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Vorsicht: Steinchen! ODER Kleine Ursache, große Wirkung (24.09.2016)

 

 

Kennt ihr das? Man glaubt, alles würde soweit relativ reibungslos (von der einen oder anderen Motivationsschwäche, alias Verschieberitis, mal abgesehen) vonstatten gehen, und schon drängt sich ein neuer Umstand auf, auf den man liebend gern verzichten würde, besäße man die Option auf freie Meinungs- und Wunschäußerung.

Steinschläge im Autolack gehören zu diesen Umständ(lichkeit)en, über welche ich nur die Augen verdrehen könnte. Für solche Dinge fehlt mir der nötige Nerv und die dazu passende Gelassenheit.

 

Vor nicht allzu langer Zeit hatte man sich dazu entschlossen, über mehrere Kilometer hin jene Straße aufzuarbeiten, welche ich (arbeitstag)täglich zu befahren habe. Man walzte hierzu einige, wirr und scheinbar ohne Plan angeordnete Flicken Bitumen unterschiedlichster Größe auf die eigentlich noch recht ordentliche Asphaltdecke (ruinierte damit auch gleich über Kilometer hinweg den gesamten Fahrkomfort!!!) und warf tonnenweise Rollsplitt hinterher, stellte ein entsprechendes Gefahrenschild auf und wartete, bis der rollende Verkehr alles schön angedrückt oder gen Straßengraben, Frontscheibe des Hintermannes (oder der Hinterfrau) oder quer durch die Botanik geschnippst hatte.

Mit jedem Einschlag zuckte ich unweigerlich zusammen und fühlte förmlich mit meinem maltretierten Vehikel mit. >>Pling<<

Die Geschwindigkeit angepasst zu reduzieren und einen großen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten, ist nur solange hilfreich, wie sich keiner ungeduldig vordrängelt und knapp vor einem wieder einschert, oder man keinen Gegenverkehr hat. So ein kleines, spitzkantiges Steinchen kann weit fliegen und immernoch eine recht große Einschlagskraft besitzen, zumal sich Gegengeschwindigkeiten aufsummieren.

Nicht nur einmal befürchtete ich ein gefährliches Knacken in der Windschutzscheibe. Das blieb zum Glück aus, doch die letzte, liebevoll per Hand vorgearbeitete Autowäsche offenbarte dafür ein anderes Malheur in Form eines Lack-Steinschlages, den ich so nicht einfach wegignorieren kann und möchte.

Okay, die Welt wird dadurch heute nicht mehr untergehen. Auch morgen nicht. Vielleicht erst überüberübermorgen. Dennoch empfinde ich solche „Überraschungen“ als nicht sehr berauschend. Meine recht unterkühlt ausfallende Begeisterung hält sich bis dato daher in Grenzen. Ein wilder Streuselkuchen ist das letzte, was ich als fahrbaren Untersatz benennen müssen möchte. Gebrauchsgegenstand hin, Gebrauchsgegenstand her. Da bin ich pingelig und verstehe, wenn andere darüber den Kopf schütteln, ob ich denn keine anderen Sorgen hätte. (Doch, die habe ich auch!)

Und schon wieder ist man sinnloserweise am Grübeln, ob man besser zur Werkstatt gehen, um Korrosion rechtzeitig durch professionelle Versiegelung zu verhindern (der Krater ist schließlich tief genug), oder doch die do-it-youself-Variante wählen sollte, die weitaus günstiger ausfallen dürfte, jedoch befürchten lässt, dass es hinterher nicht wirklich besser, möglicherweise sogar schlechter aussehen könnte.

Also recherchierte ich quer durch die weltweite Vernetzung, las hier und dort….und bin so klug als wie zuvor! Dem Faustschen Monolog sei Dank.

Folgende Fragestellung keimte alsbald in mir auf:

Sollte es am Ende professionell aussehen, oder darf es auch einfach nur „ganz gut“ sein?

Ganz klar: Professionell!

Das Problem: Am Ende kostet sämtliches Equipment für die High-End-Bastelei daheim genauso viel, wie ein Werkstattbesuch. Zwei linke Hände mit alles nur Daumen wurden bei dieser Kalkulation ausgeschlossen, da es sonst nicht wirklich Sinn machen würde.

Darf es auch etwas günstiger sein?

Sehr gern!

Wenn man nicht gerade eine Sonderspeziallackfarbe wie Toffee-Nougat-Goldflitter-vor-Sonnenuntergang oder im-Mund-zergehendes-Himbeerbonbon-an-Minzfüllung vorliegen hat, dann dürfte es wahrscheinlich auch nicht so kompliziert sein.

Hoffe ich doch.

Hauptsache, es rostet nichts. Das wäre wirklich schade.

 

Zu welchem Schluss bin ich hernach gekommen?

Viel hässlicher, als es jetzt ist, kann es nicht werden….wir werden es sehen, denke ich. Aber ich habe jetzt schon keine Lust darauf. Manchmal könnte ich etwas mehr Gelassenheit und dafür etwas weniger Mücken-zu-Elefanten-Transferierungen benötigen. UND: Rollsplitt ist doof! 🙂

 

 

 

 

 

 

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Bitte, bitte passend! (16.08.2016)

 

 

Es war Samstag, fast 10 Stunden Arbeit lagen hinter mir und zu allem Überfluss hatte sich eine nette, „kleine“ Erkältung meiner Wenigkeit bemächtigt. Ich wollte einfach nur nach Hause und mich auf die Couch oder ins Bett verkrümeln, um mich meinem Elend vollumfänglich und ungestört hingeben zu können.

Leider hat irgendein Gott des Konsums vor einen Sonntag den Wochenendeinkauf gelegt. Nach Essen war mir zwar nicht unmittelbar zumute, doch wusste ich im Hinterkopf meinen Kühlschrank relativ eintönig-öd bis leerreich.

Also bahnte ich mir mit meinem zu einem Spottpreis von einem Euro erstandenen Wägelchen den Weg durch die Fressalienreihen, ständig darauf bedacht, nicht gleich im Laufen einzuschlafen. Wer wöllte sonst die hinter mir sintflutartig einstürzenden „Dosenpyramiden“ freiwillig wieder aufbauen?

Endlich erreichte ich die Kasse, wählte jene mit der kürzeren Schlange und verkalkulierte mich dabei gehörig in meiner überaus naiven Annahme, damit schneller wieder aus dem Laden und hin zur heimischen Kissenlandschaft zu gelangen. Wie immer.

Natürlich musste man es zwei Positionen vor mir wieder möglichst passend bezahlen.

Kurz überkam mich die Versuchung, aus dem Kassenkrabbelsortiment eine Packung Streichhölzer aus ihrem Folienkleid zu befreien und mir zwei der enthaltenen Hölzchen unter die Augenlider zu schieben. Leider gab es keine Kaminanzünder (die sind größer), weshalb ich diese Zuhilfenahme widerrechtlich angeeigneten Eigentums (Ok, ich hätte die Streichhölzer natürlich bezahlt! Beide!) recht schnell wieder wegen vorhersehbarer Erfolglosigkeit beiseite schob.

Dann schlug meine Stunde. Widerstandslos ließ ich mich vom Scanner-Piepton hypnotisierend einlullen. Tomaten, noch mal Tomaten (diesmal Cherry-Rispen), Haferflocken, Möhrchen, Joghurt…..(Jetzt wisst ihr auch, was ich so einkaufe…..die nicht „jugendfreien“ Dinge wie Schokolinsen lasse ich hier mal außen vor.).

Mir zuliebe versuchte ich es noch nicht einmal, den geforderten Betrag auf den Cent passend bezahlen zu wollen. So fies bin ich dann doch noch nicht einmal zu mir selbst! Wobei…

 

 

P.S.: Bereits am Montag war alles wieder soweit im Lot. Nichts konnte mich vom Arbeiten abhalten. Ich würde behaupten, dass mein timing für den „Höhepunkt“ recht gut war. 😉

P.P.S.: Erkältungen sind doof und nervig, aber der Verlauf ist (im Normalfall) wunderbar vorhersehbar. Da kann man fast die Uhr danach stellen. Das ist wenigstens etwas Positives an der Sache.

 

 

 


Hei, hei!- Norwegen im Schnelldurchlauf (02.08.2016)

 

Der Grund, weshalb ich mich jetzt erst wieder melde, ist der, dass ich DOCH NICHT nach Norwegen ausgewandert bin, ergo wieder über eine funktionierende Internetverbindung verfüge.

Es blieb also lediglich bei einem wundervollen Urlaub zwischen Fjorden, Trollen und Kirschbäumen.

