Monatsarchiv: Januar 2016

Peppi und Karl (25.01.2016)

 

Veganer Besuch steht ins Haus. Genau genommen, ist er schon da. Also sie. Die „Käthe Veganete“.

Wie nur lasse ich jetzt vollkommen unauffällig meinen großkalibrigen Bierschinken verschwinden? Hinters Sofa damit? Ins leergefutterte Vogelhäuschen (Ja, was es nicht alles für die süßen Kerlchen gibt…)? Schnell aufessen und mit dicken Backen ein herzhaftes….äh….herzliches „Fffülllkommmn!“ ausrufen? Sollte ich zur Ablenkung mit den Orangen jonglieren, die seit einiger Zeit auf ihren erpresserischen Saftraub warten?

Oh, je.

Ich schlage vor, wir verhalten uns am besten ganz erwachsen. Deshalb auch an dich ein herzliches Willkommen, Katharina!

 

 

P.S.: Silberfischchen musst du hier nicht umtanzen und sie damit vor ihrem völlig unvegan anmutenden Tod bewahren. Versprochen.

 


Krabbelgruppe on tour (24.01.2016)

 

 

Ich wartete heute zur Abwechslung mal wieder dem Kino mit meiner Anwesenheit auf.

Bei allerfeinstem Tauwetter gab es draußen alternativ auch nicht sonderlich viel zu verpassen, es sei denn man legt gesteigerten Wert auf den traurigen Anblick matschgebräunter, dahinschmelzender Schneeberge am Straßenrand, die stilsicher wie sich im Wind kräuselnde Schaumkronen auf einem vor sich hin gärenden Güllebecken anmuteten.

Visuell empfand ich das persönlich als nicht großartig bereichernd, weshalb ich mir lieber schöne, bewegte Bilder anschauen wollte.

An sich stellt das von mir aufgesuchte Filmvorführhaus ein eher kleineres, charmantes Stadtteilkino dar, in dem es teilweise Kinosäle gibt, die von der Größe her prima als Wohnzimmer durchgehen könnten.

Diese Intimität schreckt jedoch nicht alle davor zurück, auf Teufelkommraus negativ auffallen zu müssen.

Popcorn-Orgien kennt der ein oder andere sicher aus den großen Filmtempeln, die lediglich durch einen kräftigen Zug aus dem pappbecherförmigen 10-Liter-Cola-Vorratstank unterbrochen werden. Sollte sich dabei ein nicht komplett aufgepufftes Maiskorn zwischen der Kauleiste wiederfinden, so wird es gern auch mal fünf Reihen vor sich geschnippt, in der Hoffnung, dass es den richtigen Weg schon finden werde.

Popcorn gibt es in diesem Kino keines, dafür aber anderes Nahrhaftes wie gesunde Nussmischungen, als ob man die zwei Stunden nicht mal ohne etwas Essbares (außer Fingernägel) auskommen würde. Man könnte ja in dieser Zeit aber auch dermaßen vom Fleische fallen, dass man glattweg zwischen den keinen Widerstand mehr spürenden und daher plötzlich hochklappenden Sitz und die Lehne rutschen und auf Nimmerwiedersehen ins Nirvana aus vergessenen Brotchipskrümeln und verwaisten Biolimonade-Strohhälmen entschwinden könnte…

Besagtes Programmkino zeigt an sich viele beschauliche und gediegene Perlen der Filmkunst, weshalb sich gemeinhin auch das Publikum zum Großteil entsprechend präsentiert und gebart: Nämlich vernünftigt!

Dennoch gibt es immernoch Leute, die trotz fortgeschrittenen Alters (40 und aufwärts!) einen gewissen Grad an erwachsener Reife in ihrem Verhalten missen lassen und mit Raschelchipstüten anrücken und diese genüsslich und ausgiebigst knistern lassen. Vornehmlich und „seltsam“ treffsicher werden hierfür die leisesten Szenen ausgewählt. Auf Unmutsäußerung der umsitzenden Besuchermehrheit wird hingegen mit noch mehr Störgeräusch geantwortet.

Im Anschluss des Filmes wird sich dann natürlich noch darüber diebischst amüsiert: „Am meisten Spaß hat das Tütenrascheln gemacht, als sich die anderen beschwert haben…*

Welch strahlendes Vorbild erwachsenen Verhaltens!

Und dieser Teil der Bevölkerung soll tatsächlich wahlberechtigt sein und darf allen Ernstes schon ganz alleine aufs Töpfchen gehen?!

