Archiv der Kategorie: verdrehte Gedanken

Verwirrspiel (13.04.2016)

 

 

*den stiefmütterlich vernachlässigten Blog hervorkram*

 

Was soll ich sagen…

Momentan ist der Großteil meines täglichen Daseins (genauer: der bruttoinlandsproduktive Anteil) ein ewiges Hin und Her. „Lass uns planen…wenigstens bis morgen!“ lautet die Devise. Yippeah!

In jedem Fall muss ich mich definitiv nicht über Langeweile beklagen, wobei ich das auch noch nie wirklich musste. Für derlei akut auftretende Gesinnungsanwandlungen gibt es schließlich Schlechtwetter-Schlumper-Sonntage.

Gestern musste ich mir jedenfalls erst einmal den Kopf freiblasen lassen. Hierfür bediente ich mich nicht der profanen Dienste eines Föns, sondern der tatkräftigen Unterstützung des Fahrtwindes, während ich nach Dienstschluss durch die Prärie radelte.

Danach verwies ich ENDLICH das trockene Skelett einer im letzten Jahr durchaus gut in Saft stehenden Tomatenpflanze seines topfigen Zuhauses, um Platz für eine potentielle neue Bewohnerin zu schaffen.

Erst heute schaffte ich es, den Computer anzuschmeißen und emails zu prüfen. Auf dem Weg dorthin stolperte ich über die Schlagzeile, dass ab morgen eine 5-Euro-Münze in Deutschland in Umlauf kommen würde, die neben einer Sammlerfunktion auch als offizielles Zahlungsmittel nutzbar sein soll…letzteres jedoch lediglich in Deutschland.

Und am 14.4. wird sie also stolz präsentiert….die 5-Euro-Münze, an deren Entwicklung sage und schreibe 8 lange Jahre Experten getüftelt haben sollen.

Bitte wie lange?

Um Gottes Willen, diese Zahl kann doch nicht stimmen!

Ich betrachtete auf einem Foto das Tri-Material-Coin-Kunstwerk- in welches ein super-duper Kunststoffring eingefügt worden ist- nun angestrengt mit anderen Augen, konnte jedoch keine Merkmale feststellen, die in irgendeiner Weise die Inanspruchnahme einer solch ausgedehnten Zeitspanne berechtigen würden.

Die Brust des Adlers gleicht der eines gerupften Huhnes und der Schnabel mitsamt bis zum Anschlag herausgestreckter Zunge sieht aus, als würde sich der Piepmatz gerade heftigst übergeben wollen. Vielleicht leidet er aber auch an einer akuten Atemnot oder quäkt einfach nur ein total unterschwellig aggressives „Eyyyyy, Alder!“ ins Portemonnaie. Das vermag ich aus der Ferne und ohne gründliche Anamnese nicht zu diagnostizieren.

Die Rückseite ziert der Ausschnitt einer stilisierten Weltkarte.

Wie aufregend!

Der künstlerische Aspekt konnte also nicht wirklich dazu beigetragen haben, dass man so viele Jahre ins Land streichen lassen musste.

 

Angeblich sei die Münze jedoch überaus fälschungssicher, was man laut Angaben getrost diesem eingefügten innovativen Kunststoffring anlasten darf.

Am allersichersten war sie wohl mindestens die letzten 8 Jahre, als sie so gut wie noch nicht existierte. Das steht fest. Alles weitere werden uns die Fälscherbanden sicher früh genug mit barer Münze zu erzählen wissen.

Wie auch immer.

 

Ich entsinne mich -nebenbei bemerkt- noch trüb, als würde ich wie heute in der nächtlichen Früh durch eine dicke Nebelsuppe fahren, dass vor nicht allzu langer Zeit noch total panisch, euphorisiert, be- oder entgeistert in diversen Medien über die mögliche Abschaffung des Bargeldes diskutiert worden ist.

 

Also mich verwirrt das alles.

Ein wenig. 😉

 

 

 

 

 


Böser Geist, weiche! (27.03.2016)

 

Keine Angst, ich bin  ganz bei Sinnen und wabere keines Falls durch irgendeinen Eierlikör-Äther. Erstens habe ich es nicht so mit dem Allllohoool und zweites nicht so mit Eierlikör im Speziellen. Auch nicht zu Ostern mitsamt der ganzen Eierei.