 

Hach, was soll ich sagen? Der „norwegische Sommer“ hat schon seine Eigenarten und mehr als einmal hat es mich eingeweicht. Das Wetter war jedoch besser als befürchtet. Wie würden Norweger zu einem wechselhaften Tag um die 16°C mit abwechselnd Sonne, kräftigen Schauern, nur Wolken und/oder leichtem Nieselregen sagen? SOMMER IST DER SCHÖNSTE TAG IM JAHR!

Genial! Die Nordmänner und -frauen feiern eben die Feste, wie sie fallen.

Jedoch ohne Alkohol in der Öffentlichkeit versteht sich (während Dorffesten werden die Ordnungshüter wahrscheinlich in irgendeiner Ecke geknebelt und hochprozentig ruhiggestellt). Aber man kann ja auch ohne harte Spirituosen lustig sein….wenn einem hierfür unter 0,3 Promille genügen sollten. Die gibt es auch noch nach 18Uhr im örtlichen Discounter (z.B. Munkholmen-Bier). Für härteren Stoff müsst ihr vor den ersten Klängen der Sandmännchen-Melodie zum Dealer ums Eck- das Vinmonopolet– traben. Vergesst aber ja nicht euren Ausweis, denn auch im scheinbar ausgereiften Alter könnten Zweifel an eurem tatsächlichen Geburtsjahr bestehen. Ob faltige, wettergegerbte Haut und graues Haar reichen, um eure „Unschuld“ rein optisch zu verifizieren, kann ich an dieser Stelle leider nicht mit Sicherheit bestätigen. UND nehmt bitte zudem ausreichend Geld mit! Für die billigste Rebenplörre könnte ein umgerechneter Zwanziger anfallen. Eine Dame meinte dazu: Wenigstens kommt man dann nicht mehr in Versuchung bei diesen Preisen.

Genug der Alkoholitätengeschichten.

Kommen wir schnurstraks (bei Angaben norwegischer Geh-Zeiten sollte man die Beine in die Hand nehmen….gerade auf Bergpässen empfiehlt es sich, es sei denn, man führt die Übernachtungsmöglichkeit bereits mit sich) zu einem anderen Thema.

Die Sprache bzw. das Essen.

Ich durfte lernen, das man „Kacke“ (sprich: [ˇkɑːkə]) DOCH essen kann. Ja, auf die Gefahr hin, dass sich nun jemand spontan übergeben muss, kann ich aus fester Überzeugung sagen: „Kacke“ schmeckt! Süß, mit oder ohne Schoki, Nüssen, Früchten und was das Herz so begehren möge.

Kake hebt man sich übrigens passenderweise auch mit einem Kakespade auf den Teller.

Glücklicherweise verbirgt sich hinter diesem für uns Deutsche öbszön anmutenden Wörtchen nichts weiter als die süße Sünde Kuchen.

Wem dieses dennoch eine seltsam befremdliche Vorstellung im Kopf heraufbeschwört, der sollte Weihnachten auch besser daheim bei Kartoffelsalat und Würstchen verbringen. In Norwegen reicht man nämlich traditionell gerne Schafskopf….mit Augen, Ohren und allem drum und dran. Lediglich das Hirn dürfte aus fleischhygienischen Gründen beim Schlachter des Vertrauens verbleiben.

Darauf einen Aquavit! Prost!

Ich kehre zurück zu appetitlicheren Angelegenheiten: Fisch.

Dieser weist hier in Norwegen eine gefühlt ganz andere Qualität auf, auch wenn ich mir dessen sehr bewusst bin, dass das Ambiente sehr wohl eine entscheidende Wirkung zum kulinarischen Vergnügen beiträgt. Auf der Alm schmeckt das schlichte Käsebrot schließlich auch gleich doppelt besser. Das schöne ist, dass in den Fjorden selbst jeder seine Angel auswerfen darf, wie er möchte…bis einem buchstäblich der eingelagerte Fisch aus Ohren und heimischer Tiefkühltruhe quillt (oder irgendwann „verduftet“). Lediglich in den Flüssen bedarf es einer Lizenz, die für ein ganz bestimmtes Fleckchen an einem ganz bestimmten Fluss gültig ist und die je nach (Lachs)Lage sehr unterschiedlich teuer ausfallen kann.

