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Eine kleine Nachtgeschichte. (23.09.2015)

 

Es ist finstere Nacht. Kein Mond scheint, kein Wolf heult einsam vor sich hin.

Zwei Katzenaugen flackern auf, die begierig- so scheint es- den letzten Rest Licht der entfernt stehenden Laterne aufzusaugen scheinen. Dann huschen die beiden kaltblauen Leuchtpunkte davon. Ein letzter Blick zurück. Der nächtliche Streuner ist fort.

Ein alter Mann schlurft über den Gehweg. Zielsicher lenkt er die Schritte, als kenne er den Weg.

In der Hand blitzt ein metallisch glänzender Gegenstand auf. Diesen vor den Bauch gerichtet, als wolle er einen unsichtbaren Gegner abwehren, steuert er auf eine schwarze Limousine zu, aus deren Inneren nur mehr Schwärze hervorzudringen scheint.

Der metallene Widerschein zuckt kurz in seiner Hand….

 

>Möööb-Möööb<<

 

 

Und ich dachte, dass dieses akustische Öffnungs- und Schließorchester in Form von Hupen, Piepsen, Quietschen und was weiß der Geier längst aus der Mode gekommen und allerhöchstens noch in leicht angestaubten Filmen aus den 80ern oder 90ern zu finden sei.

Nee, da wurde ich eines Besseren belehrt.

Die Automarke mit Stern (und andere sicher ebenfalls) bietet dieses akustische Signal auch heute noch an…zur Freude der Nachbarn. Würde ich mir dieses Schmankerl zulegen wollen, dann hätte ich bei meiner regelmäßigen Nachtfahrerei (entweder in der Früh oder abends) aber richtig viele Freunde.

MÖÖB….ich fahre jetzt auf Arbeit! MÖÖB-MÖÖB….bin wieder da!!!

 

Da bleibe ich lieber bei meinem schneidigen, aber im direkten Vergleich eher schnöden Ent- oder Verriegelungsgeräusch. Die sich anschließende Leuchtorgel reicht mir vollkommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Guten MoOOOORGEEEEEEeeen! (05.02.2015)

 

Möööööb! Das war der dezent liebevolle Weckruf eines Kutschers an einen anderen, der sich mit seinem LKW über Nacht in der „Ladezone“ eines bekannten Supermarktes abgestellt hatte. Die Stellfläche ist zwar nicht explizit als Ladezone gekennzeichnet bzw. gesperrt, dennoch handelt der Mensch eben nach seiner Gewohnheit, und wenn er nun einmal dort seit 5 Jahren abläd, dann bitteschön auch an diesem Morgen! Basta.

Guten MooOOORGEEEeen, hier ist der fröhliche Wecker!!! Nichts geht über Herzlichkeit am Morgen…und wenn es mit der akustischen Brechstange sein muss. Immerhin hat sich der Kollege hier richtig Mühe mit seiner Huup-Sinfonie in D-Moll gegeben, was ja irgendwie besser ist als ein mühsam zwischen den Zähnen hervorgepresstes „Morgen!“ oder das komplette Schweigen im Walde. Kann man sehen, wie man möchte.

Das markige Dauerhupen des 10-Tonners schallte also durchs Viertel und weckte schließlich auch den eigentlich angedachten Rezipienten in seiner Kajüte. Nach einigem Gestikulieren tuckerte der Lieferant aber vorbei und wählte sich eine neue Position aus (zunächst quer über die gesamte Straße…herrlich^^), um seine Waren abladen zu können und ließ seinen Kollegen (der offensichtlich seine Ruhezeit einhalten musste) weiterschlummern.

 

Ich war, vor meinem Kaffeepott sitzend, jedenfalls entgültig munter.