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Abknickende Vorfahrtsstraße (12.2.2015)

 

In Deutschlands Schilderwäldern herrscht Verwirrung. Anders kann ich das Gebaren eines Autofahrers nicht deuten.

Oder wozu schaut man sichtlich überfordert zehn Mal nach rechts und links, obwohl man sich auf der Vorfahrtsstrecke befindet? Weil es plötzlich so viel Sehenswertes zu gucken gibt? Um mal eine extra Portion zwangsverordnete Ruhe in den Verkehrsfluss zu bringen?

Allerhöchstens könnte noch fehlende Aufmerksamkeit Schuld gewesen sein. Man überlegt ja selbst manchmal, was da gerade für ein Zeichen an einem vorbeigefahren kam….manchmal hilft ein kurzer Blick in den Seitenspiegel….das ist ja das Schöne daran, dass man anhand der Form des Bleches seinen funktionsgebenden Charakter erahnen kann…auch von hinten. (-:

Danach sollte man sich jedoch umgehend zur Ordnung rufen und die volle Konzentration weg vom Einkaufszettel, von der abzuarbeitenden to-do-Liste des Lebenspartners oder dergleichen geistigen Störfeuer hin zum Straßenverkehr lenken. Hilft ungemein…einem selbst und seiner mobilen Mitwelt. Gerade Vorfahrtsregeln können überlebenswichtig sein…und sind es auch!

Relativierend kann man auch einschieben: Lieber einmal mehr die Umgebung beobachtet, als einmal zu viel blindlings und ohne Ahnung zur aktuell geltenden Verkehrsregel loszudüsen. So viel Zeit muss dann wiederum sein. Keine Frage.

Und natürlich habe ich geduldig gewartet, bis die Herrschaften ihre Sightseeingtour der nahen Kreuzungsumgebung beendet hatten. Ich bin ja nicht so. Ich frage mich halt nur, was noch kommen mag, wenn solch ein simples Vorfahrtsschild (genauer: abknickende Vorfahrt) schon Verwirrung stiftet. Außerdem wollte ich nach einem überlangen Arbeitstag endlich zu Hause ankommen.

 

Naja, Autofahrer haben es schon nicht einfach. Es gibt aber auch so viel zu beachten, ganz zu schweigen von  mangelhaft zurechnungsfähigen Fußgängern, die die Straße für sich gepachtet zu haben scheinen (aber klar rennt man ohne zu schauen in aller Seelenruhe über eine recht gut befahrene Straße!), oder wild herumeiernden Radfahrern, die das Prinzip der Pedalenutzung auch nur von ganz fern mal gehört haben.

Tja, und dann komme auch noch ich just in diesem Moment vorbeigefahren (bzw. vorbildlich am Vorfahrt-beachten-Schild wartend) und nörgele nachher wieder in der Anonymität des weltweiten Netzes herum. Sack Zement, das Leben ist eines der härtesten! Aber für alle.

 

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Wer ist das Volk?! (20.1.2015)

 

Die Diskussion darum, wer denn nun das Volk sei, geht mir gehörig gegen den Strich.

WIR ALLE sind das Volk. Menschen für PEGIDA, Menschen GEGEN PEGIDA. Natürlich ist der Ausspruch anmaßend, wenn man ihn vor dem sensiblen, historischen Hintergrund betrachtet. Das sehe ich auch so. Aber trotzdem kann man niemanden dafür ins Abseits stellen und skandieren: Ihr seid NICHT das Volk!

Das schlägt doch in dieselbe Kerbe und zeugt von ebenso gering ausgeprägter geistiger Fantasie.

Macht nicht ein Volk aus, dass es aus einem Potpourri verschiedener Meinungen besteht? Oder sollen wir uns der Diktatur EINER Meinung (wer auch immer diese bestimmen mag) unterwerfen? Geistige Verarmung lässt grüßen.

Ist es denn nicht so, dass auch kritische Anmerkungen (hier von Seiten der PEGIDA) auch einen guten Nährboden für fortführende Gedanken ist, um differenziertes Diskutieren anzuregen? Man muss es als Chance begreifen, aus diesem Trott der politischen und gesellschaftlichen Gleichförmigkeit zu gelangen. Auf der einen Seite sollen sich die Leute mehr engagieren und für ihre Ansichten einstehen, auf der anderen Seite wird man wie ein Aussätziger abgesondert, wenn man eine andere Meinung hat.

Dieser Kampf sollte nur nicht allein auf den Schultern einer Kulturgruppe (den Moslems) ausgefochten werden. Für politische Missverhältnisse und daraus resultierenden Frust in der Bevölkerung können sie ja wohl bedingt etwas. Die Debatte um die Islamisierung war nur der Stein des Anstoßes, der sich nun anscheinend bei vielen Teilnehmern in ganz andere Bahnen gelenkt zu haben scheint.

