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Autofasten (01.03.2017)

 

Mittwoch.

Aschermittwoch.

ASCHERMITTWOCH!*

Na? Heute schon „autogefastet“?

Autofasten? Was soll das denn hier schon wieder werden…

Kann man an und von sich selbst Verzicht üben? AUTO….griechische Vorsilbe für SELBST. SELBSTfasten. Klingt komisch, ist es auch. Wobei es manchmal gar nicht so verkehrt wäre, das Selbst an sich und die eigene, vom Alltag verzerrte und vergrieselte Sichtweise darauf etwas gesundheitsförderlicher entschlacken zu lassen. So eine physische und mentale Entgiftung von körperlichen und seelischen Dissonanzen bzw. Dysbalancen soll ja Wunder bewirken.

 

Darum geht es mir an dieser Stelle jedoch nicht.

 

Eher hat mich ein Artikel etwas hellhörig werden lassen.

Man solle doch die Fastenzeit auch einmal dazu nutzen, von seinem Auto(mobil), alias Pkw, alias Personenkraftwagen, etwas Abstand zu gewinnen, sprich, zu fasten.

Die Überschrift tönte natürlich mal wieder typisch reißerisch, als ob es das Ende am Galgen, auf dem Schafott oder unter irgendwelchem wilden Instrumentarium eines finsteren Freizeitinquisitors bedeuten würde, sollte man sich nicht daran halten wollen. Ja, ja, schon klar.

Und liest man sich investigativ-voyeuristisch durch den Artikel, so tauchen teilweise immer wieder dieselben, ollen Kamellen auf. Nur ein Beispiel: Man solle doch, auf Anraten der Experten, für kurze Wege mal das Auto einfach stehen lassen.

Gäääähn!

Wie oft hat man den Leuten schon versucht zu vermittelt, dass man alternativ zur Brennstoffvehikel unterstützten Fahrt zum Brötchendieler, wo das Aufschließen (mit Funktfernbedienung!) und Anlassen des Fahrzeugs mehr Zeit in Anspruch nimmt als die eigentliche Fahrt, auch einmal per pedis unterwegs sein könnte?

Ich glaube, dieser mahnende Zeigefinger hat schon einen seeehr langen Bart und fransige Fusseln…mit Blasen oben drauf.

Der Knackpunkt für mich lag aber eindeutig auf dem Hauptaugenmerk des Artikels, denn auch auf Langstrecken sollte man sich nach Alternativen zum Pkw umsehen. Gern während der gesamten Fastenzeit und- noch besser- darüber hinaus.

Tja, Freunde, da sind wohl wieder nur gut und reichlich mit ÖPNV, sowie auf Mitfahrer flexibel abstimmbare Experten beim Überlegen angetroffen worden. Oder Denker, die es 10 Minuten per Fahrrad zur Arbeitsstelle haben. Sehr beneidenswert übrigens!

Leider, leider, hat nicht jeder eine so gute Infrastruktur um sich herum. Müssen all diese Menschen nun als böse Sünder im Fegefeuer sterben, selbst wenn sie gern aktiv etwas an der allgemeinen Abgasproblematik verändern wöllten, aber einfach nicht können, weil die Dinge nun einmal so sind, wie sie sind und man nicht mal so ohne weiteres 40Tage Urlaub machen kann?

Und wie, bitteschön, soll ein im selben Atemzug ins Rennen gebrachtes Fahrzeug mit Elektroantrieb schmackhaft gemacht werden, wenn weit und breit kein passendes, eingemauertes Schweinchen, alias Steckdose, aufzutreiben ist? In einer damit gut ausgestatteten Großstadt ist das vielleicht recht lukrativ und überlegenswert (ausreichend Kröten im Sparstrumpf vorausgesetzt), doch wie sieht es damit in der Peripherie aus? Viele sind auf den fahrbaren Untersatz angeweisen, gerade im Ländlichen. Wie also soll sich da an der Einstellung der Menschen zu alternativen Antrieben etwas ändern können, was über den Grad „interessierter, aber skeptischer Blick“ hinausgeht?

