Archiv der Kategorie: verdrehte Gedanken

Harmloser Infekt? (06.07.2017)

 

 

Besonders kitschig-romantisch veranlagt bin ich ja von Haus aus eher nicht.

Aber bei mir hat  sich wohl die äußerst penetrant agierende Horde Schmetterlinge so dermaßen Raum in meiner Magengegend einverleibt, dass noch nicht einmal ein kleines Frühstück aus Keks und Kaffee hineinpassen möchte.

Ok, dann hungere ich halt. Macht ruhig, ihr Flattermänner!

Wenn ich vom Ast kippe, seid ihr Schuld. Pah!

 

Ich wusste nicht, dass Liebe auf den ersten Blick (oder, was ich annehme, als Liebe auf den ersten Blick zu deuten) von der Heftigkeit her einer Krankheit gleichkommt, die gefühlt kurz nach Magen-Darm kommt. Nur ohne Darm. 😉

Hilfe!

Ein solches Gebahren kenne ich ja noch nicht einmal selbst von mir.

Bei mir muss die rosarote Brille echt schon dunkelrosarot sein. Mit Leuchteffekt im Dunkeln.

Bob! Wie abgefahren ist das denn?

Achterbahnen waren noch nie mein Ding (hauptsächlichst wegen diverser Sicherheitsbedenken), aber nun sitze ich mittendrin und lenke das Teil sogar noch!

Man könnte glatt an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln.

Mittlerweile zweimal gesehen, endlose Gutenachtgeschichten per whatsapp und dann so einen Aufstand?!

 

 

Wenn es nicht so schön wäre, hätte sogar ich mir mittlerweile einen Arzttermin wegen dauerhafter Inappetenz und latenter Nausea besorgt. 🙂

Ist Verliebtheit heilbar?

Müssen wir jetzt alle sterben?

🙂

 

 

 

 

 


You stripped my heart! (02.07.2017)

 

 

Ein nettes Verkaufsgespräch neigte sich dem Ende zu.

Jetzt käme gleich etwas Peinliches, sagtest du.

Ob ich denn gerade vergeben sei?

Dann fragtest du nach meiner Nummer.

Ausgerechnet nach meiner.

Ich fühlte mich spontan in jene Herzkino-Filme versetzt, die mir bei solch einem Drehbuch sonst eher ein Schmunzeln hervorlockten. Fehlte nur noch der obligatorische Apfel, der aus einem plötzlich aufreißenden Einkaufsnetz zwischen unsere Füße rollte.

Dein Duft signalisierte mir beruhigende Nähe. Offene Arme. Subtile Wärme. Wirbelnde Schmetterlinge im Bauch.

Wir tauschten blanke, völlig unromantisch sterile Zahlen aus.

Ich fragte nach deinem Namen.

Als ich ging, klang DeMos „Nothing’s impossible“ in meinen Ohren wider, das erst gestern meinen Heimweg intoniert hatte. Und die Tage zuvor. Weil es eben gerade auf meiner playlist für unterwegs drauf war. Einfach so.

„I still believe in love at first sight.“

Ernsthaft?!

„Nothing’s impossible!“

Mir ist schlecht. Alles in mir kribbelt, als ob abertausend kleine Spinnentiere unablässlich und völlig desorientiert auf meinen Eingeweiden auf und ab marschieren würden.

 

18Uhr. Ich wollte eigentlich noch etwas kochen.

Doch ich entscheide mich für Luft.

Und vielleicht Liebe?

Dabei kenne ich DICH doch noch gar nicht.

Ich bin heillos verwirrt.

Jeden Moment könnte die Traumblase platzen, in der ich gerade eingeschlossen bin.

You stripped my heart!

Ich fühle mich zutiefst angreifbar.

 

Wahrheit oder Fiktion?

 

 


Kein Kuchen… (10.06.2017)

 

 

….ist auch keine Lösung!*

 

Heute erst auf einem Schild gelesen.

Beachtet man die doppelte Verneinung im Satz, käme man schlussendlich auf jene Quintessenz, dass Kuchen eine Lösung sei.

