Monatsarchiv: März 2016

Spiderman is having me for dinner TONIGHT… (31.3.2016)

 

Per Zufall stieß ich beim Stöbern durch die Armada aus Silberlingen auf „The Cure„….ein Klassiker.

 

Das Album „Disintegration„- eine der finsteren Musikplatten der Gruppe, die an die Anfangszeiten als Gothicband ankoppelte- hatte es mir besonders angetan. Man darf gerne Rückschlüsse auf meinen derzeitigen Gemütszustand schließen, muss man aber nicht.

Auf dieser Scheibe fand ich ein Lied, das ich hin und wieder im Ohr hatte, aber nie wirklich zuordnen konnte: „Lullaby„.

Angeblich verarbeitete hierin der Sänger einen Albtraum aus seiner Kindheit, der ihn immer wieder verfolgt hatte.

 

Ich besann mich, was mich damals des Nächtens so umgetrieben hatte. Vielmals sah ich mich irgendwelchen Gruselgestalten ausgesetzt. Hin und wieder quälten mich auch Feuersbrünste…gern nach Feuerschutzübungen.

Ein Alb erzeugt jedoch noch heute recht nachhaltig ein kaltes Schaudern bei mir, wenn ich an ihn zurückdenke.

 

Folgendes trug sich zu:

Ich saß auf der Rückbank der elterlichen Kutsche und sah bereits von fern einen alten, knochig-ledrigen Mann- quasi eine Art Ötzi-Replikation- auf dem Gehweg, der mich instinktiv, ohne das Warum zu wissen, im Sitz zusammensinken ließ, bis eigentlich nur noch die Haarspitzen über den unteren Scheibenrahmen hätten herausragen können. Dennoch schien mich diese furchteinflößende Person wahrgenommen zu haben und streckte gierig die Hand nach mir aus. Tja, zum Glück fuhren wir schnell an ihm vorbei…doch da hatte ich fürwahr nicht die Rechnung mit diesem höchst seltsamen Knochenmann gemacht, dessen knorrig-sehniger Arm urplötzlich an Länge zunahm und das Auto mitsamt meiner Wenigkeit zu verfolgen begann. Natürlich stellte auch das eilig hochgekurbelte Fenster kein wirkliches Hindernis dar.  Alsbald packte mich die dürre Hand am nach unten geneigten Genick und die nackte Angst fuhr mir augenblicklich in die Glieder.

Dann wurde mir gnädiges Erwachen zuteil.

 

Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht hatte, um mich in der Finsternis innerlich wieder halbwegs zu beruhigen. Ich fürchtete, sobald sich meine Augen wieder schließen würden, könnte mich diese Kreatur erneut packen.

 

Es gibt schon sehr, sehr kuriose Begebenheiten, während man scheinbar selig und fernab jeder Gefahr in Morpheus Armen hin und her geschaukelt wird. Obacht daher: Gelegentlich könnte man auch von einem Messer verfolgt werden, wie kürzlich meine Kollegin berichtete. Da steht man natürlich erst einmal aufrecht im Bett. Verständlich.

 

Was hat euch denn so in Kindheitstagen um den Schlaf gebracht? Tragt ihr auch euren ganz persönlichen „Spiderman“ mit euch herum?

 

 

 


Camouflierte Werbung (28.03.2016)

 

Über Ostern hatte ich meiner Heimatstadt einen Besuch abgestattet. Und dort fahren der massenhaft zelebrierten, öffentlichen Fortbewegung halber Straßenbahnen, neudeutsch auch TRAMs genannt.

 

Diese hier für gewöhnlich gelb-schwarz gezeichneten Schienenfahrzeuge ziert oft im erheblichen Maße Werbung. Von oben bis unten sind diese teilweise zugeklebt. Wenigstens dem Fahrer muss jedoch noch etwas freie Sicht vergönnt bleiben…das schreibt nun einmal das Gesetz so vor.

