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Spielkind (07.08.2016)

 

Kurze Randnotiz zum Schmunzeln:

 

Was macht man, wenn man im Wald auf einen oben bereits geöffneten Flaschen-Stäubling, besser bekannt unter dem Namen „Puffpilz“, stößt?

Genau!

Man tritt einmal volle Kanne drauf und bewundert dann im Anschluss das mit braunen Flocken bestäubte, vormals schwarze Hosenbein. Und lacht sich anschließend halb kaputt!

🙂

 

Demnächst kann ich dann wohl eine Pilzplantage auf meiner Hose züchten.

Zum Glück ließ sich aber die Sporenpracht zumindest erst einmal rein optisch leicht wieder abputzen. Den Rest erledigt gerade die Waschmaschine.

Tja, wenn Spielkinder spazieren gehen…

 


BEI ROT musst du steh’n….darfst aber fahren (14.07.2016)

 

 

Die Grünen-Politiker kommen ja immer wieder auf recht „spannende“ Ideen. Womöglich ist es dem Umstand geschuldet, dass sie gelegentlich zu lange mit ihrer im eigenen Parteibüro aufgezogenen Hanfpflanze fachsimpeln. Wer weiß das schon so genau. Die Damen und Herren sind da ja zumindest zum Teil recht liberal eingestellt. Aber gut. Leben und leben lassen.

 

Nun wollen sie uns jedoch der Regel #1 unserer Kindheit berauben….ROT soll plötzlich nicht gleich ROT sein. Es kommt nämlich sehr auf die jeweilige Ausgangsposition an, in welcher man sich gerade befindet und dabei einem dieser roten Lichtsignale begegnet.

Zu Fuß oder im Auto heißt es weiterhin STOP. So weit so gut und vor allem sinnvoll.

Für Radfahrer wird jedoch eine Ausnahmeregelung angestrebt, bei der der/die Radler/in zwar anhalten soll (*laut auflach*), danach aber nach prüfend abschätzendem Rundum-Blick (*laut auflach*) passieren darf.

Einige interviewte Personen freuten sich natürlich sogleich über mehr Mündigkeit im Straßenverkehr.

Ich hingegen befürchte, dass man nicht jeden derartige Abwägungen aufhalsen sollte oder darf. Viele leiden nämlich unter akuter Ignoranz, fataler Selbstüberschätzung oder schlichtweg völlig in den Tag gelebter, unbedarfter Leichtsinnigkeit.

UND was ist das bloß für ein Signal an die radelnden Kinder?! Die würden doch komplett verwirrt werden!

Es würde sicherlich nicht lange dauern, bis irgendein Unglück passiert und der Dumme wird immer der Verkehrsteilnehmer mit der größeren Massenverdrängung (Auto, Lkw…) sein, der danach mindestens mit Schuldgefühlen zu leben hat. Darauf habe ich keine Lust, denn einseitige Aufmerksamkeit reicht nicht in allen Fällen aus. Es gehören schon beide Seiten dazu. Mit Sicherheit!

Ich halte von diesem Vorstoß für mehr Freiheit auf dem Drahtesel hernach überhaupt nichts. Auch das Argument, dass es anderswo (z.B. Paris) funktionieren würde, überzeugt mich nicht wirklich. Zu oft erlebe ich, wie- entschuldigt bitte- hirnlos sich manche durch die Botanik manövrieren. Und wer weiß, welche fähigen Probanden in stolz präsentierten Testläufen engagiert worden sind….der breiten Masse werden sie wahrscheinlich nicht gleichen. Wie gesagt….man sieht und hört ja so einiges.

Ich möchte um Bobs Willen niemandem die Fähigkeit zum Mitdenken absprechen, aber im Sinne des Selbst- und Fremdschutzes wäre ich glasklar dafür, dass ROT weiterhin STOP bedeutet. Egal wie man diesem Signal begegnet.