Doch was ist hier schon billig. Krabbeltisch-Schnäppchenjäger würden in diesem Land wahrscheinlich nach wenigen Minuten erschöpft das weiße Fähnlein schwenken oder resigniert ihren Frust in einem kleinen Glas Bier zu umgerechnet 8 bis 12Euro „ersaufen“ lassen.

 

Ach, wisst ihr, ich könnte noch so viel mehr aus dem Nähkästchen plaudern…

 

So weit jedoch erst einmal dazu.

Ha det bra!

 

 
* (Im Zweifel gilt, dass das Wetter hier niemals schlecht ist, lediglich das persönliche Unvermögen über die Art der gewählten Kleidung.)

 

 


Oktoberfestisierung (12.09.2015)

 

Jedes Jahr im September ein Déjà-vu:

 

Die Werbeprospekte überschlagen sich wieder deutschlandweit gegenseitig, was die Folklorisierung einer regionalen Festveranstaltung anbetrifft.

Da fliegen dem „Leser“ die Weißwürste, Haxen, Brezen und Knödel förmlich um die Ohren. Eine ganze Nation soll teilhaben dürfen an der weißblauen Bavarisierung.

Produkte des täglichen Lebens bekommen extra hierfür ein neues Gewand geschneidert. Pseudo-Dirndl und Fake-Lederhosen liegen wieder zur alljährlichen Konstümierung jenseits des Karnevals zum Verkauf bereit.

O’zapft is!

Gewürzte Grillhähnchen im Folienkleid heißen nicht mehr schnöde „Gewürzte Grillhähnchen“, sondern „Wies’n Hendl“. Das Gewürzgurkenglas trägt nun wahlweise ein Dirndl oder eine Lederhose. Und das profane Wienerle im Glas heißt plötzlich Saftwurstl.

Was da für ein Absatzmarkt generiert wird. (Fast) jeder möchte daran teilhaben dürfen und wenige wollen wahrhaben, dass das eine billige Konsummasche ist. Die Authentizität geht jedenfalls mindestens drauf dabei.

Da legts di nieder.

Und was das Oktoberfest selbst angeht: Was früher vielleicht noch Scharm versprüht haben mag (ich kenne mich da leider nicht aus), ist heute an vielen Ecken ein Moloch aus Geldgier, Profitsucht und „Ich war dabei!!!„.

Keine Ahnung, ob das den Geist des Volksfestes von 1810 noch trifft. Aber solange es den Massen (inklusive der Ableger im ganzen Lande…haben andere Regionen keine EIGENEN Ideen?) gefällt und diese ihr Portemonaie freiwillig schröpfen lassen wollen… Mir würde das Wiesn-Hendl bei den feilgebotenen Preisen jedenfalls im Halse stecken bleiben. Da würde auch eine eilig hinterhergegossene Maß Bier zum Preis eines ganzen Bierfasses ohne Boden nicht mehr helfen.

 

Aber wie immer gilt: Leben und leben lassen. Wer seine Freude daran hat…dem möchte ich diese auch nicht vergrämen. Kommerz hin oder her.

 

 

 


Schattenboxen (12.08.2015)

 

Tut Schattenboxen eigentlich weh? Kann einen ein Lufthauch- verursacht durch eine vorbeifliegende Faust- umhauen? Zählt ein Treffer, der gar keiner ist?

 

Ja, ja…dreimal ja! Ein bisschen schlechtes Schauspieltalent vorausgesetzt.

Steckt vielleicht die Wettmafia dahinter?

Nee, bestimmt nicht!

Es gibt schließlich sehr sensible Charaktere…auch im Boxsport…zarte Pusteblümchen…die bereits einem bösen Blick erliegen können.

Selten dämlich würde ich die Aktion in Montevideo (Martinez vs. Rodriguez) nennen…insbesondere in Zeiten der Zeitlupen- und „Rückspul“technik. Da kommt ja selbst Show-Wrestling glaubwürdiger daher.

 

Da sieht man mal wieder, dass (wahrscheinlich auf dem Spiel stehendes) Geld mehr wiegt, als die eigene Ehre und Selbstachtung. Ich würde diesen Kampf nicht gewinnen wollen, und um den Verlierer zu mimen, hätte ich zu hohe Ansprüche an mich selbst.

 

 


Kinderkram (8.1.2015)

 

Kindermund tut Wahrheit kundt! Dieses Sprichwort kann sicher ein Großteil der Bevölkerung bestätigen. Was die kleenen Knöppe (im noch unverdorbenen Alter) manchmal so raushauen…meine Herren, und oftmals treffen sie auch noch den Nagel auf den Kopf.