Also, entweder liegt hier eine glatte Lüge vor- Kuchen in seiner angestammten Form zählt nun einmal zu den Feststoffen- oder jemand ist nicht des Backens fähig. Oder: Es liegt ein „Lava“-Küchlein mit flüssigem Kern vor. Dann würde ich es mit beidseits (genießerisch) zugedrückten Augen zu Teilen akzeptieren…nachdem ich probieren durfte.

Wafff? Dafff war niffff allefff fffür mifff?

 

Und ja: Ich habe den Sinn dahinter verstanden. 😉

Kuchen for president! Oder so ähnlich.

 

 

 

*Ich habe trotzdem keinen gekauft.

 

 


Läuft! (07.02.2017)

 

 

Morgens 6 Uhr in Deutschland die erste Erkenntnis des Tages:

Ich sollte besser wieder zu Bett gehen…!

Wenn man etwas angeblich hat kommen sehen, dann ist es meistens im selbigen Moment- also noch ehe die erste Synapse im Begriff sein kann, warnend aufzuflackern- jedoch bereits wieder zu spät.

Schon schwappte das morgendliche, koffeinhaltige Heißgetränk munter entgegen. Wenigstens ein Kandidat in dieser geselligen Runde, welche einzig aus mir und jenem nunmehr nur noch zu reichlich zwei Drittel existenten Kaffee (der Esel nennt sich immer zuerst!) bestand, der bereits so dermaßen voller Schwung sein konnte.

Hilft nichts. Aufwischen und weitermachen!

Später dann auf Arbeit:

Nichts ahnend wollte ich mir nach der Verrichtung einer überaus menschlichen Notdurft (Keine Details!) und der obligatorischen Waschung im Anschluss die Hände trocknen, schon klappte mir-wohl aus einem Anflug spontanem Bedürfnisses nach für zweifelsfrei öffentlichen Raum unangemessen intimer Körpernähe- der Deckel des Papiertuchspenders entgegen. Von einer Intimdistanz hatte man wohl noch nicht vernommen…

Was, bitteschön…?!

Mich seines auf meine Person penetrant fixierten Annäherungsversuches, der- zugegeben- eher von der plump-direkten Sorte war, erwehrend, operierte ich nur kurz an ihm herum und versicherte mich, dass es zu keinem weiteren Zwischenfall unerwünschter Aufdringlichkeit mehr kommen konnte. Schatz, wir passen einfach nicht zusammen! Der Papierspender schwieg ob dieser meiner Feststellung nur demonstrativ.

Sprich: Er hielt zuverlässig, wie von unsichtbarem Panzertape gehalten, die Klappe und ich war für diesen Augenblick vorerst zufrieden.

Ein Ziegel flog mir im Laufe des Tages übrigens nicht mehr auf den Kopf, was ein Pessimist- reichlich optimistisch gedacht- an dieser Stelle hätte annehmen können.

Läuft!

Lief.

Gelaufen.

Ich bin fertig für heute [Edit: …mit dem Text!].

 

S[Punkt]

 

 

 


Logik… (14.12.2016)

 

Was ist der Sinn eines Antivirenprogrammes?

Genau!

Es soll für eine sichere Internetnutzung sorgen.

Die Betonung liegt auf Nutzung. Nicht Abschaltung (im Sinne von pauschalem Blockieren sämtlicher Internetseiten von A-Z). Was für einen Sinn würde ein kostenpflichtiges Programm denn sonst machen? Oder wollten die mir mit dem letzten Update (ohne Chance auf Verzicht) nur sagen, dass ich mein Geld beim damaligen Kauf auch gleich aus dem Fenster hätte werfen sollen? Quasi durch die Blume…

Nach der x-ten Testsystemwiederherstellung konnte ich das Internetproblem auf dieses Antivirenprogramm(update) einkreisen. Dort liegt wohl sozusagen der Hase im Pfeffer begraben. Ganz offensichtlich.

Und nun?

Die Alternative zu „nix Internet“ ist : Man könne doch seine gewählten Sicherheitseinstellungen etwas reduzieren. Aha! Die automatische Selbstschussanlage muss also abgebaut werden und gegen ein Fläschchen Seifenblasenpustefix ausgetauscht werden.

