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You stripped my heart! (02.07.2017)

 

 

Ein nettes Verkaufsgespräch neigte sich dem Ende zu.

Jetzt käme gleich etwas Peinliches, sagtest du.

Ob ich denn gerade vergeben sei?

Dann fragtest du nach meiner Nummer.

Ausgerechnet nach meiner.

Ich fühlte mich spontan in jene Herzkino-Filme versetzt, die mir bei solch einem Drehbuch sonst eher ein Schmunzeln hervorlockten. Fehlte nur noch der obligatorische Apfel, der aus einem plötzlich aufreißenden Einkaufsnetz zwischen unsere Füße rollte.

Dein Duft signalisierte mir beruhigende Nähe. Offene Arme. Subtile Wärme. Wirbelnde Schmetterlinge im Bauch.

Wir tauschten blanke, völlig unromantisch sterile Zahlen aus.

Ich fragte nach deinem Namen.

Als ich ging, klang DeMos „Nothing’s impossible“ in meinen Ohren wider, das erst gestern meinen Heimweg intoniert hatte. Und die Tage zuvor. Weil es eben gerade auf meiner playlist für unterwegs drauf war. Einfach so.

„I still believe in love at first sight.“

Ernsthaft?!

„Nothing’s impossible!“

Mir ist schlecht. Alles in mir kribbelt, als ob abertausend kleine Spinnentiere unablässlich und völlig desorientiert auf meinen Eingeweiden auf und ab marschieren würden.

 

18Uhr. Ich wollte eigentlich noch etwas kochen.

Doch ich entscheide mich für Luft.

Und vielleicht Liebe?

Dabei kenne ich DICH doch noch gar nicht.

Ich bin heillos verwirrt.

Jeden Moment könnte die Traumblase platzen, in der ich gerade eingeschlossen bin.

You stripped my heart!

Ich fühle mich zutiefst angreifbar.

 

Wahrheit oder Fiktion?

 

 

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Über’n grünen Klee gelobt… (28.04.2015)

 

Kennt ihr das? Ihr überlegt euch, irgendein neues Teil- zum Beispiel ein Portemonaie- zuzulegen. Das alte wird zwar noch lange nicht vom seidenen Faden zusammengehalten, entspricht aber auch nicht mehr euren aktuellen Vorstellungen.

Was macht ihr? Ihr zieht los und schaut euch um, ob sich etwas adäquates finden lässt. Wenn es nichts geben sollte, dann wäre es auch nicht weiter tragisch.

 

Doch wehe, man gerät erst einmal in die Fänge verkaufsstrategisch günstig platzierter, wohlklingender Anpreisungen.

 

Das Ende vom Lied: Das Portemonaie sieht wirklich schick aus, besteht aus Echtleder (mit gewünschtem Verspeckungseffekt), hat eine gute Stange Geld gekostet…UND ihr verzweifelt regelrecht daran, alles an Zettelchen, Kärtchen, Geldscheinen und Klimbergeld unterzubringen.

UND DAS, obwohl die neue Geldbörse an und für sich größer ist!

Da sieht man mal wieder, wie der erste Blick täuschen und welche Wirkung ein Verkaufsgespräch haben kann. Im Endeffekt scheiterte alles am Aufbau des guten Stückes. Der Verschlussknopf musste nach Befüllung einfach aufplatzen. Da konnte ich umstecken und herumrangieren, wie ich wollte.

 

Aber am Ende ist man sowieso (fast) immer schlauer….und meint obendrein, man hätte es schon vorher gewusst. Ich hatte nämlich so eine böse Ahnung gehabt. Die Aussage Horst Evers‘ passt also perfekt: „Hinterher hat man’s meist vorher gewusst…„. Fragt sich nur, warum man sich oft genug nicht auf sein Bauchgefühl verlässt. Das hat nämlich meistens sooo recht…UND kostet normalerweise (fast) nichts.

 

 

 

 


Semantische Bleichung (verfasst am 20.7.2014)

Der vorherige Artikel hatte mir keine Ruhe gelassen und deshalb klickte ich mich ein wenig durch die Welten des großen, weiten Netzes. Man muss den Feind schließlich kennen, bevor er einen überrollt, dachte ich mir. Auf einer Internetseite bezüglich des Themas Kiezdeutsch blieb ich schließlich hängen. weiterlesen