Nachdenkenswertes zum Advent (01.12.2015)

 

Bereits seit vergangenem Sonntag wird ganz still und heimelig die Adventszeit begangen.

Stopp mal!„, wird man an dieser Stelle berechtigterweise einwenden. „Was, bitteschön, ist an dieser Weihnachtszeit still und heimelig?

Ganz einfach. Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Paar Schuhen.

Die Adventszeit, in der wir uns jetzt gerade bis Heilig Abend befinden, ist im ihr eigentlich angedachten Sinne einer Fastenzeit die stille Zeit der Besinnlichkeit und In-Sich-Gekehrtheit, der Vorbereitung auf die Geburt Jesu.

Vormals bedachte man sie nicht mit überschwänglichen Klängen. In der Alten Kirche durfte weder überbordend getanzt noch gefeiert werden.

Erst ab Heilig Abend wurde die Weihnachtszeit anlässlich Christus Geburt zelebriert. Besinnliche, ruhige Töne wurden final von frohlockendem Gloria und verheißungsvollem Halleluja abgelöst.

Im Laufe der Jahrzehnte änderte sich dieses Bild jedoch entscheidend. Das Laute überlagerte das Stille. Das Langsame wurde vom Gehetzten überrannt, das Reduzierte vom Pomp übertüncht.

 

Und nun glänzt alles gleichsam in güldenem Zuckerguss.

Wie schön nimmt sich dagegen der einsam flackernde Kerzenschein gegen den Nachthimmel aus.

 

 

 

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3 responses to “Nachdenkenswertes zum Advent (01.12.2015)

  • BloggerIn50+

    Vielen Dank !! Du sprichst mir aus dem Herzen. Auf meiner täglichen Pendeltour sehe ich seit Ende Oktober ein mit Lichterketten illuminiertes Haus mit mindestens zwei leuchtenden Weihnachtsbäumen und weiß ich was noch (gebe immer extra Gas, um die Gruseligkeiten schnell zu passieren, die armen Nachbarn). Mit dem ganzen veramerikanisierten Weihnachtstamtam ist in der Tat der Advent unter die Räder/ Lichter gekommen. So schade. Worauf freuen sich die Menschen eigentlich noch, wer nimmt sich die Zeit für Vorbereitung und Vorfreude?
    Wie im Tollhaus..

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    • senftopfherausgeber

      Ich schau mir zwar auch gerne lichtumspielte Innenstädte an, aber manches Mal ist doch weniger mehr.
      Es war dennoch schon schlimmer, was irres Geblinke und Lichtorgel-Oratorien von Privatleuten angeht.
      Von einer alles etwas reduzierenden Besinnlichkeit sind viele Menschen aber meilenweit entfernt.
      Oftmals steckt der Alltag dahinter (geht mir genauso) und manchmal ist es einfach selbstgemachtes Übel, weil man meint, dies und jenes noch unbedingt auf die Arbeitsliste packen zu müssen (dito).
      Der von mir im Vorfeld gehörte Radiobeitrag (Kulturradio versteht sich^^) über die Adventszeit hatte es mir in jedem Falle sehr angetan.

      Für Oberflächlichkeiten bin ich generell schwer zu gewinnen.
      Ein Bisschen Kitsch darf jedoch sein. Bei „Last Christmas“(und ähnliche Ohr-Gewalttaten) in Dauerschleife und Vollbedröhnung hört bei mir aber der Spaß auf. 😉

      Vielen Dank für deine Worte. Ich wünsche eine besinnliche Adventszeit!
      (Pass auf, dass du an besagtem Weihnachtshäuschen nicht geblitzt wirst….noch mehr BlingBling und Lichtgewitter.)

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