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Darf‘ s noch ein bisschen mehr sein? (03.10.2016)

 

Meer? Woher wussten Sie…? Wie aufmerksam von Ihnen! Ein Urlaub an der See stünde mir momentan ganz gut zu Gesicht, meinen Sie nicht auch?

 

Ich schweife schon wieder ab….

 

…und schaffe es einfach nicht, weniger zu kochen. Offenbar lässt mich mein Gedächtnis im Eifer des Gefechtes immer wieder erfolgreich vergessen, dass ich im Normalfall nur, ich ergänze ausschließlich nur für mich allein koche und kein im Hintergrund wartendes, ausgehungertes Bataillon versorgt werden möchte.

Was tut man also folgerichtig?

Man nehme, einem renitenten Wiederholungstäter gleich, den größten Topf, den der Haushalt aufzubieten hat und geselle diesen zu einem weiteren, nicht minder großen Topf, befülle den einen mit zerstückelten, frischen Tomaten, einem ganzen, zerkleinerten Brokkoli, ein paar Tiefkühlerbsen, reichlich Tomatenmark, einem Schluck Brühe, Knoblauch, Pfeffer, Salz, etwas Zucker und ein paar Kräutern. In den anderen versenke man, was der übrige Gemüsestand aufzubieten hat: Zucchini, Porree, dreierlei Paprika, Möhren, wiederum Knoblauch und diverses Gewürz (Oregano, italienische Kräuter, Café de Paris, Paprikapulver, getrocknetes Sellerielaub, Estragon, Rosmarin…), sowie erneut etwas Brühe.

Dann bestaune man kurz die vielen bunten Farben im randvoll gefüllten Topf Nummer 2 und schließe für eine Weile den Deckel, bis alles gar gekocht ist.

Derweil grübele man, wer das ganze denn bitteschön alles essen soll und erstelle der Verzweiflung nahe einen Wochenarbeitsplan zur (Ver)Tilgung dieser Unmenge.

Im Anschluss mixe man den Inhalt von Topf 1…ihr erinnert euch….den mit Tomaten und Brokkoli…..und stelle erleichtert, wenn auch aus Erfahrung nicht sonderlich überrascht, fest, dass durch den Püriervorgang einiges an Volumen verschwunden ist. (Und nein, er zierte nicht meine Wände!)

Nach erfolgreicher Zerstörung jeglicher Form, die noch im Ansatz auf eine enthaltene Erbse, ein Brokkoliröschen oder eine Tomate hätte schließen lassen können, verlege man seine Aufmerksamkeit auf das den Garpunkt justament erreichende übrige Gemüse und lösche auch hier, bis auf einen Anstandsrest an zusammenhängender Substanz, die einen erinnern lässt, dass auch der moderne Mensch noch Zähne besitzt, sämtliche Struktur auf. Hernach gieße man an das Gemenge einen großzügigen Schluck Olivenöl.

Und fertig ist das dicke Süppchen, das ich nun gewillt bin auszulöffeln. Bis zum Schluss.

Das wird ein gutes Stück Arbeit.

Selbst schuld.

Mir schmeckt‘ s vorzüglich. Heute, morgen, übermorgen, …. Dank eines heiß abgefüllten 1,0-1,5l Einmachglases bestimmt auch noch überübermorgen.

Und wenn‘ s mir nicht zu den Ohren herausquillt, so löffele ich noch …. (Weckt mich bitte, wenn die hundert Jahre herum sind, ja?)

 

🙂

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick in die Schwärze (29.05.2015)

[Edit: Dass Blitze doof sind, habe ich schon berichtet. Vor allem dann, wenn es bedeutet, von der weltweiten Vernetztheit abgekoppelt zu werden. Es gibt zwar weitaus schlimmeres, aber ungünstig ist es trotzdem irgendwie. In Ermangelung an Internetverfügbarkeit, möchte ich daher einen Beitrag von Pfingsten nachreichen…auch wenn es längst rabenschwarz getönter Schnee von gestern ist…]

 

Woran erkennt man, dass wieder das alljährlich stattfindende WGT in Leipzigs Straßen eingezogen ist?

An obskuren Gestalten, „Moderduft“, sonderbarer Musik, Lack und Leder/wahlweise Haut, besonders düsteren Mienen, an Satan (der darf nicht fehlen!), Sadomaso und attestierter Sonnenallergie…?

Genau!

Denn das kommt heraus, wenn sich die Lokalpresse wieder mit Klischeehäufchen bewirft und dabei ihr aufgesetzt ernsthaftes, journalistisch-investigatives Näschen hineingesteckt hat.

Frei nach dem Motto: „Wir möchten ja niemanden in den Klischeetopf werfen und doch müssen wir mal kurz darüber geredet haben.“

Bravo! Da haben Sie sich richtig ins Zeug gelegt, meine Damen und Herren. Gäähn.

Aber die sind ja auch alle wirklich ganz lieb und gucken nur so finster, wird am Beitragsende noch zum sechshundertsechsundsechzigsten Male wie in einem selbstberuhigenden Mantra bescheinigt, damit auch ja keiner mehr Zweifel daran hat. Dabei gibt es doch den Effekt, dass wenn man etwas ganz besonders betont…naja…reden wir nicht mehr darüber.

Ich hätte jetzt jedenfalls irgendwie Appetit auf eine Fledermaus*… Nebenbei könnte ich mir auch mal wieder meinen eigenen Gothik-Leitfaden (http://wp.me/p4Q3A4-4O) zu Gemüte führen. Nicht, dass sich meine abgrund schwarze Seele (muuuhahahahaaaa) noch auf Abwege begibt.

 

 

 

 

 

*…die mit Fruchtgummi und Lackritz….was dachtest du, werter Leser?!!