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Ja, wo ist denn das Summsebienchen? (06.09.2016)

 

 

Ich stand in der Küche und putzte Pfirsische, die mir eine Kollegin aus ihrem Gärtchen mitgebracht hatte, bevor diese sie noch ganz erschlagen würden oder der Baum mit all seinen fein duftenden Lasten im Erdboden versinken musste.

Dabei vernahm ich ein Geräusch, das ganz nach Puck* tönte, den man irgendwo angekettet haben musste und der zum Zwecke des Entkommens auf höchster Drehzahl lief. Die Messnadel musste wohl den roten Bereich schon nach irgendwohin, vermutlich gen Umlaufbahn des Saturns, verlassen haben.

Zeitweise ging es in ein seltsam fiebsiges Geräusch über, sodass ich mich etwas besorgt nach der Quelle umsah bzw. umhörte. Nicht, dass der Kühlschrank die Hufe hochreißen wollte.

Ich lauschte hier und dort und hielt über einer Schachtel mit Weintrauben inne. Dort war das wilde Summen am deutlichsten zu vernehmen. Gut, der Kühlschank war noch heile. Glück gehabt.

Nun begab ich mich auf Grabungsarbeiten im Obstbehältnis.

Doch da war nichts.

Bis auf das Summen, das noch immer nicht verstummt war.

Es lag noch eine einzige, etwas angedrückte Traube in der Schachtel, welche ich auch noch umgehend evakuierte.

Und darunter….hockte ein etwas malträtierter Puck. Was ihn am Wegflug hinderte**, war der Umstand, dass ein Teil seines Körpers mit dem Plastikboden eine sicher ungewollte, dennoch recht innigliche Verbindung eingegangen war.

Schnell erkannte ich diese für jegliches Leben als unzuträglich einzuschätzende Lage und beschloss, Puck– eine dicke Fruchtfliege- in den Weintraubenhimmel zu katapultieren. Mit der Traube, welche ihm bereits das Hinterteil unwiederbringlich zerschmettert haben musste, erledigte ich gewissenhaft den Rest. Ich bin sicher, dass der Tod für ihn einen süßen Beigeschmack hatte. Wenigstens etwas.

Ja, nun. Jetzt war wieder Stille eingekehrt.

Die Moral von der Geschicht‘?

Zu viel Naschen tut gut dir nicht!

Und sonst? Nimm nur so viel wie du auch tragen kannst!

 

 

* die Stubenfliege

** Zartbesaitete sollten jetzt besser Mund, Ohren und Augen schließen.

 

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FliegenFischen (05.05.2016)

 

Auf meiner heutigen, recht ausgedehnten Radtour entlang der Elbe (läppische 80km in etwa) ereilte mich nach erfolgreich absolviertem Degustieren und Inhalieren eines Insektenschwarmes folgende Erkenntnis:

Manchmal muss man Fliegen (fr)essen, um ans Ziel zu gelangen. Dumm  nur, wenn der gesamte Weg das Ziel ist. 🙂

Die kleinen Dinger schmecken wirklich NICHT!

Dann entging ich knapp dem Angriff einer großen, schwarzen Schlange. Also, um ehrlich zu sein, eher sie mir. Aber die war riiiiiesig! Mindestens sooooooo groß!!!

Haarscharf war’s! Wir haben es jedoch beide überlebt.

Mein Weg führte mich auch an anderen Schlangen vorbei, die weitaus weniger reptilischer Natur zu sein schienen. Vornehmlich waren sie an Biertresen und Bratwurstausgabestellen anzutreffen. Seltsame Laute und eine melodieähnliche Geräuschentwicklung à la „Pferd auf dem Flur“ waren bei diesen Exemplaren wohl  für den Moment das beängstigendste.

An einem Kloster angelangt, sakralen Gesängen aus dem Innenraum lauschend, befand ich, dass es gut war (dabei stand noch nicht einmal der 7. Tag an…) und aß ein Eis. Buttermilch-Zitrone, wen es interessiert. Wen nicht: Es war trotzdem Buttermilch-Zitrone.

Auf dem Rückweg durfte ich freudig feststellen, dass ich genauso schnell fahren konnte wie ein Motorrad. Nach der Kurve am Ortsausgang war dann aber doch Schluss. Egal.

Zurück in den heimischen Vier Wänden, warf ich mich erst einmal ermattet aufs Sofa zum Wundenlecken*. Nach dem eher sportarmen Winter (von ein paar Fitnessübungen abgesehen….zumeist blieb es bei elendigen Diskussionen mit dem Schweinehund) und in diesem Jahr lediglich sporadisch erfolgten Miniausflügen, machte doch der ein oder andere Muskel auf sich aufmerksam. Man wird ja auch nicht jünger, so von Jahr zu Jahr. *kicher*

Aber DAS war es mir definitiv wert!

Eindeutig.

