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Irrelevant?! (25.05.2015)

 

Mein neuster Gast weiß, spannende Geschichten von Stühlen in Bärten, von sich den gemeinsamen Luftweg mit Mülltonnendeckeln teilenden Weihnachtsbäumen und einem Gummibaum, der für reichlich Verstopfung sorgte, zu berichten.

Findet so etwas zufällig jemand seltsam, oder gar nicht erwähnenswert bis irrelevant?

Ich jedenfalls stelle mich hinter den vermeintlichen Irrelevanzlieferanten.
Gerade das Unbedeutende im Leben vermag uns schließlich oftmals zu erheitern.

Zum Beispiel dann, wenn Varoufakis heimlich Tonaufnahmen einer Finanzministerkonferenz aufnehmen muss, nur um sich später daran erinnern zu können, was er da eigentlich genau gesagt hatte. Sollte er das nicht eigentlich bereits im Vornherein wissen? Nur so eine Idee…

Schön ist es jedenfalls, dass du dich, werter Radio- und TV-Seppo, aus NRW-lerischen Gefilden auch zu mir durchschlagen konntest. Laufender, nicht joggender Weise wohlgemerkt.
Ich hoffe inständig, dass sich der Weg gelohnt hat.
Zur Not kannst du ja ersatzweise in der Küche fernsehen…oder in die Röhre gucken…oder so.

 

Ein herzliches Willkommen meinerseits!

 

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For Sale. (11.05.2015)

 

So, nach ein paar Tagen Abstinenz (also was das Pflegen des Blogs angeht….nichts sonst!), möchte ich ein Kuriosum vorstellen, welches mir bzw. dem ich über den Weg gelaufen ist/bin.

 

Folgendes prangte in großen und breiten Lettern auf einem Schaufensterglas:

%Türkei SALE%

 

Momentchen. Wieso „Türkei“ und nicht vielleicht eher „Griechenland“, wenn man schon vorhaben sollte, ein Land zu verhökern?

Wilde Spekulationen brachen sich Bahn. Wissen die da drin vielleicht mehr?! Sind es vielleicht sogar Illuminaten, die unsere Weltordnung aus einer beschaulichen Kleinstadt mitten in Deutschland heraus zu steuern gedenken?

Verschachern wir jetzt lieber Quietsche-Haloumikäse, statt Feta? Letzterer soll ja wohl doch besser schmecken. Ersteren habe ich jedoch noch nicht (wissentlich) verzehrt, weshalb ich mich einem Urteil hierüber zu entziehen beabsichtige.

Außerdem: Wer kann sich so etwas leisten. Und noch wichtiger: Wohin nach dem Erwerb mit dem guten Stück? Man kann es ja schlecht einrollen wie eine Landkarte.

Oder ist das alles nur ein ganz großer Irrtum?!!

Das wird doch nicht etwa…

…ich mag es mir kaum ausmalen…

…nur ein…

…Reisebüro sein?

Mein sich hebender Blick offenbarte es mir. Kein Pudelskern, keine politischen Ränkespiele. Nur Pauschalreisen. Mehr nicht.

 

Naja, also bitte, man darf ja wohl mal in unsinnige wie haarsträubende Spekulationen verfallen dürfen! Machen doch andere auch tagtäglich und bekommen dafür noch Geld…

 

 


Alles Gewinner…?! (22.2.2015)

 

Dass man eine positive Lebenseinstellung pflegen sollte, ist schön und gut. Dem Optimismus alle Ehren…aber muss das zwingend auf Kosten des Selbstbetruges gefeiert werden?!

Griechenland fühlt sich als Gewinner, die Europartner fühlen sich (zumindest teilweise) als Gewinner.

Und am Ende haben doch alle verloren! Zeit, Geld und vor allem Vertrauen.

Und wer darf für das sich selbst Hochpreisen der Politiker blechen? Der Steuerzahler, der kleine Sparer, das „niedere“ Volk.

Da geht mir auch der Hut hoch, wenn ich einen griechischstämmigen Politikwissenschaftler höre, der meinte, dass nicht allein der Kontoauszug zählen sollte, sondern in erster Linie die Demokratie, welche in diesem ganzen Finanzgerangele untergegangen ist. Er mag damit nicht ganz falsch liegen, und DOCH zählt auch, dass andere Menschen nicht für die Sünden anderer herzuhalten haben! Wer verliert denn gerade sein Geld? Der Sparer.