 

Mir fiel nur auf, dass soeben der 666te Kommentar aufgeschaltet worden ist. Hier. Bei mir.

Und wer trägt die Schuld, dass diese pöööhse, pöööhse Zahl durch mein Gemäuer spukt? Natürlich- wie konnte es anders sein- musste diese gloreiche Glanztat meinem Mist erwachsen.

Meiner Mutter würde jetzt wieder vor Schreck das Eierlikörglas aus der Hand rutschen, wenn sie dies mitbekommen hätte. „Kind! Ich habe schon immer gesagt: Zieh dich nicht immer so schwarz an!“ *

Tja, nun habe ich den schwarze-Bandnudeln-Salat.

Wie bekommen wir diese pöööhse, pöööhse Zahl wieder eradiziert?

 

Vielleicht sollte ich einen (Schein)Heiligenschein darauf montieren. Womöglich hilft das. Die Gottesvertretung hier auf Erden schafft es doch auch immer wieder, erfolgreich mit der blütenweißen Weste dem schlammigsten aller Sümpfe zu entsteigen.

Vielleicht sollte ich auch DIE Raute anbasteln….das befreit von jedweder Verantwortung jeglicher Konsequenzen, die diese Zahl mit sich bringen könnte. Ich wäre damit fein raus. Sollen sich doch die Geisteraustreiber damit herum- und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Vielleicht sollte ich den Kommentar auch einfach nur auslöschen. Das können wir Menschen ja leider so gut. :-/

 

Am besten, ich mache gar nichts, lasse die Zahl eine Zahl sein und verdrücke in dieser schier auswegslos anmutenden Situation ein Schokoladen-Ei. Wenn ich eines finde, dann darf auch Eierlikör enthalten sein. Böser Geist Allllohoool, ich komme! Jetzt is mir allet ejaaaal.

 

 

 

* Gerade sitze ich aber in festlichem Hellblau da.

 


I’m a murderer! (11.03.2016)

 

Werte Leserschaft, bevor ich fortfahre, bitte ich um Folgendes: Schickt mir die Schergen bitte erst zum Sturm Klingeln an die Wohnungstür, wenn ihr zu Ende gelesen habt…

 

 

Bereits in der Früh, oder sollte ich besser schreiben immernoch, belagerte mich mein Besuch. Eingeladen hatte ich diesen ursprünglich nicht, es ergab sich wohl einfach so. Auf irgendeine wundersame Weise kam schließlich auch Maria zu ihrem Kinde…und ICH zu meinem Gast.

So früh am Morgen schenkte ich ihr noch nicht sehr viel meiner Aufmerksamkeit.

Ich möchte hier nicht irgendwie unhöflich erscheinen, aber direkt nach dem Aufstehen sehe ich es als allgemein vertretbar an, wenigstens eine halbe Stunde ungeteilte Ruhe ganz für mich allein zu reklamieren.

Ich ließ sie also machen, schaltete die Kaffeemaschine an und verschwand im Bad.

 

Fragt mich bitte nicht, was sie derweil im Nebenraum trieb. Womöglich kotze sie wieder an irgendeine Fensterscheibe oder rieb sich auffällig die behaarten Beine.

Als ich die Küche wieder betrat, war von ihr nichts zu sehen. Hatte sie sich ins Schlafzimmer zurückgezogen oder flätzte sie gerade auf der Couch herum?

Mir war es gleich. Ihr Dasein in meinen Vier Wänden war sowieso als begrenzt anzusehen. Dies hatte ich unlängst entschieden. Einstimmig. Ihre Meinung, die gewiss eine ganz andere wäre- wer lässt sich schon aus dem Paradies vertreiben- interessierte mich nicht die Bohne. Das Leben ist eines der härtesten, Schätzchen…

Unbemerkt- anders kann ich es mir nicht erklären- muss sie sich irgendwann von hinten angeschlichen haben. Details zu den folgenden, hier nicht weiter aufgeführten Geschehnissen, werte Leserschaft, bitte ich beim Kollegen Mr. Hyde zu erfragen*, da sie sich bis einschließlich jetzt gänzlich meiner Kenntnis zu entziehen verstehen.

In jedem Falle kann ich festhalten, dass unserer Aufeinandertreffen bei ihr ganz augenscheinlich einen überaus bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Nein! Ich kann mit Fug und Recht sogar hier an dieser Stelle ganz unverhohlen behaupten, dass ich sie in diesem Moment regelrecht geplättet zurückließ.