Auf der anderen Seite gilt: So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. Wenn ich mich nicht zu benehmen weiß, muss ich nicht zwingend auf Verständnis dafür beharren. Das gilt für PEGIDAs, NICHT-PEGIDAs, Moslems, Hindus, Juden, Christen, Atheisten, …

 

So, und was bitteschön ist an den Gegendemonstranten so viel besser?

Sie dulden keine Meinung neben der eigenen. Linksautonome rasten aus und verletzen Polizisten. Und so weiter und so fort.

Ist das wirklich besser? Ist das allein das Volk?! Ich hoffe nicht!

Wirklich gut wäre ein sachlicher Dialog aller Seiten, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Stattdessen haut der eine dem anderen auf den Deckel und schimpft, wie einfältig und dumm doch der andere sei.

Ich sage dazu: Für viele Teilnehmer aus beiden Lagern beruht das wohl auf Gegenseitigkeit. Es gibt viele Vernünftige, aber bestimmt doppelt so viele engstirnige Stierköpfe mit Scheuklappen. Überall.

 

Auch wenn das Wort in der Abendrunde am Sonntag (Günther Jauch) ein bisschen überstrapaziert worden ist: Wir müssen mehr DIFFERENZIEREN!

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern viele Graustufen dazwischen. Warum sollen wir uns auf eine Monotonie reduzieren, wenn wir der Vielfalt frönen können und damit neue (Gedanken-) Wege beschreiten können. Nichts ist unnützer als der Stillstand, gerade in Zeiten des Fortschrittes.

 


Dezi, Zenti, Milli (16.10.2014)

 

Auf deutschen Autobahnen herrscht Maßarbeit. Eindeutig!
Es ist nur fraglich, ob dieser Zustand sonderlich erstrebenswert ist. Eindeutig nein!

 

Da flutscht schon einmal so gerade eben noch ein Pkw zwischen zu überholendem Lkw und bereits auf der Überholspur befindlichem Bus hindurch, oder da klebt der Brummifahrer bereits fast auf der Ladefläche des Vordermanns, als ob er Kraft seiner Wassersuppe die fremde Ladung auf ordnungsgemäße Sicherung überprüfen wolle.

 

Wundert bei so viel Bedürfnis nach Nähe noch die Häufung von teils schweren Unfällen (auf der A4 zum Beispiel) mit den rollenden Schwergewichten und ihren kleineren Verwandten?

 

Ich behaupte: Leider nein!
Schon gar nicht, wenn man gerade dabei ist, sich am Steuer einen Shake anzumischen (oder was der eine Fahrer auch immer tatsächlich in seinem Cockpit veranstaltet hatte). Aber wozu gibt es Seitenstreifen…da wird man mit seinem rechten Viertel doch wohl mal kurz herüber schwenken dürfen…erst recht kurz vor einer Brücke.
Manche haben Nerven.
Man stelle sich vor, ein Bremsmanöver wäre plötzlich von Nöten, dann noch eine Prise Übermüdung und etwas Unaufmerksamkeit dazu…und schon ist angerichtet, was Leichtsinnigkeit zusammengebraut hat.
Ich glaube, die Suppe wäre reichlich ungenießbar.

 

Auf der anderen Seite stehen viele Berufskraftfahrer unter immensem zeitlichen Druck und verzichten daher offensichtlich hin und wieder lieber darauf, auf einen Rastplatz zu lenken, und erledigen deshalb derlei Betätigungen gleich bei voller Fahrt. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Zeit ist Geld und für Geld (zumeist Anderer) bezahlen wir unter Umständen einen sehr hohen Preis.

 

Und wenn manche Pkw wie eine akkurate Perlenschnur aufgereiht über die linke Spur heizen, fragt man sich zwangsläufig, ob die Fahrer jemals vom Sicherheitsabstand gehört haben. Man muss ihn ja nicht sinnbildlich bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genau einhalten (geht auch nicht, weil sich sowieso immer einer genau vor die eigene Nase schiebt…), aber so in etwa ist schon etwas dran an der Empfehlung des „halben Tachos“ außerorts (zu lesen auf netten Hinweisschildern oder als freundliche Auskunft in jeder Fahrschule ums Eck erhältlich).

 

 

So, genug Oberlehrer für heute, aber das musste ich loswerden.
Vielleicht hat der ein oder andere ein Aha-Erlebnis…
Gern geschehen!

 

 


Gärtners Bestes (11.10.2014)

 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum beim Gärtner des Vertrauens oder von nebenan die Tomaten so groß und rot, die Kürbisse in mutantomanischem Ausmaße gedeihen und die Blumen schier überbordend prächtig sprießen?

Ja?

Wissen Sie um den Umstand des Warums oder Wie das?

Nein?

Tjahahaaaa, ich schon!

Keine Angst, ich teile meinen Stein der Weisen gerne mit Ihnen, verehrtes Publikum.
Aber, bedenket wohl: Die Wahrheit schmeckt nicht immer nach Milch und Honig! weiterlesen


Hier spricht dein Kühlschrank! (8.10.2014)

Na gut, nicht das Drumherum spricht im herkömmlichen Otto-Normal-Haushalt, sondern das was drin ist.