Und was lehrt uns das? Haut euer Geld raus, macht es wie die anderen und schert auch nicht um das Morgen, sonst seid ihr die Dummen, während es sich andere halbwegs gutgehen lassen, weil sie erkannt haben, dass vernünftiges Haushalten in diesen Zeiten scheinbar nutzlos geworden ist.

Klasse Botschaft, nicht wahr? Zwar schreibe ich dies alles etwas überspitzt, aber eine andere Quintessenz kann man doch aus dem nicht wirklich ziehen, oder?

Ein Land, dass sich offenbar in die Eurowährung eingemogelt hatte, stellt nun mit Erpressermiene alles auf den Kopf und spricht mit weinerlicher Stimme, dass das alles nicht die eigene Schuld sei. Vielleicht nicht alles, aber einen großen Teil trugen sie zumindest dazu bei. Und jetzt, wo alle reichen Griechen genug Zeit hatten, ihre Moneten außer Landes zu schaffen, braucht man auch nicht mehr über eine Reichensteuer debattieren, sollte dies demnächst der Fall sein, um die Europartner an der kurzen Leine halten zu können. Witzlos!

Die drangsalierten Griechen mögen sich in mancherlei Hinsicht zurecht beschweren, aber warum haben sie die präkären Zustände nicht schon viel früher angeprangert? Damals, als es noch diverse nette Vergünstigungen gab, hat sich keiner um etwaige politische und finanztechnische Ungereimtheiten gekümmert…zumindest nicht in dem Maße, dass sich etwas geändert hätte. Auf der anderen Seite kann man diese hohen politischen Entscheidungen auch nicht dem kleinen Volk allein anlasten. Das wäre falsch. Doch umso falscher ist es, aktuell von fehlender Solidarität zu sprechen, obwohl schon so viel für Griechenland getan worden ist. Viel Geld davon ist in dunkle und zuweilen falsche Kanäle (Banken statt Gesundheitssektor, …) geflossen, aber dafür muss man Deutschland nicht allein an den Pranger stellen, sondern erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren, bevor man wieder die altbekannte Nazi-Keule schwingt. Langweilig!

 

Fazit:

Herzlichen Glückwunsch, lieber Sparer, Steuerzahler und/oder griechischer Bürger der Eurozone! Wir sind alle Verlierer. Einer muss es ja schließlich sein.

 


Wie ein Fähnchen im Wind… (18.2.2015)

 

Griechenlands Regierung macht aktuell den Eindruck auf mich, als wäre sie ein permanent unstet herumeierndes Fähnchen, das sich nicht zwischen den steifen Brisen wilder Wahlparolen (Griechenland lehnt alles ab) und den Sturmböen des Finanzmarktes entscheiden kann….oder besser möchte!

Sie sollten aufpassen, dass sie sich dabei nicht vollkommen verheddern und über die dabei unbemerkt eigens gespannten Fallstricke stolpern.

 

Montag lehnt man das Sparprogramm noch rigoros ab, und am Mittwoch tönt es bereits wieder kleinlaut, dass man sich so kurz vor Ultimo wohl doch nicht ganz abkapseln könne.

Das ist doch alles Käse!

Die griechische Bevölkerung und die europäischen Partner brauchen Konstanz und Verlässlichkeit. Mit solch einem Eiertanz, der auf höchster politischer Ebene vollführt wird, kann das nichts werden. Auf der anderen Seite sind die Leute da unten selbst Schuld…sie waren es schließlich, die Rechts-Links gewählt haben und den vollmundigen Versprechungen auf den Leim gegangen sind. Schlussendlich sitzen wir aber alle in einem Boot.

Dieses Hin und Her tut niemandem gut. Anstatt anzupacken und notfalls auch in den sauren Apfel zu beißen, windet man sich wie eine amorphe Gestalt durch alles hindurch und hofft am Ende, dass man auch ohne Rückgrat durchs Leben/durch die Schuldenmisere kommen kann.

Tolle Einstellung!

 


Verzicht? (3.2.2015)

Hui, was durften meine Ohren aus dem Radio empfangen? Der neue griechische Finanzminister plant, den angedrohten Schuldenschnitt doch nicht ganz so frech-rigoros einfordern zu wollen.