Zu bedenken möchte ich geben, dass es sich hierbei noch nicht einmal um sonderlich geplante Taktierei meinerseits gehandelt hatte- man erinnere sich an meine Entscheidung, sie persönlich vor das imaginäre goldene Tor meines Palastes zu setzen- geschweige denn um eine Handlung aus der vollsten Absicht heraus.

Strategische Schlachtpläne liegen mir in derlei Angelegenheiten eher fern. Man sollte schließlich stets das mildeste Mittel zuerst anwenden und nicht gleich mit der Keule ums Eck spaziert kommen.

Jedenfalls- ich möchte ungern weiter um den heißen Brei herum reden- muss ich gestehen, dass es wohl oder übel zum Äußersten gekommen ist. Da lag sie plötzlich darnieder auf den kalten Fließen, ohne noch einen Mucks zu tun.

Mea culpa! So endgültig war das defintiv nicht geplant gewesen. Ändern konnte ich es aber leider nicht mehr. Das Leben ist eines der härtesten….wie ich bereits schon schrieb.

Höflich wie ich bin, führte ich ihren Leib einer Erdbestattung- sagen wir mal einer Abart von „Erde“- zu.** So viel Zeit muss sein , finde ich!

Und dann: Deckel drauf auf die Sache.

Aus Zeit- und Kostengründen, und um den Aspekt meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zu wahren, verzichtete ich auf das Engagement einer dreiköpfigen Trauerkapelle und wischte lediglich die kleinteilig versprengten Überreste von den Kacheln am Boden.

 

Als wäre nichts geschehen, zog ich die Tür hinter mir zu, blickte mich nicht unauffällig nach Zeugen um und fuhr seelenruhig auf Arbeit.

Von hinten auf der Rückbank meines Autos hörte ich Mr. Hyde kichern:

Du hast die Fliege voll plattgelatscht, du Trampeltier!

Ich?!!

 

 

 

* Telefonisch erreichbar: Täglich….von Zwölf bis Mittag.

** Wer im Übrigen nähere Informationen zum Thema „Unkomplizierte Beseitigung von Leichen“ haben möchte, darf sich gern melden*.

 

 


Taos Hum (12.01.2016)

 

Auf die Frage der geschätzten Modepraline hin, worüber sie denn nach 500 Beiträgen noch schreiben könne bzw. der Meinung ihrer Leser nach schreiben sollte, platzte ich unvorsichtigerweise mit folgenden Vorschlägen heraus….ich ahnte nicht, welche Konsequenzen ich mir hiermit auflud. Ich unvorsichtiger Tor!

Dies (hier klicken) waren neben anderen Unwichtigkeiten wie Glück, Traurigkeit und Liebe meine glorreichen Schreibanregungen:

Mit an Bord war der obligatorische in China umkippende Reissack, der bei keiner Aufzählung von weltbewegenden Belanglosigkeiten fehlen darf. Alles andere würde einer echten Kardinalsünde gleichkommen, weil er sehr, sehr…..nunja…..sagen wir mal so: Er ist nicht nachtragend, aber vergessen tut er eben auch nicht.

Dann offerierte ich das eminent wichtige Thema der Geräuschentwicklung von wachsendem Gras. Stellt es in Wahrheit genau wie überzogen kreischender Kinderlärm KEINEN Lärm dar?

Zu guter Letzt bot ich ihr- gönnerhaft wie ich bin- an, auf einen eigenen, überaus prestigeträchtigen Artikel zu verzichten, der sich mit einer Abhandlung über die Lamellenbewegung von Champignons bei Windstärke 12 befassen würde.

 

Nun ratet mal, welche Idee mir das Genick brach. Richtig! Das Gras.

Prompt kam nämlich die Antwort zurück, dass ich doch in Sachen Lärmbelästigung durch wachsendes Gras die Vorreiterrolle übernehmen könnte.

Au weia.

Und nun sitze ich hier und überlege. Zwischendrin muss ich aber immer wieder auf die Uhr schauen, dass ich vor lauter Wichtigkeit dieses Themas nicht die Abfahrt zur Arbeit verpasse….gilt das eigentlich als Ausrede?! Ich müsste dann mal ganz akut weg…..ok, ok…..etwas Zeit habe ich noch.

