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Salatmischung „Straßenmix“ (23.04.2016)

 

Ich mag Menschen sehr gerne, die sich für ihre lieben, kleinen Pelzträger sogar durch die Urwälder heimischer Grünanlagen schlagen, nur um das größte und saftigste Löwenzahnblatt zu erlegen, das weit und breit zu finden gewesen wäre.

Da wird sich gebückt und gepflückt, da werden Mutter Natur die Sprösslinge und Schösslinge entrissen, da wird gesammelt und gejagt, dass es eine wahre Freude ist. Wenn es sein muss, wird innerlich triumphierend auch dem Bienchen das Blümchen noch ganz knapp vor der Nase weggeschnappt.

Daheim darf sich dann Schnuffi vom grünen Glück einen Trommelbauch anfuttern, bis es platzt, oder wahlweise die dicke Mohrrübe vom Frühstück aus den Ohren quillt.

Ganz wagemutige Tierhalter trauen sich sogar an den Rand vielbefahrener Ortsdurchfahrten, um selbst in dieser unberechenbaren Gefahrenzone* ungeachtet ihrer eigenen Gesundheit noch feinbestäubtes, mit Fleur-de-Streusalz-vom-letzten-Winter gewürztes Blattwerk dem Erdmantel zu entreißen, um es im Anschluss zu Hause stolz kredenzen zu dürfen.

Da geht mir das Herz auf ob so viel Aufopferungsbereitschaft. Kein Weg ist zu weit, kein Unwetter zu „bäääh“ und kein Umstand zu groß. Selbst Oma Erna lässt ihren Rollator links liegen/stehen, um sich auf das saftige Grün für Hasi zu stürzen. Da kennt sie nichts…auch nicht mehr ihr böses Kreuz oder die schmerzenden Knie.

 

Ach, wenn alle Menschen doch zueinander genauso wären…wenigstens ein kleines Bisschen.

 

 

 

(* Ich übertreibe mal ein bisschen der Theatralik wegen.)

 

 

 


Achtung! Wildsau! (23.03.2016)

 

Der gestrige Tag war seit langer Zeit mal wieder ein Tag so richtig zum Vergessen. Es gibt immer Tage, wo man nicht weiß, wozu man das überhaupt jetzt macht…aber gestern…ätzend.

Ständig kam etwas neues hinzu, was erledigt werden wollte, oder wo es einfach nur Informationen zu hören gab. Zumeist war es nichts Gescheites. Mehr als einmal musste ich mit meinem Kopf schütteln (für den direkten Weg gen Tischplatte und wieder zurück entschied ich mich wohlweislich aus Unversehrtheitsbestrebungen nicht).

Dieser Erwartungsdruck von allen Seiten, meiner nicht ausgeschlossen, zermürbt auf Dauer, insbesondere dann, wenn man wieder nichts konkretisieren kann, weil alles einen vagen Schwebezustand angenommen zu haben scheint.

Ich hasse es, wenn ich nicht einmal ansatzweise ohne großartige Umstände planen kann. Da werde ich innerlich zur Wildsau und würde am liebsten einmal quer wie eine ebensolche gesengte durch meine Ablage rennen wollen. Einfach so. (Natürlich würde ich am Ende alles wieder aufräumen! 😉 )

Man könnte mir in solchen Dingen auch einen gewissen Kontrollzwang attestieren. Ich überlasse ungern dem Zufall die letzte Entscheidungsgewalt. Es sollte, soweit irgend möglich (dies lässt sich in meinem Metier jedoch nicht immer praktizieren), alles geregelt sein, was geht. Es gibt schließlich noch mehr als genug Punkte, die ich selbst nicht beeinflussen kann, deren ich mir auch sehr bewusst bin.

Entsprechend gut gelaunt, galt es, den gestrigen Tag zu überstehen, und es die eigenen Leute nicht unbedingt spüren zu lassen. Meine Haut war jedoch sehr, sehr dünn, um nicht zu sagen: Fast durchscheinend.

Warum muss immer alles so kompliziert und umständlich gemacht werden? Sollte das eigene Handeln nicht zielorientiert und effektiv gestaltet werden dürfen?

 

Auf der Heimfahrt…es war vielleicht gegen halb Elf…traf ich auf eine nächtliche Begegnung der anderen Art. Irgendwie zumindest.