 

Und nun sagen wir alle kurz im Chor auf: Bei Rot musst du steh’n, bei Grün darfst du geh’n!

Rührt euch!

 

 

 


„Katzenjammer extended cut“ (26.06.2016)

 

Katzen.

Die tun immer so, als säßen sie majestätengleich auf einem ganz hohen, übermäßig hell strahlenden Stern, fernab von unserer kleinen, unwürdigen Menschenwelt, und sind dabei am Ende wahrscheinlich auch nur ganz genauso simpel gestrickt wie wir.

Sie stellen sich tollpatschig an, rutschen sich gegenseitig den Buckel herunter und zedern wenig manierlich wie olle Waschweiber/Bierkutscher.

 

DOCH: Es gibt dabei solche und solche Feliden.

Gestern wohnte ich einem optisch wie akustisch beeindruckenden Spektakel bei, das mich höchst amüsierlich stimmte, nachdem ich feststellte, dass sich da gerade keineswegs die kleine Mia und der kleine Paul* gegenseitig schreiend die Sandkastenschäufelchen über den Köpfen zusammenschlugen.

Der Katzenjammer ums Eck stammte tatsächlich von den Namensgebern dieses Begriffes höchstpersönlich.

Mietze 1** saß hierbei ganz aufrecht und hielt den Kopf stocksteif zur Seite gedreht, um die keifernde Konkurrenz- ein unter Starkstrom stehender, sandfarbener Kratzbuckel- eingehend zu fixieren.

Nichts bewegte sich, bis auf die gereizt auf den Boden auftippende, sandfarbene Schwanzspitze.

Jede Sekunde erwartete ich den explosiven Start mindestens einer Rakete.

Doch was tat Mietzekatze 1? Völlig kaltschnäuzig drehte sie das Köpfchen gen Himmel und beäugte die Umgebung, ob es nicht etwas spannenderes geben könnte, als dieses offenliegende Elektrokabel direkt nebenan.

Als sie offenbar feststellte, dass da nicht viel war, verlegte sie sich wieder auf das stumme Fixieren des sich noch immer total aufregenden Gegenparts, der wohl kurz vorm Abheben stehen musste.

Und was macht man, wenn man genug von solchen albernen Plänkeleien hat?

Genau! Man dreht als Mietze 1- ungerührt und vollkommene Souveränität ausstrahlend- der Gegnerschaft die kleine, rosafarbene Rückansicht zu und stiefelt- keine Widerrede über den klaren Sieg duldend- einfach seiner Wege.

Der Kratzbuckel brauchte eine Weile, um sich davon zu erholen, und stand noch eine Weile perplex wie einzementiert an Ort und Stelle, bis auch er sich schließlich trollte.

Ich sage dazu nur: Faszinierend!

Es gab noch nicht einmal Verletzte.

Womöglich sind Katzen doch viel, viel schlauer als wir Menschen?!

In diesem Falle würde ich die einleitend angeführte Passage sofort streichen. Ich armseliges, unwürdiges Menschlein, das ich bin!

Ok, um die Ehre unserer Spezies nicht ganz durch den Staub, der unter den vier Samtpfoten klebt, zu ziehen, könnte man natürlich einwendend behaupten, dass sich die beiden Feliden auch von vornherein aus dem Weg hätten gehen können- ich stelle mal eben die Konfliktvermeidungsstrategie in den Raum-, doch müsste ich wohl oder übel im nächsten Moment festhalten, dass wir Menschen hierzu sehr oft selbst nicht in der Lage sind.

 

Was lernen wir daraus?

Probleme müssen rechtzeitig aus der Welt geschafft werden und wenn es gar nicht anders geht, muss man sich eben aus dem Weg geben. Leben und leben lassen.

Versprecht mir aber hoch und heilig, dass IHR zum Zwecke der Streitdeeskalation à la „der Klügere gibt nach“ nie, nie, niemals irgendjemanden eure rosafarbene Rückansicht präsentieren werdet! Ok?!

Danke!

