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Autofasten (01.03.2017)

 

Mittwoch.

Aschermittwoch.

ASCHERMITTWOCH!*

Na? Heute schon „autogefastet“?

Autofasten? Was soll das denn hier schon wieder werden…

Kann man an und von sich selbst Verzicht üben? AUTO….griechische Vorsilbe für SELBST. SELBSTfasten. Klingt komisch, ist es auch. Wobei es manchmal gar nicht so verkehrt wäre, das Selbst an sich und die eigene, vom Alltag verzerrte und vergrieselte Sichtweise darauf etwas gesundheitsförderlicher entschlacken zu lassen. So eine physische und mentale Entgiftung von körperlichen und seelischen Dissonanzen bzw. Dysbalancen soll ja Wunder bewirken.

 

Darum geht es mir an dieser Stelle jedoch nicht.

 

Eher hat mich ein Artikel etwas hellhörig werden lassen.

Man solle doch die Fastenzeit auch einmal dazu nutzen, von seinem Auto(mobil), alias Pkw, alias Personenkraftwagen, etwas Abstand zu gewinnen, sprich, zu fasten.

Die Überschrift tönte natürlich mal wieder typisch reißerisch, als ob es das Ende am Galgen, auf dem Schafott oder unter irgendwelchem wilden Instrumentarium eines finsteren Freizeitinquisitors bedeuten würde, sollte man sich nicht daran halten wollen. Ja, ja, schon klar.

Und liest man sich investigativ-voyeuristisch durch den Artikel, so tauchen teilweise immer wieder dieselben, ollen Kamellen auf. Nur ein Beispiel: Man solle doch, auf Anraten der Experten, für kurze Wege mal das Auto einfach stehen lassen.

Gäääähn!

Wie oft hat man den Leuten schon versucht zu vermittelt, dass man alternativ zur Brennstoffvehikel unterstützten Fahrt zum Brötchendieler, wo das Aufschließen (mit Funktfernbedienung!) und Anlassen des Fahrzeugs mehr Zeit in Anspruch nimmt als die eigentliche Fahrt, auch einmal per pedis unterwegs sein könnte?

Ich glaube, dieser mahnende Zeigefinger hat schon einen seeehr langen Bart und fransige Fusseln…mit Blasen oben drauf.

Der Knackpunkt für mich lag aber eindeutig auf dem Hauptaugenmerk des Artikels, denn auch auf Langstrecken sollte man sich nach Alternativen zum Pkw umsehen. Gern während der gesamten Fastenzeit und- noch besser- darüber hinaus.

Tja, Freunde, da sind wohl wieder nur gut und reichlich mit ÖPNV, sowie auf Mitfahrer flexibel abstimmbare Experten beim Überlegen angetroffen worden. Oder Denker, die es 10 Minuten per Fahrrad zur Arbeitsstelle haben. Sehr beneidenswert übrigens!

Leider, leider, hat nicht jeder eine so gute Infrastruktur um sich herum. Müssen all diese Menschen nun als böse Sünder im Fegefeuer sterben, selbst wenn sie gern aktiv etwas an der allgemeinen Abgasproblematik verändern wöllten, aber einfach nicht können, weil die Dinge nun einmal so sind, wie sie sind und man nicht mal so ohne weiteres 40Tage Urlaub machen kann?

Und wie, bitteschön, soll ein im selben Atemzug ins Rennen gebrachtes Fahrzeug mit Elektroantrieb schmackhaft gemacht werden, wenn weit und breit kein passendes, eingemauertes Schweinchen, alias Steckdose, aufzutreiben ist? In einer damit gut ausgestatteten Großstadt ist das vielleicht recht lukrativ und überlegenswert (ausreichend Kröten im Sparstrumpf vorausgesetzt), doch wie sieht es damit in der Peripherie aus? Viele sind auf den fahrbaren Untersatz angeweisen, gerade im Ländlichen. Wie also soll sich da an der Einstellung der Menschen zu alternativen Antrieben etwas ändern können, was über den Grad „interessierter, aber skeptischer Blick“ hinausgeht?