Ich für meinen Teil besuche das Kino, um mich an guten Filmen in Großformat zu amüsieren und nicht, um anderen Menschen, die mit einem ähnlichen Ziel wie ich hingehen, auf den Geist zu gehen*. Wenn ich mich zwingend daneben benehmen muss, dann kann ich das auch in meinen eigenen vier Wänden viel kostengünstiger bewerkstelligen. Oder sehe ich das falsch? Wofür zahle ich gutes Geld, wenn das einzige, sich ans gedimmte Licht quälende Bedürfnis des Tages darin besteht, anderen meine geistige Unreife auf dem Silbertablett zu präsentieren? Ist das etwa lustig? Verpasse ich da womöglich etwas? Ich bin ja durchaus lernfähig…

 

Der Film war dennoch schön. Das ist die Hauptsache.

Und das nächste Mal überwinde ich mich und lasse solches renitente Volk konsequent vor die Tür setzen…..dieses Recht auf ungestörten Filmgenuss hat nämlich jeder zahlende Besucher! Leider sind viele Menschen (ich klammere mich dabei nicht aus) in solchen Fällen deutlich zu zaghaft und ärgern sich „lieber“ im Stillen und verpassen dadurch je nach Ausmaß der Störattacke vielleicht sogar im Frust den halben Film. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Nur Mut!

 

 

 

 

* Dieser Kommentar wurde sinngemäß wirklich vom Stapel gelassen! Unglaublich. Kindisch.

 


Klare Ansagen braucht der Mensch! (17.1.2016)

 

So, ich wäre dann mal wieder „im Lande“. Ich war mich für ein paar Tage fortbilden, schließlich muss das auch mal sein.

 

Statt ehrenvollem Empfangsspalier und euphorischem Fähnchenschwänken auf der neu-heimischen Hauptpromenade, welche ich durchqueren musste, warteten mir jedoch lediglich drei naseweise Rotzbengel auf (wobei zwei korrekterweise Rotzbengelinen waren). Wie enttäuschend.

Dem Dreiergespann konnte ich bereits im Vorfeld mit verbundenen Augen an der Nase ablesen, was sie im Schilde führten. Den bereits geformten Schneeball hätte es gar nicht bedurft. Auch nicht das vollkommen unauffällig auffällige Zurückbleiben der Truppe, um sich meiner Rückansicht zu vergewissern.

Stoisch schritt ich meinen Weg entlang, ließ es darauf ankommen und wartete auf das Unvermeidliche.

Eiskalt ließ ich den Schneeball an mir abprallen (ich war ja vorgewarnt) und machte in aller Seelenruhe auf der Hacke kehrt, um mich im nächsten Moment vor den Halbstarken aufzubauen.

Da die Angreifer die Flucht nicht antraten, konnte ich sie tatsächlich zur Rede stellen. Dem inneren Drang, das offenbar federführende Milchgesicht* einzuseifen– Schnee hätte in ausreichender Menge zu Verfügung gestanden- erlag ich nebenbei bemerkt nicht….wenigstens eine Partei muss schließlich das Niveau bei einer Unterredung hochhalten, um mehr oder minder konstruktive Ergebnisse erwarten zu dürfen (das gilt übrigens auch in anderen Lebenslagen!).

Als ich feststellen musste, dass dieser Bengel nicht einmal den Arsch in der Hose hatte, zu seiner Tat zu stehen (er versuchte sich in selten dämlich anmutenden Ausflüchten…), zog ich von dannen, nachdem ich klar und deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass ich mir dieses respektlose Verhalten zukünftig auf das Drängendste verbitte. Nicht nur mir gegenüber.

Dann war auch Ruhe im Karton.

 

Aus welchem Grund habe ich diesen Schneeballwurf nicht einfach als dumme-Kinder-Streich hinter mir gelassen? WEIL dieser Generation einmal dringend eine Ansage gemacht werden muss! Das mag zugegebenermaßen ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein, aber ein Anfang ist es allemal.

Wäre ich einfach weitergegangen, hätten sie dem nächsten Passanten vielleicht auch ungefragt eine Ladung Schnee aufgenötigt.

Diese Respektlosigkeit gegenüber Erwachsenen ist doch nicht normal!

Und wenn jetzt übereifrige Menschen dazwischenrufen möchten, dass das doch nur Kinder gewesen sind, die sich einen kleinen Scherz erlaubt hätten, bitte gerne. ICH sage dazu aber entschieden NEIN! Wenn es schon in diesem Alter so anfängt, dann möchte ich ungern herausfinden müssen, was aus denen später einmal werden soll.

