Monatsarchiv: September 2015

Viel mehr braucht es nicht (30.09.2015)

 

Freunde der Nacht, ich darf euch einen weiteren Gast vorstellen.

 

Ein Berliner Pflänzchen hat sich in die meinige Pampa verirrt.

Mit Großstadtsmog kann ich leider nicht dienen, aber hoffentlich mit regelmäßigem Lesevergnügen…ganz ohne Teerstaub und Stickoxiden. Sterben tun wir trotzdem…irgendwann. Vorerst genießen wir die Gesundheit. Noch mehr geht nicht, gibt’s nicht! Außer als Blognamen. Es gibt immer mehr im Leben! Anderswo ist vielleicht das Gras in bestimmten Situationen grüner, aber halbtot nützt es auch nicht viel…da kann man Netz haben, wie man will. 😉

Herzlich willkommen, Wuschol!

 

 

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Odyssee durch bröselnden Putz (30.09.2015)

 

Hah! Heute ging es los. Der bestellte Handwerker machte sich endlich ans Werk. Teil 1 der Odyssee (Auftrag und Anreise) kann nun abgehakt werden.

 

Um die Sache ein wenig zu verkomplizieren, hat sich jemand ausgedacht, dass es ja tooootaaaal laaaangweilig wäre, wenn es noch stille Reserven derselben Fliesenmusterung geben würde. Die andere Pfuschertruppe ist auch nicht mehr auffindbar und ergo kann man diese nun gleichwohl nicht mehr über die Seriennummer oder den Hersteller interviewen.

Also galt es, die sich abhebenden Fliesen heile von der Wand zu bekommen.

Man denkt ja, dass dies kein Problem darstellen dürfte. Schließlich haben sie sich ja bereits selbstständig von ihrer Unterlage getrennt.

Denkste! *lange Nase machend*

An irgendeinem „Zipfelchen“ fetten Fliesenklebers oder irgendeiner versteckten Metallschiene hängt sie schlussendlich doch fest. Ätsch!

Das lehrt einen Handwerker, sich in Geduld zu üben, um diese innige Liaison ohne große Splitterei und Scherben zumindest temporär zu unterbinden. Und noch mehr Geduld verlangte es an dieser Stelle von mir als unbeteiligt beobachtende Randfigur in diesem nervenzerfetzenden Stück ab. Was, wenn alles in die Hose geht?  Ich malte mir im Hinterkopf schon die Küchenabbau-Aktion in den wildesten Farben aus, wenn alles schief gegangen wäre und der gesamte Fliesenspiegel hätte ersetzt werden müssen.

Ein paar Fliesen konnten schlussendlich gerettet werden. Nun kann der Spiegel zwar nicht mehr um die Ecke herumgezogen werden, macht aber nichts. Passt schon. Der Rest wird eben nur verputzt. Wenn irgendeine Pfanne bzw. deren Inhalt bis DAHIN spritzen sollte, dann kann ich mir auch nicht mehr helfen (nur noch der Wunderputzschwamm).

Höchst interessant war die mutmaßliche Ursache, WARUM sich die Fliesen abgelöst hatten. Sie standen nicht etwa unter Spannung, wie zuerst gedacht, sondern folgten einfach der Schwerkraft, weil irgendein Dilettant auf einer alten Farbschicht aufgebaut hatte. Dass sich diese relativ bald (vielleicht 2-3 Monate später) auf- bzw. angelöst hatte und somit mehr schlecht als recht als sichere Haftgrundlage dienen konnte, war „Pech“. Es hätte ja auch funktionieren können. *Gesichtspalme*

Zumindest hat der ganze Spaß solange gehalten, bis die Mannschaft über alle sieben Berge verschwunden war.

Und da nun die große, neu geschaffene Freifläche verschlossen werden möchte, geht es neben dem Verfugen dann morgen noch ans Verputzen. Und irgendwann, wenn das wiederum getrocknet ist, darf die Küche so ziemlich komplett gemaltert werden….DENN: Weiß ist nicht gleich Weiß*. Das wird dann eine Abendbeschäftigung nach einer Frühschicht. Yippieh! Ich leg‘ mir schon mal Streichhölzchen bereit, um sie mir dann unter die Augenlider zu klemmen.

Auf meine Frage hin, ob es „normal“ sei, dass ein Teil der alten, freigelegten Grundverputzung schlimmer noch als Sandstein unter meinen Fingern zerbröselte, meinte der Fachmann nur beruhigend, dass DAS am Ende kein Problem sei. Na, hoffen wir’s! Man brauchte es ja tatsächlich nur mal scharf anschauen und schon rieselte wieder ein Schwall Sandstaub zu Boden.