Selbst in Norwegen, wo der Elektroantrieb weit verbreitet ist und wo ab voraussichtlich 2025 der Verzicht auf Verbrennungsmotoren für die Zulassung verpflichtend werden soll, gibt es (noch) in den abgelegeneren Gebieten Probleme, welchen man nur mit Hilfe der Verwendung des herkömmlichen Kraftstoffs beikommen kann, um zum Sommerhäuschen zu gelangen, weil sonst der Hamster im E-Auto mitten in der Pampa schlappmachen oder spätestens auf dem Rückweg seinen Dienst dankend quittieren würde. In Norwegen, glaubt man den Berichten, kümmert man sich jedoch um den weiteren Versorgungsausbau, wohingegen man hierzulande nicht unbedingt von einem Sauseschritt in Siebenmeilenstiefeln sprechen kann. Woher auch? Das kostet ja alles Geld. Aber am liebsten sollen wir ja 2025, ach was, lieber gestern als heute ebenfalls aus den fossilen Brennstoffen aussteigen. So jedoch bestimmt nicht. Da nützt auch das Hinterherwerfen von Vergünstigungen und Prämien nur bedingt.

Schade, die Idee ist gut. Die Umsetzung scheitert in der B-Note.

Auch gibt es, so denn eine Anbindung besteht, die Möglichkeit, (über)regional mit der Bahn zu fahren. Man könne doch mit „Fastensonderrabatten“ locken und die Leute zu mehr Umweltbewusstsein animieren.

Klar, zur (Auto)Fastenzeit wird gelockt und danach langt man richtig zu, oder wie?

Die Menschen werden die Bude einrennen. Ganz bestimmt.

Nicht.

Spätestens nach Beendigung dieser verzichtsreichen Zeit lockt doch wieder die selbstbestimmt und nach den eigenen Bedürfnissen zugeschaltete Sitzheizung oder im Sommer die gut funktionierende Klimaanlage im eigenen Fahrzeug.

Garantiert.

 

Für viele gibt es schlussendlich nicht die Option, sich und die eigene Lebensweise in  dieser Form zu überdenken und das Kfz einfach stehen zu lassen. Noch nicht einmal für die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern.

Von irgendetwas muss man nun einmal die Brötchen bezahlen, welche man sonntags vom Bäcker ums Eck mit dem Auto nach Hause chauffiert.

 

 

 

 

* Dieser Tag existiert übrigens auch in den Kalendern von militanten Nichtrauchern (wie mich), die von einem ollen Ascher ansonsten nichts wissen wollen. [Und von Karneval bis auf die Pfannkuchen/Berliner eigentlich auch nicht….jetzt haben wir es ja mal wieder überstanden. 😉 ]

 

 

 

 

 

 

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Bitte fahren Sie! Nein, Sie! Sie! Bitte nach Ihnen! (05.10.2016)

 

Vorab:

Nein, ich bin NICHT einfach nur NETT und zuvorkommend und überlasse gern anderen grundlos die Vorfahrt. Ich kenne einfach die StVO, zumindest in ihren Grundsätzlichkeiten. Für das Überleben in freier Wild(fahr)bahn reicht es, denke ich.

Wir halten fest: Ich bin nicht einfach nur so nett.

Tut mir leid, dass Ihr heroisches Weltbild von mir soeben in Stücke zerbröselt ist. Da kann man nix machen. Aber bitte fahren Sie doch jetzt endlich los, fort, … ach, egal. Fahren Sie einfach. Danke. 😉

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig Ahnung manche Autofahrer von bestimmten Verkehrsregeln zu haben scheinen. Sind es das total Unerwartete und die plötzlich auftauchende, vollkommene Freiheit, welche gemeinsam die Menschen in ihren Grundfesten erbeben lassen und  wie verängstigte Kaninchen- schockstarr in ihrem Bau festsitzend- lähmen, weil draußen der böse Wolf namens Vorfahrt lauert? Gut, der Name klingt bescheuert. Das gebe ich zu und der arme Wolf wurde in seiner Schulzeit bestimmt immer damit aufgezogen, bis er nur noch einen einzigen als seinen richtigen Kumpel bezeichnen konnte: Rumpelstielzchen. Zumindest bis ihm das ums Feuer Tanzen zu doof wurde und er plötzlich Hunger verspürte. Armes Rumpelst….

