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Ich bin…begeistert. (09.03.2017)

 

 

Lange fristete die CD ihr Dasein auf meinem Stapel der noch zu hörenden Silberlinge.

Die Hörproben im Laden waren schon gut, aber (wie so oft) noch nicht völlig aussagekräftig. „The Jezabels“ sollten dennoch eine Chance bekommen. Doch dann geriet „Synthia“ daheim mehr oder minder in Vergessenheit.

Bis ich sie doch (endlich!) aus dem Dornröschenschlaf erweckte.

 

„Come Alive“

Gather round all you young, heed my warning
When you’re young and you’re lovely, there are voices
That pull you down like some malady inside us
But not yours and not mine in her likeness

I come alive, I come alive
I come alive, I come alive
This whole week since you arrived

They seek the shade that you can only get from the holes in her body
That’s the allure of the smoke and the stars and the call to the oven
And all the women who’ve fallen before me were tipping the scales
But somehow the allure of the smoke and the stars can no longer pull me

I come alive, I come alive
I come alive, I come alive
In true love to feel right
Allow myself more than those mothers were allowed
And more love in my life than suicide

And if you say, if you do dare to say
That it’s all in my mind
When every trouble that you care to relate to was born of a mind
And up against the letters of my betters
Who wrote I should be in the ground
I come alive, I come alive
I come alive, et je revive

I come alive, I come alive
I come alive, I come alive
To feel we are certified
Je revive, et je revive
Les joies de vivre
I come alive and out into the real
I come alive

[The Jezabels; Synthia; Come alive]

Es empfiehlt sich das Originalvideo dazu anzuschauen.

 

Ich bin begeistert.

Ein bitterer Beigeschmack schwingt jedoch retrospektiv betrachtet mit, schließlich schlug auch hier die Unsäglichkeit cancer disease zu. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, hat „Come alive“ noch eine weitere Bedeutungsebene hinzugewonnen. Ein Lied über und für starke Frauen.

Je revive, et je revive
les joies de vivre.

 

Viel Freude beim Musik-Stöbern!

S [Punkt]

 

 

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Geduscht (20.08.2016)

 

 

Die Polizei ist mittlerweile nicht mehr nur unser Freund und Helfer, nein, nun unterstützt sie uns auch nach bestem Wissen und Gewissen bei unserer täglichen Körperpflege. Man muss noch nicht einmal den Wunsch dazu äußern. Die machen das einfach so. Ganz selbstlos und unbürokratisch. Quasi im Vorbeifahren.

Wie das funktioniert?

Hier eine kleine Anleitung:

Man begibt sich nach draußen an die frische Luft, setzt sich bei einem einsetzenden, kräftigen Regenguss gut 2m vom Straßenrand entfernt auf die Bank eines Buswartehäuschen und wartet, bis eine Streife (ohne Einsatzsignal) vorbeifährt…und das mitten durch eine Pfütze, die sich unterdessen am Straßenrand angesammelt hatte. Und dann braucht man nur ein gewisses Urvertrauen an die physikalische Gesetzmäßigkeit der Verdrängung und etwas Glück, dass es auch weit genug spritzt.

Ist das nicht simpel?

Ja, okay, natürlich hätte man auch ohne Probleme drumherum fahren können.

Ich entsinne mich noch ganz gut daran, dass man mal gelernt hat, bei Wasseransammlungen Rücksicht auf Passanten zu nehmen. Abgesehen davon, dass man nicht unbedingt mit innerorts mindestens erlaubter Höchstgeschwindigkeit durch Pfützen fährt, um nicht aufgrund von Aquaplaning die rechte Bodenhaftung zu verlieren…

Den Delinquenten verpassten glücklicherweise die reichlich aufsprühenden Fluten nur knapp. Reumütig wendete dann aber auch schon der Streifenfahrer und erkundigte sich offenbar nach dem Befinden.

Begeisterung sah zwar anders aus, aber man einigte sich wohl recht zügig darauf, dass es diesmal ohne Duell à la Western gehen würde und man zog seiner Wege.

Dieser neue „Service“ kam hernach nicht sonderlich gut an.

Es duscht anscheinend doch jeder lieber für sich selbst und in den eigenen Vier Wänden.

Allzu verständlich.

Ich lass mir dabei auch ungern von Wildfremden zuschauen. 😉

 

 

 


Abfuhr (02.12.2015)

 

Ich möchte ein konkretes Beispiel hierfür ein wenig abstrahieren (Details sind in der Quintessenz nicht sonderlich relevant).

 

Man stelle sich vor, man ginge terminlich vereinbart zu jemandem, bei dem man etwas vor längerer Zeit bestellt hat, nur um dann gesagt zu bekommen: „Leider haben wir es nicht vorrätig. Es gibt (seit Längerem*) Lieferschwierigkeiten.

Zwischendrin stelle man sich für einen kurzen, dennoch erquicklichen Moment meine innerlich heraufbeschworenen Begeisterungsstürme vor.