Ich gab also den Einzeiler „Geräusche wachsendes Gras“ bei der google-Konkurrenz ein (ja, ich habe noch immer nicht zugestimmt!).

Verwiesen wurde ich auf eine Plattform, die man getrost als Scherzartikel oder Anti-Wiki bezeichnen könnte, auf welcher fröhlich der Pseudowissenschaft gefröhnt wird. Sie nennt  sich Uncyclopedia.

Hier nun erwartete ich mir die Erklärung, wie denn nun Gras klingt, wenn es wächst.

Ich erwartete eine Art Ploppen beim zutage Treten und profane Reibegeräusche.

Stattdessen stieß ich auf ein ominöses Taos Hum oder auch The Hum. Dies sei ein unerklärlicher, niedrigfrequenter Brummton, den laut dem echten Wiki lediglich 2% der Weltbevölkerung hören könne. Gern wird auch von einer Art Tinnitus geschrieben, obwohl der Betroffene gesunde und sogar sehr gut hörfähige Ohren vorwies.

Die Erklärungen hierzu stecken jedoch noch derart in den Kinderschuhen, dass man diese allerhöchstens als Babysöckchen benennen dürfte.

Hier eine bunte Mischung seriöser wie nicht-seriöser Vorschläge: Infraschall, Van-der-Pol-Systeme, schnurrende Katzen, Außerirdische.

ODER: Wachsendes Gras!

HEUREKA!

Das war wohl nichts.

Vielleicht sollte ich demnächst aufmerksamer bei TerraX und Kumpanen zuhören. Meines Erachtens gab es nämlich bereits akustische Studien über die Geräuschentwicklung von Pflanzen…. In jedem Fall melde ich mich, wenn ich mit neuesten Erkenntnissen glänzen kann.

Bis dahin! Und lasst euch nicht vom hustenden Maulwurf wecken!

 

gez. S. Holmes

 

 

 

 


Der Pizzabote und der Rohrbruch (11.08.2015)

 

Man stelle sich folgendes Szenario vor:

Hallo? Pizzaservice Heiß&Fettig. Wie kann ich helfen?

„Ich brauche einen Klempner in der Maxstraße 1, 12345 Moritzstadt. Bitte bei Bolte klingeln.

Wir machen uns auf den Weg. Darf es sonst noch etwas sein?““

Haben Sie auch Pizza?

 

Bevor ihr nun gänzlich an meiner Geisteskraft zweifelt…der Anrufer war nicht ich persönlich. Bewahre! So schlimm steht es wirklich nicht um mich.

Mir fiel lediglich ein Kleintransporter ins Auge, auf dessen Rückansicht das Logo eines Pizzaservices prangte und das auf der Breitseite mit einem Klempner- oder Hausmeisterdienst aufwartete.

Ich meine auch nicht eines dieser volltapezierten Fahrzeuge, die sich durch Werbeträger in allen Formen und Farben und auf jedem Quadratmillimeter des Lackes finanzieren. Mal ehrlich, glaubt tatsächlich jemand daran, dass gerade seine beworbene Firma in diesem Farbenmatsch besonders ins Auge zu stechen vermag…und das in Schriftgröße 8 links unter dem Türgriff?! Aber das muss jeder für sich entscheiden. Die Frage nach dem Sinn oder Unsinn darf sich stellen, wer mag.

 

Die Unklarheit bei diesem oben bestaunten Vehikel (Klempner/Pizza der Firma XY) besteht lediglich darin, welchem Aufdruck man nun Glauben schenken darf. Nicht, dass das noch in einer Peinlichkeit endet…

[Zartbesaitete hören an dieser Stelle bitte auf, mit dem Lesen fortzufahren!]

 

Firma XY: „Bitte?

Anrufer: „Einmal Canneloni und die Nummer 3.“ *die Telfonverbindung rauscht* „Canneloni…!“

Firma XY: „Wat wolln Se? Kanalreinigung? Wat gegen ne Verstopfung?!

Anrufer: „Oh, ein Missverständnis…ich hätte gern die Canneloni und die Vortages-Pizza „Frutti di mare“. Das Sonderspezial-Sparfuchs-Angebot zum halben Preis.

Firma XY: „?!

