Schriftstellerromantik (03.01.2016)

 

Joan, meine neuste Leserin, und ich sind uns bereits in dieser kurzen Zeit der Bekanntschaft darüber einig, dass das Leben eines wirklichen* Schriftstellers genauso viel mit Romantik zu tun hat, wie der Untertagebergbau mit dem Sonnenlicht, die Aussage eines TV-Astro-Sternendeuters mit der tatsächlich eintretenden Zukunft, oder die Nützlichkeit einer leeren Klopapierrolle mit der erfolgreichen Erledigung eines großen Geschäftes.

Voraussichtlich niemand der schreibenden Gilde hockt in einer urgemütlichen, vom Kaminfeuer flackernd erleuchteten Dachbodenkammer- sinnierend die elfenbeinweiße Fahne der Schreibfeder über Ober- und Unterlippe streichend- während draußen vor dem Fenster sachte ein Vögelchen sein einsames Liedlein anstimmt und den nach der Muse suchenden Geist des Schreiberlings auf sich durch die gesamte Herrlichkeit einer imaginären Welt ziehenden Notenzeilen davonträgt.

Cut!

Beim besten Willen NICHT.

Wir bleiben alle besser auf dem Boden der Tatsachen, nicht wahr? Zu viel Zuckerguss macht nämlich dick und lähmt mit seinen klebrigen Spinnenfingern nur unsere Phantasie.

 

Herzlich willkommen, Joan! Ich hoffe, dass ich von dir hier und anderswo noch viel lesen werde.

 

 

 

 

* Ein Schriftsteller, der mit seiner Arbeit sein täglich Brot, die Miete und andere nutzbringende Unkosten zu bestreiten hat. Nebenbei übergehe ich hier mal ganz frech diesen Gender-Kram.

 


4 responses to “Schriftstellerromantik (03.01.2016)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: