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Where’s the revolution?! (29.05.2017)

 

 

Die Welt wird immer verrückter. Sie ist zu einem Tollhaus aus Befindlichkeiten, Ellbogen-Denken, Nächstenhass, mentalen Überforderungen und Ignoranz degeneriert. Das fängt im Kleinen an und hört mit den Dingen (vermeintlich) auf, die uns tagtäglich medial auf dem Silbertablett präsentiert werden. Wem es dabei noch nicht schon längst hochgekommen ist, dem soll versichert sein: Das ist nur die Spitze vom Eisberg. Mindestens einen Versuch habt ihr noch, um euch eurer (zwangs)eingeflößten, sauer aufstoßenden Inhalte rekapitulierender Weise erneut annehmen zu dürfen.

Vielleicht auch eher früher als später sogar zu müssen.

So kann es doch nicht weitergehen! Irgendwo dreht wieder jemand durch und schon stellt sich erneut die Frage: Sollen wir uns unser Leben verbieten lassen? Von Wildfremden, denen wer weiß wer oder was zwischen die Hirnwindungen gefahren ist und dort das letzte Bisschen Menschlichkeit zerschlagen hat. Auf der anderen Seite kehrt die Normalität so schnell zurück, dass es einem erst richtig bewusst wird, wenn der nächste „Zwischenfall“ eintritt. Ist das gut? Oder nicht? Was kann man tun? Oder ist es genau richtig so?

Unabhängig von Konfessionen und Kulturen sind wir alle Schäfchen, die irgendetwas hinterlaufen, wahrscheinlich ohne wirklich zu wissen, was ES sein soll. Wir folgen einfach. Weil es die anderen auch tun. Dynamik der Masse. Wir sehen, wie links und rechts hin und wieder der symbolische Blitz einschlägt oder sich Abgründe auftun und uns dezimierend unserer (anonymen) Weggefährten berauben. Doch wir gehen weiter, stets in der Hoffnung, dass es uns nicht treffen wird. Vielleicht müssen wir auch weitergehen, damit es nicht noch mehr Abstürze auf dem gefährlich maroden, bröckelnden Untergund gibt, den wir Mutter Erde nennen.

Weiter. Hin zur nächsten Hölle, die wir uns selbst erschaffen haben. Weil wir sind, was wir sind. Wölfe im Schafspelz. Tickende Zeitbomben, für die ein Funken nur der Beschleunigung ihrer Determination dient. Doch auch ohne Katalysator fliegt uns der Laden irgendwann um die Ohren. Was uns dann noch bleibt, ist, dass wir uns das Spektakel mit einem kühlen Cocktail in der Hand auf einer Anhöhe mit schön viel Weitblick ansehen und uns ein letztes Mal fragen: Wie blöd waren wir eigentlich?!

 

 

You’ve been kept down.
You’ve been pushed ‚round.
You’ve been lied to.
You’ve been fed truths.
Who’s making your decisions?
You or your religion?
Your government, your countries?
You patriotic junkies.

Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.
Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.

You’ve been pissed on
For too long.
Your rights abused.
Your views refused.
They manipulate and threaten
With terror as a weapon.
Scare you till you’re stupefied.
Wear you down until you’re on their side.

Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.
Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.

The train is coming.
The train is coming.
The train is coming.
The train is coming.
So get on board.
Get on board.
Get on board.
Get on board.

The engine’s humming.
The engine’s humming.
The engine’s humming.
The engine’s humming.
So get on board.
Get on board.
Get on board.
Get on board.

The train is coming.
The train is coming.
The train is coming.
The train is coming.
So get on board.
Get on board.
Get on board.
Get on board.

The engine’s humming.
The engine’s humming.
The engine’s humming.
The engine’s humming.
So get on board.
Get on board.
Get on board.
Get on board.

Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.
Where’s the revolution?
Come on, people.
You’re letting me down.

(Depeche Mode; „Where’s the revolution?“ ; written by Martin L. Gore; Spirit)

 

 

Eine Revolution beginnt nicht auf der Straße. Sie beginnt im Kopf. Eines jeden Einzelnen! Ganz ohne Gewalt und Gegengewalt. Ganz ohne unterdrückende ÜBERzeugungkräfte und Selbstinszenierung.

Ganz ohne wehende Fahnen.

So get on board!

 

 


Weltenbrand (28.12.2016)

 

Weltenbrand (2016)

 

Wer kann es sein,

der unsere Wege vorbestimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der uns die Unbeschwertheit nimmt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der über seinesgleichen herrscht?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Stahl und Feuersbrunst gebärt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der Qual und Schmerzen bringt?

