Archiv der Kategorie: Sprache

Do you speak Deutsch? (04.09.2015)

 

Die deutsche Sprache ist eine schöne, sehr poetische Sprache, vielleicht etwas hart, aber aufs Höchste vielfältig.

 

Umso mehr tut es im schreibenden Herzen weh, wenn sie durch Anglizismen unterwandert wird. Für bestimmte, vor allem neuzeitlich geprägte Begriffe gibt es zwar tatsächlich oftmals kein wirklich gut klingendes Gegenstück (Beispiel: Computer), dennoch müssen wir unseren eigenen Wortschatz nicht zwingend hinter einer lässiger dahergesagten Weltsprache verstecken.

An der TU in München hat man wohl vor, die „Master“Studiengänge komplett auf Englisch umzustellen. Schade. Dafür gab es jetzt den „Sprachpanscher“-Titel 2015.

Natürlich werden die Pläne damit begründet, dass man lediglich die Studenten auf ein Leben in der Wissenschaft einstellen wolle, wo bekanntlich das Englische dominiert, wenn nicht gar als Standart festgelegt (worden) ist. Muss man das aber so radikal verfolgen?

Mit einem „Bachelor“abschluss kann man oft nicht viel anfangen, weshalb in der Regel der „Master“ im Anschluss Gang und Gäbe ist. Was nun, wenn ein Student mit dem Englischen nicht viel zu tun hat (nicht jeder ist sprachlich talentiert), aber dennoch den höheren akademischen Grad erlangen möchte? Werden solche Lernenden ausgeschlossen?

Vielleicht denke ich zu negativ oder zu unflexibel? Ich empfände ein Nebeneinander der Sprachen sinnvoller und gerechter allen gegenüber.

Denn was keiner an erster Stelle benennen möchte: Lieber wird sich mit internationalen Zugängen geschmückt, als dass man so einen „deutschen 0/8-15-Wissenschaftler“ vorziehen würde. Die Englische Sprache ist hierfür das Zuckerstückchen. Ich habe verwandtschaftliche Beziehungen in die Forschung und da läuft das HAARGENAU SO! Die eigenen Leute werden- egal wie sie sich aufgerieben haben- gleich einer heißen Kartoffel fallen gelassen, wenn der Ruf aus der weiten Welt lockt.

Argumentiert wird außerdem, dass der Großteil der wissenschaftlichen Arbeiten bereits auf Englisch verfasst werden würde….fragt sich noch einer warum? Natürlich möchte niemand hinten anstehen!

 

Ich bin jedenfalls für Vielfalt und freie Entscheidungswahl. Dafür lasse ich mich gerne „uncool“ schimpfen. Dann sei’s drum.

 

 


Aneinander vorbei… (22.1.2015)

 

Es ist schon interessant, wie Menschen aneinander vorbei reden können.

 

Ich wollte doch lediglich wissen, ob eine genaue Lieferzeit für meine Küchenmöbel feststeht bzw. ab wann ich tatsächlich mit dem Anrücken der Mannschaft rechnen darf.

Von 7 bis 18!„, tönte es mir im Telefonhörer entgegen.

Ich war ein wenig perplex ob des weit gefassten Zeitraumes, der sich vor ein paar Wochen noch auf einen Vormittag zu erstrecken gedachte. So, so.

Auf Rückfrage, ob sie nicht doch den Vormittag meinte, wollte mir die Dame erklären, dass ein Küchenaufbau schließlich lange dauern würde. Konnte ich mir schon denken (!). Geschenkt . Doch ich hörte schon die Nachtigall im Hintergrund trappsen. Meine Gesprächspartnerin war wohl gedanklich in einer anderen Richtung unterwegs, obwohl es an meiner ursprünglichen Fragestellung nix zu deuteln gegeben hätte…wie gesagt: Ab wann darf ich mit den Monteuren rechnen…einen Tag vorher müssten sie ja so langsam aber sicher einen Routenplan erstellt haben.

Also bohrte ich nach und durfte investigativ-journalistisch aus dem Gesagten herausfiltern, dass vor mir nur ein Kunde (ab 7 Uhr) an der Reihe sei, für den ca. 90 Minuten anberaumt worden sind.

Was macht das also nach Adam Ries und ein paar extra Minuten Fahrtzeit zu mir? Genau! Ich darf theoretisch ab 9 Uhr meine Küche (in Einzelteilen) erwarten.

Das, und nur das wollte ich wissen. Ich war zufrieden und teilte der Dame noch schnell meine rechnerischen „Kopfstände“ mit. Und siehe da: „Ja, genau. Ab 9Uhr wären die Leute ungefähr bei Ihnen!

