Archiv der Kategorie: Politik

Parteien-Suchi (27.02.2016)

 

Wahlen in Sachsen-Anhalt:

 

Intro:

„Gerollt oder gefaltet?“ – „Sehe ich so aus, als ob es mich interessieren würde?“ (Agent NullNullNIX)

 

 

Schnödes Falten der Parteiwerbeblättchen ist so dermaßen von gestern, dass sich moderne Parteien gehörig den Kopf zerbrechen mussten, wie sie ihr wahlwirksames Phrasieren am auffälligsten an den Endempfänger- sprich den Wähler- bringen könnten.

Hier ein paar nicht ernstzunehmend ernstzunehmende Vorschläge…

 

Idee 1: Papierflieger:

Filigran gebastelte Papierflieger bedürfen grundsätzliches Verständnis von Physik, Aerodynamik sowie zwei Hände, die nicht nur linke Daumen aufweisen sollten. Ähnlich verhält es sich mit Origami-Pelikanen.

Zu beachten ist hierbei jedoch, dass auf den Flug gebrachte papierne Objekte durch die Luftraumüberwachung mittels Primär- und Sekundärradar aufgespürt werden könnten. Sollte, wie zu erwarten, keine eindeutige Identifizierung stattfinden, würden nach spätestens zwei Minuten Kampfjets der Bundeswehr starten* und die Flugobjekte abdrängen oder im Notfall sogar abschießen.

Die Idee kunstvoll gebasteler Wahlwerbe-Flugapparate wäre somit erst einmal vom Tisch.

 

Idee 2: Papierschiffchen:

Alternativ könnte die Wahlwerbebranche auch den Wasserweg beschreiten. Doch Obacht: Man hüte sich dabei vor Blasphemie! So richtig übers Wasser gehen konnte nämlich nur einer…sehen wir mal von zugefrorenen Tümpeln großzügig ab.

Man könnte die Wahlprospekte jedenfalls auch zu Schiffchen umfunktionieren. Oma Erna würde nicht schlecht gucken, wenn sich plötzlich ein Stimmen fangender Kahn aus dem Wasserhahn quetschen würde. Die Aufmerksamkeit hättet ihr, werte Parteien. Nur der Abgang eurer schwimmfähigen Konstrukte könnte gleichwohl recht unrühmlich in der Gosse enden. Farblich steht es auch nicht allen gut zu Gesicht….es könnte zu peinlichen Verwechslungen kommen!

 

Idee 3: Konfetti!:

So manches Wählerinformationsblättchen kann ehrlich gesagt nicht zwingend mit Inhalten punkten. Wozu auch. Entweder redet eh nur jeder jedem nach dem Mund (theoretisch könnten sich viele Parteien auch einfach zusammenschließen…), oder es werden wieder nur hohle Sprüche geklopft, die am Ende sowieso niemand einhalten kann oder nötigenfalls will. Über kuriose Forderungen von einschlägigen, offenbar am liebsten sich selbst abschiebenden Parteien möchte ich an dieser Stelle nicht viel schreiben.

Dann könnte man aber wenigstens etwas zu einer besseren Stimmung im Lande beitragen, finde ich. [Alle Faschings- und Karnevalsmuffel hören an dieser Stelle mal kurz weg (ich auch…)] Wie wäre es dann also mit Konfetti?!

Eines sage ich euch aber: Ich mach‘ den Dreck nachher nicht weg, während ihr euch auf eurer Wahlabschlusspartei glückselig einen hinter die (Augen)Binde kippt/respektive zum gemeinsamen Heulen in die Kellerbar eures Parteibüros verdrückt!

Nö!

 

Aufgrund dessen, dass offensichtlich jeder bisher genannte, durchaus künstlerisch hochwertvolle Vorschlag irgendeinen Haken aufzuweisen hat, dachte sich DieLinke folgende Variante aus:

Wir rollen unsere Parteizeitschrift, wickeln einen Schnippsgummi (in rot!!!) drumherum und packen das dann in dieser Form in die Briefkästen unserer potentiellen Wählerschaft.

 

Warum nur bin ich nicht gleich auf diese Idee gekommen…?

