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Murmeltier, ich grüße dich! (02.01.2017)

 

An den Alltagstrott(el):

Obacht, erlaube mir, werte/r Leser/in, nur kurz eine Bemerkung am Rande…2017 schreibt man hinten mit einer 7, nicht mit einer 6!

Ansonsten wird es sich wohl kaum vom vergangenen Jahr unterscheiden, dieses 2017. Die Probe wurde sogar heute bereits aufs Exempel gemacht. Ein kleines Déjà-Vu zum beherzten Kopfschütteln ereilte mich, wie so oft…man könnte auch behaupten, es suche mich in wechselnder Gestalt beinahe täglich heim.*

Als hätte es den Jahreswechsel mit all seinen erhofft von der guten Fee beigefügten (Ver)Änderungen und Verbesserungen nie gegeben.**

Warum sollte sich auch zwingend etwas ändern, nur weil der Mensch den gregorianischen Kalender dazwischenschalten musste? Der Alltagstrott(el) interessiert sich für so etwas herzlich wenig. Er interessiert sich generell für recht wenig. Hauptsache, er kann seinen Stiefel durchziehen, dann ist auch die seinige Welt eine heile. Wehe, es könnte sich etwas ändern! Und nur weil der ein oder andere Mensch** in das noch taufrische Jahr einen- wohlgemerkt- insgeheimen Glauben an weltumschmeißende Veränderungen impliziert, muss das noch lange nicht heißen, dass es auch umgesetzt werden muss. Frag ruhig den Altagstrott(el), der wird dir seine Meinung dazu schon flüstern.

Also machen wir weiter wie bisher, fragen uns hin und wieder nach Sinn oder Unsinn und freuen uns über die kleinen Blümchen am ausgefahrenen Wegesrand, die hier und da ihre Köpfchen aus dem Alltagsmief emporzurecken versuchen!

 

 

 

* Nein, ich leide dennoch nicht unter Verfolgungswahn. Nur die Stirn schmerzt manchmal vom auf die Tischplatte Schlagen.

** Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig? (Das Jahr ist aber immerhin schon fast 2 Tage alt!!! 😉 )

*** wie ich einer bin

 

 

 


Die Lehre von der Geduld (25.11.2015)

 

Fragt mich nicht, ob die Lehre von der Geduld auf Klugdeutsch Patientalogie* heißt. Jedenfalls habe ich mich heute darin geübt.

Ausgiebigst.

Nach meinem Dienst- beginnend zu nachtschlafener Stunde- wollte ich nur ganz fix ein paar Kleinigkeiten im örtlichen Discounter besorgen, schließlich hatte ich mal pünktlich Feierabend gemacht (nein….gemacht worden….meine Kollegin hat es mir eindringlich verordnet) und wollte hernach die Chance nutzen.

Nur ganz fix.

Tja, die Rechnung hatte ich natürlich nicht mit Madame gemacht. An der Kasse (keine Kundschaft da) war sie mir fünf Schritte voraus gewesen und packte bereits das erste Teilchen etwa auf die Mitte des Kassenbandes. In aller Seelenruhe folgte ein Teil dem anderen. Am Ende des Laufbandes wartete eine Kassiererin nicht minder ungeduldig, wahrte aber ihre Kontenance vorbildlich.

Ich stand hinter Madame, beladen mit 3-4 Teilen, und folgte gespannt der Yogaübung „Eile mit Weile“ vor mir und wartete innerlich darauf hoffend, ob mich Madame nicht noch auf die vorderen 2m Kassenband (leer geblieben) vorlassen würde, da die Kassierin bereits in den Startlöchern saß und ich längst durch gewesen wäre, bis Madame ihren Einkaufswagen überhaupt entleert gehabt hätte.

Nix da. Warten!