Bämmm! Nimm das!! *Seifenblasen blubber*

Vielleicht tue ich den Verantwortlichen auch einfach nur Unrecht, wenn ich auf deren Ansicht herumhacke, dass ein wirklich sicheres Internet eben KEIN-Internet-Haben bedeutet.

Wenn ich aber das „KEIN-Internet-Haben“ akzeptieren würde….warum sollte ich mir das Antivirenprogramm noch kaufen?

Ich möchte einen optimalen, vollumfänglichen Schutz haben UND einwandfrei funktionierendes Internet.

Verlange ich etwa zu viel?

Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen. Ich bastel weiter.

 

Fazit:

Wisst ihr….es gibt Tage, da würde ich gern den Mittelfinger gegen sämtliche nervraubende Dämlichkeiten, Zeitverschwendungen, und Nutzlosigkeiten des Alltags erheben wollen. Allein mein Anstand lässt es mich nicht tun.

Leicht angesäuert: S[Punkt]

 

 

 


Wenn Blödheit einen Vornamen hätte… (12.12.2016)

 

 

….dann trüge sie am heutigen Tag den meinigen.

Habt ihr schon einmal versucht, euch selbst in den Finger zu tackern? Nein. Ihr verpasst was!

Nicht.

Fragt mich nicht, wie das funktionieren kann…nur so viel: Am besten gelingt es offenbar, wenn man gerade neue Heftklammern einsetzt und dann das im hilfreichsten Falle etwas widerspenstige Gerätchen einrasten lässt. Und vergesst dabei ja nicht, den Finger zwischen den beiden „Hebelarmen“ stecken zu lassen! Sonst bringt der ganze Versuchsaufbau nämlich gar nichts. Glaubt mir. Hier spricht die Expertise aus mir.

Wem das noch zu sehr nach Pillepalle klingt, der darf gern den extrastarken Locher testen und mir berichten, ob ich wirklich etwas verpasse, wenn ich diese „Challenge“ auslasse. Aber sagt nachher nicht, ich sei schuld, wenn ihr a) Schmerzen oder b) ein Loch im Finger habt. Es ist immernoch jeder selbst seines Glückes Schmid! Apropos: Hammer auf Daumen sind auch nicht schlecht.

Was ich sagen wollte: Passt schön auf euch auf!

Und:

!CAVE! Papier schneidet! 😉

 

In diesem Sinne.

Augenzwinkernd: S[Punkt]

 

 


Es gibt Tage… (09.12.2016)

 

…an denen man am liebsten zu Hause bleibt, sich gemütlich einen heißen Kakao/Tee zubereitet und Weihnachtsgebäck vor sich hin mümmelt.

Doch, nein! Die Welt braucht einen ja…also schält man sich aus seiner Wohnhöhle und marschiert pflichtbewusst den wartetenden Aufgaben und vorhersehbaren Unvorhersehbarkeiten entgegen.

Die Zeit rennt dabei auch mal wieder wie ein total überdrehtes Duracellhäschen auf Ecstasy und schwupps sind die Stunden wieder vergangen und der Abend naht.

Und dann soll es das schon wieder gewesen sein…

Verrückt.

An die nächste Woche denke ich besser noch nicht. Der Montag kommt noch früh genug.

Während sich anderswo gefühlt bereits jetzt schon auf den verlängerten Weihnachtsurlaub vorbereitet wird, gräbt man anderswo noch die ganz große Überraschung aus.

Dabei ist doch noch gar nicht Ostern!

Oder?!

 

Es grüßt der tägliche Wahnsinn!

S[Punkt]

 

 

 


Ich. Verwirre. (21.10.2016)

 

 

Ja, es ist ganz offensichtlich, kaum betrete ich einen Raum und schon ist die Menschheit mit ihrer heilen Welt überfordert. Man erleidet kurzzeitige, jedoch glücklicherweise reversible Amnesien, jubelt mir lose Köpfe unter, die ich eigentlich gar nicht wollte, …

 

Zumindest schien es mir am gestrigen, in reichlich herbstlicher „Sommerfrische“* verbrachte Tag so, als ob (fast) alles aus den Fugen geraten würde, sobald ich meine Lichtgestalt(?!) in irgendeine Verkaufsstelle schob.

