Apfelbaum (17.04.2017)

 

 

Mal wieder etwas Kitschiges, weil mir nach dem Osterwochenende mit all seinen teils Wetterkapriolen schlagenden Auswüchsen so war. Außerdem entdeckte ich einen Baum (zwar keinen Apfelbaum), dem ich im Winter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Exitus bescheinigt hätte.

Und nun hat er tatsächlich Blüten getrieben…

 

 

Apfelbaum (2017)

 

Graue Formationen, nahendes Gewölk,

blaues Band über den Köpfen.

Regen peitscht, die Kälte beißt.

Noch wütet es in weiter Ferne.

 

Ein Wind kommt auf, der Halm erbebt.

Wie rosig doch die Blüten strahlen!

Am Apfelbaum, dem alten, morschen.

Als längst schon tot befundeter Geselle.

 

Nun zerrt es wild an seinen Armen,

rüttelt an den alten Knochen.

Ein sprödes Brechen, leises Ächzen.

Dann schweigt er…

 

…still ist es um ihn herum.

 

Schon legt es sich wie ein Verband,

um alte Narben, frische Wunden:

Das blaue Band. Es heilt die Seele.

Trotzig rauscht der Apfelbaum.

 

 

 

 

 

 

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24 responses to “Apfelbaum (17.04.2017)

  • Es Marinsche kocht

    ( schluchz )

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  • Herzkoma

    Das blaue Band darf nicht fehlen, der Regen „peitscht“, die Kälte „beißt“ und was macht der Wind? Er „kommt auf“. Natürlich. Wenn man schon sich überhaupt im Dichten versucht, sollte man wenigstens in den Worten Originalität beweisen. Du benutzt ja lauter abgegriffene Floskeln und Phrasen. Und natürlich wird „still“ irgendwann .. Trink mal ein paar Apfelwein auf mein Wohl und lass den Apfelweinrausch rauschen. Aber lass die Finger von Klischees, benutz eigene Worte. Dann kanns nur besser werden. Ich drück die Daumen :p

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    • S[Punkt]

      Daher die kurze Einleitung. Der ein oder andere kann sie ja auch als Warnung auffassen, nicht zwingend weiterlesen zu müssen.
      Und ja, es mag Klischees bedient haben. Das ist mir egal. Beschrieben wurde das, was ich gesehen und erlebt und empfunden habe. Nicht mehr, nicht weniger.

      Schade, ich halte nicht viel von Alkohol. Tut mir leid, da wird wohl nichts großartig ins Rauschen kommen können.
      Kein „blauer Faden“, an welchem ich mich entlanghangeln könnte…
      Trotzdem: Auf dein Wohl!

      Mich würden ja deine Werke einmal interessieren.
      Leider arbeitest du in einer geschützten Ansicht, die mir verwehrt ist. Neugierig geworden bin ich allemal!

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      • Herzkoma

        Ja, insofern hast du deinen Gefühlen einen Ausdruck verliehen und das hat mich auch bewegt, sonst hätt ich nicht kommentiert.

        Mein Blog ist mir mehr so eine Art Notizblog, wo ich alles aufschreibe, was mir so spontan durch den Kopf geht. Da kann jeder Zugang anfordern und bekommt ihn in der Regel auch.

        Anspruchsvoller wirds hier:

        http://prinzprospero.de

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      • S[Punkt]

        Es ist bei mir zudem nicht immer das Augenfällige, worauf es mir ankommt.
        So gesehen ist jedes Wort- irrelevant, ob besonders ausgefeilt oder doch besonders klischeebehaftet- nur eine Hülse zum Zwecke des Transportes einer Botschaft oder eines Gefühls.
        Es ist Mittel zum Zweck, um es einmal wenig romantisiert auszudrücken.

        Manchmal wollen die Worte einfach aus einem heraus, unabhängig von der Ästhetik des Gesamteindruckes und vor allem ganz ohne Zwänge.

        Lege drei (oder mehr) Menschen einen Text, vielleicht auch nur einen einzelnen Satz vor und jeder wird für sich etwas anderes herauslesen.
        Einer sieht einen Apfelbaum, ein anderer irgendeine Metapher und der/die letzte wiederum sieht in Wahrheit- wider der gelesenen Worte- eine Japanische Kirsche, weil er/sie das so für sich beschlossen hat, weil er/sie nicht alles glaubt, was andere schreiben, oder weil es ihm/ihr im augenblicklichen Kontext mehr entspricht (, oder weil er/sie Botaniker/in* ist 😉 ).

