Außerdem hält er vehement an den Reparationszahlungen für Schäden des WK II fest….lustiger Mann, der Herr Kammenos. Ein Rechtspopulist fordert Vergeltung für rechtspopulistische Schandtaten. Am besten, er schafft sich selbst gleich mit ab…damit die Sonne in wundervoll rosaroten Tönen untergehen kann…oder aufgehen…

 

 

 

 

Und nicht vergessen: In 9 Monaten ist Heilig Abend!

 

 

 


SoFi (22.3.2015)

Freitag, 20.03.2015, 8:15Uhr in einem Supermarkt irgendwo in Deutschland

 

Die Welt scheint erwartungsvoll der Dinge zu harren, die da kommen mögen. Ich ziehe meine Bahnen durch die Gänge eines Supermarktes, um mich an meinem freien Tag fürs Wochenende einzudecken. Kein Hamsterkauf, wohlgemerkt!

Eine ältere Dame arbeitet sich suchend durch die Dekowelt, zwischen Wachskerzen und Sparschälern. Neben ihr eine Mittfünfzigerin.

Heute soll ja diese Sonnenfinsternis kommen,“ stellt die Ältere fest und fügt mit bedeutungsschwanger gesenkter Stimme hinzu: „Die soll ja gefährlich sein.“ Die Jüngere gibt einen Laut der Zustimmung von sich. „Am besten, man bleibt zu Hause,“ fährt die Dame im Brustton der Überzeugung fort.

Ich schweige und studiere das Warenangebot.

Ob ich ihr sagen sollte, dass es in Wirklichkeit kleine grüne Männlein sind, deren flugfähiger Untersatz es ist, der sich unheildreuend vor die Sonne schiebt und uns das Licht des Leben nimmt? Unschlüssig mache ich kehrt.

Sollte ich ihr sagen, dass diese fremden Eindringlinge darauf aus sein könnten, unseren gesunden Menschenverstand auszusaugen? Und sollte ich in diesem Zuge eingestehen, dass diese kleinen grünen Männlein tatsächlich nicht unbedingt grün sein müssen? Auch die Wuchsform ist nicht entscheidend. Denn sie leben bereits unter uns…wie du und ich…sind Schlagzeilentexter bei Funk und Fernsehen und zimmern knallharte Titelseiten in unsere Zeitungen…und saugen uns ganz nebenbei unseren gesunden Menschenverstand aus und schüren Urängste in uns, die wir als lange in unseren Hinterköpfen verschollen meinten.

SoFi hier, SoFi da….das muss ja was ganz Schlimmes sein, meint irgendwann der geneigte Zuschauer/-hörer/Leser und malt sich fantasiereiche Horrorszenarien aus. Kinder dürfen nicht auf den Pausenhof, die Netzkraftwerkverantwortlichen rotieren wie unsere Stromzähler zur Weihnachtszeit… Besser, man bleibt zu Hause, zieht alle Vorhänge zu und malt einen Bannkreis um sich herum auf den Boden. Dann kann wirklich nichts mehr schief gehen.

Auf zur nächsten SoFi!

 

 

 

 

 


Was ’ne Leuchte… (14.3.2015)

 

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass auch Fahrräder bei Dunkelheit ausreichende Beleuchtung aufweisen sollen. Das ist mehr als förderlich für das Fortbestehen des eigenen Wohls…außerdem bringt man damit auch seine Umwelt nicht in überflüssige Schwierigkeiten!

Und weil wir das alle wissen, fahren wir natürlich direkt am Posten einer Allgemeinen Verkehrskontrolle der Polizei vorbei….ohne Licht. Weder hinten noch vorne.

Ich meine…manche fordern ihr Glück aber auch regelrecht heraus…

Prompt schnappte die kilometerweit sichtbar illuminierte-weil auffällig blinkende- Falle zu und die junge Dame wurde heranzitiert. „Komm’Se mal bitte her…

Offensichtlich war sie noch relativ jung (aber kurz vor oder bereits mit Wahlberechtigung…also durchaus mündig!) und durfte nach einer Belehrung davontraben…nicht auf, sondern neben dem Rad, das keine funktionstüchtige Funzel besaß.

Was sagt uns das?

Immer schön Licht anmachen ODER das Fahrrad schieben ODER weithin sichtbare Verkehrskontrollen weiträumig umfahren.

Ich bin aber für erstere Option….weil sinnvoll und am nutzbringensten. Was meint ihr?


Nomen est omen? (13.3.2015)

 

Heute kurz eine Frage des Tages:

Darf man Rückschlüsse auf den Vordermann ziehen, wenn auf dem Heck seines Autos der Schriftzug „No Respect“ und ein eisernes Kreuz prangen…?

 


Streiks im Öffentlichen Dienst (12.3.2015)

>>EILMELDUNG<<>>EILMELDUNG<<>>EILMELDUNG<<>>EILMELDUNG<<

Kunden müssen nun auch mit Einschränkungen im Einkaufswagenverkehr rechnen.

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Die Streiks des Öffentlichen Dienstes haben sich nun offenbar auch auf die Berufsgruppe der Einkaufswagen ausgeweitet. Am Morgen des 12.3.2015 verzweifelten bereits zwei Kundinnen eines nicht näher zu benennenden Discounters einer sachsen-anhaltinischen Kleinstadt beim Vorgang der Mobilisierung von Einkaufswagen per Chip oder Münze.

Es konnten bereits frustrierte Tendenzen seitens der beiden Frauen festgestellt werden, was sich in unrhythmischem, sehr kraftvollem Agieren bemerkbar machte.