Klingt gut! Da hat sich jemand Gedanken gemacht…und zwar Gedanken, die nicht nur populistisches Wahlgestammel darstellen.

Wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, bleibt nur noch die Flucht nach vorne, hatte sich der Grieche bisher gedacht. Nun kam ihm doch noch in den Sinn, dass dies in die Hose gehen könnte (man brauchte sich nach Amtsantritt nur mal die Märkte anschauen…da stand wieder alles Kopf) und man vielleicht doch besser kommen könnte, wenn man sich nach einem Geheimtürchen in der rückwärtigen Wand umschauen würde. Dieses Nebentürchen haben sie dank weiterführender Überlegungen nun offenbar gefunden.

Es bleibt zwar abzuwarten, was sich mit dieser neuen Einsicht anfangen lässt, aber zumindestens muss man sich nicht wieder den Tag verderben lassen, nur weil ein Politiker reißerische Wahlversprechen von sich gibt….und vergessen hat, dass der plumbe Stimmenfang bereits Geschichte ist.

 

Außerdem: Wenn sich die Griechen wieder fangen sollten, kann ich ja doch noch meinen griechischen Feta essen, der seit ein paar Tagen im Kühlschrank liegt und zwecks Boykottes von mir sträflichst ignoriert worden ist! Nee, Scherz…ich hatte nur noch keine Zeit für ihn gehabt. (-:

 


Rechts-Links-Schwäche (vom 28.1.2015)

 

Griechenland hat gewählt und gewonnen hat….(?)…..ja wer nun? Das linke, das gemäßigte, das rechte Lager?

Weil das so eine schwere Entscheidung ist, haben sich nun also Links und Rechts zusammengefunden. Klingt komisch, ist aber so!

Links-Rechts-Regierung…hmm, ich finde, dass dies irgendwie militaristisch anmutet…links, rechts, links, rechts,…egal. Jedenfalls muss sich nun keiner mehr Gedanken um seine Orientierung machen. Wo geht’s lang? Links-Rechts und immer geradeaus um die Ecke, dann noch vorwärts zurück und schon sind sie da, wo sie nicht sein wollten.

Und was soll da nun herauskommen? Ist die Schnittmenge eigentlich konträrer Dinge nicht irgendwie „die Mitte“?

Nein, keine Panik, ich propagiere nicht, dass Frau Merkel (DIE MITTE) nun die Geschäfte in Griechenland übernehmen sollte…auch wenn sie dem ein oder anderen Griechen bereits des Nachts im (Alp-)Traum erscheinen mag. Die griechischen Tagesblätter müssten sich ja sonst förmlich mit Angela-Hitler-Karrikaturen überschlagen, dass die Druckerfarbe nicht einmal mehr für den Wetterbericht und den aktuellen Börsengang ausreichen würde.

So, und nun sollen also die Schulden beschnitten, die Tafeln zum Anschreiben (Herr Wirt…noch ein Milliönchen!) mit lockerer Hand abgewischt werden. Einfach so. Rückzahlungen sind ja auch sowas von doof. Geld zuvor auszugeben oder in schwarzen Löchern zu versenken, macht doch eindeutig viel mehr Spaß!

 

Auch hier interessiert mich sehr, was diese neue Regierung nun anzetteln wird und welche Signale für den Rest Europas daraus erwachsen werden. Ich hoffe, dass es nicht zulasten von ein paar wenigen „Dummen“ gehen wird…was auch immer.

In diesem Sinne: Links ist da, wo der Daumen rechts ist und umgekehrt!

 


Die Kuh wird gemolken, solange sie noch Milch gibt! (6.1.2015)

 

 

Momentan ist nicht griechischer Feta in fast aller Munde, sondern spekulative Überlegungen zum Austritt Griechenlands aus dem Euro.

Und wie Schafskäse einen unangenehmen Beigeschmack mitliefert (zumindest bei mir), so tut dies auch die Debatte um Grexit.

Griechenland hat über seine Maße gelebt. Das kann keiner bestreiten. Wer auf Pump lebt, genießt das Leben im Augenblick, denkt aber oft (aktiv) nicht an das Danach, an Rückzahlung, an Zinsen, … oder kalkuliert bewusst ein, dass sich die Welt schon irgendwie weiterdrehen wird. Das tut sie doch immer.

