Monatsarchiv: Mai 2016

So, oder so ähnlich (10.05.2016)

 

Wie fühlt es sich an, sich eine Woche bei Traumwetter erholen zu dürfen?

Seeehr gut, kann ich euch versichern!

Wie lange hält dieser Effekt an?

Im Allgemeinen sicher eine Weile.

Wie lange im Speziellen?

1 Minute!

Gestern stürzte ich mich mal wieder in die Höhle des Löwen. Kopfüber und ohne Sturzhelm.

Es war wieder exemplarisch. Stellt euch beispielhaft vor, ihr erarbeitet einen Plan, freut euch über das halbwegs gelungen ausschauende Ergebnis und dürft dann jedoch ständig Änderungen vornehmen, weil immer wieder kurzfristig neue Meldungen eintreffen. Natürlich fein säuberlich voneinander getrennt eintrudelnd, eine nach der anderen, niemals im Pulk. WEIL es so viel Spaß macht und ihr ja auch überhaupt nichts mit euch anzufangen wisst. Irgendwann stellte ich in meinem konkreten Fall jedenfalls fest, dass ich bei einer neuerlichen Änderung wohl an der Decke wiederzufinden sei und stellte mir dabei eine widerborstige, sich an eben jener Decke festkrallende Mietzekatze vor.

Heute dann wollte ich mal pünktlich Feierabend machen. Alles war für diesen Tag abgearbeitet. Keiner wollte mehr akut etwas von mir, was nicht bis morgen auch noch Zeit gehabt hätte. BIS das Telefon klingelte. Ja, ok, ich warte auf Sie. Kein Problem.

Irgendwann daheim angekommen, machte ich mich daran, die Steuererklärung (Ihr erinnert euch sicher…) reisefertig zu machen und stiefelte mit ihr zur nächsten Postfiliale.

Diesen Gang verbuchte ich letztlich auch nur unter „Spaziergang im Sonnenschein“, denn die Filiale hatte kurzfristig neue Öffnungszeiten veranschlagt, obwohl letzte Woche noch nichts davon zu ahnen gewesen war. Aber natürlich haben Sie mein Verständnis, wenn Sie mich schon so freundlich darum bitten, …. NICHT!

 

Also manchmal geht mir dieser Murphy echt auf den Zeiger.

Naja, Hauptsache, der große Rest geht seinen sozialistischen Gang*! Hierfür suche ich jetzt gleich mal mein „Ommmm“ und bastel mir aus meinem schlechten Karma lustig-bunte Origami-Pelikane….

 

 

 

* geprägt durch völlige Unaufgeregtheit

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Hol’s der (Bundes)Geier…oder die ELSTER! (08.05.2016)

 

Steuererklärungen sind etwas feines…

 

…wenn man auch sonst im Privatleben auf masochistische Praktiken steht. Und jedes Jahr heißt es wieder: The same procedure as every year, Miss Sophie? The same procedure as every year, James!

 

Steht für eine(n) pflichtbewusste(n) Bürger/in mit der allgemeinen deadline (31.5. im Normalfall) nicht schon ohnehin genügend Zwang dahinter, droht der Fiskus nun mit einer weiteren Keule, die einen Neanderthaler bei einem direkten Aufeinandertreffen vis-à-vis vor Neid erblassen lassen würde.

Nun sollen ab 2017 bereits automatisch ab dem ersten Tag des Verzugs 25 Euronen pro Monat fällig werden. Da wird kein (Hühner)Äuglein mehr zugedrückt. Nööö.

Natürlich gehört es sich nicht, einen Termin ohne Vorankündigung platzen zu lassen. Da gehe ich konform. Aber manchmal sieht man vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht, es fehlen noch wichtige Unterlagen, oder was weiß ich. Gestern war noch Ostern und morgen steht bereits der Weihnachtsmann vor der Tür. So sieht die Realität doch aus!

Die Art und Weise finde ich jedenfalls nicht gerade nett, besonders im Hinblick darauf, dass einige wenige machen können, was sie wollen (Kann man die 25 Euro pro Monat eigentlich auch via Spendenquittung an das Staatssäckel steuerlich absetzen?), und den kleinen Mann bzw. die kleine Frau lässt man genüsslich ausbluten, weil der Umschlag einen oder zwei Tage zu spät eingetrudelt ist.

[Für 25 Euro erhält man schließlich ca. 25 Kugeln Eis, möchte ich nur mal eben in den Raum gestellt haben.]

