Klare Ansagen braucht der Mensch! (17.1.2016)

 

So, ich wäre dann mal wieder „im Lande“. Ich war mich für ein paar Tage fortbilden, schließlich muss das auch mal sein.

 

Statt ehrenvollem Empfangsspalier und euphorischem Fähnchenschwänken auf der neu-heimischen Hauptpromenade, welche ich durchqueren musste, warteten mir jedoch lediglich drei naseweise Rotzbengel auf (wobei zwei korrekterweise Rotzbengelinen waren). Wie enttäuschend.

Dem Dreiergespann konnte ich bereits im Vorfeld mit verbundenen Augen an der Nase ablesen, was sie im Schilde führten. Den bereits geformten Schneeball hätte es gar nicht bedurft. Auch nicht das vollkommen unauffällig auffällige Zurückbleiben der Truppe, um sich meiner Rückansicht zu vergewissern.

Stoisch schritt ich meinen Weg entlang, ließ es darauf ankommen und wartete auf das Unvermeidliche.

Eiskalt ließ ich den Schneeball an mir abprallen (ich war ja vorgewarnt) und machte in aller Seelenruhe auf der Hacke kehrt, um mich im nächsten Moment vor den Halbstarken aufzubauen.

Da die Angreifer die Flucht nicht antraten, konnte ich sie tatsächlich zur Rede stellen. Dem inneren Drang, das offenbar federführende Milchgesicht* einzuseifen– Schnee hätte in ausreichender Menge zu Verfügung gestanden- erlag ich nebenbei bemerkt nicht….wenigstens eine Partei muss schließlich das Niveau bei einer Unterredung hochhalten, um mehr oder minder konstruktive Ergebnisse erwarten zu dürfen (das gilt übrigens auch in anderen Lebenslagen!).

Als ich feststellen musste, dass dieser Bengel nicht einmal den Arsch in der Hose hatte, zu seiner Tat zu stehen (er versuchte sich in selten dämlich anmutenden Ausflüchten…), zog ich von dannen, nachdem ich klar und deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass ich mir dieses respektlose Verhalten zukünftig auf das Drängendste verbitte. Nicht nur mir gegenüber.

Dann war auch Ruhe im Karton.

 

Aus welchem Grund habe ich diesen Schneeballwurf nicht einfach als dumme-Kinder-Streich hinter mir gelassen? WEIL dieser Generation einmal dringend eine Ansage gemacht werden muss! Das mag zugegebenermaßen ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein, aber ein Anfang ist es allemal.

Wäre ich einfach weitergegangen, hätten sie dem nächsten Passanten vielleicht auch ungefragt eine Ladung Schnee aufgenötigt.

Diese Respektlosigkeit gegenüber Erwachsenen ist doch nicht normal!

Und wenn jetzt übereifrige Menschen dazwischenrufen möchten, dass das doch nur Kinder gewesen sind, die sich einen kleinen Scherz erlaubt hätten, bitte gerne. ICH sage dazu aber entschieden NEIN! Wenn es schon in diesem Alter so anfängt, dann möchte ich ungern herausfinden müssen, was aus denen später einmal werden soll.

MAN DARF SICH NICHT ALLES WORT- UND KOMMENTARLOS GEFALLEN LASSEN!

Der Sittenverfall schreitet mancherorts schon schnell genug voran, da sollte man dem Nachwuchs wenigstens noch ein paar Denkmomente mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, dass die Halbwertszeit solcher Ansagen die Zeitspanne eines Wimpernschlages oder sogar die Lebensdauer einer bereits geschlüpften Eintagsfliege überdauern möge.

Vernünftig erzogene Kinder bewerfen sich im Spiel gegenseitig mit Schnee, aber keinesfalls außenstehende, unbeteiligte Menschen von hinterrücks. Das ist feige und frech und hat nichts mit Naivität oder dem kindlichen Austesten von Grenzen zu tun. Solche geistreichen Gestalten werfen dir am Ende in 3 oder 4  Jahren den Chinaböller hinterher und finden das dann immer noch lustig.

Haltet es für überzogen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Wenn im Leben niemals Einspruch gegen eigene Taten erhoben worden ist, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn es irgendwann Probleme in Sachen zwischenmenschlicher Coexistenz gibt.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema.

Wie seht ihr das?

 

 

 

 

* (der war ja noch nicht einmal grün hinter den Ohren!)