        Das ist das Schöne an (Laien)Kunst (egal, in welcher Form):
        Man kann etwas sehen, muss aber nicht.
        Und es steht jedem offen, noch viel weiter hinter die Dinge zu blicken bzw. das vorhandene als Sprungbrett zu nutzen.

        (* Im übertragenen Sinne, versteht sich. Für gewöhnlich kann man eine Apfelblüte von einer Japanischen Kirsche schon ganz gut unterscheiden. 🙂 )

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      • Herzkoma

        Du bist ein pfiffiges Kerlchen und wirst wohl auf alles eine Antwort haben, die dein derzeitiges Weltbild bestärkt. Genauso aber wie du mit Ansichten, Einsichten oder mit dem Blick auf die Dinge und die Welt spielst, so kann man auch mit Worten spielen und wegkommen von der flachen Plattitüde zu einem Feuerwerk der Sprachmagie. Wenn dir heute Erbsen mit Speck reichen und morgen Speck mit Erbsen, dann guten Appetit. Ich mag die Abwechslung und versuche, das was ich schreibe auch so zu schreiben, dass es nicht abgegriffen wirkt. Ich wollt dir nur die Anregung geben, beim nächsten Gedicht, auch gleichzeitig mal zu überlegen, etwas so sprachlich zu gestalten, dass es klingt, als hätte noch niemand so eine Wortkombination benutzt. Ansonsten schreibst du schon ganz gut. Wenn es dir reicht, dann bleib dabei, aber ich bin halt ein Versucher und versuche immer ein wenig mehr Ehrgeiz in die Menschen zu setzen, obwohl ich ja selbt aus einer Tradition entstamme, die Besserwisser und Ehrgeizlinge nicht gerade schätzt und lieber die Musik etwas lauter aufdreht .. 😉

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      • S[Punkt]

        Es könnte sein, dass wir gerade ein bisschen aneinander vorbei geschrieben haben….so ist das eben auf digitaler Ebene.

        Ich betrachte meine Schreibe definitiv nicht als Dogma. Genauso wenig jene von anderen. In beiden Richtungen wäre es zu vermessen gedacht, denn alles hat seine Daseinsberechtigung, auch wenn es vielleicht schon einmal da gewesen ist.

        Luft nach oben ist immer, sonst wäre uns allen schon längst die Decke auf den Kopf gefallen.
        Und du hast recht, dass die Erbsen-Speck-Kombi nicht das höchste der Gefühle sein/bleiben sollte.
        Probieren wir doch mal Bohnen!? Was meinst du? 😉

        Nein, ernsthaft:
        Ich finde es sehr diffizil, an etwas bis zur high-end-Qualität zu tüfteln, das einfach aus mir heraus wollte. Irgendwo bliebe dabei unter Umständen das Besondere (für mich persönlich) bzw. die besondere Bedeutung des Moments auf der Strecke.
        Womöglich erscheint es daher für Begabtere als ein eher technisch liebloser Schnellschuss.
        Die Faktoren Übung und Muse kommen noch hinzu.

        Nebenbei:
        Gute Musik höre ich mir gern unter Kopfhörern an. Ungestört. Ganz für mich.

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      • S[Punkt]

        Eine bescheidene Anfrage meinerseits:

        Welche Worte hättest du gewählt, um das Sujet wiederzugeben?

        Nur einmal für mich, um zu sehen, in welche Richtung es gehen sollte oder könnte.