Selbst in Norwegen, wo der Elektroantrieb weit verbreitet ist und wo ab voraussichtlich 2025 der Verzicht auf Verbrennungsmotoren für die Zulassung verpflichtend werden soll, gibt es (noch) in den abgelegeneren Gebieten Probleme, welchen man nur mit Hilfe der Verwendung des herkömmlichen Kraftstoffs beikommen kann, um zum Sommerhäuschen zu gelangen, weil sonst der Hamster im E-Auto mitten in der Pampa schlappmachen oder spätestens auf dem Rückweg seinen Dienst dankend quittieren würde. In Norwegen, glaubt man den Berichten, kümmert man sich jedoch um den weiteren Versorgungsausbau, wohingegen man hierzulande nicht unbedingt von einem Sauseschritt in Siebenmeilenstiefeln sprechen kann. Woher auch? Das kostet ja alles Geld. Aber am liebsten sollen wir ja 2025, ach was, lieber gestern als heute ebenfalls aus den fossilen Brennstoffen aussteigen. So jedoch bestimmt nicht. Da nützt auch das Hinterherwerfen von Vergünstigungen und Prämien nur bedingt.

Schade, die Idee ist gut. Die Umsetzung scheitert in der B-Note.

Auch gibt es, so denn eine Anbindung besteht, die Möglichkeit, (über)regional mit der Bahn zu fahren. Man könne doch mit „Fastensonderrabatten“ locken und die Leute zu mehr Umweltbewusstsein animieren.

Klar, zur (Auto)Fastenzeit wird gelockt und danach langt man richtig zu, oder wie?

Die Menschen werden die Bude einrennen. Ganz bestimmt.

Nicht.

Spätestens nach Beendigung dieser verzichtsreichen Zeit lockt doch wieder die selbstbestimmt und nach den eigenen Bedürfnissen zugeschaltete Sitzheizung oder im Sommer die gut funktionierende Klimaanlage im eigenen Fahrzeug.

Garantiert.

 

Für viele gibt es schlussendlich nicht die Option, sich und die eigene Lebensweise in  dieser Form zu überdenken und das Kfz einfach stehen zu lassen. Noch nicht einmal für die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern.

Von irgendetwas muss man nun einmal die Brötchen bezahlen, welche man sonntags vom Bäcker ums Eck mit dem Auto nach Hause chauffiert.

 

 

 

 

* Dieser Tag existiert übrigens auch in den Kalendern von militanten Nichtrauchern (wie mich), die von einem ollen Ascher ansonsten nichts wissen wollen. [Und von Karneval bis auf die Pfannkuchen/Berliner eigentlich auch nicht….jetzt haben wir es ja mal wieder überstanden. 😉 ]

 

 

 

 

 

 


Plätzchenimpressionen zum Nikolaustag (06.12.2016)

 

 

Wer vor lauter Malocherei und Sorgen noch nicht richtig in der vorweihnachtlichen Stimmung angelangt sein sollte, dem möchte ich hiermit unterstützend die Hand reichen.

Plätzchen sind für mich einer der Inbegriffe dieser besonderen Zeit. Es gehört bei uns zur Familientradition, dass gemeinsam gebacken wird…sofern nicht kurzfristig eine hinderliche Apocalypse (Kometeneinschlag; ein Entzweibrechen der Welt; Deutsche Bahn; …) auf dem Weg gen Heimat dazwischenkommt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Hier nun eine Studie köstlicher Backkunst (zum Vergrößern einfach Rechtsklick aufs Bild und Link in neuem Tab öffnen):

 

1) vorher:

[Plätzchen, roh]

Plätzchen

(Was da so glänzt ist keine Butter! Überhaupt nicht.)

 

 

2) Intermedium:

[Plätzchen gebacken]

Plätzchen, gebacken

(Da ist immernoch überhaupt keine Butter drin…)

 

 

3) nachher:

[Aus Rücksicht auf die zartbesaiteten Seelen unter euch, habe ich an dieser Stelle bewusst auf eine fotografische Darstellung des Nachher-Zustandes verzichtet. Der Titel hätte wahrscheinlich folgendermaßen gelautet: „Einsames Krümel auf blankem Untergrund- (Aus)Radierung in D-Moll“]

 

 

In diesem Sinne: Weiterhin eine schöne Adventszeit euch allen!

S[Punkt]; knuspernd und vor sich hin krümelnd

 

 

 


Keine Haare auf den Zähnen…(21.08.2015)

 

…, sondern ein ganzes Bärenfell trug am gestrigen Tage die Schaffnerin einer großen bekannten, um Monopol kämpfende Bahngesellschaft auf ihrer Kauleiste herum.

Geballte Unfreundlichkeit und Kaltschnäuzigkeit paarten sich mit einer Mitdenkkapazität von 12 bis Mittag.