Das kommt auf meiner persönlichen Sympathie-Skala direkt hinter stasiesken GEZ-Eintreibern (als es sie noch gab…man hörte ja so einiges), Inkassounternehmen und zwielichtigen Verbandelungen zur buckeligen „Verwandtschaft“ auf Sizilien. Warum nur fühlen sich meine unteren Extremitäten plötzlich so schwer wie Beton an? Egal.

Kulanz war jedenfalls gestern! Aus die Maus.

Somit sinkt mit diesem Zuwachs an Zwang indirekt proportional die Motivation weiter gen Tiefpunkt.

Weil ich diesbezüglich ein kleines Angsthäschen bin und mir meine 25Euro nicht einfach für nichts und wieder nichts abluchsen lassen möchte (schon einmal vorsorglich für 2017 Panik schiebend 🙂 ), habe ich heute meine Steuererklärung noch einmal eingehend geprüft und werde sie hoffentlich nächste Woche auf Reisen schicken.

Dafür sperrte ich konsequent die lachende Sonne aus und verkrümelte mich zwischen sämtliche Papiere, rutschte auf Knien umher und tippte Summanden zur Sicherheit lieber zweimal in den Taschenrechner ein. Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, ich würde den Staat wissentlich um 1,50Euro besche*ßen wollen.

 

Bei dieser Wadenbeißer-Aktion geht es offenkundig auch nicht nur allein darum, dass der Bürger an eine seiner ersten Pflichten- die Pünktlichkeit- erinnert werden soll (wäre ja noch irgendwo nachvollziehbar), nein, er soll damit auch langsam von der Papier- auf die elektronische Form umdressiert werden. [Die Logik dahinter würde ich aber gern noch einmal fachkundig erklärt bekommen wollen…]

Wie es scheint, mit der Holzhammermethode. Sehr freundlich. ICH STEH ABER AUF PAPIER, Sack Zement!

 

Spannend wird die Angelegenheit zudem, wenn man bedenkt, dass sehr, sehr viele Bürger/innen eher noch Geld vom Finanzamt zurückerstattet bekommen. Dem Staat entgeht somit kein Pfennig, da ihm quasi bereits „auf Kredit“ vorgestreckt worden ist. Bei den heutigen Zinssätzen braucht der Fiskus auch im Normalfall keine Angst um möglicherweise entgangenes Klimpergeld aus überstiegenen Freibeträgen (Kapitaleinkommen) zu haben. Die EZB gibt sich dahingehend ja richtig viel Mühe.

Dem Großteil dieser Bürger wird es daher wohl egal sein, ob die Rückzahlung durch ihr eigenes Versäumnis 3 Stunden früher oder später auf dem angegebenen Konto landet. Wofür sollte er dafür noch bestraft werden? Das wären doch unter Umständen sogar ganze 3 Stunden mehr, die der Staat mit dem ihm anvertrauten Geld wirtschaften könnte…

Egal.

Wie man es macht, ist es sowieso falsch. Wenn der Kuchen spricht, hat der Krümel zu schweigen.

 

The same procedure as every year?

The same procedure as every year! I’ll do my very best!

 

 

 

 

 

 


Von und zu… (08.05.2016)

 

 

Man kann von ihnen halten, was man möchte, aber Kalorientierchen verbinden ganz offensichtlich die Massen*. Dafür spendierte ich den Leckermäulern heute Morgen großzügig eine Runde Zucker im Kaffee. Weil Sonntag ist.

Angelockt vom sirenenhaften Gesang dieser Süßholzraspler und Zucker um den Bart (vorhanden oder nicht) Schmierer fand sich nämlich jüngst eine weitere Leserin ein, um unter (Lach)Tränen gemeinsam auf einen Abgesang gegen diese Kerlchen einzustimmen. Nicht, dass wir es nötig hätten, aber man kann und darf sich schließlich stets gern von seiner empathischen Seite zeigen und sich mit jenen solidarisch stellen, an welchen diese unheimlichen Gestaltenverzerrer einen Narren gefressen haben mögen. Wir sind mit euch!

Recht unprätentiös schreibt, kocht, umsorgt, wickelt und formt sie sich ihren Alltag, dass es eine wahre (Lebens)Freude ist. Herzlich willkommen, MajavonSchwartzenberg!

Bei ihr wird Yoga zu Moderner Kunst, aus wenig Aufwand viel und aus durchfälligen Katzen sowie siebenköpfig fressenden Raupen** das tägliche workout für die Lachmuskulatur.

Sehr empfehlenswert!