Ok, das mit Rot, Gelb und Grün bekommen die meisten ganz gut hin.

Mit abbiegenden Hauptstraßen haben wir was für die Profis dabei. Experten bewältigen hierbei auch die nachrangigen Straßen, ohne dabei hektisch quietschende Bremsgeräusche zu erzeugen oder ungewollte und total unromantische Erstkontakte mit fremden Menschen über die jeweiligen Versicherer zu knüpfen.

Auf Parkplätzen von Supermärkten, wo der gemeine Jäger und Sammler- plötzlich jedes Hilfsmittels beraubt- gänzlich auf sich allein gestellt ist, kann es schon mal spannend zugehen.

Wer, bitteschön, darf denn jetzt zuerst fahren, wenn keine Ampel, kein Verkehrspolizist oder Schild weit und breit zu finden sind?

Je nach Automarke* und gern passend hierzu äquivalent zum Ego indirekt proportional ansteigender Größe des Fahrzeuges klärt sich die Frage meist schon ungefragt von allein. Das ICH! wäre klarer Favorit zur Wahl des „Miss Platzhirsch“ und diese holde Maid namens ICH! sitzt bestimmt eher NICHT in einem schnuckeligen Fiat Uno Baujahr 1983. Selten.

Alternativ lässt sich lästige Konkurrenz um das Vorfahrtsrecht auch einfach mit einem voll aufgedrehten Bass aus den selbst gezimmerten Subwoofern (Modell „Matterhorn“ ….siehe Wiki) im Kofferraum wegwummern.

Gehen wir von einem Otto-Normal-Kraftfahrer aus, kann dieser jedenfalls in solchen Situationen schon einmal ins Stocken geraten und in seiner Hilflosigkeit wie wild winkend den anderen Fahrern erst einmal, stets um größtmögliche Unauffälligkeit der eigenen Überforderung bemüht, mit großzügiger Geste die Vorfahrt gewähren, was jedoch den Verkehrsfluss trotz aller Nettigkeit im Endeffekt nicht wirklich bessert, da am anderen Steuer unter Umständen jemand sitzt, so wie ich (Lorbeerkränze bitte an unten stehende Adresse schicken), welche/r vom grauen Theorem des Rechts-vor-Links schon einmal gehört hat und es tunlichst vermeidet, diese Regel zu brechen, weil man dann so richtig am Ar**h sein würde, wenn es dann doch in all dem Durcheinander knallt.

Also wartet man vorschriftsmäßig.

Schließlich warten alle…

 

…und winken sich fröhlich zu.

😉

 

 

* Ich mit meinen beinahe-olympischen Ringen darf das schreiben.

 

 

 


Gebt mir eine Axt….! Kratzbaum-Session I (27.09.2016)

 

 

Immer wenn ich mich besonders aufregen muss, wandern- wie von der Geisterhand eines unsichtbaren Schallplattenunterhalters in Dauerschleife aufgelegt- folgende Liedzeilen durch meine Hirnwindungen und wabern untermalt vom pulsierenden Rythmus meiner bis fast zum Bersten umfangsvermehrten Halsschlagader durch den frustgeschwängerten Äther meiner Verärgerung:

 

Gebt mir eine Axt und etwas von hohem Wert!

Ich schlag’s kurz und klein.

Das wird mein Herz befreien.

CONTENANCE! CONTENANCE!

Für einen kleinen Moment

bin ich mir so schrecklich fremd.