 

Der Reihe nach:

Kurzentschlossen machte ich mich auf, um an meinen freien Tagen der beruflichen Wahlheimat zu entfliehen und mich meinem Abstammungsort zuzuwenden.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“…

Leider streikte mal wieder dieser unsägliche und bedauerlicherweise auch einzige Fahrkartenautomat. Er wollte diesmal partout kein Geld schlucken.

Ich schloss mich mit einer ebenso betroffenen Dame zusammen und wir kamen zu dem Schluss, dass wir uns- ehrlich wie wir sind- direkt beim Schaffner/bei der Schaffnerin melden sollten.

Gesagt getan…

Die Tür hatte sich soeben erst geschlossen, da standen wir schon parat und schilderten das Problem mit dem nicht funktionstüchtigen Gerät.

Die Dame bestellte schließlich ihr HopperTicket nach Magdeburg…fertig.

Nun war ich an der Reihe. Ihr ahnt es…was habe ich aber auch für ausgefallene Wünsche! Von dem Ticket schien die Gutste nämlich noch nie gehört zu haben.

Sollte ich ihr jetzt tatsächlich noch das Tarif- und Angebotssystem der Bahn erklären?!

Ganz zu schweigen davon, dass das sogenannte „Regio120plus“-Zettelchen auf diversen Plakaten beworben worden und wirklich kein ausgefallenes Hexenwerk ist. Quasi ein Hopperticket für mehr Fahrkilometer.

Sie blickte mich trotzdem an, als stünde ein Schwein vorm Uhrwerk.

Bob, Sack Zement!

Lapidar blökte sie mir entgegen: „Hab ich nicht!

Sie suchte das Ticket aber noch nicht einmal in ihrem Handterminal. Vielleicht wäre es ja doch zu finden (Hoppertickets gibt es ja auch) gewesen…immerhin hatte sie noch nie davon gehört…woher wollte sie so sicher wissen, dass es im mobilen Handgerät nicht zu finden sei…?

Dann setzte sie mit äußerst motivierter Intonation fort: „Entweder machen wir das jetzt über den Personalausweis (aka „Schwarzfahren“ zu 40€), oder Sie kaufen das zusätzliche Einzelticket bis Magdeburg*!

Ich war reichlich schockiert ob dieses Angebots und konterte: „Meinen Sie an dieser Stelle ernsthaft, dass mir bei diesen genannten Optionen eine wirkliche Auswahl bleibt?!“ Die Pistole lasse ich mir ungern auf die Brust setzen.

Die Schaffnerin klotzte mich ungerührt an.

Also kackenfrech ist das schon! Ich bin schließlich direkt nach Zustieg bei ihr aufgeschlagen…weil der Automat nicht wollte….WAS daran ist bitte Schwarzfahren? Soll ich mir mein Ticket malen?!

Ich teilte der Dame offen mit, dass mir ihr Ton im Übrigen gar nicht gefallen würde…und das sich der Service der Bahn in dieser Form noch deutlich strecken müsste.

Was kann ich denn dafür, dass die Bahn ihre Mistautomaten nicht im Griff hat…es kann doch nicht sein, dass ich deswegen draufzahlen und ein völlig unnötiges zusätzliches Ticket kaufen muss. Wenn die Geräte nicht zuverlässig arbeiten, dann müssen zumindestens in den Zügen dieselben Ticketangebote offeriert werden. Sonst kann sich die Bahn die tollen Angebote sparen….man stelle sich vor: Zufällig haben alle Ticketschalter einen Defekt….und die Bahn macht einen Reibach.

Die Schaffnerin ist aber bestimmt auch solch eine Hexe, die kleine(!) Kinder in irgendeinem Pampadorf aussetzt, weil sie keinen Fahrausweis und nicht genügend Geld einstecken haben…am besten noch im Winter oder bei finsterstem Unwetter. Hat es leider schon gegeben.

Mir tut das zusätzlich abgeknöpfte Geld nicht weh, aber es geht mir ums Prinzip. Es gibt wirklich Schaffner, die kulanter und zumindest auch freundlicher agiert hätten. Einen gewissen Ermessenspielraum kann man finden…aber nicht, wenn man reinen Dienst nach Plan macht und die ganz großen Scheuklappen zu Arbeitsbeginn aufgesetzt hat.

Ich muss Ihnen ja etwas in die Hand geben.“ Oh, welch Einfalt! Natürlich. Man kann sich aber auch das ehrliche Gesicht einprägen, es im Hinterkopf behalten und kulant auf dieser kurzen Strecke nach Magdeburg darüber hinwegsehn…ich würde die Bahn schließlich nicht um ihr Geld prellen*. Außerdem: Wer außer ihr kontrolliert in den nächsten 5 bis 10 Minuten diesen Zug?!

