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Nur Mut! (28.02.2016)

 

Eine Leserin meines Blogs, Joan Quade, hat in einem ihrer Beiträge (The End) einen sehr wunden Punkt eines jeden Autors oder- allgemein gesprochen- Künstlers thematisiert.

Wie entlasse ich MEIN BABY am schonendsten in diese große, weite Welt? Was ist mit den ganzen zähnefletschenden Raubtieren, die nur auf dieses zarte Stück Frischfleisch zu warten scheinen, um es dann gnadenlos zu zerfleischen? Gibt es denn überhaupt nur solche Unholde? Versteht mich einer da draußen?

 

Ihren Beitrag nahm ich zum Anlass, mir darüber ein paar Gedanken zu machen und in Form eines Kommentars niederzuschreiben, auf dass er Mut stiften möge.

 

 

Keiner sieht „sein Baby“ gern in der Luft zerrissen. Der Schritt, es in diesen Raubtierkäfig voll selbsternannter Experten zu entlassen, scheint oft unüberwindlich.

 

Einigen, sich besonders wichtig nehmenden Kritikern mangelt es oft auch an der entsprechenden Vorstellungskraft, dass sich gleichsam hinter den Zeilen noch ein ganz eigenes Universum befinden könnte, welches der Autor in seinem Kopf erschaffen hat, um so etwas wie Leben in die Aneinanderreihung unzähliger Buchstaben zu hauchen.
Es liegt in der Pflicht eines gewissenhaften Lesers, diesen Umstand zu achten und auch die offen entgegen gestreckten Hände zu ergreifen, um sich bereitwillig in die Welt hinter der Geschichte überführen zu lassen oder diese im besten Falle sogar weiterzuspinnen.
Nur so funktionieren sowohl das Schreiben als auch das Lesen.

 

Sollte dies nicht gelingen wollen, gibt es immernoch die Option, das Buch beiseite zu legen, sich seinen Teil zu denken und zu respektieren, dass nicht alles dem eigenen Geschmack entsprechen kann.
Alles andere würde im öden Einheitsbrei enden, dessen Spannungsbogen der Körperspannung eines vor zwei Wochen gestorbenen Fisches gleichkäme und bei welchem man noch nicht einmal die Einleitung lesen müsste, um das Ende frei zitieren zu können.

 

Doch auch als Autor kann und darf man nicht von jedem einzelnen Leser abverlangen, dass er die eigenen Gedankengänge in ihrer Komplexität vollends vorausahnen kann. Der eine braucht mehr Hilfestellung, der andere weniger.
Man muss Akzeptieren lernen, dass es auch eigenständige Köpfe gibt, die sich nicht auf das „Baby“ einlassen können oder wollen. Würde nur noch nach der Präferenz anderer gestrebt werden, kämen wir beim selben Einheitsbrei wie oben bereits benannt heraus.

 

Man sollte für sich entscheiden, was und worüber man schreiben möchte und der Leser soll entscheiden, was und worüber er lesen möchte.
Wichtig ist, dass es allen gut dabei geht und sich keiner verbiegen muss!

 

Bleib‘ ehrlich zu dir selbst, und wenn du hinter einer Geschichte stehst, dann lass es die Welt wissen, indem du sie mit ihr teilst.
Wer sich nicht mitnehmen lässt, findet sicher anderswo in anderen Geschichten sein zu Hause.

 

 

Lasst Versagensängste nicht die Überhand gewinnen.

Habt Mut, zu euch selbst und euren Werken zu stehen. Nur Mut!

 

 

Hochachtungsvoll!

S.

 

 

 


Stinksauer (29.08.2015)

 

Oh, Mann, ich bin sauer ob so viel Unvernunft.

Wenn man im Alter lieber auf Nummer Sicher geht, was das Autofahren anbetrifft, dann kann ich das nur befürworten.

Wenn man dabei eine Geschwindigkeit wählt, die zwischen „irgendwie aufreizend langsam“ und „leider zu schnell zum entspannten Überholen“ (je nach Strecke) liegt, dann ist das schon nervig genug. Wird dann aber beim Überholvorgang im gerade passenden Moment nebenan so richtig auf die Tube gedrückt, dann finde ich das nur noch fahrlässig, zumal auch irgendwann mal Gegenverkehr anstehen könnte und in diesem Fall auch tatsächlich auftauchte.

So entstehen Unfälle.

Klar könnte ich mir auch an die eigene Nase fassen: Warum hast du überholt?

Weil zu diesem gewählten Zeitpunkt mit entsprechend verhaltener Geschwindigkeit des Vordermannes alles frei war für einen entspannten Überholvorgang. WENN diesem nicht plötzlich die letzten Reserven an Testosteron ins Blut geschossen wären. Ich lass mich nicht überholen…

 

Passend hierzu ein Kommentar in Modepralines Blog (hatte gerade dazu gepasst…Thematik: Zeitnot im Alter):

 

Komisch, wenn eine Silberlocke im Auto vor mir fährt, dann scheinen Senioren alle Zeit der Welt zu haben…frei nach dem Motto: „Gevatter, alter Knabe, s’geht auch noch übermorgen!“
Sobald ich den weißhaarigen Kandidaten dann aber irgendwann überholen möchte, tritt er mal so richtig aufs Gas….und der Gegenverkehr rückt näher.
Dann wundert sich die Herrschaft vielleicht später, warum der Sensenmann doch noch nicht erschienen ist. Man hatte eben noch das dumpfe Gefühl gehabt, er wäre ganz, ganz nah gewesen…

HEUTE erst erlebt. Mann, Mann, Mann. Und ich fahre wirklich eher defensiv und überhole nicht auf Teufel komm raus. Das macht mich stinkig (egal, ob Silberlocke am Steuer hockt, oder jemand anderes)!

 

Eine Kollegin hat solche Bummelanten auch schon erlebt und würde mir hier beipflichten. Da kann leider viel passieren.

 

Ich habe daraus gelernt, solche Spielchen nicht mehr mitzumachen und mich notfalls kilometerlang über dieses seltsame Tempo vor mir zu wundern oder mich eventuell auch darüber zu ärgern. Das kostet mich vielleicht 1 oder 2 Jahre meines Lebens…bis dahin hätte ich aber auch noch etwas davon!

Also: Verliert nicht die Geduld und lasst euch zu Harakiri-Aktionen verführen…das bringt wirklich keine Punkte.

 

 

 

Nachtrag, bevor es Haue gibt:

Wie immer gilt, dass ich nichts auf eine bestimmte Gruppe Menschen verallgemeinern kann und möchte. Es gibt überall derartige Leute.