 

 

 

 

P.S.:

Natürlich habe ich die beiden Neuankömmlinge „mixedcats“ (wie passend zum Thema) und „fraumamaschreibt“ nicht vergessen. Fühlt euch hier gut aufgehoben und unterhalten. Herzlich Willkommen!

 

 

 

* Alle Namen sind frei erfunden.

** In Unkenntnis über Vor- und Zunamen, sowie möglicherweise vorhandene Adelstitel, belasse ich es bei Zahlen.

 

 

 


Von und zu… (08.05.2016)

 

 

Man kann von ihnen halten, was man möchte, aber Kalorientierchen verbinden ganz offensichtlich die Massen*. Dafür spendierte ich den Leckermäulern heute Morgen großzügig eine Runde Zucker im Kaffee. Weil Sonntag ist.

Angelockt vom sirenenhaften Gesang dieser Süßholzraspler und Zucker um den Bart (vorhanden oder nicht) Schmierer fand sich nämlich jüngst eine weitere Leserin ein, um unter (Lach)Tränen gemeinsam auf einen Abgesang gegen diese Kerlchen einzustimmen. Nicht, dass wir es nötig hätten, aber man kann und darf sich schließlich stets gern von seiner empathischen Seite zeigen und sich mit jenen solidarisch stellen, an welchen diese unheimlichen Gestaltenverzerrer einen Narren gefressen haben mögen. Wir sind mit euch!

Recht unprätentiös schreibt, kocht, umsorgt, wickelt und formt sie sich ihren Alltag, dass es eine wahre (Lebens)Freude ist. Herzlich willkommen, MajavonSchwartzenberg!

Bei ihr wird Yoga zu Moderner Kunst, aus wenig Aufwand viel und aus durchfälligen Katzen sowie siebenköpfig fressenden Raupen** das tägliche workout für die Lachmuskulatur.

Sehr empfehlenswert!

 

 

 

* Entschuldigt bitte diese Plattitüde! Ihr dürft auch gern das Strafmaß festlegen…einen Tag im Schlaraffenland oder zwanzig Gläser Nuss-Nougat-Creme auf ex. Zur Abstimmung geht es HIER (einfach anklicken…) entlang.

** Was hinein möchte, kommt auch zumindest in Teilen zwangsläufig wieder heraus….das ist nun einmal das Massenerhaltungsgesetz, falls ihr im Chemieunterricht gut aufgepasst habt. Vorausgesetzt man geht davon aus, dass es sich bei einem Kind um ein geschlossenes System handelt. Vorausgesetzt sei auch, dass man im Physikunterricht nicht so richtig (geistig) anwesend war, als es um den Massendefekt ging…

 

 


Man wächst mit seinen Aufgaben…? (25.04.2016)

 

Kleinkinder, so könnte man meinen, haben sicherlich mit sich allein schon ganz gut zu tun.

Sie wollen schließlich das Laufen lernen, Mutti die neuesten Grasflecken in der brandneuen Hose präsentieren, erste vernünftige Sätze sprechen, Mami am Rande des Nervenzusammenbruches dennoch erfolgreich davon überzeugen, dass sie die an der Quängelkasse des örtlichen Discounters ausgelegten Süßwaren ganz unbedingt für ein weiteres Überleben als dringend anschaffenswert erachten und mit Papi „Räuber und Gendarm“ spielen, bis Mami kurz vor dem Abendbrot doch noch leicht besorgt bei der Polizei sturmklingelt, weil der Papa noch immer nicht wieder zurückgekehrt sei und Sohnemann/Tochterkind partout nicht mit der Sprache herausrücken wöllte, wo denn das dunkle Verließ sei, in welchem er gerade schmoren und der gnädigen Ablösung harren würde.

Nein! Falsch gedacht.

Kleinkinder, gerade erst des mehr oder minder unfallfreien Laufens mächtig, dienen nunmehr auch als adäquate Alternative zum professionellen Dog-Sitter.