Was wir Erwachsene scheinbar mit der Zeit unter „allgemeine Betriebsblindheit“ ablegen, lassen uns  Kinder manchmal wieder vor Augen führen, darüber schmunzeln und im besten Falle auch darüber nachdenken.

Zum Teil wirken Kinder sogar reifer als ihre ausgewachsenen Pendants. Manchmal sind sie es auch.

 

So beim Bäcker erlebt:

Ich bestellte 2 Semmeln und wollte gerade bezahlen. Doch was ich da vernehmen durfte, ließ mein Nichtraucher-Herz höher schlagen. Da meinte doch ein kleines Mädchen mit ernstem Brustton der Überzeugung, dass ihr Vater das ganze Geld (Kindergeld erhalten, Goldmine unter dem Gartenhäuschen ausgehoben, Erbschaft gemacht, Goldesel gezüchtet, …) nicht allein in Zigaretten stecken sollte.

Punkt.

Herrlich. Danach herrschte erst einmal kurzes Schweigen.

Den weiteren Verlauf konnte ich leider nicht mitverfolgen, weil ich weiter musste. Ob die Botschaft zwischen Teerablagerungen und Rauchschwaden hindurch zu einer passenden Synapse dringen konnte? Für das Mädchen wäre es doch stark zu hoffen.

 

Und dann gibt es aber auch wieder Kinder, bei denen man hofft, dass sie später mal nicht ganz so traumtänzerisch umherwandeln mögen.

Ich stand vor dem Kühlregal und bückte mich nach eingelegten Gewürzgurken (die leckeren aus dem Fass). Aus dem Augenwinkel nahm ich dann ein Mädchen wahr, welches durch den Gang schwebte…bis es schließlich bei mir anlangte…und an meinen Hacken zum Stehen kam.

Fein, kann passieren. Ist ja nur ein Kind.

Doch dessen Reaktion darauf war nicht so fein.

Ey„, raunzte es mir zu. Zwar schien es, als hätte sie der Mut kurz vor knapp doch noch verlassen, aber es kam klar und deutlich bei mir an.

Ja, was stehe ich da aber auch so dumm herum und versperre sinniger Weise auch noch ihre unkalkulierbaren Tanzbahnen.

Und Mami scherte sich direkt nebendran um gar nichts. Ich hätte mein Kind im Einkaufsladen schon am Eingang zur Ordnung gerufen…nicht, dass noch ein Malheur passiert. Stellt sich hier also die Frage, wer hier der größere Traumtänzer gewesen ist…Mutter oder Kind. Ich bin für: Beide. Dem Kind sei es gegönnt, die Mutti sollte vielleicht etwas mehr aufpassen, was der Spross da an flotter Tanzsohle aufs Parkett legt.

Und bevor sich jemand beschwert: Die Mutti war keinesfalls mit irgendetwas überfordert. Zudem habe ich es auch vor Ort nicht sonderlich verbissen gesehen. Trotzdem: Ich möchte niemanden die selbst geschaffene Idylle* auch während des Einkaufens verwehren…ist ja eine schöne Sache…aber lasst mich dabei bitte in Ruhe die Knoblauchgurken begutachten. Danke.

Herzlichst!

Der Autor.

 

 

*Die Frau ist bestimmt eine recht liebe und tolerante Mutter, die mit sich und der Welt in Frieden lebt.


Die Kuh wird gemolken, solange sie noch Milch gibt! (6.1.2015)

 

 

Momentan ist nicht griechischer Feta in fast aller Munde, sondern spekulative Überlegungen zum Austritt Griechenlands aus dem Euro.

Und wie Schafskäse einen unangenehmen Beigeschmack mitliefert (zumindest bei mir), so tut dies auch die Debatte um Grexit.

Griechenland hat über seine Maße gelebt. Das kann keiner bestreiten. Wer auf Pump lebt, genießt das Leben im Augenblick, denkt aber oft (aktiv) nicht an das Danach, an Rückzahlung, an Zinsen, … oder kalkuliert bewusst ein, dass sich die Welt schon irgendwie weiterdrehen wird. Das tut sie doch immer.