Nur einen Augenblick,

dann hab‘ ich die Kontrolle zurück“

[Musik/Text: Le Comte Caspar; Coppelius- Hertzmaschine]

 

Ja, die Contenance ist eine feine Erfindung. Sicherlich wurde sie zu Zeiten des Urknalles von einem Jemand erfunden, der von Schnarchnasen, Provokateuren und schnarchend, provozierenden Nasen noch nie nicht niemals belästigt worden ist. Wahrscheinlich war dieser Jemand ganz allein und mit sich selbst soweit im Reinen, dass es keinen Grund gab, sich über irgendetwas aufzuregen. Mal abgesehen von diesem unsäglichen Lärm, der Hitze und den schwefelerfüllten, giftigen Dämpfen ringsum, die dazumal geherrscht haben müssen. UND ganz entscheidend: Damals gab es noch keine Autos. Ergo keine anderen Verkehrsteilnehmer. Ergo: Das Leben muss viel leichter gewesen sein. Vielleicht etwas langweiliger. ABER leichter und ganz bestimmt herzschonender.

Watt regste dich denn jetzt schon widder auf?, könnte man an dieser Stelle eventuell neugierig geworden einwerfen.

Ich war mal wieder auf 180, bei schwankenden 42-46 in der 50er Zone. In einem Einbahnstraßensystem mit genügend Platz und ausreichender Weitsicht hielt man mich sogar bei bis hinab zu 32 an der kurzen Leine.

DAS war los.

UND ICH hatte noch etwas vor. Nämlich arbeiten. Ich war im Dienst.

Es tut mir leid, dass ich nicht viel Verständnis für mittägliche Einkaufsfahrten älterer Herrschaften mit dicken, hypermodernen Hybridautos in ländlich struktuierter Umgebung aufbringen kann.

Meinetwegen ist es gut, wenn es ältere Herrschaften mit dem Tempo nicht so übertreiben. Aber nicht so. Und erst recht nicht, wenn diese vor mir fahren und mein restliches Tagesprogramm noch etwas mehr aufzubieten hat als geruhsam-idyllische Ausfahrten vor blauem Himmel. Über die verschwendeten fünf Minuten könnte man sich vielleicht noch streiten, aber mir geht es da ums Prinzip der Sache, denn wenn man dabei auch noch sehen darf, wie man ständig vom Rückspiegel des Vordermannes aus beobachtet wird (bei einer solchen Geschwindkeit kann man den rückwärtigen Verkehr schließlich ausgiebig beim Echauffieren beobachten…), wo denn bei mir gerade die Quecksilbersäule angelangt ist, dann war es das mit dieser, meiner sogenannten Contenance. Das war augenscheinlich reine Provokation und dergleichen kommt bei mir auf der Beliebtheitsskala gleich nach „Magen-Darm“ und Dankeschön mit Arschtritt.

Was war ich froh, als endlich eine rettende Kreuzung kam und sich unsere Wege glücklicherweise trennten. Ich wäre sonst noch explodiert. Das war ja schon Nötigung, da es keinen erkennbaren Grund für eine logische (und von mir verständnisvoll berücksichtigte) Reduktion der Geschwindigkeit gegeben hatte (reine Tatsache).

In solchen Momenten hätte ich gerne eine Axt, einen Kratzbaum zum Abreagieren oder ein Kuschel-Hineinheul-Box-Kissen, um überschüssig angestaute Energien gerichtet entladen zu können, ohne mein armes Herz unnötig weiter belasten zu müssen, weil ich noch 500 Meter weiter wie ein Rohrspatz vor mich hin schimpfe. (Im Auto hört es ja keiner. Da kann man so etwas schon mal machen.)

 

Herr Bob, schenk mir ganz, ganz viel Gelassenheit, damit es mir wurscht ist, wann ich irgendwo ankomme! Sende mir die große LMA-Pille, damit ich nicht mehr nach einer Bahn oder einem Bus renne, wo doch eh in 10 Minuten wieder eine/r kommen würde. Bitte!