Stattdessen bot sich mir für weitere unnötig verstreichende Lebenszeit die Gelegenheit, ausführliche Bewegungsstudien meiner Vorderfrau anstellen zu dürfen (alias zu müssen). Vordrängeln gilt nicht. Man (oder in dem Falle frau) muss dies mir schon freiwillig anbieten wollen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit dargebotener und anscheinend inbrünstig praktizierter Anti-Hast der Mittvierzigerin/Anfangfünfzigerin (wir sprechen hier nicht von einer 90-jährigen Greisin!) war der Einkaufswagen leer und die Kassierin zog die Waren flink durch den Scanner.

In Null-Komma-Nix waren die Einkäufe vom Band….und stapelten sich nun hinten in der Ablage.

Wer meint, es ginge nun doch ein kleines Bisschen schneller voran, dem sei dieser mehr als abwegige Denkfehler verziehen. Madame musste schließlich die erstandenen Dinge in aller Seelenruhe und mit Bedacht in der Einkaufstüte verstauen. Stück, für Stück, für….Yogaübung „Eile mit Weile Teil 2- hardcore extended version„.

Ich dachte, ich werd‘ nicht mehr.

ENDLICH war die Tüte voll. Leider passte nicht alles hinein und musste vorerst im Einkaufswagen verbleiben. Von der Möglichkeit, noch einmal alles herauszukramen und anders- sprich platzsparender- zu verstauen, sah Madame leider ab….ich hätte ihr sogar geholfen!

So, wer meint, die Geschichte hätte nun ein mehr oder minder rühmliches Ende gefunden (alle haben überlebt!), der irrt.

Schließlich sind wir jetzt erst bei der Bezahlung angekommen!

Madame verräumte also gemütlich den letzten Rest vom Schützenfest und suchte nun ihr Portemonnaie heraus. Zum Vorschein kam die EC-Karte.

Toll. Wenigstens keine Kleingeldsuche.

Das Warten auf den erlösenden Geld-abgebucht-Piepton dauerte jedoch auch ein Weilchen. Vielleicht war ich mittlerweile aber auch nur ein wenig dünnhäutig geworden, weshalb ich diesen Tatbestand entschuldigenderweise ebenso auf ein verschobenes Zeitgefühl meinerseits zurückführen könnte.

Und dann…

…war ich an der Reihe. **

Zum Abschluss machte ich, dass ich schnellstmöglich vom Parkplatz herunterkam. Das wäre ja der Knaller gewesen, wenn sie sich noch mit ihrem Vehikel vor mich gesetzt hätte. Im Vorbeihuschen sah ich sie in ihrem Kofferraum herumwerkeln. Gut so. Bin dann mal weg!

 

 

 

* patienta….Geduld

** Randbemerkung: noch nicht ergraut und/oder am Stock gehend. Das ging ja doch richtig flott am Ende…

 

 


Odyssee durch bröselnden Putz (30.09.2015)

 

Hah! Heute ging es los. Der bestellte Handwerker machte sich endlich ans Werk. Teil 1 der Odyssee (Auftrag und Anreise) kann nun abgehakt werden.

 

Um die Sache ein wenig zu verkomplizieren, hat sich jemand ausgedacht, dass es ja tooootaaaal laaaangweilig wäre, wenn es noch stille Reserven derselben Fliesenmusterung geben würde. Die andere Pfuschertruppe ist auch nicht mehr auffindbar und ergo kann man diese nun gleichwohl nicht mehr über die Seriennummer oder den Hersteller interviewen.

Also galt es, die sich abhebenden Fliesen heile von der Wand zu bekommen.

Man denkt ja, dass dies kein Problem darstellen dürfte. Schließlich haben sie sich ja bereits selbstständig von ihrer Unterlage getrennt.

Denkste! *lange Nase machend*

An irgendeinem „Zipfelchen“ fetten Fliesenklebers oder irgendeiner versteckten Metallschiene hängt sie schlussendlich doch fest. Ätsch!