 

Mit der Werbung im Allgmeinen verhält es sich ja so: Sie soll auffallen, die Blicke potentieller Kunden auf sich lenken, zum Kauf verleiten, schwach werden lassen, den Geist vom Fleische überwältigen lassen, Begierden heraufbeschwören, …

UND zum darüber Reden anregen.

Im Gegensatz dazu dient die Camouflage der Verschleierung, dem Verbergen, der Unauffälligkeit, der gekonnten Verschmelzung mit der eigenen Umgebung, …

WENN man darüber redet, war die Tarnung jedenfalls nicht gut genug.

 

Seit einiger Zeit hat sich die Bundeswehr eines dieser Bahnhohlkörper bemächtigt, um von sich abzulenken…oder auf sich aufmerksam zu machen…oder…also…keine Ahnung. Die Bahn fährt jedenfalls in kompletter Camouflageoptik herum. Augenzeugen berichteten sogar, dass sie diese TRAM schon beinahe übersehen hätten…plötzlich stand sie vor einem am Bahnsteig. Na, hoppla!

 

Ich staune: Wie unkonventionell die Werbebeauftragten der Bundeswehr da vorgegangen sind! So hintersinnig hätte ich den Laden gar nicht eingeschätzt. Die spielen regelrecht mit den Gegensätzen. Wie aufregend!

Den Trick muss ich mir merken:

Ich präsentiere mich demnächst auch mal auf dem Silbertablett, möchte dabei aber nicht wirklich gesehen werden.

 

In jedem Falle haben wir darüber gesprochen…also ich…geschrieben….Werbe-Treffer* versenkt, würde ich sagen. Zur Strafe geht es dafür aber fünfmal über die Hindernisbahn, Kameraden, und danach: Schminkkurs!

 

 

 

* Tipp: Scharf links um die Ecke zielen…wenn man eine G36 in den Händen halten sollte. 😉

 

 

 


Böser Geist, weiche! (27.03.2016)

 

Keine Angst, ich bin  ganz bei Sinnen und wabere keines Falls durch irgendeinen Eierlikör-Äther. Erstens habe ich es nicht so mit dem Allllohoool und zweites nicht so mit Eierlikör im Speziellen. Auch nicht zu Ostern mitsamt der ganzen Eierei.

 

Mir fiel nur auf, dass soeben der 666te Kommentar aufgeschaltet worden ist. Hier. Bei mir.

Und wer trägt die Schuld, dass diese pöööhse, pöööhse Zahl durch mein Gemäuer spukt? Natürlich- wie konnte es anders sein- musste diese gloreiche Glanztat meinem Mist erwachsen.

Meiner Mutter würde jetzt wieder vor Schreck das Eierlikörglas aus der Hand rutschen, wenn sie dies mitbekommen hätte. „Kind! Ich habe schon immer gesagt: Zieh dich nicht immer so schwarz an!“ *

Tja, nun habe ich den schwarze-Bandnudeln-Salat.

Wie bekommen wir diese pöööhse, pöööhse Zahl wieder eradiziert?

 

Vielleicht sollte ich einen (Schein)Heiligenschein darauf montieren. Womöglich hilft das. Die Gottesvertretung hier auf Erden schafft es doch auch immer wieder, erfolgreich mit der blütenweißen Weste dem schlammigsten aller Sümpfe zu entsteigen.

Vielleicht sollte ich auch DIE Raute anbasteln….das befreit von jedweder Verantwortung jeglicher Konsequenzen, die diese Zahl mit sich bringen könnte. Ich wäre damit fein raus. Sollen sich doch die Geisteraustreiber damit herum- und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Vielleicht sollte ich den Kommentar auch einfach nur auslöschen. Das können wir Menschen ja leider so gut. :-/

 

Am besten, ich mache gar nichts, lasse die Zahl eine Zahl sein und verdrücke in dieser schier auswegslos anmutenden Situation ein Schokoladen-Ei. Wenn ich eines finde, dann darf auch Eierlikör enthalten sein. Böser Geist Allllohoool, ich komme! Jetzt is mir allet ejaaaal.

