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Ein Hundeleben (18.1.2015)

Hunde haben es nicht leicht. Herrchen hier, Herrchen dort, Herrchen da, Herrchen fort.

Ich möchte kein Hund sein müssen. Jedes Mal darauf angewiesen zu sein, das jemand einen bei der Leine nimmt, damit man seinem täglichen Geschäft nachgehen kann…schrecklich. Und wehe, man geht mal außer der Reihe und hinterlässt etwas aus dem tiefsten Inneren des eigenen Ichs….sorgsam geformt (zumeist) und hinterm Sofa unter Mühen geboren. Da gibt es keine lobpreisenden Worte für das Erbrachte, wenn man sich nicht „Baby“ schimpft, bei dem das Bubu mit strahlenden Augen zum x-ten Mal am Tag schon fast sehnsüchtig erwartet worden ist.

Ein Hundeleben hat man da als Hund.

 

 

Verzeiht diese schrägen Worte der Einleitung. Aber ich habe Mitleid…Mitleid mit meinem Nachbarshund, obwohl mir diese Kläfftöle hin und wieder auf den Zeiger fällt.

An seiner Stelle wäre ich aber auch dermaßen unterfordert und ergo unausgelastet, wenn ich mir seinen anscheinend recht tristen Alltag so betrachte. Zwar kann ich auch nur einen kleinen Teil des Tages beurteilen, schließlich gehe ich ja auch noch arbeiten, befürchte jedoch, dass der Rest nicht viel anders aussehen wird.

Da dauert eben ein Gassigang unter Umständen mal nur 2 Minuten, wobei 1 Minute darauf verfällt, die Treppen auf und ab zu wandern. Dann schnellfix auf den Grünstreifen vor dem Haus und zack ist man wieder oben.

Stellen Sie sich mal vor, man würde Sie bereits wieder von der Toilettenbrille zerren, wenn Sie gerade noch im Begriff sind, es sich darauf bequem zu machen. Unangenehm, nicht wahr?

Einmal Austoben fällt bei diesem straffen Zeitmanagement natürlich entsprechend flach.

Für einen Fiffy des Kalibers „ca.-50cm-Schulterhöhe“ ist das schon ein hartes Brot. Zum Ausgleich muss er dann natürlich auch jedes Mal zur Tür sprinten und herumbellen, sobald ich nebenan an meine Tür trete. Er hat ja offenbar nichts Besseres vor und muss seine überschüssigen Kräfte in solche Tätigkeiten kanalisieren. Ein Hundeleben!

Von Erziehung möchte ich bei diesem Exemplar auch nur ganz, ganz leise sprechen. Die jungen Besitzer finden es offenbar normal, dass er sofort auf Leute geht (besser: springt) und lauttönend „begrüßt“.

 

Am Ende ist nicht der Hund schuld, sondern die Herrchen. Außerdem kann es mir herzlich egal sein, wenn er ihnen mitten in der Nacht die Bude zukläfft, wenn ich früh zur bzw. spät von Arbeit gehe/komme. Der Hund möchte ich in jedem Fall nicht sein.

 

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