Da hingen im von mir beobachteten Fall quasi an einem Ende ein „Baby“, stilecht im Windel-Watschelgang dahinstolpernd, und am anderen ein flauschig-plüschiges Puppy, stilecht bekleidet mit einer Hundeleine in Rosarot.

Wer da nun an wem zerrte und wohin dabei genau oblag offensichtlich der Zuteilung durch einen zwischengeschalteten, völlig überfordert wirkenden Zufallsgenerator, der schon zu Beginn bedenklich am Qualmen war, während die rote Warnleuchte justament effektvoll funkensprühend den Geist aufgegeben hatte.

Ich- einen freien Tag genießend- verfolgte das Spektakel eine Weile vom Fenster aus und befand schlussendlich, dass es schon ein wenig fragwürdig anmutete. Muss es wirklich sein, dass bereits einem Kleinkind, von der vollendeten Koordination und Haushaltung seiner Kräfte noch ein ganzes Stück entfernt, solch ein kleiner Welpe ohne direkte Eingreifmöglichkeit (die Mutter schien da recht entspannt) anvertraut wird? Ich weiß nicht recht.

Der Kontakt zu Tieren ist ein wichtiger, um das einfühlsame Miteinander zu schulen. Es muss jedoch unter einer gewissen Kontrolle und Aufsicht geschehen, damit am Ende alle heil vom Platz gehen können, nämlich ohne dass Fiffi der Kopf mitsamt Halsband abgerissen oder das Kind aus einer Angstreaktion heraus gezwickt oder gar gebissen worden ist.

Bei solchen Konstellationen kann man besonders pessimistisch betrachtet auch davon ausgehen, dass dieses Hündchen wohl mehr als Spielzeugersatz denn als Lebewesen angesehen wird. Wenn das Interesse dann irgendwann einmal sinken sollte, dann endet dieses arme Puppy entweder mal als total verzogener/unerzogener Wadenbeißer, als ganz traurig an der nächstgelegenen Raststätte zurückgelassenes oder wenigstens gnädig vorm Tierheim an einer trostlos flackernden Laterne angebundenes Würstchen. Welch grandiose Aussichten…

Da ich mir aber vorgenommen habe, nicht nur das Negative mit all seinen Eventualitäten in den Dingen sehen zu wollen, hoffe ich, dass am Ende alles gut wird, sich alle lieb haben und glücklich bis an ihr Lebensende sein werden! Amen.

 

 


Spiderman is having me for dinner TONIGHT… (31.3.2016)

 

Per Zufall stieß ich beim Stöbern durch die Armada aus Silberlingen auf „The Cure„….ein Klassiker.

 

Das Album „Disintegration„- eine der finsteren Musikplatten der Gruppe, die an die Anfangszeiten als Gothicband ankoppelte- hatte es mir besonders angetan. Man darf gerne Rückschlüsse auf meinen derzeitigen Gemütszustand schließen, muss man aber nicht.

Auf dieser Scheibe fand ich ein Lied, das ich hin und wieder im Ohr hatte, aber nie wirklich zuordnen konnte: „Lullaby„.

Angeblich verarbeitete hierin der Sänger einen Albtraum aus seiner Kindheit, der ihn immer wieder verfolgt hatte.

 

Ich besann mich, was mich damals des Nächtens so umgetrieben hatte. Vielmals sah ich mich irgendwelchen Gruselgestalten ausgesetzt. Hin und wieder quälten mich auch Feuersbrünste…gern nach Feuerschutzübungen.

Ein Alb erzeugt jedoch noch heute recht nachhaltig ein kaltes Schaudern bei mir, wenn ich an ihn zurückdenke.