 

 

 

 


Sahnehäubchen (01.08.2015)

Nun ist es wieder passiert…jemand hat sich hierher verirrt.*

 

Werte Frau B., war es im urlaubsfreien Wald nicht mehr schön genug? Willst Du Dir das hier wirklich antun?

Sollte mindestens eine Frage mit ja beantwortet werden können, dann solltest Du unbedingt bleiben. Mich würde es sehr freuen, dich im Dunstkreis meiner geistigen Absonderungen (klingt schlimmer, als es hoffentlich ist) zu wissen.

ABER: Zu Risiken und Nebenwirkungen…Du weißt schon. Für eventuelle Folgeschäden haftet der Herausgeber ausdrücklich nicht. Kinder sind an die Leine zu nehmen und haften für ihre Hunde.

 

Kurzum: Herzlich willkommen!

 

 

P.S.: Hast Du auch einen aktiven Blog? Wenn ich auf Dich draufdrücke kommt nur ein Seitenladefehler.

* freu-hüpf


For Sale. (11.05.2015)

 

So, nach ein paar Tagen Abstinenz (also was das Pflegen des Blogs angeht….nichts sonst!), möchte ich ein Kuriosum vorstellen, welches mir bzw. dem ich über den Weg gelaufen ist/bin.

 

Folgendes prangte in großen und breiten Lettern auf einem Schaufensterglas:

%Türkei SALE%

 

Momentchen. Wieso „Türkei“ und nicht vielleicht eher „Griechenland“, wenn man schon vorhaben sollte, ein Land zu verhökern?

Wilde Spekulationen brachen sich Bahn. Wissen die da drin vielleicht mehr?! Sind es vielleicht sogar Illuminaten, die unsere Weltordnung aus einer beschaulichen Kleinstadt mitten in Deutschland heraus zu steuern gedenken?

Verschachern wir jetzt lieber Quietsche-Haloumikäse, statt Feta? Letzterer soll ja wohl doch besser schmecken. Ersteren habe ich jedoch noch nicht (wissentlich) verzehrt, weshalb ich mich einem Urteil hierüber zu entziehen beabsichtige.

Außerdem: Wer kann sich so etwas leisten. Und noch wichtiger: Wohin nach dem Erwerb mit dem guten Stück? Man kann es ja schlecht einrollen wie eine Landkarte.

Oder ist das alles nur ein ganz großer Irrtum?!!

Das wird doch nicht etwa…

…ich mag es mir kaum ausmalen…

…nur ein…

…Reisebüro sein?

Mein sich hebender Blick offenbarte es mir. Kein Pudelskern, keine politischen Ränkespiele. Nur Pauschalreisen. Mehr nicht.

 

Naja, also bitte, man darf ja wohl mal in unsinnige wie haarsträubende Spekulationen verfallen dürfen! Machen doch andere auch tagtäglich und bekommen dafür noch Geld…

 

 


SoFi (22.3.2015)

Freitag, 20.03.2015, 8:15Uhr in einem Supermarkt irgendwo in Deutschland

 

Die Welt scheint erwartungsvoll der Dinge zu harren, die da kommen mögen. Ich ziehe meine Bahnen durch die Gänge eines Supermarktes, um mich an meinem freien Tag fürs Wochenende einzudecken. Kein Hamsterkauf, wohlgemerkt!

Eine ältere Dame arbeitet sich suchend durch die Dekowelt, zwischen Wachskerzen und Sparschälern. Neben ihr eine Mittfünfzigerin.

Heute soll ja diese Sonnenfinsternis kommen,“ stellt die Ältere fest und fügt mit bedeutungsschwanger gesenkter Stimme hinzu: „Die soll ja gefährlich sein.“ Die Jüngere gibt einen Laut der Zustimmung von sich. „Am besten, man bleibt zu Hause,“ fährt die Dame im Brustton der Überzeugung fort.

Ich schweige und studiere das Warenangebot.

Ob ich ihr sagen sollte, dass es in Wirklichkeit kleine grüne Männlein sind, deren flugfähiger Untersatz es ist, der sich unheildreuend vor die Sonne schiebt und uns das Licht des Leben nimmt? Unschlüssig mache ich kehrt.