Ein Gott?

Wer kann es sein,

der auf die Knie zu fallen zwingt?

Kein Gott!

Ein Menschenkind.

 

Wer, wenn nicht wir selbst, kann noch um Einhalt gebieten?

Die Götter, menschgemachte Wesen, sie schweigen schon längst. Vielleicht hat es sie nie gegeben.

Wohl zu Tätern stilisiert, um unser Handeln reinzuwaschen. Sind bloßer Vorwand nur gewesen.

 

Kein Gott, kein Himmelswesen,

nur wir allein,

nur wir allein sind es gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verhältnismäßig… (07.06.2015)

 

Moinsen!

Hach ja, gestern habe ich mich für einen ganz kurzen Augenblick nach all dem Arbeitsstress köstlichst amüsiert gefühlt.

Dabei läd der Anlass für gewöhnlich nicht dazu ein bzw. war diese Gefühlsregung dem Urheber in dieser Form sicher nicht bewusst oder gar von ihm beabsichtigt worden.

 

Ich werfe mich also vor die Flimmerkiste und zappe am Teletext des Mitteldeutschen Rundfunks vorbei.

Ah, so, aha, mal wieder Randale in Leipzig.

Da flog wohl so einiges brennbares wie rein physisch zerstörerisch wirkendes Material durch die Luft und beschädigte Gebäude und Autos.

Es wird ein linksautonomer Hintergrund vermutet, was hier aber nicht weiter von Belang sein sollte. Gewalt bleibt Gewalt, egal, wer sie verübt.

Und jetzt der Knaller im Infotext: Es gab eine Festnahme.

Eine Festnahme.

In Zahlen: 1.

Ich konnte mir ein gestört anmutendes Kichern nicht verkneifen.

Mensch, da hat sich von der Staatsgewalt ja richtig jemand ins Zeug gelegt! Also ich möchte dort nicht wohnen oder mein Auto geparkt wissen. Das gebe ich unumwunden zu.

Da schlägt eine Gruppe mehrerer Menschen alles kurz und klein und eine einzige Person hat anscheinend im Endeffekt das ganz große Los gezogen. Das nenne ich verhältnismäßig…

Nagut, im Lotteriespiel kann nicht jeder gewinnen. Rein statistisch gesehen….ach lassen wir das.

Mal Hand aufs Herz: Ist da tatsächlich jemand stolz auf diese eine Festnahme, dass man diese in der Art auch noch kundtun muss? Ich hätte diese Tatsache mit tiefroten Ohren unter den Tisch gekehrt (auch wenn das eigentlich selbst wiederum nicht korrekt wäre) und nicht- einer Erfolgsmeldung gleich- herumposaunt.

Denn genau betrachtet fällt die Konsequenz auf einen stattgefundenen Gewaltakt verhältnismäßig mager aus. Das Rowdietum freuts.

Optimisten würden sagen: Immerhin.

Der Pessimist schreit: Das Glas ist trotzdem halb leer!

 

 

 


Cruel like a child. (verfasst am 30.10.2014)

 

Dass Kinder grausam sein können, ist kein Geheimnis. Dass Kinder immer mehr an Hemmung verlieren, scheint eine fortschreitende Entwicklung zu sein.

 

In einer Stadt in Mitteldeutschland (prinzipiell ist die genaue Lokalisation sowieso egal…heute hier, morgen dort und übermorgen…) haben Kinder einem auf dem Spielplatz spielenden Mädchen (10 Jahre) Verletzungen im Gesicht beigefügt. Schon unter Erwachsenen lassen derlei Handgreiflichkeiten am jeweiligen Verstand zweifeln. Bei gezielter Gewalt gegen den Kopf zum Beispiel, muss man mit anhaltenden Schädigungen rechnen, selbst wenn man nur „leicht zugehauen“ hat. Da kann wirklich alles passieren.

Schuld war hier  die Andersartigkeit der Hautfarbe, weswegen es im Vorfeld zu Beschimpfungen kam, was wiederum in einer Streiterei mündete.
Hin und wieder sind beschriebene Opfer zwar auch keine Unschuldslämmer, wenn es darum geht, eine Situation durch unbedachte und sogar provozierende Worte (weiter) anzufeuern, aber gefallen lassen muss man sich schließlich auch nichts (speziell bei rassistisch motiviertem Hintergrund). In manchen Situationen ist es jedoch besser, der Klügere zu sein, den eigenen Ärger darüber zu schlucken und unauffällig seines Weges zu gehen.

