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Der I-Wahnsinn pur! (21.9.2014)

 

Früher in der DDR waren es die klischeebehafteten Bananen, heute sind es angebissene Äpfel, für die sich Menschen jeglicher Couleur in langen Schlangen anstellen.
Dazumal stellte man sich sogar wohl zum Teil an, ohne zu wissen, was es da vorne im Speziellen überhaupt gab, heute wird regelrecht zelebriert, wenn mal wieder ein neues Apfelgerät…oder doch eher ein Ei-Gerät…unters Volk gestreut wird.

 

Keinesfalls erfolgt die extra streng limitierte Vergabe aber für nen Appel und nen Ei. Oh, nein!

Ich habe schon förmlich die armen Sparscheine aufquieken gehört, die zur Schlachtbank geführt werden sollten, als das neuste Eier-Phone angekündigt worden war. Jedem ist dabei die Wahl der Geldbeschaffungsmethode freigestellt: Es gibt das gnadenlose Hämmerchen, eine simple Bauch-OP mit Zugang durch eine vom Hersteller angelegte Fistel (künstlicher Zugang), ein Sturz aus großer Höhe, oder was man sich sonst so einfallen lassen kann , um dem Geld bunkernden Tierchen zu Leibe zu rücken. Da beschwere sich noch einer über Schlachtzahlsteigerungen.

 

Apropos streng limitiert: Man munkelt, dass diese begrenzte Ausgabekapazität eine Masche sein soll, um sich besonders rar und die Leute weiter heiß zu machen. Perfide Strategie.
Der Herausgeber hat seine Jünger aber dermaßen im Griff, dass sie sich nicht sonderlich darüber beschweren, dass sie sich zum Teil tagelang umsonst angestellt, literweise teuren Kaffee vom Bäcker nebenan in sich hinein gegossen und tiefdunkle Augenringe riskiert haben. Ganz zu schweigen von jenen, die eigentlich auf Arbeit, in der Schule oder auf Arbeitssuche hätten sein müssen. Gerade bei letzteren fragt man sich doch, wie sie sich das leisten können, zumal sie vor laufender Kamera gerade noch über das Vorgängermodell Nr. 5 gewischt haben.
Das mit den Prioritäten bei der Geldausgabe hatte ich ja auch schon einmal angesprochen…
Wie auch immer.

 

Jedes Mal wird beim frenetisch gefeierten Verkaufsstart ein totaler Rummel veranstaltet mit übertriebenen Anfeuerungsrufen, Durchhalteparolen und obligatorischem Abklatschen. Give me five! Yeah!
Mir persönlich wäre es zu blöd, aber wem es gefällt.

 

Zu gern würde ich erstens wissen, was die Mitarbeiter zu sich nehmen müssen, um das durchzuhalten und zweitens, was sich vor allem der (mittlerweile neue) Konzernchef wohl so denken mag, wenn er Bilder dieser tobenden Massen sieht.

 

Ich denke da unweigerlich an Lemminge! Was meint ihr?
Immer langsam…im Abgrund ist noch genug Platz für alle da. Bitte vor dem Absprung nicht so drängeln, ok? Woohooo! Give me five! Yeah, der Nächste, bitte!

 

Erstaunlich finde ich auch die Tatsache, dass es noch vor dem Apfel-Laden Weiterverkäufe der heißen Ware gibt. Und das zu noch horrenderen Preisen! Hauptsache man ist einer der ersten (weltweit wohl aber auch nur einer von Tausenden…Millionen…), der es in der Hand halten darf. Geschenkt, dass das Päckchen schon der Zwischenverkäufer gerade eben noch in seinen schweißnassen Händen gehalten hatte…

 

Zum Schießen fand ich auch, dass so ein zittriger Käufer vor Aufregung gleich sein verehrtes Heiligtum auf den Boden der Tatsachen geworfen hatte, um es der Presse stolz zu präsentieren. Irgendwie tat mir der arme Tropf am Ende doch ein bisschen leid.

Der Apfel war schon seit Adam und Eva das Objekt der Sünde… quasi ein Stein des Anstoßes und war seit jeher das Zeichen für die Kunst des Verführens.

 

Und jede Sünde wird wohl sofort bestraft:
Du sollst keinen Gott neben mir haben!
Schon gar keinen, der oben ein Blättchen trägt, rund und rechts oben schon angebissen worden ist. Sack Zement!

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