Sollte ich ihr sagen, dass diese fremden Eindringlinge darauf aus sein könnten, unseren gesunden Menschenverstand auszusaugen? Und sollte ich in diesem Zuge eingestehen, dass diese kleinen grünen Männlein tatsächlich nicht unbedingt grün sein müssen? Auch die Wuchsform ist nicht entscheidend. Denn sie leben bereits unter uns…wie du und ich…sind Schlagzeilentexter bei Funk und Fernsehen und zimmern knallharte Titelseiten in unsere Zeitungen…und saugen uns ganz nebenbei unseren gesunden Menschenverstand aus und schüren Urängste in uns, die wir als lange in unseren Hinterköpfen verschollen meinten.

SoFi hier, SoFi da….das muss ja was ganz Schlimmes sein, meint irgendwann der geneigte Zuschauer/-hörer/Leser und malt sich fantasiereiche Horrorszenarien aus. Kinder dürfen nicht auf den Pausenhof, die Netzkraftwerkverantwortlichen rotieren wie unsere Stromzähler zur Weihnachtszeit… Besser, man bleibt zu Hause, zieht alle Vorhänge zu und malt einen Bannkreis um sich herum auf den Boden. Dann kann wirklich nichts mehr schief gehen.

Auf zur nächsten SoFi!

 

 

 

 

 


Missverständnisse (11.1.2015)

 

Ach, wie habe ich das Straßenbahnfahren vermisst. Da erlebt man ja immer so schöne Geschichtchen und abstruse Unterhaltungen…ob man nun will, oder nicht.

 

Gestern durfte ich einer Unterhaltung lauschen (ich hatte keine Wahl), welche zwischen zwei Studenten geführt wurde…genau genommen war das junge Mädel eine EX-Studentin, schließlich bekam sie kurz vor Vollendung ihrer Masterarbeit Muffensausen und hat damit mal eben ein paar Jahre in den Wind geschossen.

Studieren ist aber auch schlimmfies anstrengend und am Ende wollen die Profs auch noch Prüfungen abnehmen oder einen Aufsatz von 10 Seiten (diese lächerliche Zahl erwähnten die beiden während des Gespräches!) haben.

Ja, je nach Studienfach braucht man eine gewisse Leidensfähigkeit (das kenne ich von meinem Studium mehr als genug…und da ging es richtig zur Sache), eine Portion Sitzfleisch und einen Betäubungsbolzenschussapparat  in Reichweite für den inneren Schweinehund.

Aber was wollen die Damen und Herren dann später mal im Arbeitsleben sagen, wenn sich die Arbeit türmt und daheim das Kind/der Ehepartner schreit? Tschüss, ich geh jetzt mal work-life-balance machen bis dieser Haufen auf meinem Schreibtisch weg ist…oder ihr seht mich hier nie wieder!?

Außerdem: Niemand zwingt einen, zu studieren. Bei vielen Fächern müsste auch klar sein- so man sich mal ein wenig darüber informiert hat- was danach auf einen zukommt…oftmals auch Papierkrieg. Wer nicht für die Forschung gemacht ist (so die Aussage der EX-Studentin über sich selbst), muss sich ja nicht gerade in einem Fachgebiet mit Schwerpunkt Forschung einschreiben…und selbst wenn einem die eigene Einschätzung bezüglich der Fähigkeiten und tatsächlichen Interessen am Anfang noch fehlen sollte (normal), hätte sie spätenstens nach der Bachelor-Runde zumindest einen kleinen Schimmer davon haben müssen.

Und stattdessen nimmt Madame „Ich-hab-mich-jetzt-nicht-mehr-damit-identifizieren-können“ anderen, die es ernst meinen und sich auch dahinterklemmen würden, einen Studienplatz weg…denn vor allem Master-Plätze gibt es je nach Richtung nicht wie Sand am Meer.

Zum Glück spürte ich nicht allein Unverständnis dafür in mir aufkeimen, denn auch der Gesprächspartner der EX-Studentin war (negativ) überrascht gewesen.

 

Lustig fand ich dann noch, dass sie ihn fragte, was er nach seinem Abschluss denn nun mache und er daraufhin antwortete, dass er sich für eine Elternzeitvertretung (sprich befristete Arbeitsstelle) beworben hat. Ihre Reaktion darauf fand ich höchst putzig:

EX: Wie jetzt, Elternvertretung? Ich dachte, du hast Biologie studiert?!

Ich erkannte sofort, wie der Hase läuft und musste mir ein Schmunzeln verkneifen. Ihr Kumpel jedoch stand nun selbst auf einer Leitung.

