Monatsarchiv: Dezember 2015

Akute Warnung vor Glätte (31.12.2015)

 

So, fast haben wir es geschafft und das Jahr 2015 mit all seinen Höhen und zahllosen (Un)Tiefen ist in ein paar Stunden bereits Vergangenheit.

Mal wieder. Bob, wie die Zeit rennt!

Was das nächste Jahr bringen mag, möchte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht ausmalen…hoffentlich AUCH viel Erbauliches. Gleichwohl steht mir einiges vor der Tür, auch wenn es bisher nur bei vagen Andeutungen geblieben ist. Habe ich schoneinmal gesagt bzw. geschrieben, dass ich es nicht sonderlich mag, wenn ich nicht konkret weiß, was mir andere (auch gut gemeint) für meine Zukunft angedeihen lassen möchten und vor allem, wenn ich weiß, dass ich NICHT weiß, wie ich mich am Ende entscheiden soll? Man kann sich doch nur falsch entscheiden, oder?*

 

Was möchte ich abschließend noch loswerden? Ach ja, richtig:

Feiert nicht zu doll, passt auf mit euren Böllern und Raketen** und kommt gut ins Neue Jahr! Wir sehen uns dort!

GUTEN RUTSCH!

 

 

* Aufmunternde, die These widerlegende Kommentare bitte unten eintragen. Danke!

** Wehe mir kommt zu Ohren, dass jemand seine böse Schwiegermutter oder eine andere ungeliebte Person via Funkelstern-Glitzerbouquet-Rakete zum Mond geschickt hat!

 

 

Werbeanzeigen

Gurkensalat (28.12.2015)

 

Wer sich in vollendeter Misanthropie üben möchte, der sollte mal beim Herrn Hilden vorbeischneien, zumindest, wenn es die Außentemperaturen zulassen. (Wir sind auf dem Weg…Russland gibt uns ja bald die „Kältepeitsche“.)

Alternativ könnte Herr Hilden auch mit Tipps à la „flüssiger Stickstoff“ aufwarten, um diesem Vorgang einen kleinen, freundlich-energischen Schubs zu geben.

Wenn ihr euch nicht ganz so heimisch im oben benannten Metier fühlen solltet, dann sei euch derhilden dennoch empfohlen, um zumindest euren Wortschatz um ein paar Lendenfrüchte eines überaus wachen Geistes zu bereichern. Auch ich durfte bereits lernen.

Derhilden zerpflückt euch alles: email-spam, Gurken oder die großen Fragen der Menschheit. Nichts ist vor ihm sicher. Auch nicht der sich vordrängelnde Parkplatzrowdy…wo ist nur die stumpfe Nagelschere, wenn man sie mal ganz akut benötigen könnte?*

Herzlich willkommen, derhilden!

 

 

 

* Zum Glück scheitert soetwas immer an der Perplexität solcher Momente!

 

 


Zwiegespräche (27.12.2015)

 

 

Die Jahreszeiten sind nicht nur Zustände, banale Wetterphänomene oder kalendarisch fest datierte Hilfen für die Menschheit, um sich besser im voranschreitenden Zeitgefüge zurechtzufinden, nein, man kann sich auch wunderbar mit ihnen unterhalten.

Sie sind wie du und ich, besitzen Charakterzüge und tragen ihren ganz eigenen Spleen spazieren.

Wie solch ein Dialog aussehen könnte, macht mein neuester Leser auf sackingbob74 vor.

Herzlich willkommen, Dottore!

Habe die Ehre.

S.

 

 


Weihnachtsgrüße (24.12.2015)

 

Hochverehrtes Publikum, treue Leserschaft, liebe Mitmenschen,

 

ich wünsche allen eine Frohe Weihnacht, besinnliche Stunden am besten im Kreise der Lieben, eine erfolgreiche Abnabelung vom gewöhnlichen Alltag und keinen Streit am Gabentisch!

Nehmt euch ausreichend Zeit, nicht nur um den fetten Gänsebraten in irgendeiner entlegenen Ecke des Sofas zu verdauen, sondern auch und vor allem füreinander. Schenkt euch die Zeit, lasst euch nicht von negativen Gedanken oder schwelenden Zwistigkeiten herabziehen, denn alles ist endlich. Zwar wird unter Christen Jesu Geburt gefeiert, doch täuscht dies nicht darüber hinweg, dass die Welt eben nicht in Eitelsonnenschein getaucht ist.