 

 

Was lerne ich daraus:

Wer ehrlich ist, der kriegt ans Bein gepinkelt. Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert. Ich hätte mich ans andere Ende des Zuges verkrümeln sollen und hätte sehr wahrscheinlich weniger Engstirnigkeit erleben müssen. Andere verfahren tatsächlich so und kommen damit eindeutig stressfreier durchs Leben.

 

An die Schaffnerin:

Frau M., kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross herunter! Ich weiß, Sie müssen auch nur Ihre Arbeit machen…ein Blick über den Rand ihrer Untertasse schadet jedoch nicht. Vielen Dank auch, dass Sie mich in meinem Glauben an die Ehrlichkeit so richtig bestärkt haben…!

Verachtungsvoll!

S.

 

Was bleibt zu sagen:

Die Servicewüste lebt! Ich bin enttäuscht. 😦

 

 

 

 

*Dort müsste ich sowieso umsteigen und hätte da auch das Ticket nachträglich gezogen…der Preis wäre gleich geblieben…und bis Dresden hätte ich sowieso dieses Ticket gebraucht…von wegen durchschnorren. Das würde gar nicht gehen und hätte gar keinen Sinn gemacht…wie gesagt: Der Preis wäre derselbe gewesen. Wenn ich nur bis Magdeburg hätte schwarzfahren wollen, dann wäre ich bestimmt nicht bei ihr aufgetaucht.

 


Abonnement (17.6.2015)

 

Ich weiß nicht, was ich falsch mache, aber anscheinend habe ich den Griff ins Klo gepachtet. Quasi als ein unliebsames, im Kleingedruckten aufgezwungenes Abonnement gebucht. Zumindest, was das Streikgeschehen in Deutschland betrifft.

Möchte ich dienstlich mit dem Zug fahren, streikt die Lokführerschaft. Will ich einen zweiten, privaten Versuch wagen…dito. Möchte ich einen ganz wichtigen Brief aufgeben….streikt die Post.

Ich wage mich schon fast nicht mehr zum Bankautomaten. Nicht, dass wie vor Kurzem im Brandenburgischen die Geldlieferanten zum Arbeitskampf aufrufen.

Was bin ich froh, keine kleinen Kinder im Haushalt zu haben. Der Kindergarten hätte unter Garantie geschlossen.

So wichtig, wie Arbeitsniederlegungen für mehr (nicht überzogene) Gerechtigkeit sein mögen, aber irgendwie haftet es an, als wäre man in ein Hundehäufchen getreten. Ehe die Unannehmlichkeit verflogen ist, kann einige Zeit ins Land verstreichen. Mütter und Väter bangen um ihre Jobs, Kleinkinder vermissen ihre Kameraden, Reisende warten länger als üblich, …

Jedes Ding hat eben mindestens zwei Seiten und manchmal ist es eine zweischneidige Klinge, auf der man da gerade tanzt. Man will solidarisch denken und doch wird auch um die eigene Existenz gebangt (gerade viele Eltern aktuell).

 

Drückt mir die Daumen, das mein Brief rechtzeitig ankommt und meine nächste Zugreise nicht wieder im Klo versenkt wird! Andererseits: Sollte wieder gestreikt werden…dann wisst ihr, dass ich mit der Bahn fahren wollte. Transparenter geht’s nicht mehr, gell? Und das ganz ohne Gesichtsbuch-Exhibitionismus und Ich-sitze-gerade-auf-dem-Örtchen-Gezwitschere!

 

 

 

 

 


Turbulente Zeiten (1.4.2015)

 

Woran erkennt man treffsicher, dass Frühling ist?

Genau! Es fällt mehr Schnee als an so manchem Wintertag 2014/2015 und es stürmt wie verrückt, als befänden wir uns mitten im Herbst. Frühling ist, wenn man Angst haben muss, dass gleich der Balkon abhebt, sich der Baum nebenan in Wohlgefallen auflöst bzw. beschließt, zu einem Purzelbaum zu mutieren. Die Bahn kann wieder einen triftigen Grund für ihre Verspätungen angeben (höhere Gewalt) und zu Ostern könnte es kühler sein, als zu Heilig Abend 2014.

Wenn das mal keine waschechten Frühlingsboten sind. Da können die Tulpe und die Narzisse aber einpacken!

 

In diesem Sinne: Lasst euch nicht wegpusten!

 

 


Prosit Neujahr! (1.1.2015)

 

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes Neues Jahr!