 

Fall 1:

Beim Bäcker. Ich hatte mich bei einer Person zum lang erwarteten Besuch angemeldet und hierfür versprochen, für etwas hochkalorische Verpflegung in Form von Kuchen zu sorgen. Gesagt, getan. Die Kuchenunterlagepappe hatte sich bereits gut und zu meiner Zufriedenheit gefüllt. Zur Vollendung meiner Wunschliste verlangte ich noch einen Punschberg (gern je nach Aufmachung auch Punschkugel, Punschspitze, o.ä. genannt).

Was die Verkäuferin jedoch aus der Anrichte hob, war keinesfalls ein kleiner Punschberg. Es war größer und ähnelte eher einem etwas zu moppelig geratenen Schaumkuss. Ich vermutete eines der anderen süßen Geschöpfe, die namentlich an der Theke aufgeführt worden sind, obwohl ich nicht dort arbeitete, sehr wohl aber eine Ahnung davon besaß, wie in etwa so ein Punschberg im Allgemeinen aussehen könnte…nämlich wie ein kleiner Berg.

meine Wenigkeit: „Kann es sein, dass das etwas anderes als ein Punschberg ist?

Die Verkäuferin hielt in ihrer Bewegung inne und überlegte. Beflissentlich kam ich ihr nach eigens angestellten, investigativ-journalistisch angehauchten Gedankenüberschlägen zur Hilfe und teilte ihr meine Diagnose mit, welche für das schokolierte Halbrund** leider auf eine infauste Prognose hinauslief.

meine Wenigkeit: „Es scheint mir doch eher ein Mohrenkopf*** zu sein.

Hinter den diversen Namensschildchen türmte sich die eine oder andere kalorienbehaftete Leckerei, doch nichts anderes glich so recht einem abgeschlagenen Kopf eines armen, unglückseligen  Mohren.

Die Verkäuferin überlegte weiter und kam wohl auch zu dem Schluss, dass das Gebilde auf ihrer Schippe kein Punschberg sein könnte und verräumte ihn im Austausch wieder zu seinen Artgenossen.

Verkäuferin: „Ach, ich hatte das eigentlich gerade eben auch schon so in die Kasse [Anmerkung: mit Bildschirm und Touchpad] eingegeben.

Sie drückte im Anschluss an ihre Worte noch einmal wild (korrigierend?) auf dem Touchpad herum.

So, so.

Naja, die Welt drehte sich ja trotzdem weiter. Im Vertrauen an das Gute, verzichtete ich sogar auf den Druck des Kassenbeleges, um ihre Ehrlichkeit zu überprüfen. So ein loses Köpfchen kostete nämlich etwas mehr als das Häuflein Punschmasse. Im Zweifel: Für die Kaffeekasse!

 

Fall 2:

Verkäuferin eines Buchladens: „Hallo!

meine Wenigkeit: „Hallo!

Ich schob nun lediglich meinen des Erstehens wegen vorbereiteten Bücherstapel über den Thresen. Mein Gegenüber griff danach und …

Verkäuferin: „Hallo!

Die Dame und ich blickten uns nur einen ganz kurzen Moment lang stumm in die Augen.

Verkäuferin: „Kann es sein, dass wir uns gerade nicht schon einmal begrüßt haben?

Ich griente. Wir grienten uns gegenseitig an.

meine Wenigkeit: „Das kann sein. Aber doppelt hält bekanntlich besser.

 

Nach einem solch großen Hallo hätte man meinen können, dass es das nun für diesen Tag gewesen sein könnte. Doch auch Diebstahlsicherungen haben wohl in meiner Gegenwart so manche Schwierigkeit.

 

Fall 3:

Zufrieden und nach erfolgreicher Zahlung (!!!) meiner neuen Schuhe stapfte ich aus dem Laden und wurde jäh durch ein auffälliges, piepsiges Signal in meinem Fluss unterbrochen, als ich die Diebstahlsperre passierte.