 

 

Outro:

„Ich bin für den Origami-Pelikan!“ (Agent NullNullNIX)

 

 

 

 

 

 

* Wenn nicht gerade ein Werkstatttermin angesetzt worden ist…

 

 

 


Von Rosarot bis Dunkelbraun. (24.3.2015)

 

Zwischen Athen und Deutschland soll sich angeblich die „Tonlage gebessert“ haben.

So, so. Nun spricht man sich gegenseitig nicht mehr mit „Du Blödmann/-frau!“, sondern „Sie Blödmann/-frau!“ an. Oder in c-Dur statt a-Moll? Nix mehr mit Schäufelchen auf den Kopf von Angela oder Wolfgang? Kein trotziges „Ich bin nicht mehr dein Freund!“ an Alexis oder Yanis?

Die werden sich doch wohl nicht plötzlich lieb haben nach all den Scharmützeln um pressewirksam stinkende Stinkefinger, reparationsbedürftige Reparationszahlungen, ganz viele mahnende Zeigefinger und was man sich noch so alles auf beiden (!) Seiten hat einfallen lassen, um Zeit zu schinden…ohne mal auf den Punkt zu kommen.

Also Schwamm drüber. Am besten auch gleich noch mit über den dezenten Schuldenberg im Hintergrund putzen…jetzt, wo wir gerade dabei sind, das zerschlissene Freundschaftsbändchen notdürftig zu kitten, bevor auch noch der letzte morsche Faden reißt.

Einzig der rechtspopulistische Kammenos könnte den zwischenzeitlichen „Sonnenschein“ etwas eintrüben (Schon wieder eine SoFi?!). Er grub kürzlich den CDU-Spendenskandal aus, in welchen Herr Schäuble bis über beide Ohren involviert gewesen war. Demnächst packt er aus, dass 334 n.Chr. ein Germane einem Byzantiner in die Suppe gespuckt hat. Damit wird er die Operation „Wir haben uns wieder lieb und reden vielleicht doch mal ernsthaft über Lösungsansätze!“ noch zu Fall bringen. Außerdem hält er vehement an den Reparationszahlungen für Schäden des WK II fest….lustiger Mann, der Herr Kammenos. Ein Rechtspopulist fordert Vergeltung für rechtspopulistische Schandtaten. Am besten, er schafft sich selbst gleich mit ab…damit die Sonne in wundervoll rosaroten Tönen untergehen kann…oder aufgehen…

 

 

 

 

Und nicht vergessen: In 9 Monaten ist Heilig Abend!

 

 

 


Der Justizia ans Bein gepinkelt. (3.3.2015)

 

Manchmal fragt man sich zurecht, in was für einem Rechtssystem man eigentlich steckt. Da verspüre ich direkt einen latenten Brechreiz, wenn ich allein den Namen Edathy höre.

 

Da wird grob gesagt jeder Parksünder verhältnismäßig härter bestraft, als ein ekeliger Ex-Abgeordneter, der zugegeben hat, sich kinderpornografische Bilder auf den Arbeits-PC gezogen zu haben.

Bäääh!

Der Edathy-Prozess wurde gegen eine Zahlung von läppischen 5000€ eingestellt. Das sind 5000€, die nicht er persönlich, sondern im Endeffekt Du, Du und ich zahlen…als Ex-Politiker wird er sich das Sümmchen problemlos von seinen bisher erhaltenen Diäten abdrücken können, ohne dass es ihm sonderlich schmerzen dürfte. Denn durch was werden die Diäten finanziert? Richtig! Durch Steuergelder. Also zahlen wir für diese Abartigkeiten. Und der feine Herr gilt schlussendlich noch nicht einmal als vorbestraft.

Schöne Rechtswelt! Und wer denkt an die betroffenen Kinder?!

Er habe mittlerweile eingesehen, dass er einen Fehler begangen hätte und dass diese Einsicht auch etwas spät gekommen sei…

….ich geh‘ kurz eine Runde ko**en. Ich denke, dass ich nicht allein sein werde.

 

Es muss geradezu Hohn für den Kinderschutzbund in Niedersachsen sein, dieses Blutgeld zu erhalten. Ich würde es dankend ablehnen. Soll er sich die 5000€ in den Allerwertesten stecken…da ist es erheblich besser aufgehoben. Moralisch betrachtet hat das Geld überhaupt keinen Wert. Ich würde es noch nicht einmal mit spitzen Fingern und Einmalhandschuhen anfassen wollen.

