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Dezi, Zenti, Milli (16.10.2014)

 

Auf deutschen Autobahnen herrscht Maßarbeit. Eindeutig!
Es ist nur fraglich, ob dieser Zustand sonderlich erstrebenswert ist. Eindeutig nein!

 

Da flutscht schon einmal so gerade eben noch ein Pkw zwischen zu überholendem Lkw und bereits auf der Überholspur befindlichem Bus hindurch, oder da klebt der Brummifahrer bereits fast auf der Ladefläche des Vordermanns, als ob er Kraft seiner Wassersuppe die fremde Ladung auf ordnungsgemäße Sicherung überprüfen wolle.

 

Wundert bei so viel Bedürfnis nach Nähe noch die Häufung von teils schweren Unfällen (auf der A4 zum Beispiel) mit den rollenden Schwergewichten und ihren kleineren Verwandten?

 

Ich behaupte: Leider nein!
Schon gar nicht, wenn man gerade dabei ist, sich am Steuer einen Shake anzumischen (oder was der eine Fahrer auch immer tatsächlich in seinem Cockpit veranstaltet hatte). Aber wozu gibt es Seitenstreifen…da wird man mit seinem rechten Viertel doch wohl mal kurz herüber schwenken dürfen…erst recht kurz vor einer Brücke.
Manche haben Nerven.
Man stelle sich vor, ein Bremsmanöver wäre plötzlich von Nöten, dann noch eine Prise Übermüdung und etwas Unaufmerksamkeit dazu…und schon ist angerichtet, was Leichtsinnigkeit zusammengebraut hat.
Ich glaube, die Suppe wäre reichlich ungenießbar.

 

Auf der anderen Seite stehen viele Berufskraftfahrer unter immensem zeitlichen Druck und verzichten daher offensichtlich hin und wieder lieber darauf, auf einen Rastplatz zu lenken, und erledigen deshalb derlei Betätigungen gleich bei voller Fahrt. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Zeit ist Geld und für Geld (zumeist Anderer) bezahlen wir unter Umständen einen sehr hohen Preis.

 

Und wenn manche Pkw wie eine akkurate Perlenschnur aufgereiht über die linke Spur heizen, fragt man sich zwangsläufig, ob die Fahrer jemals vom Sicherheitsabstand gehört haben. Man muss ihn ja nicht sinnbildlich bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genau einhalten (geht auch nicht, weil sich sowieso immer einer genau vor die eigene Nase schiebt…), aber so in etwa ist schon etwas dran an der Empfehlung des „halben Tachos“ außerorts (zu lesen auf netten Hinweisschildern oder als freundliche Auskunft in jeder Fahrschule ums Eck erhältlich).

 

 

So, genug Oberlehrer für heute, aber das musste ich loswerden.
Vielleicht hat der ein oder andere ein Aha-Erlebnis…
Gern geschehen!

 

 


Der I-Wahnsinn pur! (21.9.2014)

 

Früher in der DDR waren es die klischeebehafteten Bananen, heute sind es angebissene Äpfel, für die sich Menschen jeglicher Couleur in langen Schlangen anstellen.
Dazumal stellte man sich sogar wohl zum Teil an, ohne zu wissen, was es da vorne im Speziellen überhaupt gab, heute wird regelrecht zelebriert, wenn mal wieder ein neues Apfelgerät…oder doch eher ein Ei-Gerät…unters Volk gestreut wird.

 

Keinesfalls erfolgt die extra streng limitierte Vergabe aber für nen Appel und nen Ei. Oh, nein!

Ich habe schon förmlich die armen Sparscheine aufquieken gehört, die zur Schlachtbank geführt werden sollten, als das neuste Eier-Phone angekündigt worden war. Jedem ist dabei die Wahl der Geldbeschaffungsmethode freigestellt: Es gibt das gnadenlose Hämmerchen, eine simple Bauch-OP mit Zugang durch eine vom Hersteller angelegte Fistel (künstlicher Zugang), ein Sturz aus großer Höhe, oder was man sich sonst so einfallen lassen kann , um dem Geld bunkernden Tierchen zu Leibe zu rücken. Da beschwere sich noch einer über Schlachtzahlsteigerungen.

 

Apropos streng limitiert: Man munkelt, dass diese begrenzte Ausgabekapazität eine Masche sein soll, um sich besonders rar und die Leute weiter heiß zu machen. Perfide Strategie.
Der Herausgeber hat seine Jünger aber dermaßen im Griff, dass sie sich nicht sonderlich darüber beschweren, dass sie sich zum Teil tagelang umsonst angestellt, literweise teuren Kaffee vom Bäcker nebenan in sich hinein gegossen und tiefdunkle Augenringe riskiert haben. Ganz zu schweigen von jenen, die eigentlich auf Arbeit, in der Schule oder auf Arbeitssuche hätten sein müssen. Gerade bei letzteren fragt man sich doch, wie sie sich das leisten können, zumal sie vor laufender Kamera gerade noch über das Vorgängermodell Nr. 5 gewischt haben.
Das mit den Prioritäten bei der Geldausgabe hatte ich ja auch schon einmal angesprochen…
Wie auch immer.

 

Jedes Mal wird beim frenetisch gefeierten Verkaufsstart ein totaler Rummel veranstaltet mit übertriebenen Anfeuerungsrufen, Durchhalteparolen und obligatorischem Abklatschen. Give me five! Yeah!
Mir persönlich wäre es zu blöd, aber wem es gefällt.

 

Zu gern würde ich erstens wissen, was die Mitarbeiter zu sich nehmen müssen, um das durchzuhalten und zweitens, was sich vor allem der (mittlerweile neue) Konzernchef wohl so denken mag, wenn er Bilder dieser tobenden Massen sieht.

 

Ich denke da unweigerlich an Lemminge! Was meint ihr?
Immer langsam…im Abgrund ist noch genug Platz für alle da. Bitte vor dem Absprung nicht so drängeln, ok? Woohooo! Give me five! Yeah, der Nächste, bitte!

 

Erstaunlich finde ich auch die Tatsache, dass es noch vor dem Apfel-Laden Weiterverkäufe der heißen Ware gibt. Und das zu noch horrenderen Preisen! Hauptsache man ist einer der ersten (weltweit wohl aber auch nur einer von Tausenden…Millionen…), der es in der Hand halten darf. Geschenkt, dass das Päckchen schon der Zwischenverkäufer gerade eben noch in seinen schweißnassen Händen gehalten hatte…

 

Zum Schießen fand ich auch, dass so ein zittriger Käufer vor Aufregung gleich sein verehrtes Heiligtum auf den Boden der Tatsachen geworfen hatte, um es der Presse stolz zu präsentieren. Irgendwie tat mir der arme Tropf am Ende doch ein bisschen leid.

Der Apfel war schon seit Adam und Eva das Objekt der Sünde… quasi ein Stein des Anstoßes und war seit jeher das Zeichen für die Kunst des Verführens.

 

Und jede Sünde wird wohl sofort bestraft:
Du sollst keinen Gott neben mir haben!
Schon gar keinen, der oben ein Blättchen trägt, rund und rechts oben schon angebissen worden ist. Sack Zement!


Unfreiwillig treffend (8.8.2014)

Manche Zufallskonstellationen zweier eigentlich unabhängig voneinander laufender Dinge sind genauso treffend wie auch unfreiwillig komisch. weiterlesen