Das lehrt einen Handwerker, sich in Geduld zu üben, um diese innige Liaison ohne große Splitterei und Scherben zumindest temporär zu unterbinden. Und noch mehr Geduld verlangte es an dieser Stelle von mir als unbeteiligt beobachtende Randfigur in diesem nervenzerfetzenden Stück ab. Was, wenn alles in die Hose geht?  Ich malte mir im Hinterkopf schon die Küchenabbau-Aktion in den wildesten Farben aus, wenn alles schief gegangen wäre und der gesamte Fliesenspiegel hätte ersetzt werden müssen.

Ein paar Fliesen konnten schlussendlich gerettet werden. Nun kann der Spiegel zwar nicht mehr um die Ecke herumgezogen werden, macht aber nichts. Passt schon. Der Rest wird eben nur verputzt. Wenn irgendeine Pfanne bzw. deren Inhalt bis DAHIN spritzen sollte, dann kann ich mir auch nicht mehr helfen (nur noch der Wunderputzschwamm).

Höchst interessant war die mutmaßliche Ursache, WARUM sich die Fliesen abgelöst hatten. Sie standen nicht etwa unter Spannung, wie zuerst gedacht, sondern folgten einfach der Schwerkraft, weil irgendein Dilettant auf einer alten Farbschicht aufgebaut hatte. Dass sich diese relativ bald (vielleicht 2-3 Monate später) auf- bzw. angelöst hatte und somit mehr schlecht als recht als sichere Haftgrundlage dienen konnte, war „Pech“. Es hätte ja auch funktionieren können. *Gesichtspalme*

Zumindest hat der ganze Spaß solange gehalten, bis die Mannschaft über alle sieben Berge verschwunden war.

Und da nun die große, neu geschaffene Freifläche verschlossen werden möchte, geht es neben dem Verfugen dann morgen noch ans Verputzen. Und irgendwann, wenn das wiederum getrocknet ist, darf die Küche so ziemlich komplett gemaltert werden….DENN: Weiß ist nicht gleich Weiß*. Das wird dann eine Abendbeschäftigung nach einer Frühschicht. Yippieh! Ich leg‘ mir schon mal Streichhölzchen bereit, um sie mir dann unter die Augenlider zu klemmen.

Auf meine Frage hin, ob es „normal“ sei, dass ein Teil der alten, freigelegten Grundverputzung schlimmer noch als Sandstein unter meinen Fingern zerbröselte, meinte der Fachmann nur beruhigend, dass DAS am Ende kein Problem sei. Na, hoffen wir’s! Man brauchte es ja tatsächlich nur mal scharf anschauen und schon rieselte wieder ein Schwall Sandstaub zu Boden.

Apropos Staub:

Da wurde noch nicht einmal das ganz große Geschütz aufgefahren (die Fliesen sollten ja weitesgehend überleben) und trotzdem sahen die Küchenoberflächen fantastisch aus…prima dazu geeignet, um sich darauf in der Staub-/Sandmalerei zu üben. Noch ein, zwei Tage und ein neuer Picasso würde an dieser Stelle zu euch sprechen (oder eben schreiben…oder malen??).

 

Teil 2 der Reise wäre damit auch erledigt. Auf Zyklopen und Sirenen mag ich nun aber im weiteren Verlauf verzichten. Volle Kraft voraus!

 

 

 

* Hierbei handelt es sich keinesfalls um eine rein philosophisch angehauchte Frage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Stinksauer (29.08.2015)

 

Oh, Mann, ich bin sauer ob so viel Unvernunft.

Wenn man im Alter lieber auf Nummer Sicher geht, was das Autofahren anbetrifft, dann kann ich das nur befürworten.

Wenn man dabei eine Geschwindigkeit wählt, die zwischen „irgendwie aufreizend langsam“ und „leider zu schnell zum entspannten Überholen“ (je nach Strecke) liegt, dann ist das schon nervig genug. Wird dann aber beim Überholvorgang im gerade passenden Moment nebenan so richtig auf die Tube gedrückt, dann finde ich das nur noch fahrlässig, zumal auch irgendwann mal Gegenverkehr anstehen könnte und in diesem Fall auch tatsächlich auftauchte.

