Schlagwort-Archive: Festtagsbraten

Schnatterinchen zum Abendbrot (26.12.2014)

 

Zum Fest der Feste gab es gestern Ente.
Was mich an dieser Bratenbraterei immer wieder aufs Neue erstaunt, ist die geduldig ertragene Unverhältnismäßigkeit zwischen Vor- und Nachbereitungszeit und der eigentlichen Zeit, in der man sich dem Genuss hingeben kann.

Zunächst mag Madame Schnatterinchen ausgiebigst epiliert werden, damit man später auch ja keine Feder zwischen den Zähnen hängen hat, dann fordert sie eine Massage aus gewürztem, geöltem und gekräutertem Salz ein, um sich im Anschluss auch noch mit süßsäuerlichen Äpfeln, Zwiebel und Knoblauch füttern zu lassen.

Schönheitschirurgisch durfte ich zudem auch tätig werden, um die (voreinst) watschelnde Lady von überschüssigen Hautfettlappen zu befreien.

Dann möchte sie für eine ganze Weile- gebettet auf feinstem Wurzelwerk- unter dem Solarium verschwinden, während wir uns draußen mit tropfendem Zahn die Nase plattdrücken müssen.

Braun gebrannt, als käme sie gerade eben aus ihrem Karibikurlaub zurück, lässt sie sich noch den Bauch (mit Salzwasser) bepinseln, damit sie auch ja die knackigste an diesem Abend ist.

Eingebildete Gans!

Doch was nutzt ihr diese vergänglich eitle Fassade, wenn wir uns am Ende doch der Fleischeslust hingeben und nichts mehr als ein abgenagtes Gerippe übrig bleibt, durch das ein matschig gewordener Apfel hindurchscheint und kaum den wahren Kern zu verschleiern vermag…weitgehende Inhaltsleere…

…nachdem man diesen philosophisch angehauchten 5 Minuten-Anfall überwunden hat, der wohl einem akuten Blutsturz gen Magen zu verdanken ist, kommt auch schon das große Erwachen mit Pauken und Trompeten….bzw. mit schmutzigen Töpfen und Backblechen bis zum Horizont.

 

Ab diesem Punkt fragt man sich (zu Recht): Warum das alles?

Weil der Mensch masochistisch veranlagt ist?
Nein.
Weil es doch immer wieder schön ist!

 

 

Werbeanzeigen