An sich ist Weihnachten wie der Muttertag- man hat sich schließlich auch an allen anderen Tagen des Jahres hoffentlich lieb- aber gerade jetzt hat man doch an zwei bis drei Tagen die Möglichkeit, sich vom Rummel da draußen ein wenig abkapseln zu können und das pflegen zu können, was einem besonders wichtig ist:

Die Pflänzchen Liebe, Geborgenheit und menschliche Wärme.

An alle, die über die Feiertage arbeiten müssen: Schön, dass es euch gibt und ihr die Infrastruktur aufrecht erhaltet! Euch gebührt eine besondere Ehre.

 

So, nun möchte ich euch, liebe Leser/innen, nicht weiter mit meinen Worten aufhalten. Sicherlich ist das der abertausendste Blogeintrag mit Weihnachtsgrüßen, der in die Weltgeschichte posaunt worden ist.

Doch meine Worte kommen wirklich von Herzen. Sie können die Welt nicht aus ihrem immer hässlicher werdenden Gewand zerren oder sie gar aus ihren unsäglich knarzenden Angeln heben, aber ich möchte sie zumindest gesagt/geschrieben haben, auf dass sie auf offene Herzen treffen mögen.

Gleichwohl gilt zu sagen: Lasst euch nicht verbiegen, habt eure Meinung, lauft nicht unreflektiert mit der Masse mit, sondern bleibt oder werdet selbstständig denkende und mitfühlende Wesen!

 

In diesem Sinne.

S.

 

 


Verbales Kreuzfeuer (22.12.2015)

 

Wo der „Negerkuss“ noch „Negerkuss“ heißen darf, da ist die Verbalkanone nicht weit. Politische Korrektheit darf sein, aber bitte in Grenzen. Damit kannst du eindeutig keine Durchschnittsfrau sein, wie du selber meinst, sondern hast den Mut, dich gegen die überkorrigierende Masse, welche sich in immer verworreneren Spitzfindigkeiten verstrickt und dabei das wirklich wichtige im Leben aus den Augen zu verlieren scheint, abzuheben.

Darauf einen stark pigmentierten Schaumkuss!

Herzlich willkommen, Verbalkanone.

 


Anthrophobie (22.12.2015)

 

Der Kalender sagt mir, dass es nur noch zwei Tage bis Heilig Abend sind, an dem die Familie wieder weitesgehend zusammenkommt. Ich habe alle Geschenke beisammen, erholsame freie Tage verlebt, eine schöne Zeit auf Weihnachtsmärkten verbracht und zusammen mit dem Schwesterherz Baumkuchen, Walnußplätzchen und Dominosteine für die ganze Kompanie gebacken.

Alles könnte gemächlich in eine besinnliche Stimmung übergehen.

Wenn es nicht diese offenbar unvermeidlichen Begegnungen im Leben gäbe, auf die ich gut und gerne verzichten könnte, weil sie mir eben- auch wenn es manchmal nur Lapalien sind- mit dem Taktgefühl eines im Porzellanladen Tango tanzenden Trampeltieres erfolgreich die (zerbrechliche) gute Laune vermiesen können, als hätte ich mir kurz vor dem Genuss eines herrlich duftenden, saftigen Gänsebratens an einem faulen Ei den Magen verdorben und wäre daher kurzfristig zu Kamillentee und Zwieback verdonnert worden.*

Da bin ich echt sensibel! Ein vor vielem schützender (Krebs)Panzer hält nicht alles so wunderbar auf Distanz, wie gewünscht. Auch ich habe einen weichen Kern.

Da geht mir auch nicht sonderlich die Sache an sich gegen den Strich, sondern der Umstand, dass er kurz vor Ende noch um die Ecke geschlichen kommen muss. 2 Sekunden später und ich wäre fort gewesen und hätte meine formidable Weihnachtslaune behalten können.

Nun hat sich wieder so ein dreistdämlicher Schatten vor die lachende Sonne geschoben. Herzlichen Dank auch, Sie Arsch!

Zwar konnte ich diesem vorwitzigen Kerl ein paar Worte als Konter entgegensetzen und meine Kontenance vor ihm bewahren (ausfallende Worte bringen ja eh nichts), doch zufrieden war ich mit mir und meinen Argumenten nicht wirklich…vom wahrscheinlich zu erwartenden Lerneffekt der Gegenseite bezüglich des Vermeidens unerwünschter verbaler Interaktionen ganz zu schweigen. Ich neige da zu Perfektionismus. Leider wurde bereits wissenschaftlich bewiesen, dass man in einer Situation eines Ärgernisses nie wirklich literaturpreisverdächtig argumentieren KANN. Die besten Ideen kommen einem erst hinterher.

Komme ich nun zur Überschrift zurück.