 

Folgendes trug sich zu:

Ich saß auf der Rückbank der elterlichen Kutsche und sah bereits von fern einen alten, knochig-ledrigen Mann- quasi eine Art Ötzi-Replikation- auf dem Gehweg, der mich instinktiv, ohne das Warum zu wissen, im Sitz zusammensinken ließ, bis eigentlich nur noch die Haarspitzen über den unteren Scheibenrahmen hätten herausragen können. Dennoch schien mich diese furchteinflößende Person wahrgenommen zu haben und streckte gierig die Hand nach mir aus. Tja, zum Glück fuhren wir schnell an ihm vorbei…doch da hatte ich fürwahr nicht die Rechnung mit diesem höchst seltsamen Knochenmann gemacht, dessen knorrig-sehniger Arm urplötzlich an Länge zunahm und das Auto mitsamt meiner Wenigkeit zu verfolgen begann. Natürlich stellte auch das eilig hochgekurbelte Fenster kein wirkliches Hindernis dar.  Alsbald packte mich die dürre Hand am nach unten geneigten Genick und die nackte Angst fuhr mir augenblicklich in die Glieder.

Dann wurde mir gnädiges Erwachen zuteil.

 

Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht hatte, um mich in der Finsternis innerlich wieder halbwegs zu beruhigen. Ich fürchtete, sobald sich meine Augen wieder schließen würden, könnte mich diese Kreatur erneut packen.

 

Es gibt schon sehr, sehr kuriose Begebenheiten, während man scheinbar selig und fernab jeder Gefahr in Morpheus Armen hin und her geschaukelt wird. Obacht daher: Gelegentlich könnte man auch von einem Messer verfolgt werden, wie kürzlich meine Kollegin berichtete. Da steht man natürlich erst einmal aufrecht im Bett. Verständlich.

 

Was hat euch denn so in Kindheitstagen um den Schlaf gebracht? Tragt ihr auch euren ganz persönlichen „Spiderman“ mit euch herum?

 

 

 


Aber heute… (15.03.2016)

 

 

Jedes Mal, wenn in den letzten Wochen die Sonne lachte, dachte ich mir: ‚Jetzt bringst du mal das Fahrrad wieder auf Vordermann und fährst durch die Natur…

Ich dachte es nicht nur, ich sagte es sogar laut vor mich her, um damit mittels erhofft eintretenden förderlichen, psychologischen Effekten das sich offenbar noch im Winterschlaf befindliche Motiviertier aus der Reserve zu locken.

Dann heute aber….

Unter dem Gewirr aus Kissen und Mollidecken drang kein Mucks an mein Ohr. Am Fußende lugte lediglich ein Stück Kuschelsocke hervor, was ein klares Indiz für die tatsächliche Anwesenheit des Motiviertierchens war.

Vielleicht sollte ich lauter sprechen?

Dann HEUTE aber…

Nichts. Der faule Sack grunzte lediglich unverständlich. Anscheinend erreichte er soeben eine neuerliche REM-Schlaf-Phase und träumte seelig von den gemütlichen Nachmittagen mit Plätzchen und Lebkuchen vor dem nicht vorhandenen, flackerenden Kaminfeuer.

Dann HEUTE aber!!!

Mir war es ernst.

Plötzlich regte sich etwas unter den Daunenfedern. Das Motiviertier flackerte mit den noch geschlossenen Augenlidern, bis sich diese blinzelnd öffneten.

Was brüllst du hier so herum? Und dann auch noch mit 3- in Worten DREI- Ausrufezeichen!

Stumm zeigte ich nach draußen. Mein gestreckter Arm mündete in einem ebenso aufs Äußerste gestreckten Zeigefinger, welcher auf dieses strahlende Desaster hinter dem Fensterglas hinwies.

Das Motiviertier rollte mit den Augen, dass ich meinte, sie würden ihm beinahe in den Höhlen für hochkant steckenbleiben.

Und dafür stresst du mich derartig?“ Es sank mit einem entrüsteten Seufzer zurück auf die Matraze.