Wenn nicht heute, dann morgen. ABER eigentlich bitte schon gestern!!!

 

 

 


Vorsicht: Steinchen! ODER Kleine Ursache, große Wirkung (24.09.2016)

 

 

Kennt ihr das? Man glaubt, alles würde soweit relativ reibungslos (von der einen oder anderen Motivationsschwäche, alias Verschieberitis, mal abgesehen) vonstatten gehen, und schon drängt sich ein neuer Umstand auf, auf den man liebend gern verzichten würde, besäße man die Option auf freie Meinungs- und Wunschäußerung.

Steinschläge im Autolack gehören zu diesen Umständ(lichkeit)en, über welche ich nur die Augen verdrehen könnte. Für solche Dinge fehlt mir der nötige Nerv und die dazu passende Gelassenheit.

 

Vor nicht allzu langer Zeit hatte man sich dazu entschlossen, über mehrere Kilometer hin jene Straße aufzuarbeiten, welche ich (arbeitstag)täglich zu befahren habe. Man walzte hierzu einige, wirr und scheinbar ohne Plan angeordnete Flicken Bitumen unterschiedlichster Größe auf die eigentlich noch recht ordentliche Asphaltdecke (ruinierte damit auch gleich über Kilometer hinweg den gesamten Fahrkomfort!!!) und warf tonnenweise Rollsplitt hinterher, stellte ein entsprechendes Gefahrenschild auf und wartete, bis der rollende Verkehr alles schön angedrückt oder gen Straßengraben, Frontscheibe des Hintermannes (oder der Hinterfrau) oder quer durch die Botanik geschnippst hatte.

Mit jedem Einschlag zuckte ich unweigerlich zusammen und fühlte förmlich mit meinem maltretierten Vehikel mit. >>Pling<<

Die Geschwindigkeit angepasst zu reduzieren und einen großen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten, ist nur solange hilfreich, wie sich keiner ungeduldig vordrängelt und knapp vor einem wieder einschert, oder man keinen Gegenverkehr hat. So ein kleines, spitzkantiges Steinchen kann weit fliegen und immernoch eine recht große Einschlagskraft besitzen, zumal sich Gegengeschwindigkeiten aufsummieren.

Nicht nur einmal befürchtete ich ein gefährliches Knacken in der Windschutzscheibe. Das blieb zum Glück aus, doch die letzte, liebevoll per Hand vorgearbeitete Autowäsche offenbarte dafür ein anderes Malheur in Form eines Lack-Steinschlages, den ich so nicht einfach wegignorieren kann und möchte.

Okay, die Welt wird dadurch heute nicht mehr untergehen. Auch morgen nicht. Vielleicht erst überüberübermorgen. Dennoch empfinde ich solche „Überraschungen“ als nicht sehr berauschend. Meine recht unterkühlt ausfallende Begeisterung hält sich bis dato daher in Grenzen. Ein wilder Streuselkuchen ist das letzte, was ich als fahrbaren Untersatz benennen müssen möchte. Gebrauchsgegenstand hin, Gebrauchsgegenstand her. Da bin ich pingelig und verstehe, wenn andere darüber den Kopf schütteln, ob ich denn keine anderen Sorgen hätte. (Doch, die habe ich auch!)

Und schon wieder ist man sinnloserweise am Grübeln, ob man besser zur Werkstatt gehen, um Korrosion rechtzeitig durch professionelle Versiegelung zu verhindern (der Krater ist schließlich tief genug), oder doch die do-it-youself-Variante wählen sollte, die weitaus günstiger ausfallen dürfte, jedoch befürchten lässt, dass es hinterher nicht wirklich besser, möglicherweise sogar schlechter aussehen könnte.

Also recherchierte ich quer durch die weltweite Vernetzung, las hier und dort….und bin so klug als wie zuvor! Dem Faustschen Monolog sei Dank.