Apropos Staub:

Da wurde noch nicht einmal das ganz große Geschütz aufgefahren (die Fliesen sollten ja weitesgehend überleben) und trotzdem sahen die Küchenoberflächen fantastisch aus…prima dazu geeignet, um sich darauf in der Staub-/Sandmalerei zu üben. Noch ein, zwei Tage und ein neuer Picasso würde an dieser Stelle zu euch sprechen (oder eben schreiben…oder malen??).

 

Teil 2 der Reise wäre damit auch erledigt. Auf Zyklopen und Sirenen mag ich nun aber im weiteren Verlauf verzichten. Volle Kraft voraus!

 

 

 

* Hierbei handelt es sich keinesfalls um eine rein philosophisch angehauchte Frage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Blick hinter den Horizont (30.09.2015)

 

 

Eine neue Leserin hat sich eingefunden, deren famoser wie bodenständiger Schreibstil mich an vielen Stellen beeindruckt hat. Dabei ist sie offenbar noch ein Frischling, zumindest, was das Betreiben des Horizonten-Blogs anbetrifft.

Für viele Mitmenschen ist es schon ein großer Schritt, überhaupt über den Tellerrand ihrer Untertasse zu schauen. Sie hingegen beleuchtet mit umfassenden Beobachtungen und Erfahrungswerten so manche Unzulänglichkeit ad hoc aus dem Stand. Ohne Aufwärmen.

 

Herzlich Willkommen! Ich hoffe, dass Dich mein Geschreibe nicht langweilt. Wenn doch, dann darfst Du es gern kommentieren. Aber bitte nicht via Gesichtsbuch…kein Anschluss unter dieser Nummer…ich bin da zugegebenermaßen als „aussätzig“ zu betrachten. 😉

 

 


Kommunikation ist alles! (29.09.2015)

 

 

Ich genieße gerade Urlaub und habe mir extra einen Reparaturtermin eines sich abhebenden Fliesenspiegels in diese Zeit legen lassen, damit ich nicht meine kostbare Arbeitszeit (mitsamt imposanter Überstundensammlung) verschwenden muss.

 

Der Mangel besteht seit Frühjahr (ich berichtete). Seitdem renne ich der Bande (Hausverwaltung, Handwerkertrupp) hinterher. Nun sollte sich endlich etwas tun…schwarz auf weiß hatte ich es vor mir zu stehen.

 

Pünktlich 7Uhr an diesem wundervollen, noch nebelverhangenen Dienstag stand ich parat und auf Empfang.

Das folgende Prozedere nur kurz im Telegrammstil:

Ich wartete—eine Viertelstunde (das „akademische Viertel“ kenne ich zu meinem überpünktlichen Leidwesen bestens^^)—eine halbe Stunde—der erste Anruf beim Handwerker—keiner erreichbar—eine Stunde—zweiter Anruf—keiner da—sms an den Hausmeister—er würde auch niemanden erreichen—weiter warten—Anruf bei der Hausverwaltung—zuständige Madame nicht am Platz—weiter warten—dritter Anruf beim Handwerker—HEUREKA!—er geht ran UND erklärt mir, dass der Auftrag für MITTWOCH festgesetzt worden ist!

 

Ich blickte nicht schlecht aus der Wäsche, denn mir wurde wiederum schriftlich bestätigt, dass der Dienstag veranschlagt worden ist.

 

*KOPF DREIMAL GANZ, GANZ FEST AUF TISCHPLATTE*

 

Wie sagt man so schön: Kommunikation ist alles!

Aber klar sitze ich gerne meine Vormittage mit Warten ab, während draußen die Sonne lacht. Im Urlaub geht das schon mal. Dafür ist er schließlich da…zum Nichtstun….und geistigen Abschalten (das impliziert aber nicht, dass das auch parallel auf andere übergehen sollte!).

Nur würde ich mir diese Art von Freizeitgestaltung bitteschön gern selbst in meinen Tagesplan eintakten wollen.

 

Manchmal kann man die Augen gar nicht so stark rollen, wie man wöllte. Oder so viel mehr kotzen*, als man überhaupt essen könnte.

Nun hoffe ich eben auf morgen…Hauptsache ist, dass sich dann auch alles endlich mal zum Guten wendet! Dann mache ich drei Kreuze im Kalender, oder stifte gleich einen ganzen Friedhof!

 

 

 

* Entschuldigt bitte mein unflätiges Verhalten! Derlei unkontrolliert motivierte „rückläufige Peristaltik“/emotionsgesteuerter Vomitus gehört sich eigentlich nicht. Aber was raus muss…

 

 

 

 

 


Notiz an mich (29.09.2015)

 

 

 

Es gibt anscheinend doch Reste flüssigen Wassers auf dem Mars…

 

…na, da steht einem baldigen Umzug doch nichts mehr im Wege!