So entstehen Unfälle.

Klar könnte ich mir auch an die eigene Nase fassen: Warum hast du überholt?

Weil zu diesem gewählten Zeitpunkt mit entsprechend verhaltener Geschwindigkeit des Vordermannes alles frei war für einen entspannten Überholvorgang. WENN diesem nicht plötzlich die letzten Reserven an Testosteron ins Blut geschossen wären. Ich lass mich nicht überholen…

 

Passend hierzu ein Kommentar in Modepralines Blog (hatte gerade dazu gepasst…Thematik: Zeitnot im Alter):

 

Komisch, wenn eine Silberlocke im Auto vor mir fährt, dann scheinen Senioren alle Zeit der Welt zu haben…frei nach dem Motto: „Gevatter, alter Knabe, s’geht auch noch übermorgen!“
Sobald ich den weißhaarigen Kandidaten dann aber irgendwann überholen möchte, tritt er mal so richtig aufs Gas….und der Gegenverkehr rückt näher.
Dann wundert sich die Herrschaft vielleicht später, warum der Sensenmann doch noch nicht erschienen ist. Man hatte eben noch das dumpfe Gefühl gehabt, er wäre ganz, ganz nah gewesen…

HEUTE erst erlebt. Mann, Mann, Mann. Und ich fahre wirklich eher defensiv und überhole nicht auf Teufel komm raus. Das macht mich stinkig (egal, ob Silberlocke am Steuer hockt, oder jemand anderes)!

 

Eine Kollegin hat solche Bummelanten auch schon erlebt und würde mir hier beipflichten. Da kann leider viel passieren.

 

Ich habe daraus gelernt, solche Spielchen nicht mehr mitzumachen und mich notfalls kilometerlang über dieses seltsame Tempo vor mir zu wundern oder mich eventuell auch darüber zu ärgern. Das kostet mich vielleicht 1 oder 2 Jahre meines Lebens…bis dahin hätte ich aber auch noch etwas davon!

Also: Verliert nicht die Geduld und lasst euch zu Harakiri-Aktionen verführen…das bringt wirklich keine Punkte.

 

 

 

Nachtrag, bevor es Haue gibt:

Wie immer gilt, dass ich nichts auf eine bestimmte Gruppe Menschen verallgemeinern kann und möchte. Es gibt überall derartige Leute.

 


Warum hält das nicht?! (27.08.2015)

 

Habt ihr schon einmal eine Zuckertüte gebastelt ohne mindestens eine Geduldsfaser reißen gehört zu haben?

 

Ich hab es gewagt und wollte nicht einfach ein schnödes, vorgefertigtes Exemplar zur Schuleinführung des Kindes einer Kollegin kaufen. Neben pinken Prinzesschen- und mit Rennautos besetzten Tüten stehen zwar auch wirklich niedliche zur Auswahl….aber warum einfach, wenn es kompliziert geht?!

Motiviert ging ich ans Werk. Von Berufswegen bin ich „Basteln“ und den Umgang mit schwierigen Situationen schließlich gewohnt. Also frisch voran!

 

Ich saß vor dem Bogen aus dezent bedrucktem, etwas kräftigerem Karton…und wartete auf eine Eingebung. ‚Eine Schablone wäre nett‘, dachte ich mir, denn mit einfach „Zusammenrollen und fertig“ ist es hier nicht getan. Hinweis: Nicht unterschätzen!

Irgendwann wagte ich den ersten Schnitt. Und den zweiten. Ein Zurück gab es nun nicht mehr und ich musste mein Süppchen konsequent auslöffeln. Aufgeben ist nicht. Nicht bei mir!

Mit einer einschneidenden Endgültigkeit fuhr die Schere durchs Papier.