Ich drehte mich um, sah jedoch keine wild mit den Armen rudernde, kurz vor dem Kollaps stehende Verkäuferin oder einen mit einer Barrett M82 bewaffneten „Navy Seal“ hinter mir her jagen.

Pflichtbewusst kehrte ich dennoch um. Man will sich ja nichts nachsagen lassen.

meine Wenigkeit: „Beim Hinausgehen hat es einmal gepiepst. Bei meiner Rückkehr jedoch seltsamerweise nicht mehr.

Die Verkäuferin blickte nun auch etwas ratlos drein.

Verkäuferin: „Ich probiere es selbst einmal.

Natürlich piepste diesmal nichts. Der Detektor schwieg.

Verkäuferin: „Dann dürfte jetzt wirklich nichts mehr piepen.

Etwas beruhigt ob meiner weißen Weste sackte ich alles zusammen und wagte es, mein Glück auf die Probe zu stellen.

Ich erwartete jeden Moment ein neuerliches akustisches Signal.

Nichts.

Hatte ich vielleicht vorhin einfach nur Pech, dass parallel zu meiner Passage des Diebstahldetektors irgendwo anders, ein paar Läden weiter, jemand einen ebensolchen ganz kurz ausgelöst hatte? Habe ich womöglich zu gute Ohren? Fühle ich mich zu oft unnötig angesprochen? Führt meine pure Anwesenheit womöglich doch noch zum längst überfälligen Polsprung****?

 

ODER spinne ich jetzt total?!

 

 

* Urlaub

** Dennoch, sah es gleichsam sehr zum Anbeißen aus. Leider.

*** Ich habe mir den Namen nicht ausgedacht! Mir ergo die menschenfeindliche Absicht zu unterstellen, ich würde die Darstellung des Abtrennens von Köpfen dunkelhäutiger Menschen propagieren, wäre an dieser Stelle reichlich unangemessen überreagiert. Bitte sehen Sie von entsprechenden Brandbriefen oder mir nach dem Leben trachtenden Absichten, wie Steinigung, ab. Danke für Ihre Toleranz und Ihr wohldurchdachtes Handeln!

**** Polumkehr des Nord- und Südpols

 

 

 

 


Früchte meiner Arbeit (21.07.2016)

 

Über Wochen und Monate nun hegte und pflegte ich sie liebevoll, achtete gestreng darauf, dass sie in ihrem natürlichen wie auch überaus raumgreifenden Freiheitsdrang nicht gänzlich aus der Form geriet und errettete sie gar vom nahenden Tod, als sie doch recht erschlafft meiner Rückkehr harrte. Mehr als zwei Tage kam sie ohne mich wohl nicht mehr aus. Sie grenzwertig  saft- und kraftlos vorfindend gab es für mich nur eine einzige, wirklich sinnvolle Option: Kurzerhand goss ich dem mit einer blitzeblanken Sense bewaffneten, bedrohlich dreinblickenden Schnitter einen Schwall kühles Nass in die Sandalen. Soll der Kuttenträger doch anderswo „ernten“ gehen! Dies hier war MEIN Revier.

Lange Zeit war das an ihr bis dato einzige Objekt der Begierde in völlig ungeteilter Aufmerksamkeit meinen gespannt-neugierigen Blicken ausgeliefert, bis es am Ende doch noch die ersehnte (Schames?)Röte auf die Wangen getrieben hatte. Bemerkte ich bereits, dass ich recht ausdauernd sein kann?

Jedoch fiel der Erfolg in meinen Augen quantitativ noch eher mäßig aus. Ich trieb es daher im besten Glauben an das Gute sogar so weit, dass ich- mit Pinsel aber ohne Farbe bewaffnet- das Spiel von Bienchen und Blümchen imitierte, auch wenn man mir die Rolle des Summse-Bienchens dabei wohl eher wenig überzeugt abgenommen haben musste. Sei es drum. Lag es an meinem irrwitzig-bemühten Zutun oder doch am Laufe der Natur, in jedem Falle tat sich etwas. DAS war schließlich die Hauptsache.

Das Ergebnis: Stolze zweikommafünf Zentimeter hoch wie breit und quer ist sie geworden.