Der Kinderschutzbund hat wohl auch abgelehnt. Tja, da wird eben ein neuer Empfänger gefunden bzw. vom Gericht festgelegt. Eigentlich müssten alle konsequent und durch die Bank weg darauf verzichten. Aber irgendwer wird sich wahrscheinlich wieder nicht zu schade sein bzw. wird das Geld dringend benötigen. Und ehe man es sich versieht, ist Herr Edathy aus dem Schneider, das Geld gezahlt und irgendwo sitzen Kinder, die umso mehr gedemütigt worden sind.

 

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, Applaus zu spenden. Das kann sicher jeder Leser verstehen.

 


Alles Gewinner…?! (22.2.2015)

 

Dass man eine positive Lebenseinstellung pflegen sollte, ist schön und gut. Dem Optimismus alle Ehren…aber muss das zwingend auf Kosten des Selbstbetruges gefeiert werden?!

Griechenland fühlt sich als Gewinner, die Europartner fühlen sich (zumindest teilweise) als Gewinner.

Und am Ende haben doch alle verloren! Zeit, Geld und vor allem Vertrauen.

Und wer darf für das sich selbst Hochpreisen der Politiker blechen? Der Steuerzahler, der kleine Sparer, das „niedere“ Volk.

Da geht mir auch der Hut hoch, wenn ich einen griechischstämmigen Politikwissenschaftler höre, der meinte, dass nicht allein der Kontoauszug zählen sollte, sondern in erster Linie die Demokratie, welche in diesem ganzen Finanzgerangele untergegangen ist. Er mag damit nicht ganz falsch liegen, und DOCH zählt auch, dass andere Menschen nicht für die Sünden anderer herzuhalten haben! Wer verliert denn gerade sein Geld? Der Sparer.

Und was lehrt uns das? Haut euer Geld raus, macht es wie die anderen und schert auch nicht um das Morgen, sonst seid ihr die Dummen, während es sich andere halbwegs gutgehen lassen, weil sie erkannt haben, dass vernünftiges Haushalten in diesen Zeiten scheinbar nutzlos geworden ist.

Klasse Botschaft, nicht wahr? Zwar schreibe ich dies alles etwas überspitzt, aber eine andere Quintessenz kann man doch aus dem nicht wirklich ziehen, oder?

Ein Land, dass sich offenbar in die Eurowährung eingemogelt hatte, stellt nun mit Erpressermiene alles auf den Kopf und spricht mit weinerlicher Stimme, dass das alles nicht die eigene Schuld sei. Vielleicht nicht alles, aber einen großen Teil trugen sie zumindest dazu bei. Und jetzt, wo alle reichen Griechen genug Zeit hatten, ihre Moneten außer Landes zu schaffen, braucht man auch nicht mehr über eine Reichensteuer debattieren, sollte dies demnächst der Fall sein, um die Europartner an der kurzen Leine halten zu können. Witzlos!

Die drangsalierten Griechen mögen sich in mancherlei Hinsicht zurecht beschweren, aber warum haben sie die präkären Zustände nicht schon viel früher angeprangert? Damals, als es noch diverse nette Vergünstigungen gab, hat sich keiner um etwaige politische und finanztechnische Ungereimtheiten gekümmert…zumindest nicht in dem Maße, dass sich etwas geändert hätte. Auf der anderen Seite kann man diese hohen politischen Entscheidungen auch nicht dem kleinen Volk allein anlasten. Das wäre falsch. Doch umso falscher ist es, aktuell von fehlender Solidarität zu sprechen, obwohl schon so viel für Griechenland getan worden ist. Viel Geld davon ist in dunkle und zuweilen falsche Kanäle (Banken statt Gesundheitssektor, …) geflossen, aber dafür muss man Deutschland nicht allein an den Pranger stellen, sondern erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man wieder die altbekannte Nazi-Keule schwingt. Langweilig!

 

Fazit:

Herzlichen Glückwunsch, lieber Sparer, Steuerzahler und/oder griechischer Bürger der Eurozone! Wir sind alle Verlierer. Einer muss es ja schließlich sein.

 


Wie ein Fähnchen im Wind… (18.2.2015)

 

Griechenlands Regierung macht aktuell den Eindruck auf mich, als wäre sie ein permanent unstet herumeierndes Fähnchen, das sich nicht zwischen den steifen Brisen wilder Wahlparolen (Griechenland lehnt alles ab) und den Sturmböen des Finanzmarktes entscheiden kann….oder besser möchte!