Sprachlos stand ich nun an der Bettkante und hätte es am liebsten geschüttelt, bis ihm endlich die Federn aus den Gehirnwindungen flockten. Doch so etwas macht man nicht. Weder bei Kleinkindern, noch bei renitenten Motiviertierchen. Das ist ja quasi auch dasselbe.

 

Von Westen her zog ein einsames Wölkchen auf.

Vielleicht hatte es ja recht? Womöglich war es noch viel zu früh.

Unten auf der Straße radelte eine sportive Rennradtruppe vorbei.

Eindeutig! Man sollte nichts übereilen!

Die Wolke nahm plötzlich monströse Ausmaße an und verfärbte sich tiefschwarz. Tatsächlich geschah jedoch nichts von beidem, was hier aber weitgehend unberücksichtigt bleiben kann… In meiner Vorstellung quollen jedenfalls bereits Eimerladungen von Regentropfen und beigemengten Schneematschpartikeln aus diesem Wölkchen hervor.

 

Mein Blick ruhte nun wieder sanft auf dem Motiviertier, dessen Brustkorb sich entspannt und regelmäßig hob und senkte. Es war wieder fest eingeschlafen.

Auf Zehenspitzen verließ ich das Schlafzimmer und schloss ganz, ganz leise die Tür hinter mir.

 

Dann eben morgen…

 

 

 

 


Klare Ansagen braucht der Mensch! (17.1.2016)

 

So, ich wäre dann mal wieder „im Lande“. Ich war mich für ein paar Tage fortbilden, schließlich muss das auch mal sein.

 

Statt ehrenvollem Empfangsspalier und euphorischem Fähnchenschwänken auf der neu-heimischen Hauptpromenade, welche ich durchqueren musste, warteten mir jedoch lediglich drei naseweise Rotzbengel auf (wobei zwei korrekterweise Rotzbengelinen waren). Wie enttäuschend.

Dem Dreiergespann konnte ich bereits im Vorfeld mit verbundenen Augen an der Nase ablesen, was sie im Schilde führten. Den bereits geformten Schneeball hätte es gar nicht bedurft. Auch nicht das vollkommen unauffällig auffällige Zurückbleiben der Truppe, um sich meiner Rückansicht zu vergewissern.

Stoisch schritt ich meinen Weg entlang, ließ es darauf ankommen und wartete auf das Unvermeidliche.

Eiskalt ließ ich den Schneeball an mir abprallen (ich war ja vorgewarnt) und machte in aller Seelenruhe auf der Hacke kehrt, um mich im nächsten Moment vor den Halbstarken aufzubauen.

Da die Angreifer die Flucht nicht antraten, konnte ich sie tatsächlich zur Rede stellen. Dem inneren Drang, das offenbar federführende Milchgesicht* einzuseifen– Schnee hätte in ausreichender Menge zu Verfügung gestanden- erlag ich nebenbei bemerkt nicht….wenigstens eine Partei muss schließlich das Niveau bei einer Unterredung hochhalten, um mehr oder minder konstruktive Ergebnisse erwarten zu dürfen (das gilt übrigens auch in anderen Lebenslagen!).

Als ich feststellen musste, dass dieser Bengel nicht einmal den Arsch in der Hose hatte, zu seiner Tat zu stehen (er versuchte sich in selten dämlich anmutenden Ausflüchten…), zog ich von dannen, nachdem ich klar und deutlich zu verstehen gegeben hatte, dass ich mir dieses respektlose Verhalten zukünftig auf das Drängendste verbitte. Nicht nur mir gegenüber.

Dann war auch Ruhe im Karton.

 

Aus welchem Grund habe ich diesen Schneeballwurf nicht einfach als dumme-Kinder-Streich hinter mir gelassen? WEIL dieser Generation einmal dringend eine Ansage gemacht werden muss! Das mag zugegebenermaßen ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein, aber ein Anfang ist es allemal.

Wäre ich einfach weitergegangen, hätten sie dem nächsten Passanten vielleicht auch ungefragt eine Ladung Schnee aufgenötigt.

