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Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ODER: High Noon am Glühweinstand (04.12.2016)

 

Weihnachtliches Liedgut umspielt sacht die verwinkelten Gassen aus unzähligen Ständen und bunten Büdchen. Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?

Ein Lichtermeer aus abertausenden, heimelig funkelnden Lämpchen empfängt den Besucher, hüllt ihn ein in eine gülden schimmernde Aura.

Von weit oben her grüßt die stattliche, in ein Kleid aus unzähligen Sternenfunkeln gehüllte Rotfichte herab.

Der Duft von Bratwurst, Anisbonbons, süßen Lebkuchen und Kräppelchen kitzelt verlockend die Nase. Er macht uns schläfrig, satt, zufrieden und lässt uns in trügerischer Sicherheit umherwandeln.

Liebe Kindlein, gebt fein Acht!

Denn rings um uns herum lauert die Gefahr. Die nahenden Schwaden von heißem Glühwein sollten uns eine frühe Warnung sein, würden wir nicht unbeirrt und allzu gutgläubig, unbedacht Schritt um Schritt setzend, weiter darauf zu steuern.

Schon prasseln die ersten Kalorienbomben auf unsere Leiber hernieder, ein böser, gar wenig heiliger  Spiritus hält unsere Sinne gefangen, und ehe wir es uns  versehen, wird schon das schwache Fleisch gelockt, um es freundlicher- aber genauso auch gnadenloserweise von seinen monetären Lasten zu befreien (Taschendiebe inkludiert).

Gib also Acht, mutiges, schiebende und zerrende Massen teilendes Menschlein, spitze die Ellbogen und stähle deine breiten Schultern!

Es herrscht wieder Krieg! Am Glühweinstand.

Oh, du fröhliche, oh du besinnungslose….!

 

 

 

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Böser Geist, weiche! (27.03.2016)

 

Keine Angst, ich bin  ganz bei Sinnen und wabere keines Falls durch irgendeinen Eierlikör-Äther. Erstens habe ich es nicht so mit dem Allllohoool und zweites nicht so mit Eierlikör im Speziellen. Auch nicht zu Ostern mitsamt der ganzen Eierei.

 

Mir fiel nur auf, dass soeben der 666te Kommentar aufgeschaltet worden ist. Hier. Bei mir.

Und wer trägt die Schuld, dass diese pöööhse, pöööhse Zahl durch mein Gemäuer spukt? Natürlich- wie konnte es anders sein- musste diese gloreiche Glanztat meinem Mist erwachsen.

Meiner Mutter würde jetzt wieder vor Schreck das Eierlikörglas aus der Hand rutschen, wenn sie dies mitbekommen hätte. „Kind! Ich habe schon immer gesagt: Zieh dich nicht immer so schwarz an!“ *

Tja, nun habe ich den schwarze-Bandnudeln-Salat.

Wie bekommen wir diese pöööhse, pöööhse Zahl wieder eradiziert?

 

Vielleicht sollte ich einen (Schein)Heiligenschein darauf montieren. Womöglich hilft das. Die Gottesvertretung hier auf Erden schafft es doch auch immer wieder, erfolgreich mit der blütenweißen Weste dem schlammigsten aller Sümpfe zu entsteigen.

Vielleicht sollte ich auch DIE Raute anbasteln….das befreit von jedweder Verantwortung jeglicher Konsequenzen, die diese Zahl mit sich bringen könnte. Ich wäre damit fein raus. Sollen sich doch die Geisteraustreiber damit herum- und sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Vielleicht sollte ich den Kommentar auch einfach nur auslöschen. Das können wir Menschen ja leider so gut. :-/

 

Am besten, ich mache gar nichts, lasse die Zahl eine Zahl sein und verdrücke in dieser schier auswegslos anmutenden Situation ein Schokoladen-Ei. Wenn ich eines finde, dann darf auch Eierlikör enthalten sein. Böser Geist Allllohoool, ich komme! Jetzt is mir allet ejaaaal.

 

 

 

* Gerade sitze ich aber in festlichem Hellblau da.

 


Fehlzündung in der Schaltzentrale?! (1.1.2015)

 

Silvester ist so eine Sache für sich und trifft nicht jedermanns Geschmack.

Dies kann ich ein ganzes Stück weit auch nachvollziehen, sieht man sich nur die zu vorgerückter Stunde umherwandelden Geister (viel mehr physische Substanz ist bei manchen Menschen nach entsprechendem Genuss von Alkoholitäten nicht mehr zu erwarten) oder Böller zündende Gestalten an, deren Absicht hin und wieder die zu sein scheint, die städtische Kanalisation oder ganze Häusereingänge sprengen zu wollen.

Kleiner Tipp am Rande: Sollten Sie die Absicht hegen, auf einer Brücke ins Neue Jahr überzuwechseln, dann begeben Sie sich doch zum Selbstschutz besser Richtung Flussmitte (so es sich um eine Flussbrücke handelt), um den unter ihren Füßen gezündeten und etwaig direkt vor Ihrer Nase explodierenden Sprengladungen zu entgehen. Der ein oder andere, an dem ich vorbeigelaufen bin, hatte sicher ein paar Minuten später die ein oder andere Erleuchtung….wem ’s gefällt….

 

Nun zum traurigen Teil, der mich innerlich wütend stimmt.

Pünktlich nach Abschluss dieser lautstarken Feierlichkeit trudeln wie jedes Jahr die Nachrichten von Verletzten und gar Toten ein.

Tja, und was darf man da als Ursachenforschung lesen: Nicht zugelassene Sprengsätze (als Feuerwerkskörper kann man die ja nicht mehr bezeichnen) stehen ganz weit oben auf der Liste. Wie immer.

Wann lernen es die Leute eigentlich? Die entsprechenden Prüfzeichen sind doch nicht aus Jux und Dollerei abgebildet! Aber klar kaufe ich mir im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt Böller, die besonders groß, besonders fett und besonders ungeprüft sind, damit es ja auch richtig kracht…am Ende bereits in der Hand, welche dann neben anderen Körperteilen im Nachhinein nicht mehr als solche zu erkennen sein wird. Garantiert.

Und erschreckt hat mich die Tatsache, so man den Medien Glauben schenken darf, dass einem Kind ein bereits angezündeter Knaller in die Hand gedrückt worden ist….das macht mich sprachlos! Wie hirnverbrannt ist das denn bitteschön? Dem Verantwortlichen haben wohl die ganzen zuvor genossenen Polenböller den letzten Rest Verstand zwischen den Ohren herausgeblasen, oder was?!

Und genau vor solchen unberechenbaren Blindgängern unter uns Menschen habe ich Angst.

 

So erzeugt also ein böse Geister vertreibendes Fest eben neue böse Geister, die die Welt nicht braucht. Schade!