Folgende Fragestellung keimte alsbald in mir auf:

Sollte es am Ende professionell aussehen, oder darf es auch einfach nur „ganz gut“ sein?

Ganz klar: Professionell!

Das Problem: Am Ende kostet sämtliches Equipment für die High-End-Bastelei daheim genauso viel, wie ein Werkstattbesuch. Zwei linke Hände mit alles nur Daumen wurden bei dieser Kalkulation ausgeschlossen, da es sonst nicht wirklich Sinn machen würde.

Darf es auch etwas günstiger sein?

Sehr gern!

Wenn man nicht gerade eine Sonderspeziallackfarbe wie Toffee-Nougat-Goldflitter-vor-Sonnenuntergang oder im-Mund-zergehendes-Himbeerbonbon-an-Minzfüllung vorliegen hat, dann dürfte es wahrscheinlich auch nicht so kompliziert sein.

Hoffe ich doch.

Hauptsache, es rostet nichts. Das wäre wirklich schade.

 

Zu welchem Schluss bin ich hernach gekommen?

Viel hässlicher, als es jetzt ist, kann es nicht werden….wir werden es sehen, denke ich. Aber ich habe jetzt schon keine Lust darauf. Manchmal könnte ich etwas mehr Gelassenheit und dafür etwas weniger Mücken-zu-Elefanten-Transferierungen benötigen. UND: Rollsplitt ist doof! 🙂

 

 

 

 

 

 


Breitbeinig (05.07.2016)

 

 

Boah, echt jetzt! Es gibt Menschen, die möchte ich umgehend aus ihrer Karre ziehen und wachschütteln.

Wie ignorant muss man eigentlich sein, dass man durch sein eigenes, proletisches Verhalten unter Umständen andere Menschen gefährdet?

 

Aufgrund einer Umleitung führt mich momentan mein täglicher Weg über eine recht schmal ausgelegte Landstraße, die von Wäldern, Wiesen und teils recht scharfen, oft schlecht einsehbaren Kurven geprägt ist. Eine Mittellinie existiert nicht.

Als rücksichtsvoller, um die eigene und fremde Gesundheit besorgter Autofahrer, prescht man daher nicht mit voller, potentiell erlaubter Geschwindkeit durch die Prärie.

Doch was nützt es einem, wenn andere fahren, als befänden sie sich gerade ganz allein auf dem großen, weiten Erdenrund? Und das (hoffentlich!) sehenden Auges!

Dann muss man sich eben mal dazu befleißigen, am Lenkrad zu drehen und etwas gen Straßenrand zu rollen, wie es alle anderen und insbesondere der Gegenverkehr schon längst getan hatten, nachdem man des Gegenübers gesichtig geworden ist.

Aber nein, man bleibt natürlich- ganz eingefleischte Axt im Walde- breitbeinig halbmittig auf der Fahrbahn und bemüht sich nicht einmal ansatzweise, gegenseitige Rücksicht walten zu lassen oder sich zumindest etwaige, in diese Richtung tendierende Gedankengangansätze anmerken zu lassen, was bei dem Modell „hochpreisiger Sportwagen“ zugegebenermaßen etwas schwerfallen mag, aber nicht gänzlich fern des Möglichen liegen sollte.

Stattdessen rudert bremsend der Gegenpart am Rande des Randstreifens entlang, um nicht doch noch einen Ausflug in den Straßengraben zu machen.

Entweder hat der Fahrer gepennt, als Kind beim Nasebohren zu tief gestochert, mit Mutti telefoniert, ein Süppchen gekocht, per Internetbanking die Miete überwiesen, oder gemeint, er säße auf einem Moped.

Oder es war schlicht und einfach ein kompletter Vollidiot mit einem etwas zu groß für seine Birne ausgefallenen Ego gewesen.

 

Egal, was nun die Ursache gewesen ist.

Mich ärgert solches Verhalten tierischst.