Sie sollten aufpassen, dass sie sich dabei nicht vollkommen verheddern und über die dabei unbemerkt eigens gespannten Fallstricke stolpern.

 

Montag lehnt man das Sparprogramm noch rigoros ab, und am Mittwoch tönt es bereits wieder kleinlaut, dass man sich so kurz vor Ultimo wohl doch nicht ganz abkapseln könne.

Das ist doch alles Käse!

Die griechische Bevölkerung und die europäischen Partner brauchen Konstanz und Verlässlichkeit. Mit solch einem Eiertanz, der auf höchster politischer Ebene vollführt wird, kann das nichts werden. Auf der anderen Seite sind die Leute da unten selbst Schuld…sie waren es schließlich, die Rechts-Links gewählt haben und den vollmundigen Versprechungen auf den Leim gegangen sind. Schlussendlich sitzen wir aber alle in einem Boot.

Dieses Hin und Her tut niemandem gut. Anstatt anzupacken und notfalls auch in den sauren Apfel zu beißen, windet man sich wie eine amorphe Gestalt durch alles hindurch und hofft am Ende, dass man auch ohne Rückgrat durchs Leben/durch die Schuldenmisere kommen kann.

Tolle Einstellung!

 


Verzicht? (3.2.2015)

Hui, was durften meine Ohren aus dem Radio empfangen? Der neue griechische Finanzminister plant, den angedrohten Schuldenschnitt doch nicht ganz so frech-rigoros einfordern zu wollen.

Klingt gut! Da hat sich jemand Gedanken gemacht…und zwar Gedanken, die nicht nur populistisches Wahlgestammel darstellen.

Wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, bleibt nur noch die Flucht nach vorne, hatte sich der Grieche bisher gedacht. Nun kam ihm doch noch in den Sinn, dass dies in die Hose gehen könnte (man brauchte sich nach Amtsantritt nur mal die Märkte anschauen…da stand wieder alles Kopf) und man vielleicht doch besser kommen könnte, wenn man sich nach einem Geheimtürchen in der rückwärtigen Wand umschauen würde. Dieses Nebentürchen haben sie dank weiterführender Überlegungen nun offenbar gefunden.

Es bleibt zwar abzuwarten, was sich mit dieser neuen Einsicht anfangen lässt, aber zumindestens muss man sich nicht wieder den Tag verderben lassen, nur weil ein Politiker reißerische Wahlversprechen von sich gibt….und vergessen hat, dass der plumbe Stimmenfang bereits Geschichte ist.

 

Außerdem: Wenn sich die Griechen wieder fangen sollten, kann ich ja doch noch meinen griechischen Feta essen, der seit ein paar Tagen im Kühlschrank liegt und zwecks Boykottes von mir sträflichst ignoriert worden ist! Nee, Scherz…ich hatte nur noch keine Zeit für ihn gehabt. (-:

 


Rechts-Links-Schwäche (vom 28.1.2015)

 

Griechenland hat gewählt und gewonnen hat….(?)…..ja wer nun? Das linke, das gemäßigte, das rechte Lager?

Weil das so eine schwere Entscheidung ist, haben sich nun also Links und Rechts zusammengefunden. Klingt komisch, ist aber so!

Links-Rechts-Regierung…hmm, ich finde, dass dies irgendwie militaristisch anmutet…links, rechts, links, rechts,…egal. Jedenfalls muss sich nun keiner mehr Gedanken um seine Orientierung machen. Wo geht’s lang? Links-Rechts und immer geradeaus um die Ecke, dann noch vorwärts zurück und schon sind sie da, wo sie nicht sein wollten.

Und was soll da nun herauskommen? Ist die Schnittmenge eigentlich konträrer Dinge nicht irgendwie „die Mitte“?

Nein, keine Panik, ich propagiere nicht, dass Frau Merkel (DIE MITTE) nun die Geschäfte in Griechenland übernehmen sollte…auch wenn sie dem ein oder anderen Griechen bereits des Nachts im (Alp-)Traum erscheinen mag. Die griechischen Tagesblätter müssten sich ja sonst förmlich mit Angela-Hitler-Karrikaturen überschlagen, dass die Druckerfarbe nicht einmal mehr für den Wetterbericht und den aktuellen Börsengang ausreichen würde.