Ein schwere Geburt, aber das Licht der Erkenntnis hat es auf die Welt geschafft. Falls es im Laufe des heutigen Vormittag bei Dir, lieber Leser, ungewohnt hell geworden sein sollte…weißt nun Bescheid, gell. (-:

Zumindest war die Dame auf der „falschen Leitung“ recht freundlich. Das will ja auch was heißen. Am Ende sind alle glücklich und zufrieden…ich hoffe morgen auch noch…ein Küchenaufbau ist ja keine halbe Sache. *stumm hoffend*

 

Ahoi, und bis bald…hoffentlich frisch fröhlich und ohne einen einzigen Nerv verloren zu haben!

 


Die drei F. (23.10.2014)

 

Da hatte die Kanzlerin die Lacher ganz auf ihrer Seite und irgendwie hat sie das sprachliche Malheur auf eine liebenswerte Art gerettet, obwohl man prinzipiell schon wissen sollte, was man zu sagen angedacht hatte. Zumal es sich um lediglich 3 plakative Worte handelte, die man sich unter Umständen schon merken könnte…vor allem als Urheber, der aus dem Publikum heraus zu Rate gezogen wurde und keinen befriedigenden Hinweis zum verschollenen Wort geben konnte. Fraglich wäre auch die Funktion des Blätterhaufens auf dem Pult. Es scheint ja offensichtlich das Wichtigste darauf zu fehlen.

 

Aber gerade bei der Wahl von gewollt in den Raum gepfefferten Schlagwörtern tritt, wie auch gerne mal beim Rezitieren von Sinnsprüchen und Zitaten, zum oftmals ausschließlichen Vergnügen der Anderen mit Vorliebe ein black-out auf.
Hauptsache man kann über den eigenen Lapsus am Ende lachen. Das lässt die Angelegenheit etwas sympathischer bei der Meute vor einem ankommen.

 

Frequenzen, Förderung und….

Ja, was und? Jeder beim Nationalen IT-Gipfel schien erwartungsvoll die Luft anzuhalten. Was mag das für ein Baby sein, von dessen schwerer Geburt sie hier Zeugen werden durften. Das muss ja was ganz großes sein!

Was mit F.

Rätselraten begann und in den Köpfen der Verantwortlichen ratterte es auf Hochtouren. Was war das noch gleich gewesen?
Verdammt!
Nein, das kann es nicht gewesen sein…fängt ja mit V an.

Herr Hötges…?! Erwartungsfroh blickte Frau Merkel in seine Richtung. Vergeblich. Hmmm, weiß er selber nicht mehr….
Das Volk tobt.

Was ganz einfaches. Hmmm. Hilflos werden die beiden Mikrofone zurechtgerückt.

Forschung? Nee!

Wie drei versammelte Fragezeichen stand die Regierungschefin am Podium und suchte händeringend nach etwas brauchbaren, das sich in die Riege der 3 Fs einfügen könnte…

 

 

FUCK!

 

 

 

 

 

P.S.:

Das böse, englische Wort hat sie natürlich nicht gesagt. Des Rätsels Lösung war so simpel wie gewöhnlich: F wie Festnetz.

Es sind doch die einfachen Dinge, an denen wir immer wieder grandios scheitern!

Hier eine kleine Reparaturanleitung aus der Ferne für Betroffenen, die gerade auf einer langen Leitung stehen:
…und dann rütteln Se ma am Anschlusskabel und dann funktioniert dit ooch wieder. Ick mache dit jetze ma vor…rütteln und denne…….

…….[Funkstille]…….

 

 


Ein paar Gedanken… (29.7.2014)

Es freut mich, dass sich der erste email-Folgende (neudeutsch: follower) eingefunden hat. Willkommen im Alltag!
Gerne dürfen auch Kommentare zu den einzelnen Beiträgen beigesteuert werden:
Was seht Ihr genauso, zu was positioniert Ihr Euch entschieden anders, … ? weiterlesen


Weil es gerade so schön sch**ße ist… (22.7.2014)

Kommen wir nun von Angelegenheiten, die das Klärwerk zu verarbeiten pflegt und ansonsten im bildlichen Sinne gemeinhin unsere (Bildungs-) Fernsehlandschaft verkleistern, zu den Örtlichkeiten, die dazu dienen, diese speziellen Abgänge aufzunehmen: weiterlesen


Semantische Bleichung (verfasst am 20.7.2014)

Der vorherige Artikel hatte mir keine Ruhe gelassen und deshalb klickte ich mich ein wenig durch die Welten des großen, weiten Netzes. Man muss den Feind schließlich kennen, bevor er einen überrollt, dachte ich mir. Auf einer Internetseite bezüglich des Themas Kiezdeutsch blieb ich schließlich hängen. weiterlesen


Ghettosprech…’s haut mich wech! (verfasst am 16.7.2014)

Kurzzeitig meinte ich, die Zeitung mit Bestimmtheit in die Ecke zu verbannen, als ich kürzlich einen Artikel über die neue Sprachgeneration lesen musste. Gut, es hat mich niemand gezwungen, mir die Zeilen in voller Länge geben zu müssen, aber wie es so ist: Der Voyeurismus hat gesiegt. weiterlesen