Nun lag dieses Etwas vor mir. Leim! Ich brauche Leim.

Tjahahaa…Leim klebt. Überall, nur nicht da, wo er soll. Das ist Gesetz.

Das Gebilde sprang aufgrund der Spannung und glatten Oberfläche wieder auf. Gesichtspalme! Eine erste Faser meines Geduldsfadens war schon aufs Äußerste gespannt.

Transparentes Klebeband musste her. Formvollendet umwickelte ich die Spitze der Zuckertüte. Bombensicher. Am oberen Öffnungsrand taten derweil vorübergehend Büroklammern ihren aufopferungsvollen Dienst (Danke nochmal!^^).

Oh, mein Bob, das Ding sah nun doch aus wie das, was es in meinen kühnsten Träumen mal darstellen sollte.

Zwar wollte das Klebeband zunächst auch nicht hundertprozentig halten, aber mit vereinten Kräften mehrerer Streifen längs außen und vor allem innen quer hält die Zuckertüte bereits seit über 24h.

So, nun musste ich es oben noch etwas zurechtschneiden….Pi mal Daumen…sieht aber ganz gut aus.

Zum kröhnenden Abschluss fehlte noch eine Randbegrenzung aus Stoff…mit Marienkäfern, Kleeblättern, Glückspilzen, Herzchen und Blümchen…, die ich anzukleben gedachte.

Phänomen wie oben: Die Hände klebten besser zusammen, als das Stoffbändchen am Karton. Mit unendlicher Geduld und Engelszunge überredete ich es jedoch, eine Liaison mit dem toten Baum einzugehen.

Zu Dekozwecken pappte ich noch formvollendet ein paar 3-D-Aufkleber auf (richtig schicke; in 2 Ebenen aufgebaut): Metallisch glänzende Krabbelkäfer und bunte Schmetterlinge.

 

Ende vom Lied: Das Projekt „Zuckertüte“ ist abgeschlossen und ganz gut geglückt. Ich hoffe, die Kleine freut sich darüber.

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht! W.z.b.w.! Da sieht man mal wieder bestens, dass der Mensch im Grunde seines Seins masochistisch veranlagt ist.

 

 


So RICHTIG lange… (04.05.2015)

 

Es geht wieder einmal nichts auf Deutschlands Schienenwegen. Und „diesmal [soll es so] RICHTIG lange“ dauern, um an dieser Stelle die GDL zu zitieren.

7 Tage sind angedacht. Heute Nachmittag soll es losgehen…bzw. eben nicht…Stillstand bis Sonntag. Selbst Gott hat nur 6 Tage in Anspruch genommen, um die Welt zu erschaffen. Die streikende Partei verzichtet hingegen darauf, sich die angerichteten Schäden am 7. Tage gemütlich anzuschauen und geht stattdessen gleich in die Verlängerung. Wenn, dann RICHTIG.

Herr Bob, da hat wohl jemand RICHTIG was an der Schüssel?!

Streiks mögen angebracht sein, meinetwegen. Aber das grenzt schon an Anmaßung, wenn ein Berufszweig die Republik lahmzulegen droht und dies auch im Endeffekt umsetzt.

 

Welcher Chef wartet vergeblich auf seinen pendelnden Angestellten und streicht ihm im Anschluss liebevoll über den Kopf…“Ist doch nicht so schlimm, dass Sie diese Woche nichts zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen haben.

Welche Familie bricht in Jubel aus, wenn der Papi oder die Mami nicht von der Montage heimkommen kann? „Wir haben uns trotzdem lieb.“

Wer verschiebt schon freudestrahlend seine lang ersehnte Urlaubsreise („Diesmal fahren wir mit der Bahn. Da kann man so entspannt aus dem Fenster gucken.„), oder bläst sie gar ab? „Ach die vielen Storno-Kröten für die Unterkunft und das Sparticket haben wir doch übrig gehabt. Da machen wir eben mal kurzentschlossen Urlaub auf Balkonien.“ – „Aber Schatz, wir haben doch gar keinen Balkon…„.