Eine Rotte Wildscheine wühlte frisch und fröhlich direkt neben mir am Straßenrand.

Sollte mir das irgendetwas sagen?

Sinndeutende Leser bitte vor!

 

 

 


I’m a murderer! (11.03.2016)

 

Werte Leserschaft, bevor ich fortfahre, bitte ich um Folgendes: Schickt mir die Schergen bitte erst zum Sturm Klingeln an die Wohnungstür, wenn ihr zu Ende gelesen habt…

 

 

Bereits in der Früh, oder sollte ich besser schreiben immernoch, belagerte mich mein Besuch. Eingeladen hatte ich diesen ursprünglich nicht, es ergab sich wohl einfach so. Auf irgendeine wundersame Weise kam schließlich auch Maria zu ihrem Kinde…und ICH zu meinem Gast.

So früh am Morgen schenkte ich ihr noch nicht sehr viel meiner Aufmerksamkeit.

Ich möchte hier nicht irgendwie unhöflich erscheinen, aber direkt nach dem Aufstehen sehe ich es als allgemein vertretbar an, wenigstens eine halbe Stunde ungeteilte Ruhe ganz für mich allein zu reklamieren.

Ich ließ sie also machen, schaltete die Kaffeemaschine an und verschwand im Bad.

 

Fragt mich bitte nicht, was sie derweil im Nebenraum trieb. Womöglich kotze sie wieder an irgendeine Fensterscheibe oder rieb sich auffällig die behaarten Beine.

Als ich die Küche wieder betrat, war von ihr nichts zu sehen. Hatte sie sich ins Schlafzimmer zurückgezogen oder flätzte sie gerade auf der Couch herum?

Mir war es gleich. Ihr Dasein in meinen Vier Wänden war sowieso als begrenzt anzusehen. Dies hatte ich unlängst entschieden. Einstimmig. Ihre Meinung, die gewiss eine ganz andere wäre- wer lässt sich schon aus dem Paradies vertreiben- interessierte mich nicht die Bohne. Das Leben ist eines der härtesten, Schätzchen…

Unbemerkt- anders kann ich es mir nicht erklären- muss sie sich irgendwann von hinten angeschlichen haben. Details zu den folgenden, hier nicht weiter aufgeführten Geschehnissen, werte Leserschaft, bitte ich beim Kollegen Mr. Hyde zu erfragen*, da sie sich bis einschließlich jetzt gänzlich meiner Kenntnis zu entziehen verstehen.

In jedem Falle kann ich festhalten, dass unserer Aufeinandertreffen bei ihr ganz augenscheinlich einen überaus bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Nein! Ich kann mit Fug und Recht sogar hier an dieser Stelle ganz unverhohlen behaupten, dass ich sie in diesem Moment regelrecht geplättet zurückließ.

Zu bedenken möchte ich geben, dass es sich hierbei noch nicht einmal um sonderlich geplante Taktierei meinerseits gehandelt hatte- man erinnere sich an meine Entscheidung, sie persönlich vor das imaginäre goldene Tor meines Palastes zu setzen- geschweige denn um eine Handlung aus der vollsten Absicht heraus.

Strategische Schlachtpläne liegen mir in derlei Angelegenheiten eher fern. Man sollte schließlich stets das mildeste Mittel zuerst anwenden und nicht gleich mit der Keule ums Eck spaziert kommen.

Jedenfalls- ich möchte ungern weiter um den heißen Brei herum reden- muss ich gestehen, dass es wohl oder übel zum Äußersten gekommen ist. Da lag sie plötzlich darnieder auf den kalten Fließen, ohne noch einen Mucks zu tun.

Mea culpa! So endgültig war das defintiv nicht geplant gewesen. Ändern konnte ich es aber leider nicht mehr. Das Leben ist eines der härtesten….wie ich bereits schon schrieb.

Höflich wie ich bin, führte ich ihren Leib einer Erdbestattung- sagen wir mal einer Abart von „Erde“- zu.** So viel Zeit muss sein , finde ich!

Und dann: Deckel drauf auf die Sache.

Aus Zeit- und Kostengründen, und um den Aspekt meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zu wahren, verzichtete ich auf das Engagement einer dreiköpfigen Trauerkapelle und wischte lediglich die kleinteilig versprengten Überreste von den Kacheln am Boden.