ER: Ja, hab ich auch. Ich verstehe dich jetzt, glaube ich, nicht ganz. Ich würde dann als Vertretung arbeiten. Eben Elternzeitvertretung.

EX: *der Groschen fiel* Ach sooooo, ich dachte du machst da was mit Kindern.

Quasi hat sie nicht ganz Unrecht…wenn jemand in Elternzeit geht, hat er was gemacht…nämlich Kinder. Von diesem expliziten Vorgang sollte eine Arbeitsvertretung jedoch ausgeschlossen sein.

Mit dem Allgemeinwissen war das hier also so eine Sache, dabei würde sie wahrscheinlich über kurz oder lang selbst über dieses ominöse Phänomen stolpern, sollte sie sich in akademischen Gefielden weiterhin fortbewegen (auch außerhalb der Forschung), denn dort trifft man es häufig an. Vielleicht hätte sie sich dann gefragt, warum sie im Labor XY* plötzlich Kinder hüten sollte. Wer weiß? Nun wurde sie ja darüber aufgeklärt.

 

 

 

*(fiktives Beispiel…sie wollte zumindest gern in ein Labor…aber -ganz wichtig- ohne Führungsaufgaben)

 

 

 

 

 

 


Kalter Krieg, oder Sturm im Wasserglas? (21.10.2014)

 

Kalter Krieg. Große Worte nenn‘ ich das, die man mit Bedacht wählen sollte, was aber anscheinend niemanden zu interessieren scheint. Zumal die internationale Beziehung aktuell sowieso mehr als verkrampft und von Misstrauen geprägt ist.

 

Und der neuste Stein des Anstoßes ist ein unbekanntes Schwimmobjekt…kurz USO…das vor der schwedischen Küste gesichtet und auf einem extremst aussagekräftigem Foto für die Nachwelt festgehalten worden war.

 

Ich war‘s nicht, tönt es nun von allen Seiten, fast wie, wenn ein Schwimmer verräterische gelbe Bahnen hinter sich herziehend vehement abstreitet, einen Anteil zum typischen Schwimmbadgeruch beigetragen zu haben. Zum fiesen- weil hin und wieder olfaktorisch eindrucksvoll- und sicher allseits bekannten Whirlpool-Effekt, möchte ich an dieser Stelle schweigen.
Codewort: Fremde Unterwasseraktivitäten.
Ich war’s nicht!
Niemals!

 

Ja, nun, was soll man davon halten? Ein nicht definierbares Gebilde, sonderbare Hilferufe auf Russisch, ein angeblich spionierender Tanker mit Relaisfunktion für Funksprüche unter der Flagge Liberias, schwedische Falschmeldungen, eine abgeschlossene Übungssuche nach einem fiktiv verschollenen U-Boot, niemand fehlt, alle da, und keiner will es gewesen sein?

Lieber Leser, ich hoffe, Sie verstehen an dieser Stelle meine offensichtliche Verwirrung.

 

Die Russen sind’s gewesen! Nein, die Niederländer! Du! Nein, du! Pah! Selber Pah!
Mal so unter uns: Da stinkt doch der Fisch vom Kopfe her!

 

Wo ist eigentlich an dieser Stelle der omnipräsente Amerikaner? Der wird doch wohl nicht an der Fernbedienung seines do-it-yourself gezimmerten Mini-U-Bootes spielen?!
Ja, jetzt reißen wir mal die beziehungstechnisch eh schon abgewirtschaftete, lavede Welt aus ihren Angeln und erfreuen uns an diesem Katz-und-Maus-Spielchen.

 

Ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen. Seien es das provokante, breitspurige Machtgehabe eines gewissen Herrn Putin, die Vergesslichkeit (Wo hab ich nur das U-Boot angeleint?), mangelhafte Rechenkenntnisse (10 waren weg, 9 sind zurück…alle da!) oder eben gemeine Unruhestifter im Hintergrund.
Ich bin gespannt, wie sich dieser Fall auflösen wird…vielleicht ja in etwas weißem Rauch und lauwarmer Luft.
Kobra, übernehmen Sie!

 

 

 

 

 

 

Und im Verborgenen, vor den Stockholmer Schären lacht sich gerade Nessie eins, dass es sich beinahe einnässen muss und dabei um ein Haar verräterisch gelbe Spuren hinterlassen hätte.