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      • Herzkoma

        Ich hab ja das gleiche Gedicht auch geschrieben vor 10 Jahren, nur war es bei mir kein Apfelbaum, sondern ein Baum, der schon ganz blätter- und rindenlos am Bach stand, wo ich immer mal auf einer Bank raste, auf dem Rückweg vom Einkaufen. Ich etwa umschreibe die Wetterlage: Wind und Regen werden von mir nicht direkt beschrieben, sondern indirekt dargestellt. Der Leser liest also bei mir nicht: „Der Wind bläst ..“, sondern er spürt durch andere Dinge, dass der Wind bläst, oder dass es regnet usw. Aber es gibt eine Art „Gebrauchsgedichte“, die sich auch der Umgangssprache bedienen. Aber wenn man etwas ausdrückt, ohne es direkt zu benennen oder es mit ganz anderen Worten benennt, dann wird aus dem „Alltagsgedicht“ eben Poesie. Und Poesie erkennt man an der Musikalität, dem Gleichklang der Worte und Zeilen, an den gewählten Worten, Vergleichen und Bildern. Das ist auch ein Vorteil deines Gedichts, dass es nirgends hakelt, dass also der Fluß, das Auf und Ab der Hebungen und Senkungen in Harmonie verläuft. Dass du mal drüber nachgedacht hast, das reicht mir schon, dann ist mein Ziel schon erreicht. Du könntest auch mal eine Poetik lesen, wo beschrieben wird, wie sprachliche Kunstwerke entstehen. Da gibt es tausend Werke über das Schreiben von Poesie und auch die Verslehre wird beschrieben. Reime benutzt man nur noch in humorigen Texten oder in Büttenreden. Ernsthafte Gedichte, die heute noch gereimt werden, haben was Archaisches, Obsoletes. Mag auch sein, dass ich eine Allergie gegen Reime entwickelt habe, obwohl ich selbst früher einige verbrochen hab. Nein, dein Gedicht kann ich nicht umschreiben und so gestalten, dass du erkennst, was ich meine. Dazu fehlt mir das innere Erlebnis. Und du hast es ja eigentlich ganz gut konserviert, was du fühltest. Und es sind ja nicht alles Floskeln: Das meiste ist deine eigene Sprache und du bist sehr sprachkreativ und dein Humor ist einzigartig. Im eher Augenzwinkernden, im Satirischen liegt wohl deine große Stärke. Das wars für heute, hab viel vor. Dies WE kommt nie wieder und ich will es nicht vergehen lassen, wie so viele vorher ..

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      • S[Punkt]

        Verstehe schon.
        Ich befürchte nur, dass Umschreibungen vielleicht manchmal zu geschraubt klingen könnten und verzichte daher darauf. Ich würde mal behaupten, dass dies einer klassischen Zwickmühle entspricht. Ungünstig. 😉

        Reimereien finde ich oftmals, wenn sie nicht als besonderes oder genretypisches Stilmittel herhalten sollen, auch sehr grenzwertig.
        Es bedarf eines hohen Maßes an Sprachgefühl, um die Zwänge eines klassischen Reimes (der ja mehr als vielfältig ausfallen kann!) federleicht und ungekünstelt zu durchbrechen.
        Zu schnell gleiten sie in diesen abgehalfterten „Geburtstagssprüchlein- oder Gruß-zur-Schuleinführung“-Reim ab, der nun einmal nicht in jeden Kontext passt.
        Trotzdem gilt für mich:
        Auch DAS darf es geben. Hauptsache, es macht den-, diejenige glücklich.

        Gut, soweit.
        Natürlich möchte ich Reisende nicht unnötig aufhalten…:
        Dann nutze mal schön das Wochenende! Und alle anderen Tage auch. Die haben es nämlich auch verdient ge- und verlebt zu werden.

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  • Herzkoma

    Ja, bei Rilke hab ich immer das Gefühl des Geschraubten, da hast du Recht. Klingt dann so süßlich: Edelkitsch für Mädchen ^^

    Aber ein Beispiel für das, was ich meine: Du kannst beschreiben, dass deine Geliebte dich verlassen hat und dein Herz in Scherben liegt (abgegriffen und alltäglich) oder du kannst den Schmerz beschreiben, den du täglich nach dem Erwachen am Morgen empfindest, wenn du rüber greifst und das Lacken neben dir kalt ist (originell und poetisch).

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    • S[Punkt]

      Man könnte ja einen goldenen Mittelweg zwischen Alltagsgedicht und Poesie finden.
      Dann klingt es weder zu umständlich, noch zu platt.

      Dann liegt zwar das Herz in Scherben, doch durchzuckt die kläglichen Überreste noch ein wildes Reißen und ein irres Drängen bricht sich Bahn, als ob das blutige Bündel den Rippenkäfig von innen heraus zersprengen wöllte.

      So vielleicht?

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      • Herzkoma

        „bricht sich Bahn ..“ Die Wendung kommt in jedem dritten Gedicht vor und der Rest klingt geschraubt ^^

        Das ist zuviel des Guten, nichts gegen Stefen King, aber das „blutige Bündel“ gehört doch eher in einen schlechten Horrorfilm von diesem Fließbandautor ohne Tiefgang :DDD

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      • S[Punkt]

        🙂
        Na, dann ist ja alles dabei, was du nicht dabei haben wolltest.
        Du siehst: Ich lerne. 😉

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  • Herzkoma

    Ich will gar nichts. Hab nur gesagt, was mir auffällt. Mach was draus oder vergiss es . Ich bin grad im Urlaub und war nur mal kurz wieder bei wordpress. Ich geh jetzt mit meinem Kumpel Jack Daniels an den Strand und zu den Mädels, ne Sandburg bauen .. Bye

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