MAN DARF SICH NICHT ALLES WORT- UND KOMMENTARLOS GEFALLEN LASSEN!

Der Sittenverfall schreitet mancherorts schon schnell genug voran, da sollte man dem Nachwuchs wenigstens noch ein paar Denkmomente mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, dass die Halbwertszeit solcher Ansagen die Zeitspanne eines Wimpernschlages oder sogar die Lebensdauer einer bereits geschlüpften Eintagsfliege überdauern möge.

Vernünftig erzogene Kinder bewerfen sich im Spiel gegenseitig mit Schnee, aber keinesfalls außenstehende, unbeteiligte Menschen von hinterrücks. Das ist feige und frech und hat nichts mit Naivität oder dem kindlichen Austesten von Grenzen zu tun. Solche geistreichen Gestalten werfen dir am Ende in 3 oder 4  Jahren den Chinaböller hinterher und finden das dann immer noch lustig.

Haltet es für überzogen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Wenn im Leben niemals Einspruch gegen eigene Taten erhoben worden ist, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn es irgendwann Probleme in Sachen zwischenmenschlicher Coexistenz gibt.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema.

Wie seht ihr das?

 

 

 

 

* (der war ja noch nicht einmal grün hinter den Ohren!)

 

 

 


Taos Hum (12.01.2016)

 

Auf die Frage der geschätzten Modepraline hin, worüber sie denn nach 500 Beiträgen noch schreiben könne bzw. der Meinung ihrer Leser nach schreiben sollte, platzte ich unvorsichtigerweise mit folgenden Vorschlägen heraus….ich ahnte nicht, welche Konsequenzen ich mir hiermit auflud. Ich unvorsichtiger Tor!

Dies (hier klicken) waren neben anderen Unwichtigkeiten wie Glück, Traurigkeit und Liebe meine glorreichen Schreibanregungen:

Mit an Bord war der obligatorische in China umkippende Reissack, der bei keiner Aufzählung von weltbewegenden Belanglosigkeiten fehlen darf. Alles andere würde einer echten Kardinalsünde gleichkommen, weil er sehr, sehr…..nunja…..sagen wir mal so: Er ist nicht nachtragend, aber vergessen tut er eben auch nicht.

Dann offerierte ich das eminent wichtige Thema der Geräuschentwicklung von wachsendem Gras. Stellt es in Wahrheit genau wie überzogen kreischender Kinderlärm KEINEN Lärm dar?

Zu guter Letzt bot ich ihr- gönnerhaft wie ich bin- an, auf einen eigenen, überaus prestigeträchtigen Artikel zu verzichten, der sich mit einer Abhandlung über die Lamellenbewegung von Champignons bei Windstärke 12 befassen würde.

 

Nun ratet mal, welche Idee mir das Genick brach. Richtig! Das Gras.

Prompt kam nämlich die Antwort zurück, dass ich doch in Sachen Lärmbelästigung durch wachsendes Gras die Vorreiterrolle übernehmen könnte.

Au weia.

Und nun sitze ich hier und überlege. Zwischendrin muss ich aber immer wieder auf die Uhr schauen, dass ich vor lauter Wichtigkeit dieses Themas nicht die Abfahrt zur Arbeit verpasse….gilt das eigentlich als Ausrede?! Ich müsste dann mal ganz akut weg…..ok, ok…..etwas Zeit habe ich noch.

Ich gab also den Einzeiler „Geräusche wachsendes Gras“ bei der google-Konkurrenz ein (ja, ich habe noch immer nicht zugestimmt!).

Verwiesen wurde ich auf eine Plattform, die man getrost als Scherzartikel oder Anti-Wiki bezeichnen könnte, auf welcher fröhlich der Pseudowissenschaft gefröhnt wird. Sie nennt  sich Uncyclopedia.

Hier nun erwartete ich mir die Erklärung, wie denn nun Gras klingt, wenn es wächst.

Ich erwartete eine Art Ploppen beim zutage Treten und profane Reibegeräusche.

Stattdessen stieß ich auf ein ominöses Taos Hum oder auch The Hum. Dies sei ein unerklärlicher, niedrigfrequenter Brummton, den laut dem echten Wiki lediglich 2% der Weltbevölkerung hören könne. Gern wird auch von einer Art Tinnitus geschrieben, obwohl der Betroffene gesunde und sogar sehr gut hörfähige Ohren vorwies.