Was aber daraufhin abging ist mehr als erschreckend. Offenbar rottete sich im Anschluss eine Gruppe von weiteren minderjährigen Kindern zusammen, die sich nun gemeinschaftlich um das dunkelhäutige Mädchen „kümmerten“.

An dieser Stelle sei gesagt: Das Szenario spielt sich tagtäglich ab, egal, ob hell- oder dunkelhäutig, zwischen Mitgliedern fremder Kulturen oder Anhängern der eigenen. In jedem Fall ist es unfassbar.

Wie krank ist das denn?! Mit 10 Jahren hören andere noch Benjamin Blümchen und hier bündelt sich kriminelle Energie in einer Form, die an Übergriffe in U-Bahnen (u.a.) erinnern lässt, bei denen ohne Rücksicht auf Verluste gegen Kopf und Körper getreten wird.

Feige ist das und zeugt von unsäglich großer Dummheit, die traurig stimmt. Was soll daraus bloß werden? Selbst, wenn Verletzungen nicht gravierend wären…zu was sind die Täter beim nächsten Mal in der Lage?
Man muss nicht alles und jeden mögen, aber kann man in solch einem Fall nicht einfach aneinander vorbei gehen und sich dabei höchstens seinen Teil denken?

Was geht in den Köpfen vor? Woher kommt das nur?
Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass es in den letzten Jahren zu einem deutlicheren Verfall der Sitten, des Anstandes und Respektes (man betrachte das Verhalten gegenüber Autoritätspersonen wie Lehrern oder Polizisten….wobei die auch gerne mal ihr Quäntchen für desolate Zustände beitragen…) gekommen ist. Auf allen Seiten!
Es gab schon immer Chaoten und früher wurde vielleicht auch mehr unter dem Deckmäntelchen des Schweigens gehalten, was bei der heutigen Omnipräsenz der Medien kaum noch möglich ist, und man darf natürlich auch nicht alle (Kinder und Erwachsene) über einen Kamm scheren, aber diejenigen, die derart auffällig werden, erscheinen immer brutaler und geistig teilnahmsloser bei ihren Taten.
Sie wirken abgestumpft, da berührt sie (fast) nichts mehr, da fehlt es an Gewissen und Reflexion bezüglich der Folgen des eigenen Handelns.
Ich glaube, dass sich heutzutage viele keine Gedanken darüber machen, was gegenwärtiges Tun an Auswirkungen für die Zukunft haben kann…für die anderer und für die eigene.
Konsequenzen? Was interessiert mich das Morgen?!

Ich male gern schwarz, aber das ist definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Was gibt es aber auch für Konsequenzen?
Tagtäglich wird doch via Medien verbreitet, wie sich so mancher aus Justitias Armen zu winden vermag. Die Strafen sind lächerlich und am Ende war eh immer die Kindheit schuld.
Wo bleiben die Kontrollen? Am Steuer zu telefonieren ist verboten…wen interessieren aber die dafür vorgesehenen „Strafen“, wenn es keiner ahndet. So etwas stumpft doch ab!
Das System spekuliert auf die Eigenverantwortlichkeit eines jeden.
Was nur, wenn dieses Bewusstsein für sich und die Mitmenschen fehlt oder nur rudimentär ausgebildet ist…quasi als vorhandener, aber unnützer Wurmfortsatz betrachtet wird?
Da es sich um Minderjährige handelt, ist in diesem Fall strafrechtlich nichts zu erwarten.

Auf die Gefahr hin, dass mich nun ein paar supertolle, rosarot-sozial eingestellte und neue Erziehungslehren (Kinder dürfen alles! Keine Grenzen!) unreflektiert fressende Mitbürger an diesem Punkt womöglich steinigen wöllten:
Ich würde den Kindern eine Art Schocktherapie verordnen, in der sie auf Prügelopfer (freiwillig Aufklärungsarbeit leistend) treffen, bei denen solche sinnlosen Taten nicht spurlos vorübergangen sind. Vielleicht macht das Vis-à-vis den abstrakten Begriff „Konsequenz“ etwas greifbarer. Jeder der Täter müsste zudem einzeln auftreten, um ihnen das sichere Gefühl der Gruppendynamik zu entziehen.
Ähnlich wie beim Mobbing, schaukeln sich die Mittäter gegenseitig auf und möchten sich untereinander beweisen, um nicht selbst irgendwann auf der anderen Seite zu landen.
Je nach Ausmaß kann es sich bis zu einem regelrechten „Blutrausch“ auswachsen.
Wer kennt das nicht? Als Kind hat man doch auch herumalbern können, bis es eigentlich schon gar nicht mehr ging. Da kam immernoch etwas auf die Spitze oben drauf, obwohl das Thema eigentlich schon längst ausgereizt war. Keiner wollte nachstehen, keiner wollte der ausgelassenen Stimmung ein Ende bereiten.
Und dieses Gefühl des an sich als normal anzusehenden kindlichen Übermuts kann leider auch umschlagen und weniger erheiternde Züge annehmen.