 

 

 


11 responses to “Klare Ansagen braucht der Mensch! (17.1.2016)

  • Karo-Tina Aldente

    Die Probleme gibt es vermutlich dann vor allem in der (nicht möglichen) friedlichen Koexistenz. 😉

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    • senftopfherausgeber

      Das befürchte ich auch.

      Es wäre daher in solchen Fällen umso kontraproduktiver, wenn man:

      a) nichts sagt und sich die Meute damit in ihrem Spaß bestätigt fühlt.

      b) selbst die Kontenance dabei verliert (verbal….von physischen Ausschreitungen mal ganz zu schweigen!!).

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  • wuschol

    Jeder Mensch hat ein Recht auf menschliche und wie man heutzutage so zu sagen pflegt, authentische Aktion und Reaktion.

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    • senftopfherausgeber

      Vielen Dank für deinen Kommentar, Wuschol!

      Aus deinen Zeilen kann ich jedoch die Intention nicht ganz herausfiltern. Vielleicht bin ich dazu zu doof. 😉

      Zur Klären mal bitte folgende Fragestellung durchlesen und wenn du magst, beantworten:

      Zählt theoretisch (und/oder praktisch) zum Recht der Ausübung einer authentischen Aktion auch der Schneeballwurf auf die rückseitige Ansicht eines anderen Menschen durch die Hand eines Minderjährigen?
      Sprich:
      Hat ein formell als Kind zu bezeichnender Mensch das Recht, sich zum Leidwesen anderer ausprobieren zu dürfen, nur um daraus (vielleicht) zu lernen, wie weit es gehen kann (bis sich jemand darüber empört)?
      Oftmals wird die Erziehung in der heutigen Zeit teilweise so oder so ähnlich praktiziert, ohne dabei die Umstände für involvierte Mitmenschen auf dem Schirm zu haben.
      Ich persönlich lasse mich ungern attackieren…egal von wem (ungerichtete und unmotivierte Aktionen von Kleinkindern mal ausgeklammert).

      Kinder müssen ihre Grenzen testen. Das ist ein natürliches Verhalten.

      Ab einem gewissen Alter darf man aber auch einen vorangehenden Denkprozess erwarten, der eine praktische Durchführung (Bsp. Schneeballwurf) nicht mehr vonnöten macht. Alles andere wäre als mutwillig zu bezeichnen.

      Was meintest du tatsächlich mit deinen Worten, Wuschol?

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  • BloggerIn50+

    Vollkommen richtig. Auch der normale „Testbetrieb“ von Kindern hat seine Grenzen – bevor aus Test der Normalfall wird …

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  • Joan Quade

    Jedes Handeln hat angenehme oder unangenehme Konsequenzen. Das klingt für einen Erwachsenen ganz logisch. Oder? Genau! Das ist das Problem dieser Tage. Die erziehenden „Personen“ – Eltern, Lehrer, Staat, Medien etc. machen das konsequenzenlose und hinterhältige „Schneeballbewerfen“ ahnungsloser Bürger ja geradezu vor. Die Kinder sind nur der Spiegel der vorherrschenden Gesellschaftsform. Um also auf den Punkt zu kommen, ich finde es richtig, den Unmut über solche Attacken zu zeigen, denke aber, dass es vergebliche „Liebesmüh“ ist. (Obwohl ich ja für das Einseifen des eifrigen Bengels wäre. Auf Aktion folgt unmittelbar Reaktion – ist doch die beste Erziehungsmethode).

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    • senftopfherausgeber

      Blöderweise gibt es einen auf den Deckel, wenn man wildfremde Kinder oder Personen einseift…auf den Stress hatte ich keine Lust. Außerdem muss ja einer Haltung bewahren. 😉

      Ja, und das mit der vergebenen Liebesmüh trifft es wohl ins Schwarze….ich für mich selbst kann aber behaupten: Jepp, ich habe etwas dagegen gesagt und nicht einfach alles stumm hingenommen.
      Hinterher lässt sich immer viel erzählen, allein das tatsächlich gesprochene Wort mit dem Widerpart zählt.
      Auch wenn es die Welt nicht komplett umkrempelt.

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

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  • modepraline

    Hast Du auch Kinder? Habe grad nen Filmriss….! Ja, die Erziehungen lassen leider immer mehr zu wünschen übrig, aber über einen Schneeball würde ich mich nicht aufregen, höchstens einen Beitrag daraus machen (genau wie Du) … jede solche Aktion gibt schliesslich eine Geschichte! Das war schliesslich ein Blogsupporter!!!??? 🙂

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