 

Ich bin sehr gespannt auf das, was das Jahr 2015 so bringen mag. Hoffentlich ein bisschen weniger Mord und Totschlag, Ellenbogen und Missgunst, aber dafür mehr Mitfühlen, Mitdenken und Miteinander.

 

Ein positives Beispiel habe ich heute zum Beispiel im Zug erfahren dürfen: Da bat doch die Schaffnerin-wahrscheinlich zum x-ten Male an diesem Tage- um den Fahrschein und fügte im nächsten Atemzug einen freundlichen Neujahrsgruß hinzu. Da rückt man doch das geforderte Papier gleich doppelt so gerne heraus.

 

 

 

 


Wie man es dreht und wendet… (14.11.2014)

 

Puhh, endlich komme ich mal wieder zum Schreiben, obwohl sich im Augenblick um mich herum die Kisten türmen und ich gerade zwischen drei verschiedenen Städten hin und her springen muss, um alles organisiert zu bekommen. Aber: Es wird! Und hoffentlich alles gut!

 

Dieses Städte-Hüpfen hat es mit sich gebracht, dass ich mal wieder Bahn fahren musste. Jepp, ich habe es gewagt nach all dem Rummel und wurde nicht enttäuscht….der Zug hatte erstmal knackige 20 Minuten Verspätung.

Kann passieren…nur der Grund mutete etwas kurios an: Es lag wohl an einer verspäteten Bereitstellung.

Jooouuu, was sagt man dazu. Der Zug fährt ja auch nur *Ironie anknipps* einmal im Jahr….* Ironie aus*. Da kann man schon mal vergessen, ihn rechtzeitig auf Reisen zu schicken. Wie auch immer. Also warteten wir.

 

Dann im Zug. Arbeitsam wuselte die Schaffnerin umher und wurde in ihrem Fluss jäh unterbrochen.

QUERFORMAT!

Eine Reisende hatte ihr Ticket in Querformat ausgedruckt. Das geht ja mal gar nicht! Wie soll da der arme Stempel-Locher noch  an die zum Lochen vorgesehene Stelle im Zentrum des verqueren Papieres reichen?!

Die Bahnbedienstete machte ihren Unmut direkt Luft. „Das ist aber falsch!“, blökte es ohne Vorankündigung. Die Reisende blickte verstört auf und wurde sogleich ob des weltumstürzenden Formatproblems aufgeklärt. „Aber das hat es automatisch so ausgedruckt,“ versuchte die Angeklagte ihre Missetat zu erklären. „Dann ist Ihr Drucker falsch eingestellt,“ beharrte die Knipserin.

Nach einigem Hin und Her ließ die Schaffnerin dann doch noch huldvoll Gnade walten und wartete sicher vergeblich auf Dankesworte für ihre Nachsichtigkeit. Wohin sie schließlich ihr Stempelchen hindrückte, blieb mir aber verborgen.

Steht irgendwo, dass es Hochformat sein muss? Bitte melden bei fundiert recherchierter Auskunft! Und wenn nicht, dann muss das eben irgendwo stehen! Die Menschen werden doch sonst auch überall an die Hand genommen….Haustiere nicht im Trockner trocknen, den Föhn nicht in der gefüllten Badewanne anwenden, …..

 

Als ich danach so ganz zufällig über Kleinkariertheit und Sonderformatregelungen für Bahn-Locher grübelte, geschah es…mit einem Zischen blieb der Zug zu guter Letzt auch noch stehen….mitten in der Pampa Sachsen-Anhalts.

Hocherfreut registrierten dies meine Synapsen und klatschten Beifall…erst zu spät und dann bleiben wir ganz stehen? Perfekt! Ich sah vor meinem inneren Auge bereits die Felle fortschwimmen…äh den Fernbus abfahren…mitsamt der Konsequenzen, die dieser Ausfall für meine stabsmäßig geplante Organisation bedeutet hätte.

Eine Stimme riss mich aus meinen „Mordgedanken“….„Aufgrund eines Rechnerabsturzes verzögert sich diese Fahrt um wenige Minuten.“ Ich musste mir ein bitterböses Lachen verkneifen….wir wissen ja alle, was „wenige Minuten“ bei der Bahn bedeutet.

Sack Zement! Was habe ich verbrochen, dass ich heute wieder solch einen goldenen Glückgriff in die Zugtoilette tätigen durfte?!

 

Kurzum: Am Ende des Tages kann ich erleichtert sagen, dass ich doch geschafft habe, was ich wollte (und musste).