Hmmm, klingt jetzt aber auch irgendwie mehr zwei- als eindeutig.

Klar, irgendwann „spricht“ alles wieder zu einem…oder läuft zumindest selbstständig davon…zumeist gewandet in selbstsame Farbvariationen, die aus dem Chemiebaukasten für natürliche Farbstoffe stammen könnten, mit Frisuren aus den 80ern und einem vollkommen unwiderstehlichen Duft. Man muss nur lang genug warten.

Darum sollte es jedoch in diesem Artikel eigentlich nicht gehen.

Wenn der Kuchen spricht, schweigt der Krümel. Den Spruch kennt jeder, der eifrig (Münsteraner) Tatort schaut.

Was ist also, wenn Lebensmittel ein plötzliches Mitteilungsbedürfnis verspüren?

Dann kommt es schon einmal vor, dass mir die Gurke kurz vor ihrem scheibchenweisen Ende verrät, dass sie aus Sachsen kommt.
Toll!
Ich auch!

Dazu folgt noch die Anmerkung: Qualität aus der Region.
Genial!
Darf ich mich jetzt auch qualitativ hochwertig fühlen? Ich wurde ja schließlich ooch in Saggsn produziert…

Vor kurzem präsentierte mir schon stolz ein Apfel mit Hilfe eines Aufklebers auf seinen knackigen Rundungen, dass er auch von nebenan her komme.

Da beißt man doch gleich doppelt so gerne hinein!
Moooment…*zwischen den Zähnen puhl*… da war ja noch was. Schmeckt eindeutig nicht so gut, was da auf der Außenhaut angebracht worden ist.

Mich würde nun interessieren, woher denn überhaupt der kleine, klebrige Beipackinfopunkt stammt.
Made in JanzWeitWeg? Tausende Kilometer um die Welt gereist, nur um dann meinem regional gewachsenen Obst oder Gemüse anzuhaften?
Diese Frage müsste man eigentlich mal klären. Kann jemand helfen?
Wenn dem so wäre, dann ess‘ ich doch lieber die regionale Made ohne Aufmerksamkeit heischendes Hinweiszettelchen fürs gute Gewissen.
Wenn ich wissen will, wo mein Gemüse das Licht der Welt erblickt hat, dann reicht mir auch ein Hinweis mit Kreide auf Täfelchen…ist bestimmt auch besser wiederverwertbar als so ein Leim-Plastikfolien-Gemisch. Nur so eine Vermutung.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für Bio-Produkte.
Dieses Foliengedöns reißt doch mit seinem schlecht biologisch abbaubaren Hintern sprichwörtlich alles wieder ein, was uns dessen Aufschrift suggeriert. Oder nicht?
Liebe Produzenten:
Keine Angst, spätestens am Preis würde ich sowieso erkennen, dass es ein nicht herkömmlich aufgezogenes Produkt ist, das konkurrenzfähig in der Preisspirale kreist.
Da brauche ich keinen extra Aufkleber als Hilfestellung.

Fazit:
Nett gemeint…aber nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von…suboptimal. Kraftausdrücke nehme ich ungern in den Mund…schmecken nämlich noch weniger gut als die kleinen Aufkleber….weiß ich vom Hörensagen.


Herbstgedanken (4.10.2014)

Die gestrige Wanderung durch die herbstlich angehauchte Sächsische Schweiz….morgens noch eine schöne und heimelig nebulöse Angelegenheit….hat mich zu ein paar Zeilen verleiten lassen.

Für den einen mag es Kitsch sein, für den anderen stümperhafte Pseudokunst…aber lest selbst:

Der Herbst ist gegenwärtig (4.10.2014)

Wie Perlenschnüre funkelnd vom Tau benetzte Fäden
im sachten Windhauch schaukelnd wehen.
Sie künden mit den Nebeln:
Der Herbst ist gegenwärtig.

Schon welkt das Laub und fällt zu Boden,
und schenkt uns im Vergehen
sein wundervolles Farbenspiel.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Der Duft nach Moos und feuchter Erde,
er liegt nun wohlig in der Luft.
Im Bach glitzert ein Sonnenstrahl.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Zu Wölkchen kondensiert der Atem
des Wanderers in Morgenstunden.
Ein Vöglein zwitschert wie von fern.
Der Herbst ist gegenwärtig.

Vom Gipfel geht der Blick ins Weite
und schweift über Vergangenes.
Er stimmt uns sinnend nachdenklich:
Der Herbst ist gegenwärtig.

Das wären meine lyrischen 2 Cent am Kulturbeitrag. Ich entschuldige mich schon einmal im Voraus in aller Form.

Ich mag aber eben diesen bunten, spinnwebenverhangenen Herbst ganz gerne. Kitsch hin oder her.


Ist es nicht schön, zu teilen? (1.10.2014)

Ist es nicht schön, (sein Wissen) zu teilen?

Den Spruch kennt wohl jeder. In manchen Situationen ist er unter Umständen sogar eminent wichtig. Zum Beispiel im Straßenverkehr. weiterlesen