Diese Respektlosigkeit gegenüber Erwachsenen ist doch nicht normal!

Und wenn jetzt übereifrige Menschen dazwischenrufen möchten, dass das doch nur Kinder gewesen sind, die sich einen kleinen Scherz erlaubt hätten, bitte gerne. ICH sage dazu aber entschieden NEIN! Wenn es schon in diesem Alter so anfängt, dann möchte ich ungern herausfinden müssen, was aus denen später einmal werden soll.

MAN DARF SICH NICHT ALLES WORT- UND KOMMENTARLOS GEFALLEN LASSEN!

Der Sittenverfall schreitet mancherorts schon schnell genug voran, da sollte man dem Nachwuchs wenigstens noch ein paar Denkmomente mit auf den Weg geben, in der Hoffnung, dass die Halbwertszeit solcher Ansagen die Zeitspanne eines Wimpernschlages oder sogar die Lebensdauer einer bereits geschlüpften Eintagsfliege überdauern möge.

Vernünftig erzogene Kinder bewerfen sich im Spiel gegenseitig mit Schnee, aber keinesfalls außenstehende, unbeteiligte Menschen von hinterrücks. Das ist feige und frech und hat nichts mit Naivität oder dem kindlichen Austesten von Grenzen zu tun. Solche geistreichen Gestalten werfen dir am Ende in 3 oder 4  Jahren den Chinaböller hinterher und finden das dann immer noch lustig.

Haltet es für überzogen, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Wenn im Leben niemals Einspruch gegen eigene Taten erhoben worden ist, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn es irgendwann Probleme in Sachen zwischenmenschlicher Coexistenz gibt.

Das ist meine Meinung zu diesem Thema.

Wie seht ihr das?

 

 

 

 

* (der war ja noch nicht einmal grün hinter den Ohren!)

 

 

 


Taos Hum (12.01.2016)

 

Auf die Frage der geschätzten Modepraline hin, worüber sie denn nach 500 Beiträgen noch schreiben könne bzw. der Meinung ihrer Leser nach schreiben sollte, platzte ich unvorsichtigerweise mit folgenden Vorschlägen heraus….ich ahnte nicht, welche Konsequenzen ich mir hiermit auflud. Ich unvorsichtiger Tor!

Dies (hier klicken) waren neben anderen Unwichtigkeiten wie Glück, Traurigkeit und Liebe meine glorreichen Schreibanregungen:

Mit an Bord war der obligatorische in China umkippende Reissack, der bei keiner Aufzählung von weltbewegenden Belanglosigkeiten fehlen darf. Alles andere würde einer echten Kardinalsünde gleichkommen, weil er sehr, sehr…..nunja…..sagen wir mal so: Er ist nicht nachtragend, aber vergessen tut er eben auch nicht.

Dann offerierte ich das eminent wichtige Thema der Geräuschentwicklung von wachsendem Gras. Stellt es in Wahrheit genau wie überzogen kreischender Kinderlärm KEINEN Lärm dar?

Zu guter Letzt bot ich ihr- gönnerhaft wie ich bin- an, auf einen eigenen, überaus prestigeträchtigen Artikel zu verzichten, der sich mit einer Abhandlung über die Lamellenbewegung von Champignons bei Windstärke 12 befassen würde.

 

Nun ratet mal, welche Idee mir das Genick brach. Richtig! Das Gras.

Prompt kam nämlich die Antwort zurück, dass ich doch in Sachen Lärmbelästigung durch wachsendes Gras die Vorreiterrolle übernehmen könnte.

Au weia.

Und nun sitze ich hier und überlege. Zwischendrin muss ich aber immer wieder auf die Uhr schauen, dass ich vor lauter Wichtigkeit dieses Themas nicht die Abfahrt zur Arbeit verpasse….gilt das eigentlich als Ausrede?! Ich müsste dann mal ganz akut weg…..ok, ok…..etwas Zeit habe ich noch.