So, und nun sollen also die Schulden beschnitten, die Tafeln zum Anschreiben (Herr Wirt…noch ein Milliönchen!) mit lockerer Hand abgewischt werden. Einfach so. Rückzahlungen sind ja auch sowas von doof. Geld zuvor auszugeben oder in schwarzen Löchern zu versenken, macht doch eindeutig viel mehr Spaß!

 

Auch hier interessiert mich sehr, was diese neue Regierung nun anzetteln wird und welche Signale für den Rest Europas daraus erwachsen werden. Ich hoffe, dass es nicht zulasten von ein paar wenigen „Dummen“ gehen wird…was auch immer.

In diesem Sinne: Links ist da, wo der Daumen rechts ist und umgekehrt!

 


Ein Schuss ins Knie der Glaubwürdigkeit (21.1.2015)

Wie deppert muss man eigentlich sein, sich angeblich von der hetzerischen Fremdenfeindlichkeit distanzieren zu wollen, und dann doch „heimlich“ im stillen Kämmerlein Selbstportraits als Adolf Hitler von sich anzufertigen?! Ja, sind denn schon die Narren los?!

Wenn ich schon trotz Vorstrafenregisters eine Organisation wie PEGIDA ins Leben rufen muss, dann sollte ich mir doch wenigstens den letzten Rest Glaubwürdigkeit bewahren, der den Unterschied zur tiefbraunen Ecke darstellt. Ein Undercut mit Seitenscheitel, ein Oberlippenbärtchen und markige Begriffe des Fremdenhasses tragen wohl kaum dazu bei.

Nun hat sich Herr Bachmann also mit Volltempo selbst ins Aus mannövriert. Auch nicht schlecht. Es kann nicht schlechter werden ohne ihn. Leute wie er sind doch eh nur Bremsblöcke für aufrüttelnde Bewegungen, an denen sich das Volk beteiligt. Seltsamerweise stehen aber sehr oft Hampelmänner an der Spitze. Wie auch immer.

Jedenfalls haben die Organisatoren nun einen weiteren Punkt im Hausaufgabenheft abzuarbeiten…einen neuen, unverfänglicheren Namen sollten sie sich auf Anraten einen Experten schon suchen, damit der Begriff „Islamisierung“ möglichst wegfällt, denn vielen Anhängern geht es mittlerweile um ganz andere Dinge…Politikverdruss, mangelhafte Selbstbestimmung, Unsicherheit, das Überhören der eigenen Stimme, Zukunftsängste, ….

Bachmann hat mit seinem Auftreten und Gerede seiner Bewegung keinen Gefallen getan. Mir kann es jedoch egal sein, schließlich bin ich nur ein neutraler Beobachter, und doch stachelt es noch mehr (auch radikaler werdende) Gegendemonstranten an, die wiederum anderen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen möchten. Hier ist was faul, im Staate Deutschland! Aber mächtig faul!

 


Kalter Krieg, oder Sturm im Wasserglas? (21.10.2014)

 

Kalter Krieg. Große Worte nenn‘ ich das, die man mit Bedacht wählen sollte, was aber anscheinend niemanden zu interessieren scheint. Zumal die internationale Beziehung aktuell sowieso mehr als verkrampft und von Misstrauen geprägt ist.

 

Und der neuste Stein des Anstoßes ist ein unbekanntes Schwimmobjekt…kurz USO…das vor der schwedischen Küste gesichtet und auf einem extremst aussagekräftigem Foto für die Nachwelt festgehalten worden war.

 

Ich war‘s nicht, tönt es nun von allen Seiten, fast wie, wenn ein Schwimmer verräterische gelbe Bahnen hinter sich herziehend vehement abstreitet, einen Anteil zum typischen Schwimmbadgeruch beigetragen zu haben. Zum fiesen- weil hin und wieder olfaktorisch eindrucksvoll- und sicher allseits bekannten Whirlpool-Effekt, möchte ich an dieser Stelle schweigen.
Codewort: Fremde Unterwasseraktivitäten.
Ich war’s nicht!
Niemals!