Man kann ja die Menschen gern haben**. Manchmal können sie aber auch mich mal gern haben.

Letzteres gilt vor allem für jene Exemplare, die es immer wieder zielsicher schaffen, mich kurz vor knapp noch abzupassen, sodass ich wieder und wieder ins Grübeln komme und mich fragen muss, ob es an mir liegt, dass mir immer einer in die Suppe spucken möchte, oder ob doch die anderen Schuld tragen, wenn sie unzufrieden durch die Welt spazieren und andere mit ihrem Frust belasten müssen. Fühlen die sich dann besser, wenn sie wildfremde Menschen ungefragt mit ihrem dämlichen Gewäsch ennervieren? Dann sollen die doch zu Hause bleiben und ihr Spiegelbild mit ihrer Anwesenheit belästigen!

Darauf habe ich einfach keine Lust.

Ich möchte am Ende des Tages sagen können: Ja, das war ein schöner Tag!

Ich möchte nicht sagen müssen: Ja, das war ein schöner Tag, aber…..

Es kann nicht immer alles Eitel-Sonnenschein sein. Das ist mir klar. Aber völlig unnötig in mein Leben getretene Personen, die offenbar einfach nur einen Darmwind quersitzen haben, brauche ich auf meinem Weg definitiv nicht. Leben und in Ruhe leben lassen!

Was ist so schwer daran?

 

Ich geh‘ dann mal wieder auf die Suche nach meiner inneren Mitte, wo mir niemand etwas anhaben kann. Auch kein einen aus dem Takt geratenen Tango tanzendes Trampeltier. OMMMMMM!

 

 

 

 

* Dieses Satzungetüm musste jetzt sein! 🙂

** Nicht alle sind böse und niederträchtig und hinterhältig und nervig und ….

 

 

 

 


To-Do-Listen (16.12.2015)

 

Wer hat nicht schon mehr als einmal solch ein Exemplar ertüftelt und im Nachhinein zumindest teilweise verworfen?

To-Do-Listen, gerade jene die sich über mehrere Tage erstrecken und eigentlich konsequente Abarbeitung für sich reklamieren, sind ein Kuriosum und teilweise ein Ding der Unmöglichkeit an sich. Der erste Blick vermag oftmals zu täuschen.

Wurde der Plan einmal aufgestellt, begutachtet man sein Werk mehr oder minder beiläufig mit Stolz und schätzt sich hernach für überaus fähig ein, da man offensichtlich so viele verschiedene Dinge spielend unter einen Hut gestopft hat. Alles scheint möglich und (ein)lösbar.

Doch dann schreiten die Tage voran. Neue Dinge kommen dazwischen. Auf Arbeit hat es wieder länger gedauert. Die Wohnung möchte auch gern geputzt werden. Der Kühlschrank mosert sein 2 Tagen herum, dass er diese innere Leere auch nicht mehr lange aushalte. Und so schieben sich einige Punkte der unverbindlich terminisierten Arbeitsaufstellung auf. Zumeist betrifft es die, welche von vornherein als eher ungeliebt eingestuft worden sind und mehr lästige Pflicht als alles andere in sich bündeln.

Ach, das geht auch noch morgen. Das hat Zeit. Heute habe ich keine Lust mehr dazu.

Dumm ist nur, wenn man dadurch wieder einmal an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Mensch, das hättest du schon noch gepackt. Jetzt hast du später wieder mehr zu tun. Am Ende kommt bestimmt wieder etwas dazwischen.

 

Wie zu vermuten stand, liegt justament in diesem Moment solch eine To-Do-Liste neben mir. Wer hätte das gedacht?

Und ja: Ich habe schon vieles abgearbeitet.

Und ebenfalls ja: Fast genauso viele Notizen wollen noch feinsäuberlich mit zufrieden-lässiger Federführung vom besagten Papier als abgehakt gestrichen werden.

Die unaufschiebbaren und vor allem unausweichlichen Worterinnerungen sind wenigstens schon auf der großen grünen Wiese.

Jetzt kommt die „Kür“, welche ich im Anflug von Gewissensbissen schon x-mal zwischen den verbliebenen Tagen dieser Woche hin und hergeschoben habe. Besser wird es davon auch nicht, erst recht nicht, wenn da so ein dämlicher Schweinehund im Hinterstübchen hockt, der viel lieber selbstgebackene Plätzchen knuspert und selbstgemachten Gewürzkaffee* auf der heimischen Couch schlürft und sich den Räucherkerzchenduft um die Nase wehen lässt. Penetrant, dieser olle Sack!

 

 

 

* starker Filterkaffee mit Kardamom, Zimt und Zucker