 

 

 

* Entschuldigt bitte diese Plattitüde! Ihr dürft auch gern das Strafmaß festlegen…einen Tag im Schlaraffenland oder zwanzig Gläser Nuss-Nougat-Creme auf ex. Zur Abstimmung geht es HIER (einfach anklicken…) entlang.

** Was hinein möchte, kommt auch zumindest in Teilen zwangsläufig wieder heraus….das ist nun einmal das Massenerhaltungsgesetz, falls ihr im Chemieunterricht gut aufgepasst habt. Vorausgesetzt man geht davon aus, dass es sich bei einem Kind um ein geschlossenes System handelt. Vorausgesetzt sei auch, dass man im Physikunterricht nicht so richtig (geistig) anwesend war, als es um den Massendefekt ging…

 

 


Ihre Durchlaucht schlägt Wellen (07.05.2016)

 

 

Auf einer neuerlichen, sportlich betrachtet diesmal eher beschaulichen Radtour entlang des Elbe-Havel-Kanals traf ich bei märchenhaftem Wetter auf eine Prinzessin.

Ohne Witz!

Von Weitem staunte ich nicht schlecht darüber, was sich da plötzlich in einigen hundert Metern Entfernung vor mir aufgetan hatte. Allein ihre Rückansicht war schon…nunja….irgendwie besonders. Sehr aufwühlend, würde ich fast behaupten. Man sieht nicht oft, dass ein Hofstaat sein heimisches Wasserspiel à la Reichenbachfälle mit sich zu führen gedenkt. Nicht einmal im Märchen.

Mit wehenden Fahnen durchpflügte sie unbeirrbar die Landschaft, als befände sie sich auf einem Walkürenritt.

Wie es schien, wohl doch mit angezogener Handbremse. Es dauerte nicht lange, da hatte ich sie nämlich, hoch zu Ross auf meinem wackeren Drahtesel hockend, eingeholt.

Wenig prinzessinnenhaft packte Madame, einmal auf Hochtouren gelaufen, richtig an und warf mit ihrem recht kraftvoll daherkommenden Auftritt derart heftige Wellen auf, dass es eine Flunder auf den Rücken hätte legen können. Alle Achtung.

Alsbald trennten sich jedoch unsere Wege. Es tauchen schließlich immer irgendwo Schranken auf, die die Spreu konsequent vom Weizen zu trennen wissen. Man gibt sich nicht mit niederem Volk ab. Oder hat eben schlicht und einfach andere Pfade zu beschreiten. Wie auch immer.

Doch man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Im Halbschatten einer an den Elbwiesen beheimateten, alten Weide lesend, ahnte ich nicht, dass mich die Prinzessin womöglich doch verfolgen könnte.

Wie ein laues Sommerstürmchen rauschte sie heran.

Von ihrer Entourage war jedoch kaum noch etwas zu sehen. Sie war wohl beim Mittagessen, während Durchlaucht neuerlich für einen halben Tsunami sorgte.

Und dann zog sie auch schon vorbei, die Nase kokett in den Wind haltend.

 

Es gibt Phänomene, die erzeugen scheinbar viel mehr Wirbel, als man im Allgemeinen für nötig erachten könnte. Ob einem Fischlein die Runde mit einem Riesenrad gefallen würde?

Ahoi, Prinzessin*, du Sturm im Wasserglas!

 

 

 

 

* Gemeint ist ein Flussschiff mit Schaufelradantrieb im Heck.

 

 

 

 

 

 


Wort trifft Bild (06.05.2016)

 

Unsere Sprache ist eine sehr bildliche. Oftmals braucht es nicht viel, um sich in wildesten Kopfkinoszenarien wiederzufinden oder gar darin zu verlieren. Ich spreche da aus Erfahrung.

Man kann diese an sich schon starke Verbindung von Wort und Imago jedoch auch noch ein gutes Stück weitertreiben und die eigenen Geschichten oder Gedichte unterstützend illustrieren, oder sich in entgegengesetzter Richtung durch eigene Malereien und Zeichnungen zu Geschichten oder Gedichte inspirieren lassen.

Der Phantasie können, wenn man sie überhaupt erst einmal zulässt, keine Grenzen gesetzt werden, weder im eigenen Kopf noch auf dem Papier. Nicht selten spukt dieser unberechenbare Wildfang durch die Räume unseres Oberstübchens und ehe wir sie am Arm packend aufhalten können, schlägt sie uns die Tür vor der Nase zu, wenn sie für diesen Moment partout nicht greifbar sein möchte. Doch gelegentlich- bei dem einen öfters, bei dem anderen seltener- lässt sie es zu, dass wir uns ihrer sprunghaften Art annehmen und sie aus unseren Köpfen auf Papier bannnen können.