 

Ja, nun, was soll man davon halten? Ein nicht definierbares Gebilde, sonderbare Hilferufe auf Russisch, ein angeblich spionierender Tanker mit Relaisfunktion für Funksprüche unter der Flagge Liberias, schwedische Falschmeldungen, eine abgeschlossene Übungssuche nach einem fiktiv verschollenen U-Boot, niemand fehlt, alle da, und keiner will es gewesen sein?

Lieber Leser, ich hoffe, Sie verstehen an dieser Stelle meine offensichtliche Verwirrung.

 

Die Russen sind’s gewesen! Nein, die Niederländer! Du! Nein, du! Pah! Selber Pah!
Mal so unter uns: Da stinkt doch der Fisch vom Kopfe her!

 

Wo ist eigentlich an dieser Stelle der omnipräsente Amerikaner? Der wird doch wohl nicht an der Fernbedienung seines do-it-yourself gezimmerten Mini-U-Bootes spielen?!
Ja, jetzt reißen wir mal die beziehungstechnisch eh schon abgewirtschaftete, lavede Welt aus ihren Angeln und erfreuen uns an diesem Katz-und-Maus-Spielchen.

 

Ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen. Seien es das provokante, breitspurige Machtgehabe eines gewissen Herrn Putin, die Vergesslichkeit (Wo hab ich nur das U-Boot angeleint?), mangelhafte Rechenkenntnisse (10 waren weg, 9 sind zurück…alle da!) oder eben gemeine Unruhestifter im Hintergrund.
Ich bin gespannt, wie sich dieser Fall auflösen wird…vielleicht ja in etwas weißem Rauch und lauwarmer Luft.
Kobra, übernehmen Sie!

 

 

 

 

 

 

Und im Verborgenen, vor den Stockholmer Schären lacht sich gerade Nessie eins, dass es sich beinahe einnässen muss und dabei um ein Haar verräterisch gelbe Spuren hinterlassen hätte.

 

 


Von Gutmenschen und bösen Menschen…und warum sie sich am Ende alle gleichen (16.9.2014)

Wer kennt sie nicht, die Gutmenschen, die wandelnden Ratgeber und pikiert dreinschauenden Übermenschen. Sie meinen, besonders wertvoll und unentbehrlich für die Mitwelt zu sein.
Ohne sie läuft gar nichts…höchstens unweigerlich in Richtung des Abgrundes aus Verderbtheit, Gottlosigkeit, des nimmersatten Fleischfressertums, …
Und irgendwie findet sich doch in jedem von uns so ein belehrend mahnender Zeigefinger.

 

Tierschutz ist wichtig, Ressourcenschonung ist wichtig, der Respekt vor Lebensmitteln ist wichtig, gute Erziehung ist wichtig, für manche ist ein Gott wichtig, …
Lauter wichtige Dinge!

 

Doch jetzt kommt das Problem. Wo eine Überzeugung ist, da ist auch der Hang zu überbordendem Extremismus nicht weit. Der ein oder andere neigt schlichtweg zum Zuviel.

 

Es gibt Menschen, die sich vegetarisch oder gar vegan ernähren wollen, weil sie dies aus tierschützlerischen oder gesundheitlichen Gründen für richtig halten.

 

Es gibt Menschen, die gegen Walfang, Massentierhaltung, Tierversuche und Verwahrlosung von Hunden in Rumänien oder Spanien agieren.

 

Es gibt Menschen, die gegen das Zuviel an weggeworfenen Lebensmitteln und anderen Konsumgütern sind.

 

Es gibt Menschen, die ihre Kinder nur nach der neusten Erziehungserkenntnis XY des unfehlbaren Gurus YZ erziehen wollen.

 

Es gibt Menschen, die an Gott, Allah, Shiva, Jesus, Maria, Brahma, Mohammed, den heiligen Geist, … oder gar nichts glauben.

 

Und es gibt Menschen, die trotzdem ein Stück Fleisch essen wollen.

 

Es gibt Menschen, die nicht wie die Axt im Walde unbedingt jeden Hund aus spanischen Landen „retten“ müssen (und diesen sogar aus bestehenden familiären Gefügen einer Tiergruppe zerren…nur weil er nicht wie weichgespült aussieht und duftet).

 

Es gibt Menschen, bei denen (hin und wieder unnötig) anfallender Müll nicht an oberster Stelle der Prioritätenliste steht, weil sie gerade andere Sorgen haben.