 

 

 


Der Mogelei aufgesessen (28.09.2015)

 

Ich dachte noch…“Irgendetwas ist anders.

War es die Form, die Aufmachung? Ich nahm die mir seit längerer Zeit genehme Zahnpastasorte trotzdem mit, schließlich wollen die Beißerchen immer schön geputzt werden.

Zu Hause dann ereilte mich das (gedämpfte) Erstaunen: Die Tube ist ja tatsächlich anders! Nämlich kleiner!!

Der Eindruck hatte mich also nicht getäuscht.

Die neue Pastentube ist sogar so klein, dass nun die sonst auf der Vorderseite abgedruckte Füllmenge (vormals 100ml) ganz „unauffällig“ auf die Rückseite gewandert ist. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Sage und schreibe 25ml fehlen. Der offizielle Preis blieb aber beruhigend stabil. Toll! Bei weniger Inhalt!! Da kann sich irgendein findiges Verkaufstalent/Windei mal kräftig auf die Schultern klopfen für dieses Kunststück.

 

Am heutigen Tage durfte ich es nachträglich sogar schwarz auf weiß lesen, dass eben jenes Zahnpasta-Gebinde aktuell den Titel der Mogelpackung des Monats abgeräumt hat. Gratulation! Welch zweifelhafte Ehre.

Da aber das Glas bekanntlich immer als halb voll betrachtet werden soll, müssen wir wohl froh sein, dass im Zuge der Schrumpfungsaktion der Preis nicht auch noch großzügig kaufmännisch aufgerundet worden ist…bei der Herstellung von Miniaturausgaben resultieren schließlich oft aufgrund der hineingesteckten Filigranarbeit höhere Kosten.

 

Eine Drogeriekette hat sich nun gegen diese perfide Strategie ausgesprochen und die Mogelpackung umgehend aus dem Sortiment genommen. Böse Zungen könnten zwar behaupten, dass auch sie ihre Kunden sicher über andere Wege bestens zu schröpfen wissen, aber sei es drum. Diesen Schwindel machen sie jedenfalls nicht mit.

Schade…dann war ich wohl im falschen Laden. C’est la vie!

 

 

 


Auskunft auch ganz ohne Nummer (27.09.2015)

 

Irgendwo, wahrscheinlich mitten auf meiner Stirn, muss es prangen: Das Info-Punkt-i.

 

Da bewegt man sich mal einige Kilometer außerhalb des gewohnten Einzugsgebietes und schon scheint einen die Umwelt als besonders fragenswerte Person weit und breit anzusehen.

Es ehrt mich natürlich sehr, dass ich selbst in der Fremde noch so glaubwürdig und kompetent zu wirken scheine, dass man mir die drückensten* Fragen zu stellen wagt.

Da kläre ich kurzerhand zwei ältere Herrschaften selbstverständlich darüber auf, wie sie am schnellsten zur nächsten Kremserfahrt-Sammelstelle gelangen (ein Hoch auf das unbewusst Wahrgenommene…ja richtig, da war doch was….“…den Berg hinab, dann rechts, einmal im Bogen herum und schon sind Sie da!„), beruhige einen der Zeit hinterherlaufenden Zugreisenden, dass der Zug noch nicht abgefahren sei und übersetze/umschreibe gerade mal eben einer Russisch und gebrochenes Deutsch sprechenden Dame die Bedeutung von „inaktiv“**.

Ich helf‘ doch gern und wo ich kann!„, ist schließlich mein Credo.

Es ist aber immer wieder erstaunlich, dass gerade ich aus der Menge umstehender Menschen herausgepickt werde. Offensichtlich umwabert mich der Äther des vermeintlichen Allwissens. Das macht mich natürlich stolz. Bevor einer fragt: Den Stein der Weisen*** habe auch ich noch nicht gefunden.

Drollig finde ich, wenn jemand augenscheinlich eine wichtige Frage hinter der Stirn am Fräsen hat und sich aber gleichsam nicht recht traut, einen Mitmenschen direkt damit zu konfrontieren. Da wird sich erst heimlich im Augenwinkel herumgedrückt, bis es dann doch zögerlich von schräg hinten zaghaft anklopft: „Entschuldigen Sie…„.

Keine Ursache, es ist ja niemand zu Schaden gekommen!

 

 

 

 

 

 

 

* Nein! Nach der nächsten Toilette hat mich niemand gefragt!!

** Es ging um eine Internetverbindung.

*** Für die Christen unter euch: Der heilige Gral.