Wer selber Gewalt erfahren hat (die „schlechte Kindheit“ ist aber kein Alibi für alles!), wer sich täglich mit Gewalt und Gedankenlosigkeiten in den Medien konfrontiert sieht, wer nie richtig gelernt hat, dass manches unwiederbringliche Folgen haben kann, wer mit sich selbst und seiner Gefühls- oder Gedankenwelt schon kaum etwas anfangen kann, der überschreitet die Schwelle des gewalttätigen Übermutes gegebenenfalls recht schnell und macht sich damit eigentlich nur seiner stummschreienden Hilflosigkeit Luft.
Oftmals sind Übergriffe nämlich lediglich Zeichen von eigener Ohnmacht gegenüber Dingen, die man gefühlt nicht beeinflussen kann, die aber unterschwellig in einem rumoren und gären. Was lange gärt, wird schließlich Wut.
Der Rest hat Langeweile, oder beides.

Im betreffenden Viertel des Vorfalls gibt es anscheinend einen hohen Ausländeranteil.
Der Anstieg der Zahlen an Fremden lässt viele zurückgezogen im Schutze ihrer Stuben grübeln. In sozialen Brennpunkten, wie man so schön sagt, ist jeder mit sich und seinem Leben beschäftigt. Da passt keine Störung im grauen Alltagstrott auf eingefahrenen Schienen, während irgendein Medium zum x-ten Male gezielt oder auch nur unfreiwillig die Ansichten der Konsumenten zu prägen versucht.

Oft mangelt es zudem an Integration der anderen Seite, weshalb sich viele vor den fremdländischen Gruppen fürchten. Vielleicht steigt außerdem in diesem Zuge noch die Kriminalitätsrate…dann ist das Misstrauen so groß, dass jeder Schritt der neuen Nachbarn überwacht und jede Geste ge- und missdeutet wird.

Es fehlt an dieser Stelle an Kommunikation, an Aufklärung, an einer harten Hand, die auch mal durchgreift, an sinnvoller Ablenkung, am Schaffen von Anreizen, seine Gedanken sinnvoll kanalisieren zu können und sich nicht in wilden Spekulationen und Verdächtigungen zu verlieren. Man muss ja nicht zwingend mit „den Anderen“ persönlich reden. Manchmal reicht es, wenn man seine Sorgen, Ängste und Bedenken jemandem Außenstehenden (professionell; Sozialarbeiter; gemeinschaftliche Treffpunkte) mitteilen kann.
Nichts ist schlimmer, als wenn man Ohnmachtsgefühl und Kummer in sich hineinfrisst, weil man niemanden hat, bei dem man sich die Seele freireden könnte.

Jede der Parteien muss aber daran arbeiten! Wie wirkt mein Auftreten, was könnte unnötig provozierend wirken, …?
Bezüglich der Rolle eines Opfers als reines Unschuldslamm:
Gerade in Fällen mit Fremdenhass als Motiv tragen die Betroffenen auch manchmal selbst zu ihrer misslichen Lage bei. Oder indirekt ihre gleichstämmigen Mitmenschen!
Macht sich die angsteinflößende oder kriminell agierende Gruppe halbwüchsiger Ausländer Gedanken darüber, dass ihr negatives Auftreten Folgen für ein dunkelhäutiges, zehnjähriges Mädchen haben kann?!
Der Mensch glaubt gern, was er sieht und neigt zur Verallgemeinerung. Die sind doch alle so!
Und so steigern wir uns in viele Dinge hinein, bis aus der Förderschnecke unseres vorurteilslastigen Gedankenkreisels ein Ballen stinkenden Auswurfes empor quillt.
Was tun? Zerschlagen wir es doch! Gibt es keine Alternative? Weiß nicht…

 

Die Menschen brauchen eine greifbare Perspektive, ein Gefühl für sich und andere, einen Zuhörer, neue Werte, Ablenkung vom Gedankenlabyrinth, rohe Kräfte ableitende Beschäftigung und mehr Respekt vor dem Leben!

Gewalt erzeugt wieder nur Gewalt.

Es ist egal, wer sich dabei die Köpfe einschlägt!