 

 

 

* Gerade sitze ich aber in festlichem Hellblau da.

 


Gelauscht Teil II (26.03.2016)

 

An der Bahnsteigkante.

 

Zwei junge Kerlchen unterhielten sich, wobei man diese Unterhaltung streng genommen eher als Echauffieren auf der einen Seite und zustimmend nickendes Lauschen auf der anderen Seite bezeichnen sollte.

Ey, Alder, ich könnte mich so aufregen, ey! Die konnten mir nicht mal in die Augen gucken, ey!

Dann folgte eine Tirade über das deutsche Justizsystem, das ihn offenbar zu Sozialstunden in nicht unerheblichem Ausmaße verknackt hatte. (Glaubt mir, werte Leser, bewusst hätte ich es mir nicht erlauschen wollen, hin und wieder tönten auch nur Bruchstücke an mein Ohr, aber unfreiwilligerweise wurde ich nun einmal Ohrenzeuge. Es wurde mir ja geradezu aufgedrängt, hätte ich nicht ans andere Ende des Bahnsteiges wechseln wollen.)

Mehrmals wiederholte er in wechselnder Wortzusammenreihung seine Aussage, dass ihm von richterlicher Seite her offenbar niemand ins Gesicht schauen wollte (oder wie er meinte: konnte…sozusagen mangels Eiern).

Ey, die können einen doch überhaupt nicht beurteilen, wenn sie einen nicht mal anschauen!

Da gab ich ihm recht. Ein Bisschen.

Die konnten mir echt nicht in die Augen gucken, ey!

Ja, ja…

Ey, da kannst du tausend gute Sachen machen und einmal was Schlechtes….und die gucken dir [bei der Verhandlung/Unterredung] nicht mal ins Gesicht dabei, ey!

 

Also, ich drück es mal so aus:

Wenn man was auch immer für eine Tat begeht, die einen ordentlich Sozialstunden beschert, dann ist das wurscht, ob man vorher die Mustergültigkeit in Person war. Es mildert lediglich die Strafe.

Wenn ich aber im nächsten Atemzug anschließe, dass ich offenbar bereits im letzten Jahr auch schon Sozialstunden ergattert habe, dann kann da etwas mit der Eigenwahrnehmung nicht ganz stimmen.

Wie kann ich mir Milde reklamieren, wenn ich kein Kind von Unschuld bin? Vielleicht würde ich mich an deiner Stelle einmal kurz selbst überdenken, damit es erst gar nicht zu einer sozialstundenpflichtigen Veranstaltung ausartet.

Denn anscheinend, dürfte ich die weiteren Ausführungen zu seinem in die Weltgeschichte hinausposaunten Werdegang beurteilen, mangelt es ihm wohl öfters an Selbstbeherrschung.

 

Das ist aber auch immer so schön klassisch an diesem Typ Mensch. Er verbockt etwas und am Ende tragen die anderen die Schuld. Man selbst hat überhaupt nichts dazu beigetragen, dass dem Gegenüber plötzlich der Schneidezahn ausgefallen ist, oder was auch immer passiert sein mag. Und dann beansprucht man am besten noch die volle Anerkennung der eigenen Persönlichkeit….“Ai, das hast du aber fein gemacht!

 

Jeder hat seine Würde und Anerkennung der eigenen Person verdient, die es zu achten und zu respektieren gilt, auch wenn es gerade bei Mördern oder anderem straffällig gewordenem Volk recht schwer fällt. Ich kann dies aber nicht für mich vehement einklagen, wenn ich mich diesen Vorsätzen immer und immer wieder selbst entziehe….wie geschrieben….Sozialstunden bekommt man nicht für ein Fleißbienchen im Muttiheft!

 

Ich glaube, die Gedankengänge des jungen Mannes waren vom Prinzip her nicht ganz unberechtigt gewesen, jedoch endeten sie leider abrupt am Rande der eigenen Untertasse.