In den USA lebt man zum Großteil auch auf Kredit. Nun sieht es dort mittlerweile eng aus im Staatssäckel. Aber wird die USA untergehen? Nein! Wenn, dann eher der Rest der Welt. Davon bin ich überzeugt. Und der kleine Sparkassensparer, der sich Geld für eine Anschaffung zurücklegt, fragt sich, was da schief läuft und noch Geld dafür bezahlt, dass er spart…..man rechne nur einmal schnell aktuelle Sparzinsen (fast null Komma nix) und Teuerungsraten gegen….Sparen heißt verlieren. Traurig.

Und so kommen also einige trotzdem immer weiter durchs Leben, obwohl sie effektiv keinen Pfennig in der Tasche gehabt hatten oder haben.

Bargeld ist doch heutzutage eh eine antiquierte Angelegenheit, die im Kosmos von heutigen Finanzmärkten komplett untergeht. Mit was für Zahlen die Börsen und Staaten jonglieren….das hat längst nichts mehr Greifbares. Das existiert alles nur auf digitalen Ebenen und entschwindet allmählich im Wahnsinn.

Komme ich zurück zu Griechenland.

Als EU-Mitglied ist ein Austritt aus der Währungsunion so ein Ding, das nicht so ohne weiteres möglich ist. Laut Vertrag müsste die gesamte Mitgliedschaft aufgekündigt werden. Warum dann aber Großbritannien in der EU ist und trotzdem seinen Pfund pflegt? Da geht es doch auch, nur dass es dort von Beginn an so lief.

Ein kleines Hintertürchen würde es wohl geben. Sollte Griechenland unter der neuen Regierung die Zinsen nicht bedienen wollen und somit gegen Vertraglichkeiten des Rettungsprogramms verstoßen, könnte die EZB dann verstärkt auf ihre Sicherheiten pochen und am Ende, sollte es den griechischen Banken eben an diesen Sicherheiten (Wertpapiere, …) mangeln, weitere Kredite verwehren. Und so weiter und so fort.

Wie auch immer.

Natürlich gibt es angstvolle Stimmen, die vor einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euro warnen. Was ist denn, wenn Griechenland aufgrund des Ausschlusses aus dem Euro dann seine Hilfsgelder gar nicht mehr begleicht, weil die EZB erneute Kredite verwehrt?

Hallo?

Warum kam es denn zu dieser Debatte?!!
Weil Griechenland diese Rechnungen eben nicht in dem Umfang bezahlt, wie es sollte, bzw. eine neue Regierung sich querzustellen droht…im Gegensatz zu anderen EU-Staaten, die sich auf dem Papier halbwegs saniert zu haben scheinen.

Griechenland ist doch nicht dumm.

Die willige (weil ängstliche) Kuh wird gemolken, solange sie Milch gibt. Ohne Gewissensbisse.

Kommt es da für die zahlenden EU-Mitglieder nicht günstiger, einen Schnitt zu wagen?
Es ist doch fraglich, ob Griechenland jemals alles begleichen kann und stattdessen Kraft seiner Wassersuppe mit Zahlungseinstellung droht.
Am Ende liefert die Gemeinschaft weitere Kredite und bleibt am Ende trotzdem auf den alten Hilfsgeldern sitzen.

Ich weiß, dass diese hohe (Finanz-)Politik nicht so einfach ist, wie man es sich als kleiner Bürger so vorstellt, aber ich bin mir sicher, dass es nicht im Sinne aller ist, wenn sich ein renitenter Gast auf Kosten anderer gesundstößt und auch noch gegen die helfenden Hände Drohungen ausspricht, um sie zum Stillhalten zu zwingen.

Am Ende geht es zu Lasten der Bevölkerung in der EU…auch der Griechen, die gewillt sind, ihr Land zu sanieren.

Wie ich anfangs schon schrieb: Heutzutage umlaufende Geldsummen mitsamt Finanzpolitik sind schon längst an grenzdebilen Ufern gestrandet.

Irgendwann rappelt es in der Kiste, die Kleinsparer werden das Nachsehen haben, am Ende dreht sich die Welt doch weiter und die hohen Tiere werden stolz darauf sein, wenn sie verkünden können, uns Menschen vor einer vermeintlich noch größeren Katastrophe bewahrt zu haben.

Am Ende des Tages gehen alle zu Bett und ein paar Marionettenspieler ziehen wieder im Verborgenen ihre Fäden.

Und so dreht sich das Rad…