 

Als wäre nichts geschehen, zog ich die Tür hinter mir zu, blickte mich nicht unauffällig nach Zeugen um und fuhr seelenruhig auf Arbeit.

Von hinten auf der Rückbank meines Autos hörte ich Mr. Hyde kichern:

Du hast die Fliege voll plattgelatscht, du Trampeltier!

Ich?!!

 

 

 

* Telefonisch erreichbar: Täglich….von Zwölf bis Mittag.

** Wer im Übrigen nähere Informationen zum Thema „Unkomplizierte Beseitigung von Leichen“ haben möchte, darf sich gern melden*.

 

 


Verhältnismäßig… (07.06.2015)

 

Moinsen!

Hach ja, gestern habe ich mich für einen ganz kurzen Augenblick nach all dem Arbeitsstress köstlichst amüsiert gefühlt.

Dabei läd der Anlass für gewöhnlich nicht dazu ein bzw. war diese Gefühlsregung dem Urheber in dieser Form sicher nicht bewusst oder gar von ihm beabsichtigt worden.

 

Ich werfe mich also vor die Flimmerkiste und zappe am Teletext des Mitteldeutschen Rundfunks vorbei.

Ah, so, aha, mal wieder Randale in Leipzig.

Da flog wohl so einiges brennbares wie rein physisch zerstörerisch wirkendes Material durch die Luft und beschädigte Gebäude und Autos.

Es wird ein linksautonomer Hintergrund vermutet, was hier aber nicht weiter von Belang sein sollte. Gewalt bleibt Gewalt, egal, wer sie verübt.

Und jetzt der Knaller im Infotext: Es gab eine Festnahme.

Eine Festnahme.

In Zahlen: 1.

Ich konnte mir ein gestört anmutendes Kichern nicht verkneifen.

Mensch, da hat sich von der Staatsgewalt ja richtig jemand ins Zeug gelegt! Also ich möchte dort nicht wohnen oder mein Auto geparkt wissen. Das gebe ich unumwunden zu.

Da schlägt eine Gruppe mehrerer Menschen alles kurz und klein und eine einzige Person hat anscheinend im Endeffekt das ganz große Los gezogen. Das nenne ich verhältnismäßig…

Nagut, im Lotteriespiel kann nicht jeder gewinnen. Rein statistisch gesehen….ach lassen wir das.

Mal Hand aufs Herz: Ist da tatsächlich jemand stolz auf diese eine Festnahme, dass man diese in der Art auch noch kundtun muss? Ich hätte diese Tatsache mit tiefroten Ohren unter den Tisch gekehrt (auch wenn das eigentlich selbst wiederum nicht korrekt wäre) und nicht- einer Erfolgsmeldung gleich- herumposaunt.

Denn genau betrachtet fällt die Konsequenz auf einen stattgefundenen Gewaltakt verhältnismäßig mager aus. Das Rowdietum freuts.

Optimisten würden sagen: Immerhin.

Der Pessimist schreit: Das Glas ist trotzdem halb leer!

 

 

 


Einbahnstraße im Kopf (25.05.2015)

Neulich gesehen:

 

Kennt ihr das? Die Autos parken so seltsam in eine Richtung, der Gegenverkehr hupt vielleicht sogar total penetrant und ihr habt keinen Schimmer warum, weshalb ihr die Wurzel des Übels unreflektiert hinter euch sucht? Da wird wohl einer gepennt haben!

Nein! Der Baum des Verderbens erwächst ganz allein aus deinem Vehikel, mein Freund.

Aber sicher kann man sein vierrädriges Mobil mal kurzerhand und eiskalt berechnend zu einem durchfahrtsberechtigten Fahrrad umwidmen, wenn man keinen Bock hat, die Einbahnstraße zu umfahren.

Gut, Kumpel, du entstammtest pseudoentschuldbar von außerhalb. Doch ich bin mir sicher, dass auch dort Straßenschilder existieren! Darauf verwette ich deine Karre!

Und das Schlimmste an allem ist: Du bist wahrscheinlich nicht allein.

 

Wisst ihr Kinders: Jeder macht mal Fehler. Wenn man sich aber kackenfrech ohne Hast und Drang rein aus Bequemlichkeit über Spielregeln hinwegsetzt, dann finde ich das einfach nur dreist. Eine dicke Limousine zu fahren bedeutet nicht, dass man alles darf. Löscht diese Einbahnstraße im Kopf bitte ganz schnell. Danke!