Zu oft hört man in den Nachrichten von teils schweren Unfällen, die durch fahrlässiges, rücksichtsloses und hochgradig selbstüberschätztes Handeln zustande gekommen sind. Umso schlimmer ist es, wenn nicht nur mehr als unnötiger Sachschaden entsteht, sondern auch fremdes Leben aufs Spiel gesetzt wird.

Für ein Bisschen (Fahr)Spaß?

Für das eigene Geltungsbedürfnis?

Ja, wofür eigentlich?!

 

 

Im Unverständnis.

S.

 

 


BlogEnte- A tale of real love (27.04.2016)

 

 

Autofahrer können ja so dermaßen rücksichtslos sein.

Da lichtdurchflutet man dann mal eben offenbar ganz im Tran vertieft Wald und Flur mit aufgeblendeten Scheinwerfern, dass der entgegenkommende Verkehr (ihr ahnt es…ich) fast nichts mehr sieht und (beinahe) die Schwarte kracht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Denn als mir mein Gegenüber sein Fernlicht gnädigerweise aus dem Angesicht nahm, wurde mir rechts am Fahrbahnrand ein großes, rundes, zufrieden vor sich hin mampfendes Gesicht gewahr, dass sich mitsamt Kumpanen als Wildschweinrotte entpuppte.

Na Klasse! Ein kurzes Aufblenden meinerseits, um meine Missgunst darzulegen, hatte bei diesem Kandidaten jedenfalls nicht auf Anhieb den gewünschten Erfolg erzielt. Erst nachdem ich mich wiederholt bemerkbar machte, tat sich etwas am anderen Steuer. Naja, wenigsten hätte ich den Aufprall doch noch live und in Farbe sehen können, hätte eines dieser Borstenträger den Asphalt auf fressbares Material untersucht.

Manche glauben wohl ernsthaft, sie lebten allein auf dieser Welt!

Da kann man eben mal nicht bei Nacht (und ohne Nebel) durch die Wälder heizen, sondern muss auch gelegentlich den Bleifuß anheben und vom Gas steigen, wenn die Sichtverhältnisse bei normalem Abblendlicht nicht ausreichen.

Aber gut…am besten macht man noch zusätzlich den Nebelscheinwerfer an. Stört ja keinen…und alle anderen sind egal.

 

An dieser Stelle fragt ihr euch- auf die Überschrift rückbesinnend- sicherlich, wie ich nun den ganz engen Bogen zurück zu Enten oder gar Liebesgeschichten schlagen werde.

 

Ganz einfach: Über das rücksichtsvolle Verhalten von Autofahrern.

Ja, richtig gelesen…rücksichtsvoll.

Auch ich lasse mich schließlich allen etwaig aufkommenden tendenziell misanthropisch gelagerten Anwandlungen zum Trotz davon überzeugen, dass im Normalfall eine Medaille gleichsam eine schöne Kehrseite vorzuweisen hat.

Komme ich nun also zur Ente.

Nein, zu zwei Enten, um genau zu sein. Die leben- ein Erpel und ein Schnatterinchen- ganz unverhohlen in einer festen, aber sicher unehelichen Beziehung und watscheln tagein tagaus durch dick und dünn. Mal parkt ER mitten auf einem Stellplatz des Supermarktes gegenüber, während SIE sich genüsslich durch die Gemüseauslage (kleines Beet) schnabuliert, mal begleitet er sie unter Geleitschutz vorbei am neugierigen Fiffi über den Spielplatz, und mal hocken sie einträchtig wie im letzten Hochsommer zusammen im Schatten eines Busches.

Herzallerliebst!

Heute unternahmen die beiden zur Abwechslung mal wieder einen Ausflug über die mehr oder minder gut befahrene Straße. Völlig ökonomisch bilanziert taten sie dies natürlich nach- und getrennt voneinander. Erst SIE, dann ER. Zweimal stockte der Verkehrsfluss.