In den USA lebt man zum Großteil auch auf Kredit. Nun sieht es dort mittlerweile eng aus im Staatssäckel. Aber wird die USA untergehen? Nein! Wenn, dann eher der Rest der Welt. Davon bin ich überzeugt. Und der kleine Sparkassensparer, der sich Geld für eine Anschaffung zurücklegt, fragt sich, was da schief läuft und noch Geld dafür bezahlt, dass er spart…..man rechne nur einmal schnell aktuelle Sparzinsen (fast null Komma nix) und Teuerungsraten gegen….Sparen heißt verlieren. Traurig.

Und so kommen also einige trotzdem immer weiter durchs Leben, obwohl sie effektiv keinen Pfennig in der Tasche gehabt hatten oder haben.

Bargeld ist doch heutzutage eh eine antiquierte Angelegenheit, die im Kosmos von heutigen Finanzmärkten komplett untergeht. Mit was für Zahlen die Börsen und Staaten jonglieren….das hat längst nichts mehr Greifbares. Das existiert alles nur auf digitalen Ebenen und entschwindet allmählich im Wahnsinn.

Komme ich zurück zu Griechenland.

Als EU-Mitglied ist ein Austritt aus der Währungsunion so ein Ding, das nicht so ohne weiteres möglich ist. Laut Vertrag müsste die gesamte Mitgliedschaft aufgekündigt werden. Warum dann aber Großbritannien in der EU ist und trotzdem seinen Pfund pflegt? Da geht es doch auch, nur dass es dort von Beginn an so lief.

Ein kleines Hintertürchen würde es wohl geben. Sollte Griechenland unter der neuen Regierung die Zinsen nicht bedienen wollen und somit gegen Vertraglichkeiten des Rettungsprogramms verstoßen, könnte die EZB dann verstärkt auf ihre Sicherheiten pochen und am Ende, sollte es den griechischen Banken eben an diesen Sicherheiten (Wertpapiere, …) mangeln, weitere Kredite verwehren. Und so weiter und so fort.

Wie auch immer.

Natürlich gibt es angstvolle Stimmen, die vor einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euro warnen. Was ist denn, wenn Griechenland aufgrund des Ausschlusses aus dem Euro dann seine Hilfsgelder gar nicht mehr begleicht, weil die EZB erneute Kredite verwehrt?

Hallo?

Warum kam es denn zu dieser Debatte?!!
Weil Griechenland diese Rechnungen eben nicht in dem Umfang bezahlt, wie es sollte, bzw. eine neue Regierung sich querzustellen droht…im Gegensatz zu anderen EU-Staaten, die sich auf dem Papier halbwegs saniert zu haben scheinen.

Griechenland ist doch nicht dumm.

Die willige (weil ängstliche) Kuh wird gemolken, solange sie Milch gibt. Ohne Gewissensbisse.

Kommt es da für die zahlenden EU-Mitglieder nicht günstiger, einen Schnitt zu wagen?
Es ist doch fraglich, ob Griechenland jemals alles begleichen kann und stattdessen Kraft seiner Wassersuppe mit Zahlungseinstellung droht.
Am Ende liefert die Gemeinschaft weitere Kredite und bleibt am Ende trotzdem auf den alten Hilfsgeldern sitzen.

Ich weiß, dass diese hohe (Finanz-)Politik nicht so einfach ist, wie man es sich als kleiner Bürger so vorstellt, aber ich bin mir sicher, dass es nicht im Sinne aller ist, wenn sich ein renitenter Gast auf Kosten anderer gesundstößt und auch noch gegen die helfenden Hände Drohungen ausspricht, um sie zum Stillhalten zu zwingen.

Am Ende geht es zu Lasten der Bevölkerung in der EU…auch der Griechen, die gewillt sind, ihr Land zu sanieren.

Wie ich anfangs schon schrieb: Heutzutage umlaufende Geldsummen mitsamt Finanzpolitik sind schon längst an grenzdebilen Ufern gestrandet.

Irgendwann rappelt es in der Kiste, die Kleinsparer werden das Nachsehen haben, am Ende dreht sich die Welt doch weiter und die hohen Tiere werden stolz darauf sein, wenn sie verkünden können, uns Menschen vor einer vermeintlich noch größeren Katastrophe bewahrt zu haben.

Am Ende des Tages gehen alle zu Bett und ein paar Marionettenspieler ziehen wieder im Verborgenen ihre Fäden.

Und so dreht sich das Rad…