Heute war nun endlich der Zahltag gekommen, an dem ich IHR die Betriebskostenabrechnung zwar nicht vorlegte, doch aber ein kleines Bisschen Genugtuung verspürte, als ich sie der Frucht meiner/unserer gemeinsamen (sie trug schließlich auch einen entscheidenden Anteil bei) Arbeit mit vorsichtig tastenden Fingern beraubte.

Die Beute duftete verführerisch und flötete mir beinahe schon ins Ohr: Vernasch mich! Jetzt! Sofort!

Besonders lang ließ ich mich selbstredend auch nicht erst bitten und bereitete ihrem Locken ein jähes Ende.

 

UND NUN warte ich auf sonnengereiften Nachschub meines auf Balkonien hausenden Nachtschattengewächses, für dessen Gelingen ich mich schließlich- wie oben geschildert- fortpflanzungstechnisch richtig ins Zeug gelegt und wahrscheinlich irgendwie auch zum Obst gemacht hatte. Hat ja keiner gesehen… *summ summ summ*

 

Sommerliche Grüße

vom Summse-Bienchen

 

 

P.S.:

Nennt es Zufall, oder nicht: GENAU vor zwei Jahren und zwei Tagen erblickte das Senftöpfchen das Licht der Welt. Tja, so kann es kommen….

*Geburtstagskuchen anschneid*

 

 

 

 


Ihre Durchlaucht schlägt Wellen (07.05.2016)

 

 

Auf einer neuerlichen, sportlich betrachtet diesmal eher beschaulichen Radtour entlang des Elbe-Havel-Kanals traf ich bei märchenhaftem Wetter auf eine Prinzessin.

Ohne Witz!

Von Weitem staunte ich nicht schlecht darüber, was sich da plötzlich in einigen hundert Metern Entfernung vor mir aufgetan hatte. Allein ihre Rückansicht war schon…nunja….irgendwie besonders. Sehr aufwühlend, würde ich fast behaupten. Man sieht nicht oft, dass ein Hofstaat sein heimisches Wasserspiel à la Reichenbachfälle mit sich zu führen gedenkt. Nicht einmal im Märchen.

Mit wehenden Fahnen durchpflügte sie unbeirrbar die Landschaft, als befände sie sich auf einem Walkürenritt.

Wie es schien, wohl doch mit angezogener Handbremse. Es dauerte nicht lange, da hatte ich sie nämlich, hoch zu Ross auf meinem wackeren Drahtesel hockend, eingeholt.

Wenig prinzessinnenhaft packte Madame, einmal auf Hochtouren gelaufen, richtig an und warf mit ihrem recht kraftvoll daherkommenden Auftritt derart heftige Wellen auf, dass es eine Flunder auf den Rücken hätte legen können. Alle Achtung.

Alsbald trennten sich jedoch unsere Wege. Es tauchen schließlich immer irgendwo Schranken auf, die die Spreu konsequent vom Weizen zu trennen wissen. Man gibt sich nicht mit niederem Volk ab. Oder hat eben schlicht und einfach andere Pfade zu beschreiten. Wie auch immer.

Doch man sieht sich bekanntlich immer zweimal im Leben.

Im Halbschatten einer an den Elbwiesen beheimateten, alten Weide lesend, ahnte ich nicht, dass mich die Prinzessin womöglich doch verfolgen könnte.

Wie ein laues Sommerstürmchen rauschte sie heran.

Von ihrer Entourage war jedoch kaum noch etwas zu sehen. Sie war wohl beim Mittagessen, während Durchlaucht neuerlich für einen halben Tsunami sorgte.

Und dann zog sie auch schon vorbei, die Nase kokett in den Wind haltend.

 

Es gibt Phänomene, die erzeugen scheinbar viel mehr Wirbel, als man im Allgemeinen für nötig erachten könnte. Ob einem Fischlein die Runde mit einem Riesenrad gefallen würde?

Ahoi, Prinzessin*, du Sturm im Wasserglas!

 

 

 

 

* Gemeint ist ein Flussschiff mit Schaufelradantrieb im Heck.