Offenbar ist jedoch nicht jeder Kunde betroffen. Im Selbstversuch der Redaktion konnte ein Einkaufswagen problemlos zum Zwecke einer Einkaufsrunde mobilisiert und im Anschluss wieder eingereiht werden. Die darauf folgende Kundin scheiterte aber erneut.

Der Unmut der Einkaufswagen muss immens groß sein. Verständlich, denn wer lässt sich schon gerne herumschubsen, anrempeln, münzartige Gegenstände gewaltsam in Öffnungen schieben, bis zum Rand abfüllen und in Leidensgenossen rammen.

Es wurde höchste Zeit, sich gegen diese unsensible Behandlungsweise zur Wehr zu setzen. Die Entlohnung von 1€, welche zum Teil sogar nur durch eine plastartige Attrappe erfolgt, entspricht nicht im Ansatz den Forderungen nach einem gerechten Mindestlohn für eine solch harte und kaum von der Bevölkerung geachtete Arbeitsleistung. Erschwerend kommt hinzu, dass offensichtlich viele Kunden durch Einwurf einer Münze weitergehende Besitzansprüche für sich beanspruchen und Exemplare der Einkaufswagen mutwillig verschleppen und an entfernten Orten achtlos zurücklassen.

Ein öffentliches Statement eines Betroffenen konnte die Redaktion hierzu leider nicht entlocken.

 

Wir bleiben aber für Sie am Ball. Vor Ort. (Beinahe) Hautnah dran. Zu (fast) jeder Zeit. Versprochen (x).

Die Redaktion.

 

 

 


Einseitige Einfalt (11.3.2015)

Die Diskussion um resistente Keime ist eine sehr wichtige. Doch schießen sich die Beteiligten jedes Mal selbst ins Aus, wenn es wieder heißt: Die Ursache sei in der Tierhaltung zu finden.

 

Kein Wort fällt davon, dass sich auch die Humanmedizin selbst frischfröhlich eigene resistente Keime heranzüchtet. Man unterscheide zum Beispiel hospital-associated MRSA (Methicillin resistente S. aureus) und MRSA, die ihren Ursprung in der Tierhaltung haben. Der Druck von haMRSA ist doch in Krankenhäusern ein viel höherer. Das sind jedenfalls grundlegend zwei paar Schuhe.

Schnupfen. Da dann drauf mit dem Antibiotikum! Virale Ursache? Egal. Hauptsache der Patient stapft glücklich mit einer Packung Breitbandantibiotikum nach Hause.

Kein Wort fällt davon, dass sich Keime in der Umwelt auch ohne menschliches Zutun weiterentwickeln und daraus Strategien zum Selbstschutz vorangetrieben werden. Vielleicht geschieht dies langsamer, als wenn man sie noch durch unterdosierte oder schlecht wirksame Medikamentierungen dazu regelrecht auffordert, aber Stagnation wird man nicht zu erwarten haben. Die Verbreitung neuer Strategien erfolgt dann als Selbstläufer.

Kein Wort davon, dass auch jeder Einzelne gewisse grundlegende Hygienevorschriften einzuhalten hat…im Sinne der eigenen Gesundheit und der von Mitmenschen.

 

Der Einsatz von Antbiotika in der Tierhaltung muss reglementiert werden. Dies geschieht auch durch die neue AMG-Novelle von 2014 bzw. die AB-Leitlinien. Nun zu behaupten, die Bauern würden unkontrolliert Antibiotika ins Futter mischen, als ob es kein Morgen gäbe, ist viel zu kurz gedacht und zielt nur darauf aus, einen Buhmann zu finden und an den Pranger zu stellen. Die Buhmänner sind die Tierhalter (ja, hier mag es schwarze Schafe geben) und Tierärzte (ja, hier mag es schwarze Schafe geben). Die humanmedizinischen Götter in Weiß behalten ihre weiße Weste (bzw. den blütenweißen Kittel).

 

Wer spricht denn in den Medien öffentlich davon, dass auch in der Humanmedizin Unmengen an AB verwendet werden (z.T. auch ohne wirkliche Indikation)? Wer spricht länger als eine halbe Minute davon, dass es flächendeckende Eingangsuntersuchungen auf resistente Keime bei Neueinlieferungen in Krankenhäusern (wie im Umland bereits erfolgreich durchgeführt) geben müsste.

Auch was wir als Menschen alles in die Kanalisation wieder abgeben….das landet genauso in der Umwelt! Aber klar reden wir lieber über Tierdung als über die eigenen Fäkalien…

Stattdessen wird munter hochgerechnet, wie viele Tonnen Antibiotika pro Jahr in unsere Tiere fließen und dass das ja viiieeel mehr sei im Vergleich dazu, was wir uns einverleiben. Tja…man beachte bitte differenziert die tatsächlichen Körpergewichte und die unterschiedlichen Stoffwechselraten…dann können wir gerne weiterreden…

 

Man muss über die Problematik sprechen. Unbedingt! Aber dann sollte man doch auch bei der vollumfänglichen Wahrheit und den realen Tatsachen bleiben! Alles andere ist lächerlich und unwissenschaftliches Zerreißen bestimmter Berufsgruppen. Aber was will man den Medien noch erklären… Die haben ihre Schusslinie gefunden und rennen weiter mit der Axt durch den Wald.

Und der (eigentlich mündige) Zuschauer glaubt, was er sieht, weil er es in der Regel als Laie oft nicht besser wissen kann oder sich dafür nicht sonderlich interessiert. Er bildet seine Meinung aus dem, was man ihm vorkaut. Da haben wir den Salat. Es ist angerichtet!