 

Es gibt Menschen, die ihre Kinder aus eigener Intuition und alten Erfahrungswerten heraus erziehen können, ohne jeden neusten Schrei der Erziehungslehre echoen zu müssen und ohne dass die Kinder dadurch schlechtere Menschen werden würden, nur weil sie sich mal im Dreck sielen dürfen und dabei den bösen Schmutzmonstern ausgeliefert werden.

 

Es gibt Menschen, die an etwas anderes glauben (dürfen), als andere.

 

 

Wer nun bitte ist hier ein guter, wer ist ein schlechter Mensch? Soll das allein über den Glauben, den Grad an Tierliebe, die Essgewohnheiten oder das eigens produzierte Müllaufkommen ableitbar sein?

 

Warum in aller Welt ist keine friedvolle Koexistenz ohne böse Seitenblicke möglich? Warum muss jeder jeden zur eigenen Sache bekehren, koste es was es wolle? Sicher kann man diskutieren, die eigene Anschauung bestmöglich vertreten und das Gegenüber zum Nachdenken anregen, aber wer sagt, dass das eigene Weltbild richtig/gut und das andere falsch/schlecht sein muss? Wenn man keine Lust auf Reden hat, dann darf man auch einfach schweigend ignorieren. Das kostet uns nicht viel (außer vielleicht ein bisschen Kontenance)…zumindest auch kein Leben, wenn man den schlimmsten Fall betrachten würde.

 

Hier mal eine bildhafte Veranschaulichung:
Ich muss moderne Künste nicht schön finden. Da steht ein Stuhl in einem weiß getünchten Raum, da hängt ein grün lackiertes Gemälde mit dem Titel „Wiese“, da steht einer und pinkelt auf den Schrotthaufen vor sich, …
Das muss ich nicht besonders bemerkenswert finden, oder ihm eine Daseinsberechtigung bescheinigen. Ich muss sie ihm aber auch nicht absprechen. Wer kann das schon? Wer DARF das schon?! Von mir aus können sich die Künstler und jene, die meinen, es zu sein, austoben bis der Pinsel glüht oder auch den letzten klibbrigen Rotz aus den Tiefen ihres kreativen Freigeistes herauspulen. Ich kann so etwas für mich persönlich aburteilen und einfach ignorierender Weise nebenher existieren lassen. Ich muss so manche überkandidelte Sinnlosigkeit nicht gleich auf dem nächstgelegenen Scheiterhaufen verbrennen. Das ist alles eine Sache des Geschmacks. Und manches ist es auch gar nicht wert (Materialwert + ideologischer Wert), dass man sich besonders daran stören sollte. Da schau ich mir eben lieber die alten Meister an. Punkt.

 

Warum können sich die Gläubigen und Ungläubigen (egal, ob man es aus religiöser oder anderer Warte heraus betrachtet), vermeintlich gute und vermeintlich schlechte Menschen nicht einfach mal ignorieren. Man muss sich nicht mögen, aber eben auch nicht gleich die Köpfe einschlagen, nur weil der eigene Gott (in jedweder Hinsicht) einen anderen Namen inne hat. Am Ende glauben nämlich sowieso alle an ein und dieselbe unerklärliche und vielgesichtige Erscheinung…an Gott, Allah, Brahma, …, den Ponyhof, das Leben, die eigene Überzeugung, den Zufall, das Nichts.
Die Menschen wollen es nur nicht wahrhaben und streiten sich weiter über das Richtig und Falsch einer jeden Sache, bis schlimmstenfalls wieder Blut fließt, welches meistens von jenen stammt, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind.

 

Es gibt folgende These:
Ohne Religionen gäbe es keine Kriege.

 

Im Kern wird das wohl nicht ganz unwahr sein. Aber wenn es nicht der Glauben ist, dann findet die Menschheit andere Dinge, über die sie sich streiten kann.

 

Deshalb folgendes:
Wo zwei Individuen aufeinander treffen, da gibt es reichlich Konfliktpotential.

 

Das Phänomen Streit/Krieg würde erst ausgelöscht werden können, wenn auch die Welt unterginge.

 

Bis dahin sollten wir zur Vermeidungsstrategie der toleranten Koexistenz greifen.
LEBEN UND LEBEN LASSEN!