In Worten. Als Bildnis. Oder in Wort und Bild.

 

KunsttrifftPoesie praktiziert dieses Prinzip und hat darin offenbar seine Erfüllung gefunden.

Herzlich willkommen! Ich wünsche stets gutes Gelingen beim Einfangen dieses wilden Frauenzimmers namens Phantasie!

 

Wenn ich kurz zitieren darf: „Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.“ (KunsttrifftPoesie)

Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Rein gar nichts.


FliegenFischen (05.05.2016)

 

Auf meiner heutigen, recht ausgedehnten Radtour entlang der Elbe (läppische 80km in etwa) ereilte mich nach erfolgreich absolviertem Degustieren und Inhalieren eines Insektenschwarmes folgende Erkenntnis:

Manchmal muss man Fliegen (fr)essen, um ans Ziel zu gelangen. Dumm  nur, wenn der gesamte Weg das Ziel ist. 🙂

Die kleinen Dinger schmecken wirklich NICHT!

Dann entging ich knapp dem Angriff einer großen, schwarzen Schlange. Also, um ehrlich zu sein, eher sie mir. Aber die war riiiiiesig! Mindestens sooooooo groß!!!

Haarscharf war’s! Wir haben es jedoch beide überlebt.

Mein Weg führte mich auch an anderen Schlangen vorbei, die weitaus weniger reptilischer Natur zu sein schienen. Vornehmlich waren sie an Biertresen und Bratwurstausgabestellen anzutreffen. Seltsame Laute und eine melodieähnliche Geräuschentwicklung à la „Pferd auf dem Flur“ waren bei diesen Exemplaren wohl  für den Moment das beängstigendste.

An einem Kloster angelangt, sakralen Gesängen aus dem Innenraum lauschend, befand ich, dass es gut war (dabei stand noch nicht einmal der 7. Tag an…) und aß ein Eis. Buttermilch-Zitrone, wen es interessiert. Wen nicht: Es war trotzdem Buttermilch-Zitrone.

Auf dem Rückweg durfte ich freudig feststellen, dass ich genauso schnell fahren konnte wie ein Motorrad. Nach der Kurve am Ortsausgang war dann aber doch Schluss. Egal.

Zurück in den heimischen Vier Wänden, warf ich mich erst einmal ermattet aufs Sofa zum Wundenlecken*. Nach dem eher sportarmen Winter (von ein paar Fitnessübungen abgesehen….zumeist blieb es bei elendigen Diskussionen mit dem Schweinehund) und in diesem Jahr lediglich sporadisch erfolgten Miniausflügen, machte doch der ein oder andere Muskel auf sich aufmerksam. Man wird ja auch nicht jünger, so von Jahr zu Jahr. *kicher*

Aber DAS war es mir definitiv wert!

Eindeutig.

Ich habe nämlich meinen Kopf einfach mal auf Durchzug stellen können. Das kann ich allen nur wärmstens empfehlen. 🙂

 

 

 

* Von postalisch zugestellten Genesungswünschen darf gern abgesehen werden. Ich sehe optimistisch in die Zukunft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ein heilsames Versinken (04.05.2016)

 

 

Am Elbestrand

 

Der Sand knirschte leise unter meinen Schritten, als ich mich- suchend- umsah.

 

Die Sonne schien mir wärmend ins Gesicht. Sie blendete mich ein wenig. Schützend hielt ich meine Linke vor die Augen und ließ mich nieder.

Sich an der Oberfläche sanft kräuselnd nahm die Elbe meine Gedanken wie hinter Glas verschlossene Botschaften geduldig mit sich.

Stromabwärts.

In der Stille hielt ich für einen gedehnten Augenblick lang inne. Ich ruhte tief in mir und warf nun auch die Lasten über Bord.

Stromabwärts.

Ein Kahn durchbrach das leichte Spiel der Wellen. Ein starker Sog ergriff und trieb auch mich zur Gänze endlich fort.

Stromabwärts.

Ließ zögernd los. Versank zunächst.

Doch strandete.

Stromabwärts.

Die Sonne schien mir wärmend ins Gesicht. Sie blendete mich ein wenig. Schützend hielt ich meine Linke vor die Augen und erhob mich wieder.

 

Der Sand knirschte leise unter meinen Schritten, als ich fortging.

 

Alles im Fluss.

Am Elbestrand.