Und zweimal nahmen die Verkehrsteilnehmer- eine Dame in einem Kleinwagen und ein Lastkraftfahrer- Rücksicht, obwohl es insbesondere Schnatterinchen nicht besonders eilig hatte, die andere Straßenseite zu erreichen.

In diesem Moment ging mir das Herz auf und ich musste schmunzeln.

Ich mag Enten!

 

 

Was dürft ihr, werte Leser, daraus lernen?

Ab morgen geht ihr besser alle im Watschelgang…dann wird auch für euch gebremst! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Schlaflose Waldbewohner (09.01.2016)

 

Die Überschrift subsummiert meinen heutigen Tag…zumindest ein ganz kleines Bisschen. Die Arbeit spare ich da großzügig aus.

Auf dem Weg zur Arbeit aber- so ziemlich genau dreieinhalb Stunden nach Schlag Mitternacht- schien sich ein Großteil unserer sich auf der nördlichen Halbkugel heimisch fühlenden Fauna auf eben jenen Umlaufbahnen einzufinden, die ich gemeinhin zu befahren pflege, um meinen von mir persönlich fleißig erarbeiteten Beitrag zum BIP zu generieren.

Nicht schlecht schaute ich, als mich irgendein Greifvogel von der Seite her anzufliegen wagte. Mitten in der Nacht. Sehe ich aus wie ein nächtlicher Snack zwischendurch? Mich hätte es aber auch nur in Konserve gegeben. Womöglich wäre dies daher reichlich schwer verdaulich ausgefallen. Dank Bremsung und sportiverem Fahrgestell (mit einem Caddy oder Transporter hätte es nach oben hin etwas enger werden können…) rutschte ich noch unter diesem Spaßvogel hindurch. Er sollte es mir danken, denn er hätte definitiv dumm aus der Wäsche geschaut, wenn er sich plötzlich als Zierrat auf meiner Windschutzscheibe eingefunden hätte. Und ich wäre mehr als  verärgert gewesen ob dieser sinnlosen Kamikazeaktion, bei der es am Ende eh nur Verlierer gegeben hätte.

Dieser lebensüberdrüssige „Piepmatz“, von dem ich lediglich ein „Phantombild“ eines hellen, größer ausfallenden Etwas mit Flügeln hätte zeichnen können, war erst der Anfang.

Eine Kurve später blinkte mich ein kleines orange farbenes Lichtlein an. Nee, ein Lkw in der Ferne war es nicht. Auch kein einsamer Radfahrer sollte die Ursache hierfür gewesen sein. Der Urheber dieser farbigen Leuchtquelle in der Finsternis, welche vielmehr und korrekterweise eine Reflektion darstellte, war ein Fuchs, der sich bereits trollte als ich die Stelle passierte.

Empirisch betrachtet darf ich an dieser Stelle anmerken, dass Füchse orange reflektieren und Katzen eher weißblau (das schrieb ich- glaube ich- bereits anderswo). Bei ersteren harmonisiert dieses Phänomen der Restlichtverstärkung also perfekt mit der Fellfarbe.

Vogel und Fuchs hätten wir also.

Fehlte doch nur noch so etwas wie eine Katze oder ein Hase. Prompt hoppelte ein Tierchen- aus dem Augenwinkel war es schwer zu differenzieren, aber ich glaube, dass es längere Ohren hatte- parallel zu mir am Feldrand entlang. Ich erinnere mich hier auch an eine Nacht vergangenen Jahres zurück, als ein Feldhase innerorts bei 30km/h neben mir ein Stück die Straße entlang sprintete. Haben die Kerlchen kein zu Hause?

Das obligatorische Reh oder die querende Wildsau hielten sich- Bob sei Dank- heute zurück und blieben im Dickicht der Wälder. Wenn es nach mir geht, dürfen sie dort auch bleiben, oder müssen zumindest solange warten, bis ich sie sicher passiert habe. Alles andere wäre um beider Seiten schade!

 

Die Moral von der Geschicht‘?:

Passt immer schön auf!

 

gez. S- nächtlicher Vogel- und Wildschreck