 

 

 


Finde das Osterei! (24.03.2016)

O

S

T

E

R

E

I

 

(Mal sehen, wer es zuerst findet…der- oder diejenige darf es sogar behalten. Frohe Ostern!)

 

 

 


Achtung! Wildsau! (23.03.2016)

 

Der gestrige Tag war seit langer Zeit mal wieder ein Tag so richtig zum Vergessen. Es gibt immer Tage, wo man nicht weiß, wozu man das überhaupt jetzt macht…aber gestern…ätzend.

Ständig kam etwas neues hinzu, was erledigt werden wollte, oder wo es einfach nur Informationen zu hören gab. Zumeist war es nichts Gescheites. Mehr als einmal musste ich mit meinem Kopf schütteln (für den direkten Weg gen Tischplatte und wieder zurück entschied ich mich wohlweislich aus Unversehrtheitsbestrebungen nicht).

Dieser Erwartungsdruck von allen Seiten, meiner nicht ausgeschlossen, zermürbt auf Dauer, insbesondere dann, wenn man wieder nichts konkretisieren kann, weil alles einen vagen Schwebezustand angenommen zu haben scheint.

Ich hasse es, wenn ich nicht einmal ansatzweise ohne großartige Umstände planen kann. Da werde ich innerlich zur Wildsau und würde am liebsten einmal quer wie eine ebensolche gesengte durch meine Ablage rennen wollen. Einfach so. (Natürlich würde ich am Ende alles wieder aufräumen! 😉 )

Man könnte mir in solchen Dingen auch einen gewissen Kontrollzwang attestieren. Ich überlasse ungern dem Zufall die letzte Entscheidungsgewalt. Es sollte, soweit irgend möglich (dies lässt sich in meinem Metier jedoch nicht immer praktizieren), alles geregelt sein, was geht. Es gibt schließlich noch mehr als genug Punkte, die ich selbst nicht beeinflussen kann, deren ich mir auch sehr bewusst bin.

Entsprechend gut gelaunt, galt es, den gestrigen Tag zu überstehen, und es die eigenen Leute nicht unbedingt spüren zu lassen. Meine Haut war jedoch sehr, sehr dünn, um nicht zu sagen: Fast durchscheinend.

Warum muss immer alles so kompliziert und umständlich gemacht werden? Sollte das eigene Handeln nicht zielorientiert und effektiv gestaltet werden dürfen?

 

Auf der Heimfahrt…es war vielleicht gegen halb Elf…traf ich auf eine nächtliche Begegnung der anderen Art. Irgendwie zumindest.

Eine Rotte Wildscheine wühlte frisch und fröhlich direkt neben mir am Straßenrand.

Sollte mir das irgendetwas sagen?

Sinndeutende Leser bitte vor!

 

 

 


Frag doch mal…den Gingupin! (16.03.2016)

 

Wer hat sie nicht schon einmal selbst gewälzt….die drängendsten Fragen, die die Welt bewegen. Zumindestens die eigene, kleine. Im Moment spiele ich auch nicht auf irgendwelche schnöden Suchorgien nach Örtlichkeiten für überaus dringlich anstehende, menschliche Bedürfnisse an, die bei manchen hin und wieder wohl recht dominant jeden weiteren um Aufmerksamkeit konkurrierenden Gedankengang nach ganz weit hinten in die Warteschlange zu verweisen vermögen.

Aufschlussreiche Interviews mit ebenso spannend umrissenen Persönlichkeiten und aufmerksamen Persönlichkeitsstudien…angetan hat es mir der grundehrliche Gingupin…hierzu bietet Mallybeau Mauswohl, ihres Zeichens Autorin und Kunstschaffende.

 

Ich habe die Ehre, dich in meinen im Vergleich recht wenig heiligen Hallen begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen, Mallybeau!

Ein Stück weit neugierig bin ich auf deine Bücher geworden, die recht unkonventionell daherzukommen und bemerkenswerte Denkansätze zu beinhalten scheinen.

Eine Wundertüte?

Wer weiß das schon…

Quäk, quäk!