 

Ein Streik funktioniert nur, wenn man auch einen gewissen Druck aufbauen kann. Klar. Aber dieses Bohei geht zu weit. Da hängt ein dermaßen langer Rattenschwanz dran. Es trifft ja nicht nur Menschen im Einzelnen, sondern die gesamte auf Schienen rollende Wirtschaftskraft im Großen.

Die resultierenden wirtschaftlichen Schäden lassen die 0,3% mehr geforderten Euronen und die geschenkte Arbeitsstunde in einem ganz schlechten Licht stehen. Denn: Wenn es eine Woche nicht richtig rollt, dann stehen anderswo malochende Arbeitsnehmer, die diese Lücke im Nachhinein wieder aufarbeiten dürfen!! Denkt da mal einer dran? Oder denkt mal jemand an die Lkw-Fahrer, die sich in Extraschichten wiederfinden und einen Stau nach dem  anderen schlucken dürfen….immer den eigenen Chef im Nacken sitzen habend, der Druck macht?

Die Bahn mag auch in anderen Punkten eine Hinhaltestrategie verfolgen, wogegen sich die GDL wehren möchte. Aber die GDL hat dabei längst den Anschluss an die Realität verloren und verliert sich in nicht mehr in Relation stehenden Maßnahmen, wie ich finde.

Lustig ist auch, dass die GDL in Sachen herumfingern muss, für die es bereits andere Gewerkschaften gibt…welche auch wiederum noch gesondert mit zusätzlichen Streiks aufwarten könnten. Dann wöllten vielleicht theoretisch die einen wieder arbeiten, können aber nicht, weil Personal an anderer Stelle fehlt.

Ganz ehrlich: Dann knippse ich eben mein Zugticket demnächst selbst! Oder ich lasse mir einen Einlassautomaten für Zugtüren patentieren, der jeden Fahrgast auf ein gültiges Dokument hin prüft. Außerdem können Züge in Zukunft sowieso von ganz allein fahren.

So!

 

Die Bevölkerung verliert die Geduld, wenn nicht schon geschehen. Damit tut sich die Gewerkschaft jedenfalls so gar keinen Gefallen und sollte aufpassen, dass das alles nicht mal so richtig derbe auf die eigenen Füße fällt. Das Maß ist entscheidend! Aber so RICHTIG.

 

 

 


Hellseherische Fähigkeiten…? (16.11.2014)

Heute rollte ich als potentieller Linksabbieger mit dem Auto auf eine rote Ampel zu. Vor der Haltelinie befand sich bereits ein weiteres Auto…und….nein, es blieb nicht, wie es einschlägige Regelwerke vorsehen, stehen.

Hah, wohl wieder einer, der diese Farbvariation einer Wechsellichtanlage rein als Empfehlung zu verstehen schien?! Die StVO lässt grüßen! (Wer mit diesem Kürzel nichts anfangen kann…Fahrschule besuchen oder eine nette Suchmaschine befragen.)

Seelenruhig zog er dann seinen Bogen, als wäre es das Normalste der Welt, auf einer Schnellstraße eine Signalanlage zu missachten. [Zur Entschuldigung für den ein oder anderen, hoffentlich folgenlosen Fehler: Es gibt Ampeln, die aufgrund von Hintergrundbeleuchtungen schlecht abzugrenzen sind….hier herrschte jedoch finstere Nacht.]

Das Faszinierende an der Geschichte war aber, dass die Ampel in dem Moment auf Grün schaltete, als der Rotlichtkandidat seinen Hintern schon 2-3m über die Linie geschoben hatte.

Hellseherische Fähigkeiten….?

 

 

 

….oder doch nur mangelnde Geduld (wahlweise träumerische Qualitäten) gepaart mit einer gekoppelten Induktionsschleife im Asphalt!