Hierauf folgten weitere Worte meines Gegenübers: „Wir können Sie aber auf die Liste setzen und Sie anrufen, wenn wir es wieder da haben.

Mein Entzücken ob der kaltschnäuzig vorgetragenen Abfuhr kannte nun keine Grenzen mehr und ich musste mir arg auf die Zunge beißen, um folgende Sätze nicht in derselben undiplomatischen Tonfarbe, in der sie euch hier formuliert erscheinen, wiederzugeben.

UND WARUM rufen Sie mich nicht VOHER an, wenn längst* ersichtlich gewesen ist, dass ich heute unverrichteter Dinge wieder abziehen muss? Offensichtlich sind Sie ja gemäß Ihrer eigenen Worte doch im Besitz eines angeschlossenen Telefons (sollte- nebenbei bemerkt- in diesem Falle auch eine Selbstverständlichkeit sein).

Auch wenn ich gerade Urlaub mache: Habe ich etwa die Zeit gestohlen?! Pardon, Madame, davon wüsste ich.

 

Es gibt Tage, da frage ich mich, wer mich hier gerade an der Nase herumführen möchte. Ich setze meine Gebeine gerne an die frische Luft, aber dann doch selbstbestimmt und nicht terminisiert. Erst recht nicht für eine fragwürdige Abfuhr. Was ist, wenn daran unnötige Ausgaben oder Einschränkungen verknüpft wären? Wiegt ein Akt von vielleicht 20 Sekunden (vorheriger Anruf bei mir) die möglicherweise entstehenden Unannehmlichkeiten in einem weitaus größer ausfallenden Zeitraum auf? Schert sich darum überhaupt jemand? Offensichtlich nicht.

Darüber kann ich nur mein Haupt schütteln.

 

 

 

* Ich habe diese Problematik nachträglich im Internet recherchiert. Muss man jetzt jedem, von dem man etwas möchte, im Vornherein hinterherputzen. Wo bleibt denn da die eigentlich zu erbringende Eigenleistung des anderen?

 

 

 


Verbissen (07.11.2015)

 

Solltet ihr mit eurer „vielen“ Freizeit und/oder eurem Haufen überschüssigen Geldes nichts anzufangen wissen, dann schafft euch einen Marder an, lasst ihm freie Entfaltungsmöglichkeiten im Motorraum eures Autos und wartet ab, bis einer seiner Konkurrenten auf dessen abgesetzte Duftmarker anspringt und sich an Schläuchen oder (noch schlimmer) Kabelbäumen gütlich tut.

Und schon habt ihr ausreichend Beschäftigung in Form von Werkstattterminen und einen Grund, sinnlos Geld ausgeben zu dürfen.

Klingt das nicht verlockend?

Ich hoffe ihr versteht, wenn ich selbst nicht ganz so begeisterungsfähig für solche Aktionen bin.

Einfach mal den Kopf abzuschalten und sich um nichts (außer den alltäglichen Haushalt) Gedanken machen zu müssen nach einem kopflastigen Arbeitsalltag, ist wohl zu viel verlangt. Offensichtlich. Selbst die längst geplanten Malerarbeiten kommen nicht voran, weil ich entweder keine Zeit habe, oder keine Zeit dafür haben möchte, da es mit einem einfachen Pinselstrich nun mal nicht getan ist, sondern umständliche Abklebearbeiten und Nacharbeiten mit sich zieht. Da gönne ich mir lieber etwas Zeit für meinen Blog und das Durchstöbern von Kreativeinheiten meiner Leserschaft, bis Hypnos mich in sein Reich zitiert.

Fazit dieser Woche:

Zwei kurze Nachmittage/frühe Abendstunden und ein paar Euronen habe ich eingebüßt.

(Keine Sorge…die Butter auf dem Brot kann ich mir noch leisten. Ich bitte daher darum, von Spenden und Almosen abzusehen. Andere haben es nötiger. Eine Dose Mitleid nehme ich gern entgegen. *auf der Tränendrüse herumquetsch* Nee, alles ok. Es geht mir gut.^^ )

Es ist mir jedenfalls ein Rätsel, warum eine Sinnlosbeschäftigung auf die nächste folgt. Es könnte mir ja sonst dermaßen langweilig werden*. Außerdem ist ein abruptes Absetzen von geistiger und körperlicher Aktivität nicht gesund, weshalb man auch in der Freizeit nicht gänzlich davon Abstand nehmen sollte. So meine Theorie.

Mal schauen, ob und wann ich die Wandbemalung in furiosem Weiß noch in diesem Jahr unterkriege. Eigentlich würde es mir ein gutes Gefühl geben, mit der leidigen Reparaturgeschichte zum neuen Jahr abgeschlossen haben zu können. Eigentlich. Ich befrag‘ mal eben mein Motiviertierchen**.

 

 

 

* Ach, wie viele Bücher noch ungelesen im Regal auf meine Inaugenscheinnahme warten…

** Oh, besetzt. Es telefoniert wohl gerade mit dem Schweinehund. Auf meine Kosten! Tsetsetse.