Die Erklärungen hierzu stecken jedoch noch derart in den Kinderschuhen, dass man diese allerhöchstens als Babysöckchen benennen dürfte.

Hier eine bunte Mischung seriöser wie nicht-seriöser Vorschläge: Infraschall, Van-der-Pol-Systeme, schnurrende Katzen, Außerirdische.

ODER: Wachsendes Gras!

HEUREKA!

Das war wohl nichts.

Vielleicht sollte ich demnächst aufmerksamer bei TerraX und Kumpanen zuhören. Meines Erachtens gab es nämlich bereits akustische Studien über die Geräuschentwicklung von Pflanzen…. In jedem Fall melde ich mich, wenn ich mit neuesten Erkenntnissen glänzen kann.

Bis dahin! Und lasst euch nicht vom hustenden Maulwurf wecken!

 

gez. S. Holmes

 

 

 

 


Schlaflose Waldbewohner (09.01.2016)

 

Die Überschrift subsummiert meinen heutigen Tag…zumindest ein ganz kleines Bisschen. Die Arbeit spare ich da großzügig aus.

Auf dem Weg zur Arbeit aber- so ziemlich genau dreieinhalb Stunden nach Schlag Mitternacht- schien sich ein Großteil unserer sich auf der nördlichen Halbkugel heimisch fühlenden Fauna auf eben jenen Umlaufbahnen einzufinden, die ich gemeinhin zu befahren pflege, um meinen von mir persönlich fleißig erarbeiteten Beitrag zum BIP zu generieren.

Nicht schlecht schaute ich, als mich irgendein Greifvogel von der Seite her anzufliegen wagte. Mitten in der Nacht. Sehe ich aus wie ein nächtlicher Snack zwischendurch? Mich hätte es aber auch nur in Konserve gegeben. Womöglich wäre dies daher reichlich schwer verdaulich ausgefallen. Dank Bremsung und sportiverem Fahrgestell (mit einem Caddy oder Transporter hätte es nach oben hin etwas enger werden können…) rutschte ich noch unter diesem Spaßvogel hindurch. Er sollte es mir danken, denn er hätte definitiv dumm aus der Wäsche geschaut, wenn er sich plötzlich als Zierrat auf meiner Windschutzscheibe eingefunden hätte. Und ich wäre mehr als  verärgert gewesen ob dieser sinnlosen Kamikazeaktion, bei der es am Ende eh nur Verlierer gegeben hätte.

Dieser lebensüberdrüssige „Piepmatz“, von dem ich lediglich ein „Phantombild“ eines hellen, größer ausfallenden Etwas mit Flügeln hätte zeichnen können, war erst der Anfang.

Eine Kurve später blinkte mich ein kleines orange farbenes Lichtlein an. Nee, ein Lkw in der Ferne war es nicht. Auch kein einsamer Radfahrer sollte die Ursache hierfür gewesen sein. Der Urheber dieser farbigen Leuchtquelle in der Finsternis, welche vielmehr und korrekterweise eine Reflektion darstellte, war ein Fuchs, der sich bereits trollte als ich die Stelle passierte.

Empirisch betrachtet darf ich an dieser Stelle anmerken, dass Füchse orange reflektieren und Katzen eher weißblau (das schrieb ich- glaube ich- bereits anderswo). Bei ersteren harmonisiert dieses Phänomen der Restlichtverstärkung also perfekt mit der Fellfarbe.

Vogel und Fuchs hätten wir also.

Fehlte doch nur noch so etwas wie eine Katze oder ein Hase. Prompt hoppelte ein Tierchen- aus dem Augenwinkel war es schwer zu differenzieren, aber ich glaube, dass es längere Ohren hatte- parallel zu mir am Feldrand entlang. Ich erinnere mich hier auch an eine Nacht vergangenen Jahres zurück, als ein Feldhase innerorts bei 30km/h neben mir ein Stück die Straße entlang sprintete. Haben die Kerlchen kein zu Hause?

Das obligatorische Reh oder die querende Wildsau hielten sich- Bob sei Dank- heute zurück und blieben im Dickicht der Wälder. Wenn es nach mir geht, dürfen sie dort auch bleiben, oder müssen zumindest solange warten, bis ich sie sicher passiert habe. Alles andere wäre um beider Seiten schade!

 

Die Moral von der Geschicht‘?:

Passt immer schön auf!