 

 

P.S.: Man darf oben beschriebenes Motiv gern auch als Metapher verstehen. Passt wunderbar in alle möglichen und unmöglichen Lebenslagen.

 

 


Philosophische 5 Minuten im Fahrtwind. (14.4.2015)

 

Mit einem leisen „Plepp“ trafen wir aufeinander. Mit weit aufgerissenen Augen starrte es mich an, so wollte mir scheinen. Und doch konnte ich an diesem schlagartig seine Gestalt wandelnden Wesen nichts wirklich genauer differenzieren.

So ragte es vor den meinigen Augen als Symbol der Vergänglichkeit, Zeichen plötzlich eintretender Veränderungen. Nichts im Leben ist konstant, wurde mir wieder einmal klar. Und nichts ist für immer.

Stumm harrten wir vor unserem jeweiligen Gegenüber aus. Es schwieg, weil es nicht anders konnte. Ich schwieg, weil es nichts zu sagen gab.

 

Entschlossen schaltete ich meinen Scheibenwischer an und wischte die Überreste immer währender Vergänglichkeit von meiner Frontscheibe.

 

 

 

P.S.: Der arme geflügelte Kumpel klebt immer noch mitsamt Kumpanen am Glas…sehr hartnäckig. (-:


Alles Proktologen? Und was es sonst noch gibt. (28.2.2015)

Alles Proktologen?

Diese Frage stelle ich mir fast täglich auf meinem Arbeitsweg. Oder wie sonst sollte man  das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer deuten können, wenn diese reihenweise im Endrohr des Vordermannes zu verschwinden drohen?

Ich meine, vielleicht verpasse ich ja doch etwas, wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte. Wer weiß? Vielleicht mag mich ja jemand aufklären. Der Mensch ist zwar über die Maßen neugierig, aber er muss nicht immer alles erkunden, finde ich.

 

 

Von Irrlichtern, die sich unter Umständen in einem fremden Hinterteil wiederfinden könnten, nun zu Irrlichtern, die quasi Irrschatten heißen müssten, weil es ihnen gänzlich an Belechtung jedweder Couleur fehlt.

Da traf ich nämlich auf einen sportiven Menschen, der sich- trotz gut ausgebautem Radweg (mit Asphaltierung) direkt nebenan- auf der Landstraße aufhalten musste. Schön praktisch in schwarze Kleidung gehüllt (selbstverständlich ohne Reflektionselemente) und ohne eine einzige Funzel am Rennrad.

Gott, lass Hirn regnen! Wenn ich schon auf Lampen verzichte, um aerodynamisch besonders gut durch das laue Lüftchen zu gleiten, dann nutze ich doch wenigsten den (ich wiederhole: gut ausgebauten) Radweg. Solche Typen halten doch auch den Verkehrt unnötig auf, wenn viel Gegenverkehr herrscht und man nicht mal schnell-fix überholen kann.

 

 

Komme ich nun auch noch zu einer dritten Kategorie von Verkehrsteilnehmern, die es besonders eilig zu haben scheint, und einen überland mit weit mehr als 100 (bzw. 105) km/h überholen muss. Zu solchen Exemplaren habe ich schon Beiträge verfasst.

In letzter Zeit fällt mir aber auf, dass vermehrt Familienkutschen mit „Mia-Sophie an Bord“ oder „Kevin Joel fährt mit“ durch die Prärie und 70er-Zonen jagen. Fahren die auch so rasant, wenn die armen Kinder, deren Namen zum allgemeinen Desinteresse der Umwelt auf dem Serviertablett präsentiert werden, tatsächlich „on bord“ sind?

Möglicherweise fahren sie aber auch nur deshalb so schnell, in der Hoffnung, dadurch diesen zutiefst überflüssigen Zierat hinter sich lassen zu können. Pech gehabt! Der Aufkleber bleibt „an Bord“, bis er zur Unkenntlichkeit verwittert abbröselt oder sich ein gnädiges Industriereinigungsmittel findet, das alles rückstandsfrei zu entfernen vermag. Spätestens, wenn Mia-Sophie den ersten Pickel im Gesicht hat, sollte letzterer Anwendung finden. Das Kind wird es danken!