Ich habe nämlich meinen Kopf einfach mal auf Durchzug stellen können. Das kann ich allen nur wärmstens empfehlen. 🙂

 

 

 

* Von postalisch zugestellten Genesungswünschen darf gern abgesehen werden. Ich sehe optimistisch in die Zukunft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


I’m a murderer! (11.03.2016)

 

Werte Leserschaft, bevor ich fortfahre, bitte ich um Folgendes: Schickt mir die Schergen bitte erst zum Sturm Klingeln an die Wohnungstür, wenn ihr zu Ende gelesen habt…

 

 

Bereits in der Früh, oder sollte ich besser schreiben immernoch, belagerte mich mein Besuch. Eingeladen hatte ich diesen ursprünglich nicht, es ergab sich wohl einfach so. Auf irgendeine wundersame Weise kam schließlich auch Maria zu ihrem Kinde…und ICH zu meinem Gast.

So früh am Morgen schenkte ich ihr noch nicht sehr viel meiner Aufmerksamkeit.

Ich möchte hier nicht irgendwie unhöflich erscheinen, aber direkt nach dem Aufstehen sehe ich es als allgemein vertretbar an, wenigstens eine halbe Stunde ungeteilte Ruhe ganz für mich allein zu reklamieren.

Ich ließ sie also machen, schaltete die Kaffeemaschine an und verschwand im Bad.

 

Fragt mich bitte nicht, was sie derweil im Nebenraum trieb. Womöglich kotze sie wieder an irgendeine Fensterscheibe oder rieb sich auffällig die behaarten Beine.

Als ich die Küche wieder betrat, war von ihr nichts zu sehen. Hatte sie sich ins Schlafzimmer zurückgezogen oder flätzte sie gerade auf der Couch herum?

Mir war es gleich. Ihr Dasein in meinen Vier Wänden war sowieso als begrenzt anzusehen. Dies hatte ich unlängst entschieden. Einstimmig. Ihre Meinung, die gewiss eine ganz andere wäre- wer lässt sich schon aus dem Paradies vertreiben- interessierte mich nicht die Bohne. Das Leben ist eines der härtesten, Schätzchen…

Unbemerkt- anders kann ich es mir nicht erklären- muss sie sich irgendwann von hinten angeschlichen haben. Details zu den folgenden, hier nicht weiter aufgeführten Geschehnissen, werte Leserschaft, bitte ich beim Kollegen Mr. Hyde zu erfragen*, da sie sich bis einschließlich jetzt gänzlich meiner Kenntnis zu entziehen verstehen.

In jedem Falle kann ich festhalten, dass unserer Aufeinandertreffen bei ihr ganz augenscheinlich einen überaus bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Nein! Ich kann mit Fug und Recht sogar hier an dieser Stelle ganz unverhohlen behaupten, dass ich sie in diesem Moment regelrecht geplättet zurückließ.

Zu bedenken möchte ich geben, dass es sich hierbei noch nicht einmal um sonderlich geplante Taktierei meinerseits gehandelt hatte- man erinnere sich an meine Entscheidung, sie persönlich vor das imaginäre goldene Tor meines Palastes zu setzen- geschweige denn um eine Handlung aus der vollsten Absicht heraus.

Strategische Schlachtpläne liegen mir in derlei Angelegenheiten eher fern. Man sollte schließlich stets das mildeste Mittel zuerst anwenden und nicht gleich mit der Keule ums Eck spaziert kommen.

Jedenfalls- ich möchte ungern weiter um den heißen Brei herum reden- muss ich gestehen, dass es wohl oder übel zum Äußersten gekommen ist. Da lag sie plötzlich darnieder auf den kalten Fließen, ohne noch einen Mucks zu tun.

Mea culpa! So endgültig war das defintiv nicht geplant gewesen. Ändern konnte ich es aber leider nicht mehr. Das Leben ist eines der härtesten….wie ich bereits schon schrieb.

Höflich wie ich bin, führte ich ihren Leib einer Erdbestattung- sagen wir mal einer Abart von „Erde“- zu.** So viel Zeit muss sein , finde ich!

Und dann: Deckel drauf auf die Sache.

Aus Zeit- und Kostengründen, und um den Aspekt meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit zu wahren, verzichtete ich auf das Engagement einer dreiköpfigen Trauerkapelle und wischte lediglich die kleinteilig versprengten Überreste von den Kacheln am Boden.

 

Als wäre nichts geschehen, zog ich die Tür hinter mir zu, blickte mich nicht unauffällig nach Zeugen um und fuhr seelenruhig auf Arbeit.

Von hinten auf der Rückbank meines Autos hörte ich Mr. Hyde kichern:

Du hast die Fliege voll plattgelatscht, du Trampeltier!

Ich?!!

 

 

 

* Telefonisch erreichbar: Täglich….von Zwölf bis Mittag.

** Wer im Übrigen nähere Informationen zum Thema „Unkomplizierte Beseitigung von Leichen“ haben möchte, darf sich gern melden*.