Ich gab also den Einzeiler „Geräusche wachsendes Gras“ bei der google-Konkurrenz ein (ja, ich habe noch immer nicht zugestimmt!).

Verwiesen wurde ich auf eine Plattform, die man getrost als Scherzartikel oder Anti-Wiki bezeichnen könnte, auf welcher fröhlich der Pseudowissenschaft gefröhnt wird. Sie nennt  sich Uncyclopedia.

Hier nun erwartete ich mir die Erklärung, wie denn nun Gras klingt, wenn es wächst.

Ich erwartete eine Art Ploppen beim zutage Treten und profane Reibegeräusche.

Stattdessen stieß ich auf ein ominöses Taos Hum oder auch The Hum. Dies sei ein unerklärlicher, niedrigfrequenter Brummton, den laut dem echten Wiki lediglich 2% der Weltbevölkerung hören könne. Gern wird auch von einer Art Tinnitus geschrieben, obwohl der Betroffene gesunde und sogar sehr gut hörfähige Ohren vorwies.

Die Erklärungen hierzu stecken jedoch noch derart in den Kinderschuhen, dass man diese allerhöchstens als Babysöckchen benennen dürfte.

Hier eine bunte Mischung seriöser wie nicht-seriöser Vorschläge: Infraschall, Van-der-Pol-Systeme, schnurrende Katzen, Außerirdische.

ODER: Wachsendes Gras!

HEUREKA!

Das war wohl nichts.

Vielleicht sollte ich demnächst aufmerksamer bei TerraX und Kumpanen zuhören. Meines Erachtens gab es nämlich bereits akustische Studien über die Geräuschentwicklung von Pflanzen…. In jedem Fall melde ich mich, wenn ich mit neuesten Erkenntnissen glänzen kann.

Bis dahin! Und lasst euch nicht vom hustenden Maulwurf wecken!

 

gez. S. Holmes

 

 

 

 


Abonnement (17.6.2015)

 

Ich weiß nicht, was ich falsch mache, aber anscheinend habe ich den Griff ins Klo gepachtet. Quasi als ein unliebsames, im Kleingedruckten aufgezwungenes Abonnement gebucht. Zumindest, was das Streikgeschehen in Deutschland betrifft.

Möchte ich dienstlich mit dem Zug fahren, streikt die Lokführerschaft. Will ich einen zweiten, privaten Versuch wagen…dito. Möchte ich einen ganz wichtigen Brief aufgeben….streikt die Post.

Ich wage mich schon fast nicht mehr zum Bankautomaten. Nicht, dass wie vor Kurzem im Brandenburgischen die Geldlieferanten zum Arbeitskampf aufrufen.

Was bin ich froh, keine kleinen Kinder im Haushalt zu haben. Der Kindergarten hätte unter Garantie geschlossen.

So wichtig, wie Arbeitsniederlegungen für mehr (nicht überzogene) Gerechtigkeit sein mögen, aber irgendwie haftet es an, als wäre man in ein Hundehäufchen getreten. Ehe die Unannehmlichkeit verflogen ist, kann einige Zeit ins Land verstreichen. Mütter und Väter bangen um ihre Jobs, Kleinkinder vermissen ihre Kameraden, Reisende warten länger als üblich, …

Jedes Ding hat eben mindestens zwei Seiten und manchmal ist es eine zweischneidige Klinge, auf der man da gerade tanzt. Man will solidarisch denken und doch wird auch um die eigene Existenz gebangt (gerade viele Eltern aktuell).

 

Drückt mir die Daumen, das mein Brief rechtzeitig ankommt und meine nächste Zugreise nicht wieder im Klo versenkt wird! Andererseits: Sollte wieder gestreikt werden…dann wisst ihr, dass ich mit der Bahn fahren wollte. Transparenter geht’s nicht mehr, gell? Und das ganz ohne Gesichtsbuch-Exhibitionismus und Ich-sitze-gerade-auf-dem-Örtchen-Gezwitschere!