 

gez. S- nächtlicher Vogel- und Wildschreck

 

 


Gespräche über ’n Gartenzaun (07.01.2016)

 

Gestern zum Feiertag  unterhielt ich mich noch zufällig mit meinem Kollegen über die wahrscheinlich zwangsläufig in (naher?) Zukunft anstehende postindustrielle Nutzung unserer (Groß)Städte, bei der sowohl die Stadtguerilla (existiert bereits) als auch der Begriff „essbare Stadt“ zum Thema geworden sind, um Konzepte zur Nachnutzung zu betrachten.

Die „Bohne im Kreisverkehr“ hatte es mir im besonderen Maße angetan…eher rein sprachlich, weniger genusstechnisch…zumindest momentan.

Nun trug es sich jedenfalls zu, dass sich eine passionierte Gärtnerin mit reichlich Kochideen in diesem Lesezirkel einfand, welche eben genau diese Begrifflichkeit einer essbaren Stadt in einem ihrer Beiträge anführte.

Zufälle gibt’s. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie nicht mein urbayerischer Ausleih-Kollege ist. 😉

Herzlich willkommen, Karo-Tina Aldente!

 

 


Werbung ist fies (03.01.2015)

 

Von draußen, vom Bahnhof komm‘ ich her, ich muss euch sagen…hui…recht kühl und zugig ist es geworden. Holla, die Waldfee. Mir sind fast die Ohren auf meinem Heimweg abgefallen, weshalb ich auf die letzten 300m doch noch die Mütze aufsetzte, bevor ich noch Eis von meinen Trommelfellen kratzen müsste. Nun ist jedenfalls Winter. Spürt ihr auch die Kältepeitsche* aus den östlichen Gefilden?

Zwangsläufig führte mich mein Weg auch am gefüllten Briefkasten vorbei, den ich aufopferungsvoll und umgehend von seiner Last im Inneren befreite.

Der Großteil bestand natürlich wieder aus Werbung. Mit mäßigem Interesse studierte ich wenig später die bunt bedruckten Seiten.

Was mir auffiel:

Werbung ist echt fies!

3 von 4 namhaften Discountern priesen Fitnessutensilien in allen Formen und Farben an. Natürlich könne man auch gleich die passende Klamotte hierfür erstehen.

Wollen die damit sagen, dass ich** fett bin und dringend mal Sport treiben müsste? Jetzt, wo wir doch mit all unseren guten Vorsätzen für 2016 hausieren gehen?

ICH, meine Damen und Herren Verkaufsstrategen, brauch kein schlechtes Gewissen haben, was das Körperliche und die Fitness anbetrifft (auch wenn ich nicht viel dafür tue…viel arbeiten, gesittet essen, …).

Lediglich mein Schweinehund könnte mal solch eine gehörige Einheit (böse Zungen würden „Abreibung“ behaupten) gebrauchen, damit er mich nicht von allen wichtigen, zu erledigenden Dingen abhält. Wenn der mal mit hektischem, nach Sauerstoff gierendem Atmen beschäftigt wäre, könnte ich mich diesen Sachen nämlich widmen (ich schrieb bereits von der Krux mit den to-do-Listen…).

Der „plötzliche“ Fitnesswahn war die eine Sache, die mir akut ins Auge fiel.

Nun wurde eben jenes auch einem Produkt gewahr, welches mir in der Form so noch nicht begegnet ist.

Schüttelsalat.

Wer, bitteschön, möchte einem Kopfsalat in vollster Absicht eine Comotio cerebri zufügen, hä?

Da sich diese Frage so leicht nicht klären ließ, schaute ich mir das Produktfoto genauer an.

Wie, bitteschön, soll der Salat in DIESER engen, becherförmigen Verpackung (sogenannter Shaker) frei herumfliegen können, sollte man das Gebilde denn tatsächlich schütteln wollen.

Vielleicht bin ich dafür zu doof, oder in Wahrheit leben in diesem Shaker nur fünf Blättchen Salat, ein Möhrenraspel, zwei Weißkohlstreifen und sage und schreibe drei Maiskörnchen, die entsprechend mehr Freiraum zur perfekten Durchmischung via Schüttelvorgang hätten. Ich weiß es nicht.

 

In jedem Falle, hat mal wieder jemand über die Werbung geschrieben***. Aufmerksamkeit genug für heute…

 

 

 

 

* Manche (Hobby)Meteorologen kommen auf Ideen. Sagenhaft.

** …und viele andere Leser

***…oder ist darüber hergezogen